Überblick
Diese zwölfmonatige Vollqualifikation richtet sich an Quereinsteiger, die den Weg in die IT-Systemadministration und IT-Sicherheit einschlagen wollen. In vier aufeinander aufbauenden Abschnitten wird das gesamte Spektrum abgedeckt, das Unternehmen von einer qualifizierten IT-Sicherheitsfachkraft erwarten: solide Netzwerk- und Systemadministration, praxisorientierte Cyber-Security-Kompetenzen von der Angreifer- wie von der Verteidiger-Seite sowie die drei in der Branche anerkannten Abschlusszertifikate – BSI IT-Grundschutz Praktiker, IHK-Datenschutzbeauftragter und CompTIA Network+. Berufliche Vorerfahrung im IT-Bereich ist ausdrücklich keine Voraussetzung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen der Systemadministration und Cyber-Sicherheit Der erste Kursabschnitt schafft das technische Fundament ohne Vorkenntnisvoraussetzung. Betriebssysteme, Netzwerke und erste Sicherheitsprinzipien werden von Grund auf erklärt und in Laborübungen vertieft.
- Betriebssysteme Windows Server und Linux im Vergleich: Installation, Konfiguration, Benutzerverwaltung
- System- und Netzwerkadministration: IP-Adressierung, Routing, DNS, DHCP
- Netzwerktopologien und Protokollschichten (OSI-Modell, TCP/IP-Stack)
- Grundlagen der Anwendungssicherheit: sichere Softwareinstallation, Patchmanagement
- Hardwaresicherheit: BIOS/UEFI-Einstellungen, Festplattenverschlüsselung, sichere Entsorgung
- Social Engineering – Phishing, Vishing, Pretexting: Erkennungsmerkmale und Abwehrmaßnahmen
- Erste Laborübungen: Netzwerkkonfiguration und Benutzerrechtevergabe in simulierter Umgebung
Modul 2 – Cyber Security für Anwender und Organisationen: CompTIA Network+ und BSI IT-Grundschutz Das zweite Modul führt in die strukturierten Rahmenwerke ein, auf denen die Zertifizierungen basieren. Die Lerninhalte werden direkt auf die Abschlussprüfungen ausgerichtet, ohne dabei die praktische Anwendbarkeit aus den Augen zu verlieren.
- Cyber Security in Netzwerken: Firewalls, IDS/IPS, VPN und sichere Netzwerksegmentierung
- Cyber Security in Betriebssystemen: Härtung, Gruppenrichtlinien, Logging und Monitoring
- Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen: Notfallplanung, Business Continuity, Backup-Konzepte
- Grundlagen der Programmierung: Skripte für Systemadministration (Bash, PowerShell)
- CompTIA Network+ Curriculum: Netzwerkarchitektur, Troubleshooting, Drahtlosnetzwerke, Cloud-Grundlagen
- BSI IT-Grundschutz Praktiker: Bausteine des IT-Grundschutz-Kompendiums, Schutzbedarfsfeststellung, Risikoanalyse
- Sicherheitskonzepterstellung nach BSI-Methodik und Vorbereitung auf die BSI-Prüfung
Modul 3 – Cyber Security für Fortgeschrittene: Datenschutz, Blue Teaming und Red Teaming Im dritten Abschnitt rücken erweiterte Angriffs- und Abwehrtechniken in den Mittelpunkt. Gleichzeitig wird die rechtliche Dimension von IT-Sicherheit durch den IHK-Datenschutzbeauftragten abgedeckt.
- IHK-Zertifizierung zum Datenschutzbeauftragten: DSGVO-Grundlagen, Rechte der Betroffenen, Meldepflichten, Datenschutz-Management-System
- Blue Teaming – defensive Sicherheitsmaßnahmen: Security Information and Event Management (SIEM), Incident Response, Forensik-Grundlagen
- Red Teaming – offensive Sicherheitstests: Penetrationstestmethodik, Schwachstellenscanner, Exploit-Grundlagen
- Ethical Hacking: Rechtsrahmen, Scope-Definition, Reporting und Verantwortung
- Praxislabore: Capture-the-Flag-Übungen, Schwachstellenanalyse in isolierten Testumgebungen
- Zusammenführung von Blue- und Red-Teaming-Perspektive zu ganzheitlichen Sicherheitsstrategien
Modul 4 – Abschlussprojekt und Arbeitsmarkttransfer Das abschließende Modul überführt das gesamte Kurswissen in ein zusammenhängendes Abschlussprojekt und bereitet auf den Berufseinstieg vor.
