Überblick
SQL Querying Fundamentals – Part 2 baut unmittelbar auf den im ersten Teil erworbenen Grundlagen auf. Wer bereits einfache SELECT-Abfragen, grundlegende Filterung und erste JOIN-Operationen kennt, lernt hier die Techniken, die produktive Datenbankarbeit erst vollständig machen: Unterabfragen zur mehrstufigen Datenauswertung, präzise Datenmanipulation über DML-Befehle, die Verwaltung von Ansichten (Views) als wiederverwendbare Abfragelogik sowie den effizienten Einsatz von Indizes. Außerdem wird die Transaktionsverwaltung behandelt, die fehlertolerante Datenbankoperationen erst ermöglicht. Der Kurs dauert bis zu drei Tage und ist in einem kombinierten Format aus Theorie und praktischen Übungen aufgebaut.
Kursinhalte & Lernziele
Unterabfragen und fortgeschrittene SELECT-Logik Unterabfragen erlauben es, das Ergebnis einer Abfrage als Eingabe für eine andere zu verwenden. Dieses Modul behandelt alle gängigen Einsatzmuster und trainiert das systematische Denken in verschachtelten Abfragen.
- Skalare Unterabfragen in SELECT- und WHERE-Klauseln
- Unterabfragen als virtuelle Tabellen im FROM-Block (Derived Tables)
- Korrelierte Unterabfragen: Zugriff auf äußere Abfragen aus dem Subquery
- EXISTS und NOT EXISTS zur mengenorientierten Filterung
- IN und NOT IN im Vergleich zu JOIN-basierten Lösungen
- Unterabfragen zur Berechnung von Aggregatwerten in Detailzeilen
Datenmanipulation mit DML Datenbanken sind lebende Systeme – Daten werden eingefügt, aktualisiert und gelöscht. Dieses Modul übt die sichere Anwendung von DML-Befehlen unter Berücksichtigung von Fremdschlüssel-Constraints und Standardwerten.
- INSERT INTO: Einzelzeilen, Mehrfacheinfügungen und INSERT ... SELECT
- UPDATE mit WHERE-Bedingungen und Unterabfragen
- DELETE vs. TRUNCATE: Unterschiede und wann welcher Befehl sinnvoll ist
- Verletzung von Integritätsbedingungen erkennen und behandeln
- Stagingstrategien: Daten erst prüfen, dann endgültig einfügen
- Praktische Übung: Konsistente Bestandsführung in einer Beispiel-Datenbank
Tabellenstruktur und Views Über die reine Abfrage hinaus müssen Datenbankentwickler auch die Struktur von Tabellen und wiederverwendbare Abfrageschichten verwalten können.
- ALTER TABLE: Spalten hinzufügen, ändern und entfernen
- Umgang mit vorhandenen Daten bei Strukturänderungen
- Views anlegen und als abstrahierte Schnittstelle nutzen
- Updateable Views: Bedingungen und Einschränkungen
- Views ändern (CREATE OR REPLACE) und löschen
- View-basierte Sicherheitsarchitektur: Spalten- und Zeilenbeschränkung durch Views
Indizes und Abfrageperformance Gute SQL-Kenntnisse enden nicht bei korrekten Ergebnissen – sie schließen auch performante Ergebnisse ein. Dieses Modul führt in das Indexdesign und die Lesbarkeit von Ausführungsplänen ein.
