Überblick
Diese Weiterbildung deckt die technische Tiefe der klassischen Microsoft-Server-2016-Administration vollständig ab — von Installation und Netzwerkkonfiguration über Active Directory und Identitätsverwaltung bis hin zur Planung und Implementierung einer vollständigen Desktop-Infrastruktur. Grundlage sind die originalen Microsoft Official Curriculum-Kurse (MOC) 20740, 20741, 20742, 20415 und 20416. Ergänzt wird das Programm durch das ITIL 4 Foundation-Modul, das Teilnehmende in die prozessorientierte Gestaltung von IT-Serviceleistungen einführt. Ein wichtiger Hinweis zur historischen Einordnung: Die MCSE-Zertifizierungsschiene (Microsoft Certified Solutions Expert) wurde von Microsoft schrittweise eingestellt — die klassischen MCSE-Pfade endeten 2017 mit der Einführung des neuen rollenbasierten Zertifizierungsmodells; die alten Prüfungen (70-xxx-Reihe) liefen spätestens 2021 aus. Dieser Kurs vermittelt daher keine aktuell ablegbare MCSE-Prüfung, sondern bietet eine substanzielle technische Windows-Server-Ausbildung auf Basis des damaligen MCSE-Lehrplans. Das technische Wissen — Active Directory, Gruppenrichtlinien, Hyper-V, Desktop-Virtualisierung — ist weiterhin praxisrelevant für den Betrieb von Windows-Server-Umgebungen, auch wenn sich die entsprechenden Microsoft-Zertifizierungen heute unter anderen Bezeichnungen und Prüfungsnummern finden.
Kursinhalte & Lernziele
MOC 20740 — Installation, Storage and Compute with Windows Server 2016 Dieses Einstiegsmodul vermittelt die Grundlagen der Windows-Server-Administration. Teilnehmende lernen, einen Server von Grund auf einzurichten und die grundlegende Netzwerk- und Virtualisierungsinfrastruktur aufzubauen. Active Directory und Gruppenrichtlinien werden als fundamentale Dienste eingeführt.
- Installieren und Konfigurieren von Windows Server 2016 in verschiedenen Rollen
- Konfigurieren von Serverrollen und -funktionen über Server-Manager und PowerShell
- Einrichten und Verwalten von Hyper-V-Hosts und virtuellen Maschinen
- Grundlegende Netzwerkkonfiguration: Adapter, IP-Adressen, statisches Routing
- Installieren und Verwalten von Active Directory Domain Services
- Erstellen und Verknüpfen von Gruppenrichtlinienobjekten
MOC 20741 — Networking with Windows Server 2016 Das Netzwerkmodul vertieft die Infrastrukturkomponenten. Schwerpunkt sind die Netzwerkdienste, die in Unternehmensumgebungen täglich zum Einsatz kommen, sowie die Absicherung des Netzwerkzugangs durch Policy-Server und VPN-Lösungen.
- DNS-Server konfigurieren: Zonen, Einträge, DNS-Sicherheit (DNSSEC)
- DHCP implementieren und IPAM zur zentralen IP-Verwaltung einrichten
- Netzwerkzugangsdienste konfigurieren: DirectAccess, VPN, NPS
- Netzwerkrichtlinienserver für zertifikatsbasierte Authentifizierung einrichten
- Konfigurieren und Verwalten von Active Directory in Netzwerkkontexten
- Gruppenrichtlinien für Netzwerk- und Sicherheitseinstellungen entwerfen
MOC 20742 — Identity with Windows Server 2016 Identitäts- und Zugriffsverwaltung ist Kernaufgabe jeder Windows-Server-Umgebung. Dieses Modul vertieft Active Directory auf einem fortgeschrittenen Niveau: Hochverfügbarkeit, Verbundidentitäten, komplexe Speicher- und Sicherheitslösungen.
- Hochverfügbarkeitslösungen konfigurieren: Failover-Cluster, NLB
- Verteiltes Dateisystem (DFS) und Speicherlösungen unter Windows Server administrieren
- Business Continuity und Notfallwiederherstellung planen und implementieren
- Active Directory Federation Services (AD FS) und Web Application Proxy konfigurieren
- Identitäts- und Zugriffslösungen für externe Benutzer und Verbundszenarien einrichten
- Erweiterte Gruppenrichtlinien-Infrastruktur für komplexe AD-Umgebungen aufbauen
MOC 20415/20416 — Desktop Infrastructure und Anwendungsumgebungen Die abschließenden MOC-Module behandeln das eigentliche Kernthema des MCSE Desktop Infrastructure-Pfads: die Planung und Bereitstellung von Desktop-Systemen und Anwendungsumgebungen in großen Organisationen.