- Praxisbezogenes Abschlussprojekt: Sicherheitskonzept für ein fiktives Unternehmen inklusive Netzwerkplanung, BSI-Schutzbedarfsanalyse und Datenschutzmaßnahmen
- Abschlussprüfung zum Nachweis der erworbenen Qualifikation
- Betriebliches Eingliederungsmanagement und Unterstützung beim Brancheneinstieg
Der Ablauf aller vier Module ist so gestaltet, dass die branchenrelevanten Zertifizierungen (BSI IT-Grundschutz Praktiker, IHK-Datenschutzbeauftragter, CompTIA Network+) inhaltlich vollständig vorbereitet werden. Die Zertifikate werden im Rahmen des Kurses erworben und sind lebenslang gültig.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Qualifizierung sind die Absolventinnen und Absolventen zu Folgendem in der Lage.
- System- und Netzwerkinfrastrukturen aufbauen, konfigurieren und administrieren
- Sicherheitskonzepte für IT-Netzwerke, Betriebssysteme und Anwendungen entwickeln
- Angriffsvektoren aus der Praxis verstehen und wirksame Gegenmaßnahmen ableiten
- Social-Engineering-Angriffe erkennen und Mitarbeitende dafür sensibilisieren
- Das BSI IT-Grundschutz-Kompendium in der betrieblichen Praxis anwenden
- Schutzbedarfsanalysen und IT-Sicherheitskonzepte nach BSI-Methodik erstellen
- Datenschutzanforderungen nach DSGVO und BDSG in der Organisation umsetzen
- Als betrieblicher Datenschutzbeauftragter handlungsfähig agieren
- TCP/IP-Netzwerke konfigurieren und mit Network+-Kompetenz dokumentieren
- Blue-Teaming-Maßnahmen (Abwehr) und Red-Teaming-Methoden (Angriff) einsetzen
- Ethical-Hacking-Techniken verantwortungsvoll und im rechtlichen Rahmen anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Qualifizierung richtet sich primär an Personen ohne IT-Vorerfahrung, die den Berufswechsel in die IT-Sicherheit und Systemadministration anstreben.
- Quereinsteiger aus beliebigen Berufsfeldern mit grundlegendem IT-Interesse
- Personen mit Deutschkenntnissen mindestens auf B1-Niveau
- Absolventinnen und Absolventen von IT-Vorschaltmaßnahmen oder Eignungstests
- Arbeitsuchende, die in einem der am stärksten wachsenden IT-Berufsfelder Fuß fassen möchten
- Technisch interessierte Berufsumsteiger, die strukturiertes Lernen einem Selbststudium vorziehen
Eine berufliche oder schulische Vorerfahrung im IT-Bereich ist ausdrücklich nicht erforderlich – dieser Kurs ist für Quereinsteiger konzipiert. Notwendig ist jedoch ein grundlegendes Interesse für Informationstechnik und IT-Sicherheit. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 sind Voraussetzung. Der Zugang zur Maßnahme erfolgt über ein trägerinternes Eignungsfeststellungsverfahren, das individuell prüft, ob die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme gegeben sind.
Ablauf & Abschluss
Die Qualifizierung wird im Hybrid-Learning-Format durchgeführt – eine Kombination aus angeleiteten Präsenz- oder Online-Lernphasen und eigenverantwortlichen Übungsabschnitten in virtuellen Laborumgebungen. Praktische Übungen in isolierten Testumgebungen bilden den Kern: Netzwerke werden konfiguriert, Angriffe simuliert und Abwehrmaßnahmen implementiert. Die Kursstruktur folgt dem natürlichen Progression der Themen – von der Administration über die Verteidigung zur Angreiferperspektive – und bereitet die Teilnehmenden in jedem Modul gezielt auf die enthaltenen Zertifizierungsprüfungen vor. Teils Vollzeit-, teils Teilzeittakte ermöglichen je nach persönlicher Situation eine flexible Einteilung.
Der Kurs ist auf zwölf Monate ausgelegt. In diesem Zeitraum werden alle vier Module vollständig absolviert, die Zertifizierungsprüfungen abgelegt und das Abschlussprojekt umgesetzt. Der Kurs kann je nach Anbieter in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden.
