Überblick
Dieser Kurs ist ein umfassender Qualifizierungspfad für Personen, die in die Netzwerk- und Cloud-Administration einsteigen oder ihre vorhandenen IT-Kenntnisse durch international anerkannte Zertifizierungen formal absichern möchten. In vier aufeinander aufbauenden Stufen werden die Teilnehmenden von den Grundlagen der Netzwerktechnik (CompTIA Network+) über die Basics von Microsoft 365 (MS-900) und die Geräteverwaltung im modernen Endpoint Management (MD-102) bis hin zur vollständigen Administration von Microsoft 365-Umgebungen (MS-102) geführt. Jede Stufe endet mit der Vorbereitung auf eine externe Zertifizierungsprüfung. Die tatsächliche Prüfung findet bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen (CompTIA, Microsoft) statt und muss von den Teilnehmenden separat abgelegt werden. Der Kurs dauert mehr als drei bis sechs Monate in Vollzeit und wird im Blended-Learning-Format durchgeführt.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul bereitet auf die CompTIA Network+-Zertifizierung vor und legt damit das Fundament für alle folgenden Cloud-Themen. Ohne solides Netzwerkwissen ist die Administration von Cloud-Diensten, Identitätsprovisionierung und Hybrid-Setups kaum verständlich. Dieses Modul schafft das konzeptionelle Rüstzeug, das auch erfahrene IT-Fachleute ohne formale Netzwerkausbildung häufig vermissen.
- OSI-Schichtenmodell und TCP/IP-Protokollstack
- IPv4- und IPv6-Adressierung und Subnetting
- Switching und VLANs in lokalen Netzwerken
- Routing-Protokolle und WAN-Technologien
- Drahtlosnetzwerke nach IEEE 802.11 und Sicherheitsverfahren
- Netzwerkdiagnose und Troubleshooting mit gängigen Tools
Das zweite Modul deckt den Microsoft-365-Fundamentals-Kurs ab (Prüfung MS-900) und vermittelt das konzeptionelle Basiswissen über Cloud-Computing, die Microsoft-365-Dienste sowie Sicherheit, Compliance und Datenschutz in der Cloud. Es ist auf Einsteiger in die Microsoft-Cloud ausgerichtet, die einen zuverlässigen Überblick benötigen.
- Cloud-Grundkonzepte: IaaS, PaaS, SaaS und Verantwortungsmodelle
- Microsoft 365 Dienste im Überblick: Teams, Exchange, SharePoint, OneDrive
- Sicherheitsprinzipien in Microsoft 365: Zero-Trust, Multi-Faktor-Authentifizierung
- Compliance und Datenschutz: DSGVO-Konformität in Microsoft 365
- Lizenzierungsmodelle und Support-Optionen
- Microsoft 365 Admin Center — erste Schritte und Navigation
Das dritte Modul bereitet auf die MD-102-Prüfung (Endpoint Administrator Associate) vor. Hier steht das praktische Endpoint-Management mit Microsoft Intune und dem modernen Windows-Deployment im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen, wie Endgeräte in einem Unternehmensumfeld zentral gesteuert, aktualisiert und abgesichert werden.
- Windows Autopilot und Zero-Touch-Deployment
- Konfiguration von Device Compliance Policies in Intune
- Verwaltung von Apps und Updates über Intune
- Conditional Access und Multi-Faktor-Authentifizierung einrichten
- Verwaltung lokaler und cloud-nativer Identitäten
- Troubleshooting bei Geräte-Enrollment und Compliance-Problemen
Das vierte Modul schließt den Pfad mit der Vorbereitung auf die MS-102-Prüfung (Microsoft 365 Administrator Expert) ab. Es richtet sich an Fachleute, die die vollständige Verantwortung für eine Microsoft-365-Umgebung übernehmen. Themen sind u. a. Hybridszenarien, erweiterte Sicherheitsarchitekturen und die Verwaltung aller Microsoft-365-Workloads.
