Überblick
Dieser Lehrgang führt Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus der IT-Praxis in drei aufeinander aufbauenden Stufen vom soliden Fundament der Netzwerktechnik über die Azure-Administration bis hin zur Architektur komplexer Cloud-Lösungen. Wer bereits Erfahrung im Umgang mit Computern und Netzwerken mitbringt, aber bisher keine formale Cloud-Qualifikation besitzt, erhält hier den strukturierten Weg zur international anerkannten Doppel-Zertifizierung: Microsoft Certified Azure Administrator Associate (AZ-104) und Microsoft Certified Azure Solutions Architect Expert (AZ-305). Die Lehrgangsform Combined Learning verbindet angeleitetes Lernen im Lerncenter mit selbstgesteuerter Vertiefung und erlaubt so ein hohes Lerntempo bei gleichzeitiger inhaltlicher Tiefe.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Lehrgangsabschnitt legt das netzwerktechnische Fundament, ohne das Cloud-Administration nicht verständlich ist. Teilnehmende erarbeiten sich die physischen und logischen Grundlagen, lernen Topologien zu unterscheiden und verstehen, wie Geräte innerhalb und zwischen Netzwerken kommunizieren.
- Grundlagen der Netzwerktechnik und Telematik
- Netzwerktopologien: Bus, Ring, Stern, Mesh
- Verbindungsaufbau: OSI-Modell und Protokollschichten
- TCP/IP: Adressierung, Subnetting, CIDR-Notation
- Routing-Grundlagen und Switching-Konzepte
- Praktische Netzwerkdiagnose mit gängigen Tools
Der zweite Abschnitt widmet sich vollständig dem Azure Administrator. Hier lernen Teilnehmende, eine produktive Azure-Umgebung aufzubauen, zu betreiben und zu überwachen. Die Inhalte decken alle wesentlichen Prüfungsthemen für das AZ-104-Examen ab.
- Azure-Portal, CLI und PowerShell als Verwaltungswerkzeuge
- Azure Virtual Machines: Bereitstellung, Größenklassen, Availability Sets und Scale Sets
- Storage Accounts: Blob, File, Queue und Table Storage im Vergleich
- Virtual Networking: VNets, Subnets, Network Security Groups
- Azure Monitor: Metriken, Alerts und Log Analytics Workspaces
- Data Protection: Azure Backup, Site Recovery und Soft Delete
Der dritte Abschnitt bereitet auf die AZ-305-Prüfung vor und vermittelt das Denken in Architekturen statt in Einzeldiensten. Komplexe Anforderungen werden in belastbare, skalierbare und kosteneffiziente Blaupausen übersetzt.
- Entwerfen von Datenspeicherlösungen: relationale und nicht-relationale Dienste
- Identifizierung und Behebung von Sicherheitsschwachstellen in bestehenden Architekturen
- Entwerfen von Infrastrukturlösungen: Compute, Netzwerk und Landing Zones
- Governance and Compliance: Azure Policy, Initiativen und Verwaltungsgruppen
- Prüfungsvorbereitung mit Übungsszenarien und Simulationen
Praxiseinheiten und Labore begleiten den gesamten Lehrgang. In den Übungsumgebungen arbeiten Teilnehmende an praxisnahen Aufgabenstellungen, die den Prüfungsanforderungen entsprechen. Typische Laboraufgaben umfassen folgende Szenarien.
- Einrichten eines mehrstufigen virtuellen Netzwerks mit Peering und VPN Gateway
- Absichern einer Azure-Umgebung mit Network Security Groups und Firewall-Regeln
- Konfigurieren von Azure AD Connect und Entra ID-Benutzerkonten
- Automatisieren von Deployments mit ARM-Templates und Bicep
- Implementieren eines Monitoring-Dashboards mit Azure Monitor und Alerts
- Einrichten von Azure Backup und Testen eines Wiederherstellungsszenarios
- Skalieren einer Webanwendung über Virtual Machine Scale Sets
- Planen einer Migrationsstrategie für On-Premises-Workloads nach Azure
- Erstellen und Zuweisen von Azure Policy-Definitionen und Initiativen
- Entwerfen einer Hochverfügbarkeitsarchitektur mit Availability Zones
- Durchführen einer Sicherheitsüberprüfung mit Microsoft Defender for Cloud
- Simulieren des AZ-104-Prüfungsformats unter realistischen Bedingungen
Die abschließenden Prüfungsvorbereitungseinheiten fokussieren sich auf häufige Prüfungsszenarien, typische Stolperfallen und die richtige Interpretation der Aufgabenstellungen. Teilnehmende üben unter Zeitdruck und erhalten strukturiertes Feedback zu ihren Antworten, um ihre Leistung gezielt zu verbessern.
Lernziele:
- Grundprinzipien der Netzwerktechnik, Topologien und Protokollstapel sicher erklären und anwenden
- TCP/IP-Kommunikation, Adressierung und Subnetting in praktischen Szenarien einsetzen
- Azure-Dienste implementieren, überwachen und warten sowie Ressourcengruppen und Abonnements verwalten
- Virtuelle Maschinen und Storage Accounts konfigurieren, skalieren und absichern
- Virtuelle Netzwerke, VNet-Peering, VPN Gateways und Azure DNS einrichten
- Azure Monitor, Log Analytics und Data Protection-Strategien implementieren
- Netzwerkverkehr über Load Balancer, Application Gateway und Traffic Manager steuern
- Identitäten über Microsoft Entra ID verwalten und Conditional Access sowie MFA konfigurieren
- Governance-Strukturen über Azure Policy, Blueprints und Role-Based Access Control entwerfen
- Datenspeicherlösungen architektonisch planen und Anforderungen an Skalierbarkeit sowie Redundanz abwägen
- Infrastrukturlösungen entwerfen, die Hochverfügbarkeit, Notfallwiederherstellung und Kostenkontrolle vereinen
- Schwachstellen in Cloud-Umgebungen identifizieren und durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen beheben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an IT-erfahrene Personen, die bisher ohne Cloud-Zertifizierung gearbeitet haben und nun einen strukturierten Aufstieg in den Azure-Bereich anstreben. Besonders geeignet ist er für folgende Personengruppen.
