Überblick
Netzwerke sind das Rückgrat jeder modernen IT-Infrastruktur. Wer die Grundlagen der Netzwerktechnologie solide beherrscht, verfügt über eine Schlüsselkompetenz, die in nahezu jedem IT-Beruf gefragt ist. Dieser Kurs vermittelt das gesamte Grundlagenwissen der Netzwerktechnologie — von der physischen Verkabelung und Hardware über Topologien und Protokolle bis hin zu Netzwerksicherheit, Fernzugriff und QoS — und bereitet gleichzeitig auf die externe Prüfung zum herstellerunabhängigen CompTIA-Network+-Zertifikat vor. Das CompTIA-Network+-Zertifikat gilt weltweit als verlässlicher Nachweis dafür, dass eine Fachkraft in der Lage ist, heutige Netzwerke zu administrieren, Fehler systematisch zu analysieren und Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die sich auf eine Tätigkeit in der Systemadministration oder im IT-Support spezialisieren möchten, sowie an IT-Fachkräfte, die ihre bestehenden Netzwerkkenntnisse zertifizieren lassen wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die konzeptionellen Grundlagen der Netzwerktechnologie und Telematik. Ohne ein solides Verständnis des OSI-Modells, grundlegender Netzwerkbegriffe und der physischen Infrastruktur ist eine sinnvolle Arbeit mit Netzwerken nicht möglich. Dieses Fundament ist Voraussetzung für alle weiteren Themen.
- Grundlagen der Netzwerktechnologie — Netzwerktypen, Netzwerkkomponenten
- OSI-Referenzmodell und TCP/IP-Schichtenmodell
- Grundbegriffe der Telematik — Datenpakete, Switching, Routing
- Hardware im lokalen Netzwerk — Switches, Router, Access Points, Firewalls
- Physische und logische Topologien — Stern, Bus, Ring, Mesh
- Kupfer- und Glasfaserverkabelung, Kabelkategorien und Steckertypen
Das zweite Modul behandelt Protokolle, Dienste und die Kernthemen des TCP/IP-Stacks — das eigentliche Arbeitspferd der Netzwerkverwaltung. Wer Protokolle und IP-Adressierung beherrscht, kann Netzwerke konfigurieren, debuggen und optimieren.
- IPv4-Adressierung, Subnetting und VLSM
- IPv6-Grundlagen und Adressierungskonzepte
- Wichtige Protokolle — DNS, DHCP, HTTP/S, FTP, SMTP, SNMP
- IEEE-Standards für kabelgebundene Netze (Ethernet, IEEE 802.3)
- Drahtlostechnologien — WLAN-Standards (IEEE 802.11), Frequenzbänder, Kanäle
- WAN-Technologien — DSL, MPLS, SD-WAN
Das dritte Modul widmet sich Netzwerksicherheit, Fernzugriff und Netzwerkmanagement. Sicherheit ist kein optionaler Aspekt der Netzwerkverwaltung, sondern eine Kernkompetenz, die in jedem modernen Netzwerk gefordert wird.
- Netzwerksicherheit — Firewalls, IDS/IPS, Zugriffslisten
- VPN-Technologien — IPsec, SSL/TLS, WireGuard
- Fernzugriffskonzepte — RDP, SSH, VPN-Client-Konfiguration
- Netzwerkmanagement — SNMP, Syslog, Netflow
- Überwachung und Monitoring von Netzwerken — Tools und Best Practices
- Dokumentation von Netzwerkinfrastrukturen
Das vierte Modul beschäftigt sich mit Fehlersuche, Netzeffizienz und der direkten Prüfungsvorbereitung für CompTIA Network+. Systematische Fehlersuche und Optimierung sind Kernaufgaben jeder Netzwerkverwaltungstätigkeit.
- Systematische Fehlersuche nach dem OSI-Modell — Bottom-Up und Top-Down
- Troubleshooting-Tools — ping, traceroute, nslookup, Wireshark
- QoS-Mechanismen — Priorisierung, Traffic Shaping, Bandbreitenmanagement
- Subnetting-Praxis — schnelle Berechnung für Prüfungssituationen
- CompTIA-Network+-Prüfungsformat und Aufgabentypen
- Prüfungssimulation mit Musterfragen aus dem offiziellen Lernplan
Im Praxisteil konfigurieren Teilnehmende reale und simulierte Netzwerkumgebungen und trainieren die Anwendung aller Netzwerkkonzepte im konkreten Kontext.
