Überblick
Technische Angriffssimulation und rechtlich-organisatorisches Datenschutzmanagement werden in der Praxis oft getrennt behandelt — dabei bedingen sie einander. Wer Schwachstellen in Systemen findet, muss verstehen, welche Datenschutzpflichten dabei verletzt werden können. Wer Datenschutzkonzepte entwirft, braucht ein technisches Verständnis für Angriffsvektoren. Diese Weiterbildung schließt diese Lücke: Sie verbindet die Methodik des Penetration Testings mit fundiertem Wissen im Datenschutzmanagement und ergänzt beide Disziplinen durch Grundlagen zur KI-gestützten Risikoanalyse.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance Dieser Block legt das gemeinsame Fundament für beide Disziplinen. Teilnehmende lernen die wesentlichen Konzepte aus Netzwerksicherheit und Datenschutzrecht kennen und verstehen, warum deren Verknüpfung in der Praxis unverzichtbar ist.
- Netzwerksicherheit: Protokolle, Topologien, typische Angriffsflächen
- Sicherheitsbasiswissen nach CompTIA Security+: Bedrohungsmodelle, Sicherheitsarchitektur, Kryptografie
- Einführung in IAPP CIPP/E: Aufbau des europäischen Datenschutzrahmens
- DSGVO-Grundsätze: Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datensparsamkeit, Integrität
- Analyse einer Unternehmensinfrastruktur auf Schwachstellen und DSGVO-Konformität
- Zusammenspiel von technischen Schutzmaßnahmen und rechtlichen Pflichten
Ethical Hacking und Penetration Testing Angriffe simulieren, bevor Angreifer:innen es tun — dieser Block vermittelt die systematische Vorgehensweise nach der CEH-Methodik und gibt Teilnehmenden das praktische Handwerkszeug für Penetrationstests.
- Certified Ethical Hacker (CEH): Testphasen, Tools, Dokumentationsstandards
- Reconnaissance und Footprinting: Informationsgewinnung im ersten Testschritt
- Scanning, Enumeration und Schwachstellenanalyse
- Exploitation: Typische Angriffsvektoren auf Web-Applikationen, Netzwerke und Endpunkte
- Angriffsdokumentation: Befunde nachvollziehbar beschreiben und priorisieren
- Rechtliche Rahmenbedingungen bei Penetrationstests: Auftrag, Umfang, Haftung
Datenschutzmanagement und Audit Datenschutz ist keine reine Compliance-Aufgabe — er erfordert systematische Managementprozesse. Dieser Block zeigt, wie Datenschutzmanagement operativ verankert wird und wie Audits nach ISACA CISA methodisch durchgeführt werden.
- ISACA CISA: Auditprinzipien, Prüfungsschritte, Berichterstattung
- Datenschutzmanagementsysteme aufbauen und dokumentieren
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) strukturiert planen und durchführen
- Meldepflichten bei Datenpannen: Fristen, Inhalt, Zuständigkeiten nach Art. 33/34 DSGVO
- Risikobewertungen im Datenschutzkontext: Bewertungsschemata und Maßnahmenkataloge
- Datenschutzaudits mit Schwerpunkt auf technischen Schutzmaßnahmen
Integration: Security und Datenschutz als gemeinsames Konzept Sicherheitsmaßnahmen und Datenschutzanforderungen werden in der Praxis oft separat entwickelt. Dieser Block zeigt, wie beide Disziplinen zu einem kohärenten Gesamtkonzept zusammenwachsen.
- Entwicklung eines Sicherheitskonzepts mit integriertem Datenschutz
- Privacy by Design und Privacy by Default als Konstruktionsprinzipien
- Sicherheitsmaßnahmen auf datenschutzrechtliche Anforderungen prüfen
- Compliance-Checks bei der Durchführung von Penetrationstests
- Incident-Response: technische Reaktion und datenschutzrechtliche Meldepflicht als Einheit
- Kontinuierliche Verbesserung durch periodische Reviews und Audits
KI-Unterstützung für Security und Datenschutz Künstliche Intelligenz verändert sowohl die Angriffs- als auch die Verteidigungsseite der IT-Sicherheit. Dieser Block gibt einen strukturierten Überblick über relevante KI-Konzepte und deren Einsatz in Sicherheits- und Compliance-Prozessen.