- Systemadministratorinnen und -administratoren mit On-Premises-Erfahrung, die in die Cloud wechseln möchten
- Netzwerktechnikerinnen und -techniker, die ihre Kenntnisse auf Cloud-Infrastrukturen ausweiten wollen
- IT-Fachleute ohne formale Cloud-Ausbildung, die international anerkannte Zertifikate anstreben
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit nachgewiesener IT-Affinität und Erfahrung im PC-Umfeld
- Berufsrückkehrende aus der IT-Branche, die sich auf dem aktuellen Stand des Cloud-Computing qualifizieren möchten
Teilnehmende müssen über sichere Kenntnisse im Umgang mit PC-Systemen sowie ein fundiertes Verständnis der Grundlagen von Netzwerktechnik verfügen. Formale Abschlüsse wie eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration oder ein Informatikstudium sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, wenn die praktische Erfahrung vorhanden ist. Deutschkenntnisse auf mindestens dem Niveau A2 werden vorausgesetzt; für eine aktive Teilnahme im Lerncenter ist jedoch B2 empfehlenswert, da Lernende dem Unterricht nicht nur folgen, sondern auch aktiv diskutieren sollen. Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 sind zwingend notwendig, da alle Microsoft-Dokumentationen, Übungsumgebungen und Zertifizierungsprüfungen ausschließlich auf Englisch verfügbar sind.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang wird im Combined-Learning-Format durchgeführt und verbindet präsenznahe Elemente im Lerncenter mit selbstgesteuertem Lernen über digitale Plattformen. Praktische Laborübungen in Azure-Testumgebungen stehen im Mittelpunkt, damit Teilnehmende das Erlernte unmittelbar anwenden und festigen. Lerngruppen und Peer-Learning fördern den Austausch und helfen dabei, unterschiedliche Lösungsansätze zu verstehen. Die Kursleitung begleitet den Lernfortschritt individuell und bereitet gezielt auf die Microsoft-Prüfungsformate vor.
Der Lehrgang wird in Vollzeit absolviert und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Der genaue Starttermin und die Laufzeit variieren je nach Anbieter und Standort. Teilnehmende sollten ausreichend Zeit für die eigenständige Nachbereitung und Prüfungsvorbereitung einplanen, da die Microsoft-Zertifizierungsprüfungen (AZ-104 und AZ-305) separat abgelegt werden.
Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Die international anerkannten Microsoft-Zertifikate werden nach bestandenen Prüfungen vergeben: Microsoft Certified Azure Administrator Associate (Prüfung AZ-104) und Microsoft Certified Azure Solutions Architect Expert (Prüfung AZ-305). Beide Zertifikate sind weltweit anerkannt und gelten als Branchenstandard für Cloud-Fachkräfte in Unternehmen jeder Größenordnung.
Nutzen & Perspektiven
Der Einstieg in Microsoft Azure mit einer durchgängigen Lernreise vom Netzwerk-Fundament bis zur Architektur-Expertise bietet einen klaren beruflichen Aufstiegspfad, der auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt ist. Cloud-Administratorinnen und -Administratoren mit AZ-104-Zertifikat sowie Solutions Architects mit AZ-305 gehören zu den gefragtesten IT-Fachkräften, da Unternehmen aller Branchen ihre Infrastruktur zunehmend in die Azure-Cloud verlagern. Die Kombination aus Netzwerkgrundlagen und Cloud-Architektur ermöglicht es, Anforderungen ganzheitlich zu verstehen und nicht nur Einzeldienste zu konfigurieren, sondern vollständige Lösungen zu entwerfen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Kostenträger klärt, welche Fördermöglichkeit am besten passt. Wer diese Weiterbildung abschließt, kann in Unternehmen als zentraler Ansprechpartner für Cloud-Infrastrukturen agieren, Architekturentscheidungen mitgestalten und gleichzeitig den operativen Betrieb verantworten. Die erworbene Doppel-Zertifizierung dokumentiert sowohl technische Tiefe als auch strategische Planungskompetenz und öffnet damit Türen zu verantwortungsvollen Positionen in IT-Abteilungen, Beratungsunternehmen und Managed-Service-Providern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate kann ich nach dem Lehrgang erlangen?
Nach bestandenen Microsoft-Prüfungen erhalten Sie das Zertifikat Azure Administrator Associate (AZ-104) sowie das Zertifikat Azure Solutions Architect Expert (AZ-305). Zusätzlich erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers.
Sind Netzwerkkenntnisse zwingend erforderlich?
Ja. Der Lehrgang setzt Expertenkenntnisse in der Netzwerktechnik und im Umgang mit PC-Systemen voraus. Eine formale Ausbildung wie Fachinformatiker für Systemintegration ist von Vorteil, aber nicht zwingend, wenn praktische Erfahrung vorhanden ist.
Welche Englischkenntnisse werden benötigt?
Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 sind zwingend erforderlich, da Microsoft-Dokumentationen, Übungsumgebungen und alle Zertifizierungsprüfungen ausschließlich in englischer Sprache verfügbar sind.
Kann diese Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Lehrgang in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Der Lehrgang wird in Vollzeit absolviert und dauert mehr als einen bis zu drei Monaten. Der genaue Zeitraum variiert je nach Anbieter und Standort.
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