Überblick
Diese mehrmonatige Vollzeit-Weiterbildung führt Teilnehmende von den Grundlagen der Python-Programmierung bis zur professionellen Anwendung in modernen DevOps-Umgebungen. Der Kurs deckt alle wesentlichen Aspekte der Python-Programmierung ab — von elementaren Konzepten wie Variablen, Schleifen und Funktionen über objektorientierte Programmierung bis hin zu Netzwerkprogrammierung und GUI-Entwicklung — und bereitet gezielt auf die externe Prüfung zum Certified Associate Python Programmer (PCAP) vor. Im zweiten Schwerpunkt der Weiterbildung erlernen die Teilnehmenden DevOps-Praktiken und den Einsatz von Amazon Web Services (AWS), um automatisierte, skalierbare und zuverlässige Software-Delivery-Prozesse aufzubauen. Die Kombination aus Python-Programmierkompetenz, internationalen Zertifizierungen und DevOps-Know-how öffnet Türen zu einem der gefragtesten Berufsbilder der modernen IT-Industrie.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul deckt die Python-Grundlagen ab. Von Null zur strukturierten Programmierung: In diesem Modul erlernen die Teilnehmenden vollständig und systematisch alle Basiskonstrukte der Python-Sprache, mit denen jedes Python-Programm aufgebaut ist.
- Python-Entwicklungsumgebung einrichten: Interpreter, IDE, virtuelle Umgebungen (venv)
- Grundlegende Datentypen: int, float, str, bool, und deren Typumwandlungen
- Variablen und Operatoren: arithmetische, Vergleichs-, logische und bitweise Operatoren
- Datenstrukturen: Listen, Tupel, Dictionaries und Sets erstellen und manipulieren
- Kontrollfluss: if/elif/else-Verzweigungen, while-Schleifen, for-Schleifen mit range und Iteration
- Prozeduren und Funktionen: Parameterübergabe, Standardargumente, *args, **kwargs, Rückgabewerte
Das zweite Modul vertieft objektorientierte Programmierung und fortgeschrittene Sprachkonzepte. Professionelle Python-Entwicklung basiert auf objektorientierter Architektur und den sprachspezifischen Besonderheiten von Python, die in diesem Modul systematisch trainiert werden.
- Klassen und Objekte: Klassendefinition, Instanziierung, Instanz- und Klassenattribute
- Datenkapselung: private und geschützte Attribute, Properties, Getter- und Setter-Methoden
- Vererbung: Basisklassen und abgeleitete Klassen, super(), Mehrfachvererbung und MRO
- Polymorphie: Method Overriding, Duck Typing, abstrakte Klassen mit ABC
- Dateien lesen und schreiben: Textdateien, Binärdateien, Context Manager, CSV und JSON
- Grafische Benutzeroberflächen: tkinter — Fenster, Widgets, Layout-Manager, Event-Handler
Das dritte Modul umfasst Netzwerkprogrammierung und PCAP-Prüfungsvorbereitung. Netzwerkkommunikation ist ein Kernthema in modernen Python-Anwendungen. Parallel zur Praxis wird der gesamte PCAP-Prüfungsstoff konsolidiert.
- Netzwerkprogrammierung mit Sockets: TCP- und UDP-Verbindungen aufbauen und verwalten
- Client-Server-Anwendungen entwickeln: Protokolldesign, Serialisierung, Fehlerbehandlung
- HTTP-Kommunikation mit der requests-Bibliothek und REST-APIs ansprechen
- Ausnahmebehandlung (Exceptions): try/except/finally, eigene Ausnahmen definieren
- Module und Pakete: eigene Pakete erstellen, __init__.py, relative Importe
- PCAP-Prüfungssimulationen: Musteraufgaben, Zeitmanagement, Prüfungsstrategie
Das vierte Modul widmet sich DevOps-Praktiken und AWS-Cloud-Diensten. Moderne Softwareentwicklung ohne DevOps ist heute kaum denkbar. In diesem Modul erlernen die Teilnehmenden, wie sie Entwicklungs- und Betriebsprozesse mit AWS-Werkzeugen automatisieren und standardisieren.
- DevOps-Kultur und -Prinzipien: Zusammenarbeit, Automatisierung, kontinuierliche Verbesserung
- Versionskontrolle mit Git: Branches, Merging, Pull Requests, Git-Workflow für Teams
- Continuous Integration mit AWS CodeBuild und GitHub Actions: Builds, Tests, Artefakte
- Continuous Delivery und Deployment mit AWS CodeDeploy und AWS CodePipeline
- Infrastructure as Code mit AWS CloudFormation oder Terraform: Grundlagen und Anwendung
- Containerisierung mit Docker: Images erstellen, Container betreiben, Docker Compose
Das fünfte Modul behandelt AWS-Kernservices, Monitoring und Logging. Eine stabile und beobachtbare Infrastruktur ist das Fundament zuverlässiger Software-Delivery. Die Teilnehmenden lernen, AWS-Dienste produktiv einzusetzen und ihre Anwendungen umfassend zu überwachen.