- Azure Active Directory (Entra ID) — Konfiguration und Identitätssynchronisierung
- Exchange Online: Postfächer, Empfänger und Transportregeln verwalten
- Microsoft Teams Administration: Richtlinien, Kanäle, Meeting-Einstellungen
- Microsoft Purview: Compliance, Datenverlustprävention, Aufbewahrungsrichtlinien
- Planung und Design von Microsoft-365-Infrastrukturlösungen
- Prüfungsvorbereitung MS-102 mit Übungsszenarien
In einem umfangreichen Praxisteil wenden die Teilnehmenden alle erlernten Konzepte in realen Microsoft-365-Testumgebungen an. Typische Übungen sind
- Subnetting-Übungen und IP-Adressierungsschemata entwerfen
- Konfiguration eines einfachen Netzwerks in einer Simulationsumgebung
- Einrichten eines Microsoft-365-Testmandanten und Anlegen von Benutzern
- Deployment einer Test-VM via Windows Autopilot im Microsoft-365-Testmandanten
- Konfiguration einer Intune-Compliance-Policy für Windows-Geräte
- Einrichten einer Conditional-Access-Regel mit MFA-Anforderung
- Erstellen und Testen einer Transportregel in Exchange Online
- Konfiguration einer DLP-Policy mit Microsoft Purview
- Troubleshooting eines Azure-AD-Connect-Synchronisierungsfehlers
- Anlegen und Verwalten einer Microsoft-Teams-Umgebung mit Gastzugang
- Durchführung eines Sicherheits-Score-Reviews im Microsoft Defender Portal
- Simulation eines Prüfungsgesprächs zu allen vier Zertifizierungsbereichen
Die Praxisübungen finden in realen Microsoft-365-Testumgebungen statt. Die Teilnehmenden erhalten Zugang zu einem eigenen Testmandanten, sodass sämtliche Konfigurationsschritte authentisch und ohne Risiko für Produktivumgebungen durchgeführt werden können. Mit zunehmender Kurstiefe verlagert sich der Schwerpunkt von der Wissensvermittlung auf selbstständiges Problemlösen. Die Teilnehmenden bearbeiten Szenarien, wie sie in realen IT-Abteilungen vorkommen, und üben strukturiertes Troubleshooting als zentrale Berufskompetenz ein.
Lernziele:
- Die Teilnehmenden beschreiben die fundamentalen Konzepte moderner Netzwerke, Protokolle und Topologien und ordnen sie in das OSI-Referenzmodell ein
- Sie erläutern relevante IEEE-Standards für drahtgebundene und drahtlose Netzwerke und nennen deren typische Einsatzbereiche
- Sie richten Netzwerkkomponenten wie Switches, Router und Accesspoints grundlegend ein und beheben einfache Verbindungsprobleme
- Sie beschreiben die Kernleistungen und Dienste von Microsoft 365 und unterscheiden die verschiedenen Lizenzoptionen nach Funktionsumfang und Zielgruppe
- Sie navigieren sicher im Microsoft 365 Admin Center und verwalten Benutzerkonten, Gruppen und Lizenzen
- Sie implementieren und verwalten Windows-Clients in Microsoft-365-Umgebungen, einschließlich Autopilot-Deployment und Compliance-Richtlinien
- Sie konfigurieren Richtlinien für das Endpoint Management über Microsoft Intune und setzen Gerätecompliance und Conditional-Access-Regeln um
- Sie analysieren und beheben Probleme bei der Identitätssynchronisierung zwischen lokalem Active Directory und Azure Active Directory (Entra ID)
- Sie verwalten Exchange Online, Microsoft Teams und SharePoint Online auf Administratorebene
- Sie implementieren Sicherheits- und Compliance-Richtlinien mit Microsoft Purview und Defender for Microsoft 365
- Sie planen und entwerfen Infrastrukturlösungen für Microsoft-365-Umgebungen und dokumentieren diese nachvollziehbar
- Sie bereiten sich strukturiert auf die vier externen Zertifizierungsprüfungen vor und kennen Prüfungsformat, Schwerpunkte und typische Fragestellungen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-affine Personen, die gezielt eine Karriere in der Netzwerk- und Cloud-Administration anstreben, sowie an IT-Fachleute, die ihre praktischen Kenntnisse in Microsoft-365-Technologien durch international anerkannte Zertifikate formalisieren möchten.
- Quereinsteiger mit soliden PC- und Netzwerkkenntnissen, die in IT-Administration einsteigen wollen
- IT-Fachleute mit Erfahrung in lokalen Netzwerken, die ihr Profil um Cloud-Kompetenzen erweitern möchten
- Fachinformatiker:innen Systemintegration, die auf moderne Microsoft-365-Umgebungen umsatteln wollen
- IT-Support-Mitarbeitende, die in Administrationsaufgaben aufsteigen möchten
- Berufsrückkehrer aus dem IT-Bereich, die ihren Kenntnisstand auf den aktuellen Stand bringen und formal zertifizieren lassen möchten
Expertenkenntnisse im Umgang mit PC-Systemen und fundiertes Wissen in Netzwerktechnik werden vorausgesetzt. Eine abgeschlossene IT-Berufsausbildung (z. B. als Fachinformatiker:in) ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, sofern die praktischen Kenntnisse vorhanden sind. Gute Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau A2 (empfohlen B2) sind Pflicht; Englischkenntnisse auf Niveau B2 sind zwingend notwendig, da Prüfungsumgebungen, Dokumentationen und die Prüfungen selbst ausschließlich in Englisch gehalten sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Blended-Learning-Programm in Vollzeit durchgeführt. Theoretische Inhalte werden in strukturierten Online-Lernphasen aufgebaut, während Präsenztage der praktischen Anwendung, dem gemeinsamen Troubleshooting und der Prüfungsvorbereitung dienen. Trainer verfügen über eigene Zertifizierungserfahrung und können prüfungsrelevante Schwerpunkte gezielt hervorheben. Die Lernenden arbeiten in echten Microsoft-365-Testumgebungen, was den Transfer in die berufliche Praxis wesentlich erleichtert.