- Grundprinzipien des B-Tree-Index und seine Auswirkung auf Lesezugriffe
- Einzelspaltenindizes gezielt anlegen
- Zusammengesetzte (Compound) Indizes und Spaltenreihenfolge
- EXPLAIN / EXPLAIN ANALYZE: Ausführungspläne verstehen
- Wann ein Index die Performance verschlechtert statt verbessert
- Ineffiziente Indizes erkennen und entfernen
Praxis-Workshop: Transaktionen und vollständige Abfrage-Szenarien Der abschließende Praxisblock verbindet alle gelernten Techniken in realistischen Aufgaben –
- Transaktionsblock mit BEGIN, mehreren DML-Operationen und COMMIT schreiben
- ROLLBACK in Fehlerszenarien korrekt einsetzen
- Savepoints innerhalb einer Transaktion nutzen
- Mehrstufige Unterabfrage für einen Umsatz-Bericht erstellen
- Index-Kandidaten in einer Beispiel-Datenbank identifizieren und anlegen
- View erstellen, Daten über die View einfügen und das Ergebnis prüfen
- Strukturänderung an einer produktionsnahen Tabelle planen und ausführen
- Abfrage-Performance vorher/nachher mit EXPLAIN vergleichen
- Fallaufgabe: Datenbankfehler durch fehlgeschlagene Transaktion beheben
- Fehlerhafte Datensätze mit UPDATE auf Basis einer Unterabfrage korrigieren
- Komplexe DELETE-Operation mit referentieller Integrität durchführen
- Abschlussaufgabe: eigenständige Datenbankanalyse in einer Übungsumgebung
Die Praxisaufgaben sind so gewählt, dass sie direkt auf reale Arbeitssituationen in der Datenbankentwicklung oder -administration vorbereiten. Im letzten Teil des Workshops führen die Teilnehmer eine vollständige Datenbankanalyse eigenständig durch, dokumentieren ihre Vorgehensweise und besprechen Lösungsalternativen.
Lernziele:
Nach diesem Aufbaukurs sind die Teilnehmer in der Lage –
- Unterabfragen (Subqueries) als skalare, spaltenweise und zeilenweise Unterabfragen zu schreiben
- Korrelierte Unterabfragen zu verstehen und sicher anzuwenden
- Datensätze mit INSERT, UPDATE und DELETE gezielt zu manipulieren
- Transaktionen mit BEGIN, COMMIT und ROLLBACK kontrolliert zu steuern
- Tabellenstrukturen mit ALTER TABLE sicher zu ändern
- Views zu erstellen, zu nutzen, zu ändern und zu löschen
- Updateable und Non-updateable Views zu unterscheiden
- Einzelspalten- und zusammengesetzte Indizes anzulegen
- Den Ausführungsplan einer Abfrage zu lesen und Bottlenecks zu erkennen
- Ineffiziente Indizes zu identifizieren und zu entfernen
- Abfragetechniken zur Verbesserung der Datenbankperformance einzusetzen
- Eigene Abfragen kritisch auf korrekte Datenintegrität zu prüfen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die bereits eine SQL-Grundlagenausbildung abgeschlossen haben und ihre Kenntnisse auf ein professionell nutzbares Niveau heben wollen.
- Datenbankentwickler und -administratoren, die ihre SQL-Kenntnisse vertiefen
- Softwareentwickler, die selbst Datenbankoperationen implementieren
- BI- und Analysefachkräfte, die komplexe Abfragen selbst schreiben
- Systemadministratoren mit Datenbankverantwortung
- Quereinsteiger, die SQL Fundamentals Part 1 erfolgreich abgeschlossen haben
Dieser Kurs setzt voraus, dass die Teilnehmer die Inhalte von SQL Querying Fundamentals Part 1 beherrschen oder vergleichbare Kenntnisse mitbringen: Grundlegende SELECT-Abfragen, WHERE-Filter, einfache JOINs und erste Aggregationsfunktionen wie COUNT, SUM und GROUP BY. Ohne diese Basis ist der Einstieg in Teil 2 nicht empfehlenswert. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn hilft, die Lernbereitschaft einzuschätzen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Theorie und Praxis eng miteinander: Jedes neue Konzept wird anhand eines realen Datenbankschemas eingeführt und direkt in einer Übungsumgebung angewendet. Die Lehrperson erklärt das Konzept, die Teilnehmer setzen es unmittelbar selbst um. Falsche Abfragen werden analysiert, nicht nur korrigiert. Das Combined-Learning-Format erlaubt, zwischen Präsenz- und Online-Einheiten zu wechseln, sodass Reisezeiten entfallen.