- AWS-Kernservices: EC2, S3, IAM, VPC, Lambda und RDS
- Container-Orchestrierung auf AWS: Amazon ECS und grundlegende EKS-Konzepte
- Logging mit AWS CloudWatch Logs: Log-Gruppen, Log-Streams, Metriken-Filter
- Monitoring und Alarme mit CloudWatch: Dashboards, Alarme, SNS-Benachrichtigungen
- AWS-Sicherheitsgrundlagen: IAM-Rollen und Policies, Security Groups, VPC-Design
- Kostenoptimierung in AWS: Reserved Instances, Spot-Instances, Budgets und Alerts
Im abschließenden Praxisblock integrieren die Teilnehmenden alle Kenntnisse in realen Projekten und bereiten sich gezielt auf beide Zertifizierungsprüfungen vor.
- Python-Applikation mit objektorientiertem Design, Unit-Tests und Dokumentation aufbauen
- REST-API-Backend mit Python und Flask oder FastAPI entwickeln und lokal testen
- CI/CD-Pipeline für ein Python-Projekt mit AWS CodePipeline vollständig einrichten
- Containerisierte Python-Anwendung mit Docker bauen und auf AWS ECS deployen
- Monitoring-Dashboard in CloudWatch für eine AWS-Anwendung aufsetzen
- Infrastruktur für ein Python-Dienst mit CloudFormation oder Terraform als Code beschreiben
- Sicherheitsreview der eigenen Anwendung und Infrastruktur durchführen
- PCAP-Prüfungssimulationen mit Zeitdruck und anschließender Auswertung
- AWS-Prüfungssimulationen zu Cloud-Konzepten, Services und DevOps-Szenarien
- Bewerbungsunterlagen für DevOps- und Python-Entwicklerstellen vorbereiten
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung sind die Teilnehmenden in der Lage, folgende Kompetenzen anzuwenden.
- Python-Programme von Grund auf zu strukturieren, zu schreiben und zu testen
- Objektorientierte Programmierkonzepte — Klassen, Vererbung, Polymorphie, Kapselung — in Python professionell einzusetzen
- Dateien und Datenströme in Python zu lesen, zu schreiben und zu verarbeiten
- Grafische Benutzeroberflächen für Python-Anwendungen zu entwickeln
- Netzwerkprogrammierung und Client-Server-Kommunikation in Python umzusetzen
- Die PCAP-Prüfung erfolgreich zu absolvieren und ihr Zertifikat zu erlangen
- DevOps-Prinzipien und -Kulturen zu verstehen und im Team anzuwenden
- Continuous Integration (CI) und Continuous Delivery (CD) mit DevOps-Tools einzurichten
- AWS-Cloud-Dienste für Compute, Storage und Netzwerk zu konfigurieren und zu betreiben
- Container-Technologien für Python-Anwendungen einzusetzen
- Monitoring- und Logging-Systeme in Cloud-Umgebungen aufzubauen
- Softwareprojekte mit DevOps-Methoden effizienter und robuster zu machen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die in die professionelle Python-Entwicklung einsteigen und DevOps-Kompetenzen aufbauen möchten — sowohl als Fundament für eine neue Berufsrolle als auch als Erweiterung bestehender IT-Kenntnisse.
- Personen mit ersten Erfahrungen in der Softwareentwicklung, die Python strukturiert erlernen und zertifizieren möchten
- IT-Fachkräfte aus Systemadministration, Netzwerktechnik oder IT-Support, die in die Entwicklung und DevOps wechseln möchten
- Softwareentwickler aus anderen Sprachen (Java, C#, PHP), die Python als primäre DevOps-Sprache hinzufügen möchten
- Quereinsteiger mit soliden IT-Grundkenntnissen und Erfahrung in Softwareentwicklung oder Datenbankarbeit
- Berufstätige mit Bildungsgutschein, die eine vollständig geförderte IT-Qualifizierung suchen
Vorausgesetzt werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie gute Englischkenntnisse, da Tools, Dokumentationen und Prüfungsunterlagen teils auf Englisch verfasst sind. Technisch sind eine hohe IT-Affinität, erweiterte PC-Kenntnisse und der sichere Umgang mit Windows und der Ordner- und Dateistruktur erforderlich. Darüber hinaus werden gute Kenntnisse in den Grundlagen der Softwareentwicklung, in objektorientierter Programmierung und in der Datenbanksprache SQL erwartet. Python-Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung, da der Kurs bei den absoluten Grundlagen beginnt — wohl aber ein Verständnis dafür, wie Software generell strukturiert und entwickelt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt, das heißt synchrone Online-Livesessions wechseln mit eigengesteuerten Selbstlernphasen und betreuten Laborübungen ab. In den Livesessions programmieren Lehrende live in Python und DevOps-Tools, erklären Konzepte im direkten Codekontext und gehen auf Fragen der Teilnehmenden ein. In den Selbstlernphasen bearbeiten die Teilnehmenden Programmieraufgaben, experimentieren in AWS-Sandbox-Umgebungen und vertiefen den Stoff durch Tutorials und Lektüre. Der hohe Praxisanteil stellt sicher, dass Teilnehmende am Ende des Kurses nicht nur Theorie kennen, sondern eigenständig Python-Projekte mit DevOps-Prozessen aufbauen und betreiben können.