- Konfiguration eines WLAN-Access-Points mit korrekten Sicherheitseinstellungen
- Subnetting-Übungen mit IPv4 und IPv6
- Konfiguration von DHCP und DNS in einem lokalen Netzwerk
- Einrichtung einer Firewall-Regel für typische Sicherheitsanforderungen
- Aufbau einer VPN-Verbindung zwischen zwei Standorten
- Netzwerkanalyse mit Wireshark — Protokollmitschnitt und Auswertung
- Troubleshooting-Übungen anhand typischer Netzwerkfehlerszenarien
- QoS-Konfiguration auf einem Managed Switch
- Dokumentation eines fiktiven Netzwerks mit Topologie-Diagramm
- Prüfungssimulation CompTIA Network+ mit Zeitbeschränkung
- Besprechung und Analyse typischer Fehler in Prüfungssimulationen
- Abschlussbewertung der persönlichen Prüfungsbereitschaft
Die Kombination aus konzeptionellem Lernen, praktischen Konfigurationsübungen und gezieltem Prüfungstraining stellt sicher, dass Teilnehmende nach dem Kurs sowohl die Zertifizierungsprüfung bestehen als auch unmittelbar in einer Netzwerkadministrationsstelle tätig werden können.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können Teilnehmende die grundlegenden Konzepte der Netzwerktechnologie erklären und in der Praxis anwenden, einschließlich des OSI-Referenzmodells und des TCP/IP-Schichtenmodells. Sie kennen die wesentlichen Begriffe der Telematik und können die Bedeutung von Protokollen, Diensten und Standards für den Netzwerkbetrieb erläutern. Sie wählen geeignete Hardware-Komponenten für lokale Netzwerke aus und können deren Funktion im Netzwerkgefüge beschreiben. Sie planen und konfigurieren Netzwerktopologien — von der Sterntopologie bis zum Mesh — und wählen die passende Verbindungsart für den Einsatzzweck. Sie wenden IEEE-Standards für kabelgebundene Netze und Drahtlostechnologien korrekt an und konfigurieren WLANs nach aktuellen Sicherheitsstandards. Sie verstehen den Aufbau und die Funktion von TCP/IP, konfigurieren IP-Adressen, Subnetting und VLSM und erläutern die wichtigsten Protokolle im Anwendungsbereich. Sie setzen Sicherheitsmaßnahmen im Netzwerk um, einschließlich Firewalls, VPN, Zugriffslisten und Verschlüsselung. Sie richten Fernzugriffsverbindungen ein und kennen die gängigen Protokolle und Sicherheitsrisiken. Sie wenden Netzwerkmanagement-Werkzeuge zur Überwachung und Analyse von Netzwerken an. Sie führen eine strukturierte Fehlersuche in Netzwerken durch und lösen typische Konnektivitäts- und Performance-Probleme. Sie konfigurieren QoS-Mechanismen zur Priorisierung von Netzwerkverkehr. Sie sind auf die CompTIA-Network+-Prüfung vorbereitet und kennen den Prüfungsaufbau und die Anforderungen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-affine Personen, die eine Tätigkeit in der Netzwerk- oder Systemadministration anstreben, sowie an IT-Fachkräfte, die ihre Netzwerkkenntnisse systematisieren und mit einem international anerkannten Zertifikat belegen möchten.