- Azure AI Fundamentals (AI-900): Grundkonzepte, Dienste, Anwendungsfälle
- KI-gestützte Anomalieerkennung und Bedrohungsanalyse
- Automatisierte Compliance-Prüfungen mit KI-Werkzeugen
- Risikoanalysen auf Basis von Penetrationstest-Ergebnissen maschinell unterstützen
- Chancen und Grenzen von KI im Datenschutzmanagement
- Verantwortungsvoller KI-Einsatz unter DSGVO-Anforderungen
Praxisanwendungen im Kursalltag
- Analyse einer Beispiel-Infrastruktur auf Schwachstellen und datenschutzrechtliche Risiken
- Durchführung eines simulierten Penetrationstests auf eine Testdatenbank mit vollständiger Dokumentation
- Erstellung einer Schwachstellenanalyse mit priorisierten Handlungsempfehlungen
- Planung und Durchführung eines Datenschutz-Audits nach ISACA-Methodik
- Erarbeitung einer DSFA für einen typischen Verarbeitungsprozess
- Simulation eines Datenpannen-Meldeprozesses nach Art. 33 DSGVO
- Entwicklung eines Sicherheitskonzepts mit Privacy-by-Design-Elementen
- Fallstudie: Compliance-Check bei einem Penetrationstest-Auftrag
- KI-gestützte Risikoanalyse auf Basis vorgegebener Testdaten
- Workshop: Wie reagiert ein Unternehmen auf einen simulierten Ransomware-Angriff?
- Fallbesprechung: Welche datenschutzrechtlichen Konsequenzen hat eine SQL-Injection?
- Diskussion und Bewertung eines Incident-Response-Plans
Lernziele:
- Grundlegende Konzepte von Netzwerksicherheit und Datenschutz systematisch einordnen
- Angriffsmethoden und -tools des Ethical Hacking nach der CEH-Methodik anwenden
- Schwachstellen in IT-Systemen strukturiert analysieren, dokumentieren und kommunizieren
- Europäisches Datenschutzrecht nach DSGVO und IAPP CIPP/E-Rahmen korrekt anwenden
- Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) strukturiert durchführen
- Meldepflichten bei Datenpannen nach DSGVO fristgerecht und vollständig bearbeiten
- Datenschutzaudits nach ISACA CISA-Methodik planen und durchführen
- Sicherheitsmaßnahmen und datenschutzrechtliche Anforderungen zu einem integrierten Konzept verbinden
- Compliance-Anforderungen bei Penetrationstests berücksichtigen
- KI-Werkzeuge (Azure AI Fundamentals / AI-900) für Risikoanalysen und Compliance-Prüfungen einordnen
- Automatisierte Bedrohungsanalysen verstehen und in Sicherheitskonzepte integrieren
- Kontinuierliche Verbesserungsprozesse im Schnittfeld von Sicherheit und Datenschutz etablieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die in der IT-Sicherheit oder im Datenschutz tätig sind und ihr Kompetenzprofil an der Schnittstelle beider Disziplinen schärfen wollen. Angesprochen sind insbesondere
- IT-Sicherheitsanalyst:innen und System-Admins mit Interesse an Datenschutzfragen
- Datenschutzbeauftragte und Compliance-Fachkräfte, die technisches Angriffswissen aufbauen wollen
- IT-Auditor:innen, die beide Perspektiven in ihre Prüfungen integrieren möchten
- Security Consultants, die Kund:innen ganzheitlich beraten
- Fachkräfte aus IT-nahen Berufen mit Ambitionen in Richtung Informationssicherheit
Grundkenntnisse in Netzwerksicherheit und IT-Infrastruktur sind empfehlenswert. Idealerweise haben Teilnehmende bereits erste Berührungspunkte mit Sicherheitsthemen oder Datenschutzfragen in ihrer beruflichen Praxis gesammelt. Erfahrung mit Linux-Kommandozeile oder gängigen Netzwerkprotokollen ist hilfreich, aber nicht formal vorausgesetzt. Grundlegende IT-Affinität und analytisches Denkvermögen sind wichtiger als spezifische Vorkenntnisse.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet stark mit szenariobasiertem Lernen: Angriffssimulationen, Audit-Übungen und DSFA-Fallstudien sind integraler Bestandteil, keine optionalen Extras. Combined Learning verbindet präsente Begleitung mit Phasen eigenständiger Anwendung. Die Dokumentationsanforderungen im Kurs spiegeln reale Berufsstandards wider.