Die Weiterbildung dauert mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr und wird in Vollzeit absolviert. Dieser Zeitraum ist notwendig, um zwei umfangreiche Themenbereiche — Python-Programmierung mit PCAP-Zertifizierung und AWS-DevOps — gründlich zu vermitteln und praktisch zu festigen. Die Vollzeitstruktur ermöglicht es, täglich an Programmierprojekten zu arbeiten und die kontinuierliche Kompetenzentwicklung, die das Programmierenlernen erfordert, optimal zu unterstützen.
Nach erfolgreichem Kursabschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf zwei externe Prüfungen vor: die PCAP-Prüfung (Certified Associate Python Programmer) des Python Institute sowie eine AWS-Zertifizierungsprüfung. Beide externen Zertifizierungen werden nach bestandener Prüfung verliehen und sind international anerkannt. Die Prüfungsgebühren werden separat entrichtet.
Nutzen & Perspektiven
DevOps-Engineers und Python-Entwickler gehören zu den am stärksten gesuchten IT-Fachkräften auf dem deutschen und europäischen Arbeitsmarkt. Unternehmen aller Branchen investieren massiv in Cloud-Infrastruktur und automatisierte Software-Delivery-Prozesse — und suchen dafür Fachkräfte, die sowohl programmieren als auch DevOps-Tools professionell einsetzen können. Die Kombination aus PCAP und AWS-Zertifizierung dokumentiert in Bewerbungen nachprüfbar, dass Absolventen dieses Kurses genau über diese gefragten Doppelkompetenzen verfügen. Der Mehrwert der Weiterbildung liegt nicht nur in den Zertifikaten, sondern auch in den realen Projekten, die während des Kurses entstehen. Eine funktionierende CI/CD-Pipeline auf AWS, eine containerisierte Python-Anwendung und ein Monitoring-Dashboard sind konkrete Arbeitsproben, die im Vorstellungsgespräch präsentiert werden können und die theoretisches Wissen mit praktischer Handlungskompetenz belegen. Bei AZAV-zugelassenen Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Ergänzend kommen je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz für Berufstätige, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsfördermaßnahmen oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung bei der zuständigen Behörde vor Kursbeginn ist empfehlenswert, um alle möglichen Förderwege zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits Python kennen, bevor ich den Kurs beginne?
Python-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich — der Kurs beginnt bei den absoluten Grundlagen der Sprache. Vorausgesetzt werden jedoch gute Kenntnisse in den Grundlagen der Softwareentwicklung, objektorientierter Programmierung (in einer beliebigen Sprache) und SQL. Wer bereits in einer anderen Sprache entwickelt hat, wird Python-Grundlagen schneller verinnerlichten als absolute Programmieranfänger.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und dem Python-ML/AI-Kurs?
Dieser Kurs fokussiert auf DevOps-Praktiken, CI/CD-Automatisierung, Containerisierung und den Betrieb von Anwendungen auf AWS. Der Python-ML/AI-Kurs legt dagegen den Schwerpunkt auf Machine Learning, Data Science, Deep Learning und KI-Modellentwicklung. Beide Kurse umfassen Python und AWS, unterscheiden sich aber grundlegend in der fachlichen Ausrichtung.
Welche AWS-Zertifizierung wird in diesem Kurs vorbereitet?
Der Kurs bereitet auf eine AWS-Zertifizierungsprüfung vor; die genaue Prüfung (etwa AWS Certified Developer Associate oder AWS Certified DevOps Engineer) hängt vom jeweiligen Bildungsträger und Kursplan ab. Zusätzlich erfolgt die Vorbereitung auf die PCAP-Prüfung (Certified Associate Python Programmer) des Python Institute. Genaue Informationen erteilt der jeweilige Träger.
Kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein finanziert werden?
Bei AZAV-zugelassenen Trägern ist die Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Ergänzend kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung bei der zuständigen Behörde klärt die individuell verfügbaren Förderwege.
Welche Berufsmöglichkeiten eröffnet der Kursabschluss?
Absolventen qualifizieren sich für Positionen als Python-Entwickler, DevOps-Engineer, Cloud-Engineer oder Site-Reliability-Engineer in Unternehmen, die ihre Software-Delivery auf AWS automatisieren. Mit PCAP und AWS-Zertifikat sind sie für diese Rollen formal nachprüfbar qualifiziert und können im Vorstellungsgespräch reale Projekte als Portfolioarbeitsproben vorlegen.
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