Überblick
Netzwerke sind die Grundlage jeder IT-Infrastruktur — ohne funktionierende Netzwerkverbindungen stehen Serveranwendungen, Clouddienste und Kommunikationssysteme still. Dieser Einsteigerkurs vermittelt die konzeptionellen und technischen Grundlagen, die notwendig sind, um Netzwerke zu verstehen, in IT-Dokumentationen zu navigieren und sich beruflich in Richtung Systemadministration oder Netzwerktechnik weiterzuentwickeln. Die Inhalte decken das Spektrum von Grundbegriffen der Netzwerktechnologie über die physische und logische Netzwerkarchitektur bis hin zu den Protokollen und Standards, die das moderne Internet und lokale Unternehmensnetze prägen.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Netzwerktechnologie Der erste Block legt das konzeptionelle Fundament: Was ist ein Netzwerk, wozu dient es, und wie lassen sich verschiedene Netzwerktypen voneinander abgrenzen? Teilnehmende lernen die wichtigsten Begriffe kennen und verstehen, wie Netzwerke im Unternehmensalltag eingesetzt werden — vom einfachen Drucker-Netzwerk bis zur komplexen Unternehmensinfrastruktur.
- Definition und Zweck von Netzwerken: Ressourcenteilung, Kommunikation, Datenzugriff
- Netzwerktypen: LAN (Local Area Network), MAN (Metropolitan Area Network), WAN (Wide Area Network)
- Netzwerktopologien: Bus, Ring, Stern, Maschen — Vor- und Nachteile im Vergleich
- Physische Übertragungsmedien: Twisted-Pair-Kabel, Koaxialkabel, Glasfaser
- Netzwerkkomponenten und ihre Funktion: Hub, Switch, Router, Firewall, Access Point
- Netzwerk-Betriebsmodelle: Client-Server vs. Peer-to-Peer
Grundbegriffe der Telematik und das OSI-Referenzmodell Dieser Block führt in die Theorie der Datenübertragung ein. Das OSI-Schichtenmodell ist das konzeptionelle Rückgrat der Netzwerktechnik — wer die sieben Schichten kennt, kann Netzwerkprotokolle und Fehlermuster strukturiert einordnen. Ergänzend werden grundlegende telematische Begriffe erklärt, die in der IT-Fachsprache allgegenwärtig sind.
- Grundbegriffe der Telematik: Protokoll, Dienst, Schnittstelle, Paket
- Das OSI-Referenzmodell: die sieben Schichten von Physical bis Application
- Aufgaben und typische Protokolle je Schicht (z. B. Ethernet auf Schicht 2, IP auf Schicht 3)
- Verkapselung von Datenpaketen beim Senden und Entkapselung beim Empfangen
- Unterschied zwischen verbindungsorientierten und verbindungslosen Protokollen
- Praxisrelevanz des Schichtenmodells für Fehlersuche und Systemdokumentation
TCP/IP — Das Protokoll des Internets TCP/IP ist die Grundlage aller modernen Netzwerkkommunikation. Dieser Block erklärt, wie IP-Adressen aufgebaut sind, wie Datenpakete über Netzwerke geroutet werden und wie TCP zuverlässige Verbindungen gewährleistet. Teilnehmende lernen IPv4-Adressen lesen und verstehen, was Subnetze und Subnetzmasken bedeuten.
- IPv4-Adressen: Aufbau, Klassen und private Adressbereiche
- Subnetzmasken und grundlegende Subnetting-Konzepte
- Das TCP/IP-Schichtenmodell im Vergleich zum OSI-Modell
- TCP vs. UDP: zuverlässige Verbindung vs. schnelle Übertragung
- Wichtige Anwendungsprotokolle: HTTP, FTP, DNS, DHCP, SMTP
- Routing-Grundlagen: wie Datenpakete von Quelle zu Ziel gelangen
IEEE-Standards und WAN-Technologien Ohne standardisierte Protokolle wären interoperable Netzwerke nicht möglich. Dieser Block behandelt die wichtigsten IEEE-Standards für kabelgebundene und drahtlose Netzwerke sowie WAN-Technologien, die für die Anbindung von Unternehmensstandorten und den Internetzugang relevant sind.