- Erstellen und Verwalten von Desktop-Images mit MDT und WDS
- Design und Bereitstellung physischer, virtueller und gehosteter Desktops
- Planen und Implementieren einer Remotedesktopdienst-Infrastruktur (Session-basiert, VDI)
- Konfigurieren von Desktop- und Anwendungseinstellungen über Gruppenrichtlinien
- Microsoft Application Virtualization (App-V): Pakete erstellen, bereitstellen, verwalten
- Entwerfen von Business-Continuity-Strategien für Desktop- und Anwendungsumgebungen
ITIL 4 Foundation — IT-Serviceprozesse und Serviceorientierung Das abschließende Modul führt in den prozessorientierten Rahmen von ITIL 4 ein. Teilnehmende verstehen, wie technische Infrastrukturen im Sinne einer serviceorientierten IT-Organisation geplant, betrieben und verbessert werden. Der Kurs behandelt das Service Value System, die Leitprinzipien und die vier Dimensionen des ITIL 4-Rahmens.
- ITIL 4-Grundbegriffe: Service, Wertschöpfungskette, Service Level
- Service Value System und Service Value Chain als übergreifende Strukturelemente
- Sieben Leitprinzipien von ITIL 4 und ihre praktische Anwendung
- Vier Dimensionen des Service-Managements
- Incident Management, Problem Management, Change Enablement im Überblick
- Service Desk-Funktion und Kommunikation mit Anwendern
Lernziele:
- Windows Server 2016 installieren, konfigurieren und grundlegende Serverrollen einrichten
- Active Directory Domain Services (AD DS) planen, implementieren und administrieren
- Gruppenrichtlinienobjekte (GPOs) erstellen, verknüpfen und zielgerichtet einsetzen
- Netzwerkinfrastruktur unter Windows Server 2016 konfigurieren: DNS, DHCP, IPAM
- Netzwerkrichtlinienserver (NPS) und Remotezugriffsdienste konfigurieren
- Hyper-V virtualisierte Umgebungen erstellen und verwalten
- Desktop-Infrastruktur planen: Bereitstellungsmodelle, Images, Gruppenrichtlinien
- Remotedesktopdienste (RDS) entwerfen, implementieren und administrieren
- Application-Virtualisierung und Desktopanwendungsumgebungen konfigurieren
- Business-Continuity-Strategien für Desktop- und Anwendungsumgebungen entwickeln
- ITIL 4-Grundbegriffe, das Service Value System und die Kernprozesse des IT Service Managements verstehen
- Kunden- und Serviceorientierung als Prinzipien in der IT-Abteilung verankern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die fundierte Windows-Server-Kenntnisse aufbauen oder vertiefen möchten, und an Personen, die sich für Desktop-Administration und Enterprise-IT-Infrastruktur qualifizieren wollen. Er ist ebenso geeignet für erfahrene Helpdesk-Mitarbeitende, die den Aufstieg in die Systemadministration anstreben.
- Windows-Administratoren mit Grundkenntnissen, die sich auf Enterprise-Niveau entwickeln möchten
- IT-Support-Mitarbeitende, die Systemadministrations-Verantwortung übernehmen wollen
- Fachleute, die Windows-Server-2016-Infrastruktur planen, implementieren oder betreiben
- Personen, die ITIL 4-Grundkenntnisse für eine serviceorientierte IT-Rolle benötigen
Teilnehmende sollten praktische Erfahrungen mit Windows-Betriebssystemen auf Client- und Serverebene mitbringen. Grundkenntnisse in Active Directory, TCP/IP-Netzwerken und Serveradministration erleichtern den Einstieg erheblich. Das ITIL 4-Modul setzt keine technischen Vorkenntnisse voraus, profitiert aber von praktischer IT-Erfahrung. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, das individuelle Vorkenntnisse und Lernziele klärt und gegebenenfalls Einstufungshilfen gibt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten — überwiegend Vollzeit, teils auch in Teilzeit. Präsenz- und virtuelle Unterrichtseinheiten wechseln mit Selbstlernphasen ab. Für alle MOC-Module stehen virtuelle Labore zur Verfügung, in denen reale Windows-Server-Szenarien aufgebaut und konfiguriert werden können, ohne physische Hardware zu benötigen. Theorie- und Übungsphasen sind eng verzahnt: Jeder Konfigurationsaspekt wird unmittelbar in der virtuellen Umgebung nachvollzogen. Kursunterlagen basieren auf dem originalen Microsoft-Lehrmaterial.