Der Kurs dauert mehr als drei bis sechs Monate in Vollzeit. Diese Dauer ist dem Umfang von insgesamt vier Zertifizierungspfaden geschuldet — jeder Pfad erfordert ausreichend Zeit für Wissenserwerb, Anwendungsübungen und prüfungsnahe Lernkontrolle. Der Vollzeitmodus stellt sicher, dass Lernphasen und Übungen aufeinander aufbauen können und keine Wissenslücken entstehen.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Darüber hinaus werden sie auf vier externe Zertifizierungsprüfungen vorbereitet: CompTIA Network+ sowie Microsoft 365 Certified Fundamentals (MS-900), Endpoint Administrator Associate (MD-102) und Administrator Expert (MS-102). Diese international anerkannten Abschlüsse werden erst nach Bestehen der jeweiligen externen Prüfung bei CompTIA bzw. Microsoft ausgestellt und sind marktübliche Nachweise für IT-Fachkräfte.
Nutzen & Perspektiven
Microsoft 365 ist die am weitesten verbreitete Cloud-Produktivitätsplattform in deutschen Unternehmen. Fachkräfte mit nachgewiesener Expertise in Netzwerktechnik und Microsoft-Cloud-Administration sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Mit dem vollständigen Zertifizierungsstack — CompTIA Network+ plus drei Microsoft-Zertifikate — positionieren sich die Absolventinnen und Absolventen als vollwertige IT-Administratorinnen und -Administratoren, die sowohl Netzwerkprobleme als auch Cloud-Konfigurationen eigenständig lösen können. Wer diesen Kurs abschließt und alle Prüfungen besteht, verfügt über ein international anerkanntes Qualifikationsprofil, das in der Branche weitgehend ohne weitere Übersetzung verstanden wird. Das ist besonders für Quereinsteiger wertvoll, die keinen klassischen IT-Bildungsweg absolviert haben und ihre Kompetenzen durch renommierte Zertifizierungen dokumentieren möchten. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen außerdem das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation sowie Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Die zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter berät zu den konkreten Fördermöglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich nach diesem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf vier externe Prüfungen vor: CompTIA Network+ (N10-009), Microsoft 365 Certified: Fundamentals (MS-900), Microsoft 365 Certified: Endpoint Administrator Associate (MD-102) und Microsoft 365 Certified: Administrator Expert (MS-102). Die Prüfungen müssen separat bei den Zertifizierungsstellen abgelegt und bestanden werden.
Muss ich bereits Programmierkenntnisse mitbringen?
Nein. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Vorausgesetzt werden Expertenkenntnisse im Umgang mit PC-Systemen sowie solides Netzwerkwissen. Wichtiger als Programmierfähigkeiten sind Englischkenntnisse auf B2-Niveau, da alle Prüfungen und Dokumentationen auf Englisch sind.
Warum sind Englischkenntnisse auf B2 Pflicht?
Die Zertifizierungsprüfungen von CompTIA und Microsoft werden ausschließlich auf Englisch durchgeführt. Auch die offizielle Dokumentation, Lernplattformen und Prüfungsumgebungen sind in englischer Sprache. Ohne ausreichende Englischkenntnisse können die Prüfungen nicht erfolgreich absolviert werden.
Ist dieser Kurs auch für Quereinsteiger ohne IT-Ausbildung geeignet?
Ja, sofern fundierte praktische Kenntnisse im Bereich PC und Netzwerke vorhanden sind. Eine abgeschlossene IT-Ausbildung ist von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Viele erfolgreiche Teilnehmende kommen aus technischen Berufen mit IT-Bezug und nutzen diesen Kurs, um ihre Fähigkeiten formal zu zertifizieren.
Kann ich den Kurs mit einem Bildungsgutschein fördern lassen?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist dies in der Regel möglich. Neben dem Bildungsgutschein kommen das Qualifizierungschancengesetz und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter klärt die individuell geeigneten Förderwege.
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