- IEEE 802.3 (Ethernet): Grundlagen und aktuelle Geschwindigkeitsstandards
- IEEE 802.11 (WLAN): Standards a/b/g/n/ac/ax — Geschwindigkeit, Frequenzband, Reichweite
- WAN-Technologien im Überblick: DSL, Glasfaser, MPLS, VPN-Grundkonzept
- Verbindungsaufbau in WAN-Umgebungen: Modems, Router und Provider-Übergabepunkte
- QoS (Quality of Service): Priorisierung von Datenverkehr in Unternehmensnetzen
- Trend Netzwerkvirtualisierung: SDN-Grundgedanke kurz eingeordnet
Das Training ist auf Einstieg und Orientierung ausgerichtet: Es schafft das Vokabular und das konzeptionelle Verständnis, das notwendig ist, um IT-Dokumentationen zu lesen, mit Administratoren fachkundig zu kommunizieren und sich in weiterführende Themen wie Windows Server Administration, Linux oder Netzwerksicherheit einzuarbeiten.
Lernziele:
- Den Aufbau und Zweck von Netzwerken erklären und grundlegende Netzwerktypen unterscheiden
- Das OSI-Referenzmodell mit seinen sieben Schichten verstehen und Netzwerkprotokolle einordnen
- TCP/IP als Grundlage der Internetkommunikation kennen und IP-Adressen lesen und verstehen
- LAN-Grundlagen beherrschen: Topologien, Übertragungsmedien und typische Hardware
- IEEE-Standards für Netzwerkkommunikation benennen und ihre Bedeutung im Betrieb einordnen
- WAN-Konzepte verstehen und den Unterschied zu lokalen Netzen beschreiben
- Drahtlostechnologien (WLAN) kennen: Standards, Reichweite, Sicherheitsaspekte
- Grundlegende Netzwerkbegriffe aus der Telematik korrekt verwenden
- Netzwerkkomponenten (Router, Switch, Access Point, Hub) und ihre Funktion zuordnen
- Typische Anwendungsszenarien von Netzwerken im Unternehmensalltag beschreiben
- Den Einstieg in weiterführende Themen der Systemadministration fachlich vorbereiten
- IT-Fachsprache im Netzwerkbereich im Berufsalltag sicher anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Training richtet sich an Personen mit IT-Interesse, die bisher wenig oder keine strukturierten Netzwerkkenntnisse haben und einen fundierten Einstieg suchen. Aufbauend auf diesem Kurs empfiehlt sich eine Spezialisierung in der Systemadministration von Server-Betriebssystemen.
- IT-Quereinsteiger ohne Netzwerkgrundlagen, die sich beruflich neu orientieren
- Fachinformatiker-Anwärter und auszubildende IT-Systemkaufleute
- Helpdesk- und Support-Mitarbeiter, die Netzwerkfragen strukturierter einordnen möchten
- Bürokaufleute und technische Sachbearbeiter mit wachsendem IT-Aufgabenfeld
- Personen, die sich für weiterführende Netzwerk- oder Systemadministrations-Kurse vorbereiten
Grundkenntnisse im Umgang mit dem Internet und einem Browser werden vorausgesetzt, ebenso erweiterte Kenntnisse im Umgang mit einem Windows-PC (Dateiverwaltung, Systemeinstellungen, Installation von Programmen). Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich, Englischkenntnisse auf A2-Niveau sind hilfreich, da einige Fachbegriffe englischsprachig sind. IT-Vorkenntnisse über die genannten Grundlagen hinaus sind nicht notwendig.
Ablauf & Abschluss
Das Training findet im Combined-Learning-Format statt. Synchrone Live-Unterrichtseinheiten werden mit strukturierten Selbstlernphasen kombiniert, in denen Teilnehmende theoretische Konzepte anhand von Übungsaufgaben vertiefen. Netzwerkkonzepte werden anhand von Praxisbeispielen erklärt — typische Unternehmensszenarien, Fehlermuster und Konfigurationsaufgaben machen abstrakte Protokolllogiken greifbar. Der Kurs ist bewusst als Grundlagenkurs konzipiert: Er setzt kein Vorwissen voraus und führt Schritt für Schritt von den ersten Begriffen bis zu einem soliden Gesamtbild moderner Netzwerkarchitektur.
Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Stundenzahl wird abhängig vom Anbieter und der gewählten Kombination festgelegt. Als Grundlagenkurs ist er in der Regel kürzer als weiterführende Zertifizierungskurse und bildet typischerweise den Einstieg in eine längere IT-Qualifizierungsstrecke.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Es handelt sich um kein Herstellerzertifikat und keine staatlich anerkannte Prüfung. Das Zertifikat dokumentiert den Erwerb grundlegender Netzwerkkenntnisse und kann bei weiterführenden IT-Kursen als Nachweis von Vorkenntnissen dienen.
Nutzen & Perspektiven
Netzwerktechnologie ist eine der wenigen IT-Grundkompetenzen, die branchenübergreifend nützlich ist — ob in der Systemadministration, im Support, in der IT-Sicherheit oder in der Entwicklung. Wer den OSI-Stack kennt und TCP/IP versteht, kann Fehlermeldungen strukturiert einordnen, Netzwerkdokumentationen lesen und in interdisziplinären IT-Teams auf Augenhöhe kommunizieren. Diese Fähigkeit ist kein Spezialwissen mehr, sondern in vielen IT-Berufen eine Grunderwartung. Der Kurs ist als Sprungbrett konzipiert: Nach dem Abschluss sind Teilnehmende gut vorbereitet für weiterführende Zertifizierungskurse wie CompTIA Network+, Microsoft Azure Fundamentals oder Administrations-Kurse für Windows Server und Linux. Die im Kurs vermittelten Konzepte tauchen in all diesen Themengebieten immer wieder auf — wer sie einmal verstanden hat, lernt weiterführende Inhalte deutlich schneller. Gleichzeitig ist dieser Kurs auch für Personen wertvoll, die nicht tief in die Netzwerkadministration einsteigen möchten, aber in IT-nahen Rollen arbeiten — zum Beispiel im Helpdesk, im technischen Vertrieb oder in der IT-Beschaffung. Das strukturierte Verständnis von Netzwerken macht den Unterschied zwischen oberflächlicher und fundierter IT-Allgemeinkompetenz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Sie sollten das Internet und einen Browser sicher bedienen und mit einem Windows-PC vertraut sein — also Dateien verwalten, Programme installieren und Systemeinstellungen aufrufen können. Deutschkenntnisse B2 sind erforderlich, Englisch A2 ist hilfreich. IT-Netzwerkkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach dem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Es handelt sich um kein Herstellerzertifikat wie CompTIA oder Cisco — der Kurs ist als Grundlagenkurs konzipiert und bereitet auf weiterführende Zertifizierungen vor.
Welche Kurse kann ich nach diesem Training besuchen?
Dieser Kurs schafft die Grundlage für weiterführende Qualifizierungen in der Systemadministration — etwa für Windows-Server-Kurse, Linux-Administration oder Netzwerksicherheit. Auch Zertifizierungskurse wie CompTIA Network+ oder Microsoft Azure Fundamentals bauen sinnvoll auf diesen Inhalten auf.
Was sind TCP/IP und das OSI-Modell, und warum sind sie wichtig?
TCP/IP ist die Protokollfamilie, auf der das gesamte Internet und die meisten Unternehmensnetzwerke basieren — sie definiert, wie Datenpakete adressiert, übertragen und empfangen werden. Das OSI-Modell ist ein konzeptionelles Schichtenmodell, das hilft, Netzwerkfunktionen strukturiert einzuordnen. Wer beides versteht, kann Netzwerkprobleme systematisch analysieren und IT-Dokumentationen sicher lesen.
Ist dieser Kurs auch für Nicht-IT-Fachleute geeignet?
Ja. Der Kurs ist als echter Einstiegskurs konzipiert und setzt kein IT-Fachwissen voraus. Er eignet sich für alle, die in IT-nahen Berufen arbeiten oder tätig werden möchten — vom Helpdesk über den technischen Vertrieb bis hin zum kaufmännischen Sachbearbeiter mit wachsendem IT-Aufgabenfeld.
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