Der Kurs schließt mit drei branchenanerkannten Zertifikaten ab: dem BSI IT-Grundschutz Praktiker (BSI-Zertifizierung), dem IHK-Datenschutzbeauftragten (IHK-Abschluss) sowie CompTIA Network+ (herstellerneutrale IT-Zertifizierung). Zusätzlich wird ein trägerspezifisches Abschlusszeugnis als qualifizierte IT-Fachkraft für Systemadministration und IT-Sicherheit ausgestellt. Die genannten Hersteller- und Verbandszertifikate haben lebenslange Gültigkeit; ob und in welchen Abständen freiwillige Auffrischungen sinnvoll sind, teilt der jeweilige Zertifizierungsgeber mit.
Nutzen & Perspektiven
IT-Sicherheitsfachkräfte und Systemadministratoren gehören zu den meistgesuchten Berufsprofilen der deutschen Wirtschaft. Der Fachkräftemangel im Bereich Cyber Security ist struktureller Natur – Unternehmen jeder Größe suchen Personen, die ihre Netzwerke schützen, Angriffe abwehren und gesetzliche Datenschutzanforderungen umsetzen können. Wer diese zwölfmonatige Qualifizierung abschließt, bringt eine Kombination mit, die am Markt selten ist: Netzwerk-Know-how, Sicherheitsarchitektur und Datenschutzrecht aus einer Hand. Die enthaltenen Zertifizierungen – BSI IT-Grundschutz Praktiker, IHK-Datenschutzbeauftragter und CompTIA Network+ – sind keine trägerinternen Nachweise, sondern werden von unabhängigen Stellen (BSI, IHK, CompTIA) vergeben. Sie signalisieren Arbeitgebern, dass die Qualifikation nach anerkannten Standards überprüft wurde. Gerade für Quereinsteiger ohne klassische IT-Ausbildung sind diese externen Zertifikate ein entscheidender Vertrauensbeweis. Durch die Kombination von Blue Teaming und Red Teaming erhalten Absolventinnen und Absolventen eine Perspektive, die viele rein defensive oder rein offensive Kurse nicht bieten: Sie verstehen, wie Angreifer vorgehen, und wissen genau deshalb, wie Abwehrsysteme aufgebaut sein müssen. Diese Doppelperspektive ist in Security Operations Centers, IT-Abteilungen und bei spezialisierten Sicherheitsdienstleistern gleichermaßen gefragt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich ohne IT-Vorkenntnisse an diesem Kurs teilnehmen?
Ja, die Qualifizierung ist explizit für Quereinsteiger konzipiert. Fachliche IT-Vorerfahrung ist keine Voraussetzung. Der Zugang erfolgt über ein Eignungsfeststellungsverfahren, das grundlegende Eignung und Motivation prüft. Deutschkenntnisse auf B1-Niveau sind erforderlich.
Welche Zertifikate erhalte ich nach dem Kurs?
Der Kurs schließt mit drei extern vergebenen Zertifikaten ab: BSI IT-Grundschutz Praktiker (BSI), IHK-Datenschutzbeauftragter (IHK) und CompTIA Network+. Zusätzlich wird ein trägerspezifisches Abschlusszeugnis ausgestellt. Alle Zertifikate sind lebenslang gültig.
Was bedeutet Hybrid Learning in diesem Kontext?
Hybrid Learning kombiniert angeleitete Online- oder Präsenzphasen mit eigenverantwortlichen Lern- und Übungszeiten. Praktische Laborübungen in virtuellen Testumgebungen wechseln sich mit theoretischen Einheiten ab. Je nach persönlicher Situation können Vollzeit- oder Teilzeittakte genutzt werden.
Was unterscheidet Blue Teaming von Red Teaming?
Blue Teaming bezeichnet die defensive Seite der IT-Sicherheit: Angriffe erkennen, Systeme schützen, Incidents reagieren. Red Teaming beschreibt die offensive Perspektive: Schwachstellen aktiv suchen, Penetrationstests durchführen und Sicherheitslücken aus Angreifersicht aufdecken. Dieser Kurs lehrt beide Seiten, weil erst das Zusammenspiel robuste Sicherheitsstrategien ermöglicht.
Wie lange dauert die Qualifizierung und in welchem Format findet sie statt?
Die Qualifizierung ist auf 12 Monate ausgelegt und umfasst vier aufeinander aufbauende Module. Sie wird im Hybrid-Learning-Format angeboten, teils in Vollzeit, teils in Teilzeit. Die genaue Zeitplanung teilt der Bildungsträger bei der Anmeldung mit.
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