- Quereinsteiger:innen in die IT mit Grundkenntnissen in Windows und Internet
- IT-Supporter und Helpdesk-Fachkräfte, die ihre Kompetenzen erweitern
- Angehende Fachinformatiker:innen Systemintegration
- Systemadministratoren, die ihre Netzwerkkenntnisse zertifizieren lassen wollen
- Personen, die eine Spezialisierung in Richtung Netzwerksicherheit anstreben
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse im Umgang mit dem Internet und dem Browser sowie erweiterte Kenntnisse im Umgang mit dem Windows-PC. Deutsch- und Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich, da Kursmaterialien zum Teil auf Englisch vorliegen und die CompTIA-Network+-Prüfung in englischer Sprache abgelegt wird. Ohne diese Sprachkenntnisse ist die Prüfungsvorbereitung stark eingeschränkt. IT-Vorkenntnisse, etwa aus einem IT-Grundlagenkurs oder praktischer Erfahrung im IT-Support, sind hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt und verbindet Präsenzunterricht mit digitalen Lerneinheiten und praktischen Konfigurationsübungen. Im Präsenzunterricht werden Konzepte erarbeitet, Konfigurationen live demonstriert und Prüfungsaufgaben gemeinsam analysiert. Online-Phasen ermöglichen die selbstgesteuerte Wiederholung und die Arbeit mit Simulationstools wie Cisco Packet Tracer oder GNS3. Lernende erhalten Zugang zu einer Lernplattform mit Lehrmaterialien, Übungsaufgaben und Prüfungssimulationen im CompTIA-Format.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. In diesem Zeitraum werden alle Prüfungsdomänen der CompTIA Network+ umfassend behandelt und durch praktische Übungen vertieft. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter; erfahrungsgemäß sind mehrere Hundert Unterrichtsstunden einzuplanen.
Der Kurs bereitet auf die externe CompTIA-Network+-Prüfung vor, die bei einem autorisierten Pearson-VUE-Prüfungszentrum abgelegt wird. Das offizielle CompTIA-Network+-Zertifikat ist international anerkannt und hat eine Gültigkeit von drei Jahren, nach denen eine Verlängerung durch Weiterbildungspunkte (CEUs) oder eine erneute Prüfung möglich ist. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Die Prüfungsgebühr ist in der Regel separat zu entrichten.
Nutzen & Perspektiven
Das CompTIA-Network+-Zertifikat ist das bekannteste herstellerunabhängige Einstiegszertifikat im Netzwerkbereich und wird von Arbeitgebern in IT-Abteilungen, Systemhäusern und Managed-Service-Providern als verlässlicher Kompetenznachweis anerkannt. Anders als herstellergebundene Zertifizierungen — etwa von Cisco oder Juniper — belegt Network+ ein breites, technologieunabhängiges Grundlagenwissen, das in heterogenen Netzwerkumgebungen unmittelbar anwendbar ist. Die Weiterbildung eröffnet Berufsperspektiven als Netzwerkadministrator:in, IT-Systemadministrator:in, Fachinformatiker:in Systemintegration oder IT-Support-Spezialist:in. In diesen Berufen ist Netzwerkwissen unverzichtbar — und wer es mit einem anerkannten Zertifikat belegen kann, verschafft sich einen messbaren Vorteil im Bewerbungsprozess. Zudem bildet Network+ die Grundlage für weiterführende Zertifizierungen wie CompTIA Security+, CompTIA CySA+ oder herstellerspezifische Qualifikationen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung über den Bildungsgutschein förderbar. Ergänzend kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das CompTIA-Network+-Zertifikat und wie wird es anerkannt?
CompTIA Network+ ist ein international anerkanntes, herstellerunabhängiges Zertifikat für Netzwerkgrundlagen. Es wird von Arbeitgebern in IT-Abteilungen, Systemhäusern und Managed-Service-Providern als verlässlicher Kompetenznachweis anerkannt und ist in vielen Stellenausschreibungen als bevorzugte Qualifikation aufgeführt.
Muss die Prüfung auf Englisch abgelegt werden?
Ja, die offizielle CompTIA-Network+-Prüfung wird bei Pearson VUE auf Englisch abgelegt. Der Kurs bereitet gezielt auf die englischsprachige Prüfungssprache vor. Deshalb sind Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme.
Wie lange ist das CompTIA-Network+-Zertifikat gültig?
Das Zertifikat ist drei Jahre gültig. Eine Verlängerung ist durch das Sammeln von Continuing Education Units (CEUs) oder durch die erneute Ablegung der Prüfung möglich. CompTIA informiert rechtzeitig über die Verlängerungsoptionen.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Bitte beraten Sie sich mit Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter.
Welche weiterführenden Zertifizierungen bauen auf Network+ auf?
Network+ bildet eine ausgezeichnete Grundlage für weiterführende Spezialisierungen wie CompTIA Security+, CompTIA CySA+ (Cybersecurity Analyst) oder herstellerspezifische Zertifizierungen wie Cisco CCNA oder Microsoft Azure Administrator (AZ-104). Wer in die Netzwerksicherheit einsteigen möchte, sollte nach Network+ direkt Security+ ins Auge fassen.
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