Der Kurs wird als Vollzeitlehrgang sowie in Teilzeitvarianten angeboten. Aktuelle Termine und Laufzeiten sind beim Anbieter erhältlich.
Der Kurs bereitet auf die Zertifizierungsprüfungen CEH (EC-Council), CompTIA Security+, IAPP CIPP/E und ISACA CISA vor — die Prüfungen werden extern bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen abgelegt. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszertifikat als Nachweis der absolvierten Weiterbildung. AI-900 (Azure AI Fundamentals) ist als ergänzendes Modul integriert.
Nutzen & Perspektiven
Sicherheitsverantwortliche, die nur technisch denken, übersehen die rechtlichen Konsequenzen von Angriffen. Datenschutzbeauftragte, die nur juristisch argumentieren, können technische Risiken nicht realistisch einschätzen. Dieser Kurs überbrückt genau diese Lücke und schafft ein Kompetenzprofil, das am Markt ausgesprochen selten ist. Die Nachfrage nach Fachkräften, die Penetrationstests und Datenschutzmanagement integriert beherrschen, wächst mit jeder neuen DSGVO-Entscheidung und jedem aufsehenerregenden Datenleck. Unternehmen, Behörden und Beratungsfirmen suchen genau diese Profile. Darüber hinaus antizipiert der Kurs eine Entwicklung, die in der Branche bereits spürbar ist: KI-Werkzeuge verändern die Bedrohungslandschaft und eröffnen gleichzeitig neue Möglichkeiten für automatisierte Compliance. Wer diesen Kontext kennt, agiert nicht reaktiv, sondern gestaltet die Sicherheitsarchitektur von morgen aktiv mit. Schließlich bietet der integrierte Ansatz einen klaren Vorteil gegenüber Einzelzertifizierungen: Wer CEH, CIPP/E und CISA separat vorbereitet, lernt diese Gebiete in Silos. Dieser Kurs schafft bewusst Querbezüge zwischen den Disziplinen — eine Kompetenz, die in der Praxis täglich gefragt ist, in isolierten Zertifizierungskursen aber selten vermittelt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum werden Penetration Testing und Datenschutz in einem Kurs verbunden?
Weil sie in der Praxis untrennbar sind: Ein Angriff auf ein System verletzt fast immer auch Datenschutzpflichten. Umgekehrt kann ein Datenschutzbeauftragter die technischen Risiken eines Verarbeitungsprozesses nur realistisch einschätzen, wenn er Angriffsmethoden kennt. Der Kurs vermittelt beide Perspektiven systematisch.
Welche Zertifizierungen kann ich nach dem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf CEH (EC-Council), CompTIA Security+, IAPP CIPP/E und ISACA CISA vor. Diese Prüfungen werden extern bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen abgelegt, nicht im Kurs selbst. AI-900 ist als ergänzendes Modul integriert.
Welche Vorkenntnisse sind erforderlich?
Grundkenntnisse in IT und Netzwerken sind hilfreich, aber keine Pflicht. Wichtiger ist analytisches Denken und die Bereitschaft, technische wie rechtliche Konzepte parallel zu erarbeiten. Erste berufliche Erfahrung im IT- oder Datenschutzumfeld erleichtert den Einstieg.
Was ist AI-900 und warum ist es im Kurs enthalten?
AI-900 (Azure AI Fundamentals) vermittelt Grundkenntnisse in KI-Diensten und deren Einsatz in der Cloud. Im Kontext dieses Kurses ist es relevant, weil KI zunehmend für automatisierte Bedrohungsanalysen und Compliance-Checks eingesetzt wird — ein Bereich, der für Security-Fachkräfte immer wichtiger wird.
Eignet sich der Kurs auch für Personen ohne technischen Hintergrund?
Der Kurs ist primär für Personen mit einem IT- oder Datenschutzhintergrund konzipiert. Rein juristisch ausgebildete Datenschutzfachkräfte können einsteigen, sollten aber eine erhöhte Lernkurve bei den technischen Modulen einplanen. Ein grundlegendes IT-Verständnis ist empfehlenswert.
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