Der Kurs dauert typischerweise bis zu drei Tage. Angeboten wird er sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit, abhängig vom Anbieter. Die kompakte Dauer eignet sich für Berufstätige, die gezielt eine Wissenslücke schließen möchten, ohne längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz in Kauf nehmen zu müssen.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Absolventen ein Lehrgangszertifikat des Anbieters sowie ein international anerkanntes Herstellerzertifikat. Das Zertifikat dokumentiert die erweiterten SQL-Kenntnisse und kann bei Arbeitgebern oder für weiterführende Datenbankausbildungen vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Oberflächliche SQL-Kenntnisse – also das Lesen einfacher Abfragen – reichen in der Praxis selten aus. Wer in Datenbankprojekten eigenständig arbeitet, begegnet täglich Situationen, in denen Unterabfragen, Transaktionssicherheit oder Indexoptimierung den Unterschied zwischen einem stabilen und einem fragilen System ausmachen. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke. Für Entwickler bedeutet das: weniger Abstimmungsbedarf mit dem DBA-Team, weil grundlegende Strukturfragen selbst gelöst werden können. Für Analysten bedeutet es, komplexe Berichte ohne Datenbankentwickler-Unterstützung zu schreiben. Für Administratoren bedeutet es, Performanceprobleme auf Abfrageebene selbst zu diagnostizieren statt zu umgehen. Mit dem Abschluss von Part 2 sind die Teilnehmer in der Lage, SQL nicht mehr nur reaktiv zu nutzen, sondern aktiv zum Design zuverlässiger Datenbankarchitekturen beizutragen. Das macht sie zu wertvollerem Fachpersonal in jedem Team, das mit relationalen Datenbanken arbeitet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich unbedingt Part 1 desselben Anbieters besucht haben?
Nein. Entscheidend sind die inhaltlichen Vorkenntnisse, nicht die formale Herkunft. Wer SELECT, WHERE, einfache JOINs und Aggregatfunktionen sicher beherrscht – egal ob durch Selbststudium, einen anderen Kurs oder Berufserfahrung – kann direkt in Part 2 einsteigen. Das Beratungsgespräch hilft bei der Einschätzung.
Welche Datenbanksysteme werden im Kurs verwendet?
Die Inhalte orientieren sich am SQL-Standard und sind auf gängige relationale Datenbanksysteme übertragbar. Der Anbieter arbeitet je nach Konfiguration mit PostgreSQL, MySQL oder Microsoft SQL Server. Teilnehmer mit konkreten System-Anforderungen sollten das vorab klären.
Reichen drei Tage wirklich aus, um diese Themen zu lernen?
Für die vermittelten Konzepte genügen drei Tage, wenn die Grundlagen aus Part 1 wirklich gefestigt sind. Das Format ist praxisintensiv – jede Theoriephase wird unmittelbar durch Übungen vertieft. Die nachhaltige Verinnerlichung erfordert anschließend eigene Praxis im Berufsalltag oder an eigenen Projekten.
Was unterscheidet eine View von einer Unterabfrage?
Eine View ist ein gespeichertes Abfrageobjekt in der Datenbank, das wie eine Tabelle angesprochen werden kann und mehrfach verwendet wird, ohne den Abfragetext zu wiederholen. Eine Unterabfrage hingegen ist nur im Kontext einer äußeren Abfrage definiert. Der Kurs behandelt beide Techniken und zeigt, wann welche Lösung sinnvoller ist.
Kann ich den Kurs als Berufstätiger in Teilzeit belegen?
Ja, viele Anbieter bieten Teilzeitvarianten an. Die drei Kurstage lassen sich auf mehrere Abende oder einen längeren Zeitraum verteilen. Das Combined-Learning-Format macht dies flexibel möglich.
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