Der Kurs ist auf mehrere Wochen ausgelegt, die genaue Laufzeit hängt von der Vollzeit- oder Teilzeitvariante ab. Angesichts der fünf MOC-Module plus ITIL 4 Foundation ist der Gesamtumfang substanziell; Vollzeit-Teilnehmende sollten mit einer Kurslaufzeit von mehreren Wochen rechnen. Die Labore und Unterlagen sind im Kurspreis enthalten.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Kursabschlusszertifikat. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen: Der klassische MCSE-Zertifizierungspfad (mit Prüfungen der 70-xxx-Reihe) ist von Microsoft eingestellt worden und kann nicht mehr abgelegt werden. Das in diesem Kurs vermittelte technische Wissen ist dennoch praxisrelevant und bildet eine solide Grundlage für aktuelle Microsoft-Zertifizierungen wie AZ-800/AZ-801 (Windows Server Hybrid Administrator) oder MD-102 (Modern Desktop). Für das ITIL 4 Foundation-Modul ist eine separate Prüfung bei einem autorisierten Prüfungsanbieter (PeopleCert/Axelos) möglich.
Nutzen & Perspektiven
Windows-Server-2016-Infrastruktur ist in Tausenden von Unternehmen in Deutschland noch aktiv in Betrieb. Obwohl Microsoft inzwischen neuere Serverversionen und ein überarbeitetes Zertifizierungsmodell anbietet, schafft die in diesem Kurs vermittelte technische Tiefe — Active Directory, Gruppenrichtlinien, Hyper-V, RDS, Desktop-Virtualisierung — ein Wissen, das auf neuere Windows-Server-Generationen übertragbar ist. Die zugrundeliegenden Konzepte von AD DS, GPOs und Remotedesktopdiensten haben sich konzeptionell nicht grundlegend verändert. Das ITIL 4-Modul ergänzt die technische Ausbildung um eine serviceorientierte Perspektive. In der Praxis werden technische Administratoren zunehmend erwartet, nicht nur Systeme zu konfigurieren, sondern auch in ITSM-Prozessen (Incident, Change, Problem Management) mitzuwirken. Die ITIL 4 Foundation-Grundlagen bereiten genau auf diesen erweiterten Aufgabenbereich vor. Wer nach diesem Kurs seine Qualifikation mit aktuellen Microsoft-Zertifizierungen ergänzen möchte, kann auf dem hier erworbenen Windows-Server-Wissen direkt aufbauen: AZ-800 und AZ-801 für hybride Windows-Server-Umgebungen, MD-102 für Modern Desktop Management oder weitere Microsoft-Zertifizierungen im Azure-Bereich setzen exakt dort an, wo dieser Kurs endet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich nach diesem Kurs noch eine MCSE-Prüfung ablegen?
Nein. Die klassischen MCSE-Prüfungen der 70-xxx-Reihe wurden von Microsoft eingestellt und können nicht mehr abgelegt werden. Der Kurs vermittelt das technische Windows-Server-Wissen auf Basis des damaligen MCSE-Lehrplans, das auf aktuelle Rollen wie AZ-800/AZ-801 übertragbar ist.
Welche aktuellen Microsoft-Zertifizierungen können nach diesem Kurs angestrebt werden?
Das vermittelte Windows-Server-Wissen ist eine gute Grundlage für AZ-800/AZ-801 (Windows Server Hybrid Administrator) und MD-102 (Modern Desktop Administrator). Diese Zertifizierungen sind im aktuellen rollenbasierten Microsoft-Modell verankert und spiegeln den heutigen Arbeitsmarkt besser wider.
Was behandelt das ITIL 4 Foundation-Modul?
Das Modul führt in ITIL 4 ein — das aktuelle Framework für IT Service Management. Themen sind das Service Value System, die sieben Leitprinzipien, die vier Dimensionen und Kernprozesse wie Incident, Problem und Change Management. Für die separate ITIL 4 Foundation-Prüfung können Teilnehmende einen akkreditierten Prüfungsanbieter kontaktieren.
Welche Voraussetzungen gibt es für die Teilnahme?
Grundlegende Erfahrungen mit Windows-Betriebssystemen auf Client- und Serverebene sind empfohlen. Kenntnisse in Active Directory und TCP/IP erleichtern den Einstieg in die MOC-Module erheblich. Das ITIL 4-Modul setzt keine spezifischen Vorkenntnisse voraus.
Ist Windows Server 2016 noch relevant?
Ja. Viele Unternehmen betreiben Windows-Server-2016-Infrastruktur noch aktiv. Die grundlegenden Konzepte — Active Directory, Gruppenrichtlinien, Hyper-V, RDS — sind auf neuere Windows-Server-Versionen übertragbar. Dieser Kurs schafft ein technisches Fundament, das über die spezifische Versionsnummer hinaus gültig bleibt.
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