Überblick
Wer eine VMware vSphere-Infrastruktur nicht nur betreiben, sondern wirklich beherrschen will, braucht mehr als Grundlagenwissen. Dieser Kurs setzt dort an, wo die Einführungsschulung aufhört: Er behandelt die erweiterten Verwaltungs- und Optimierungsaufgaben, die in größeren oder geschäftskritischen vSphere-Umgebungen den Unterschied machen. Im Mittelpunkt stehen Performance-Analyse, Ressourcenoptimierung, Skalierungsstrategien für Netzwerk und Speicher sowie der gezielte Einsatz fortgeschrittener vSphere-Funktionen wie DRS, HA und vSAN-Erweiterungen. Als Ergänzung enthält der Kurs aufgezeichnetes Premium-Material zum Thema vSphere-Sicherheit.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Netzwerkskalierung Dieser Block vermittelt fortgeschrittene Netzwerkkenntnisse für gewachsene vSphere-Umgebungen. Distributed Switches bieten gegenüber einfachen Standard Switches erheblich mehr Kontrolle über Datenverkehr, Sicherheitsrichtlinien und Monitoring. Dieses Modul zeigt, wie sie zuverlässig eingesetzt werden.
- vSphere Distributed Switch (VDS) konfigurieren und verwalten
- Uplink-Teaming und Load-Balancing-Richtlinien optimieren
- Netzwerk-I/O-Control zur Priorisierung kritischer Workloads einsetzen
- LACP (Link Aggregation) in vSphere-Umgebungen konfigurieren
- Port-Mirroring und NetFlow für Netzwerk-Monitoring aktivieren
- Sicherheitsrichtlinien auf Distributed-Switch-Ebene durchsetzen
Modul 2 – Speicherskalierung Storage ist in virtualisierten Umgebungen häufig der erste Engpass. Dieses Modul behandelt sowohl die Skalierung vorhandener Speicherarchitekturen als auch die Optimierung des I/O-Durchsatzes — entscheidend für latenzempfindliche Workloads wie Datenbanken oder ERP-Systeme.
- VMFS-Datenstores erweitern und administrieren
- iSCSI- und NFS-Speicher skalieren und Fehlerquellen eingrenzen
- Multipathing-Richtlinien (PSP) verstehen und gezielt konfigurieren
- Storage I/O Control (SIOC) zur Durchsatzpriorisierung nutzen
- vSAN-Cluster erweitern und Leistungsparameter überwachen
- Storage-Policies und VM-Speicherklassen mit vSAN-Tags verknüpfen
Modul 3 – Host- und Managementskalierung Mit wachsender Infrastruktur steigen auch die Anforderungen an effizientes Management. Dieses Modul zeigt, wie vCenter-Strukturen, Automatisierung und Rollenverwaltung so aufgesetzt werden, dass auch große Umgebungen beherrschbar bleiben.
- vCenter-Server-Topologien: Enhanced Linked Mode und Konvergenz-Szenarien
- Tags, benutzerdefinierte Attribute und Content Libraries skalierend einsetzen
- Rollenbasierte Zugriffssteuerung für komplexe Organisations-Hierarchien definieren
- Auto Deploy und Host-Profile für konsistente ESXi-Konfiguration nutzen
- Update Manager (vLCM) für rollierende Patch-Zyklen konfigurieren
- vCenter High Availability (vCHA) einrichten und testen
Modul 4 – CPU- und Speicheroptimierung Die tiefe Performance-Optimierung auf Ressourcenebene ist der Kernbestandteil dieses Kurses. Wer DRS und HA auf Standardeinstellungen betreibt, lässt erhebliches Optimierungspotenzial ungenutzt. Dieses Modul zeigt, wie beide Funktionen gezielt kalibriert werden.
- vCPU-Sättigung und Ready-Zeiten erkennen und gegensteuern
- Ressourcenpools, Reservierungen, Limits und Shares korrekt dimensionieren
- NUMA-Topologien und CPU-Affinität für Performance-kritische VMs einsetzen
- Speicher-Ballooning, Swapping und Compression verstehen und minimieren
- DRS-Empfehlungen analysieren und Regelwerke (Affinity/Anti-Affinity) gestalten
- HA-Admission Control und Failover-Kapazitäten bedarfsgerecht konfigurieren
Praxisübungen und Laborarbeiten In begleitenden Laboreinheiten wenden die Teilnehmenden das Gelernte in simulierten vSphere-Umgebungen an. Dort werden Performance-Engpässe provoziert, analysiert und behoben — ein zentrales Element dieses Kurses, denn Optimierungskenntnisse festigen sich erst durch wiederholtes Anwenden an realen Szenarien.
- Performance-Charts und Leistungsindikatoren in vCenter interpretieren
- DRS-Cluster unter Last optimieren und Balancing-Ergebnisse auswerten
- HA-Failover-Szenarien testen und Recovery-Zeiten messen
- Speicher-Tiering und Policy-Management in vSAN-Labs einrichten
- Netzwerk-I/O-Control unter Lastbedingungen kalibrieren
- Sicherheits-Audits mit dem vSphere Client durchführen
- ESXi-Hosts mit vLCM aktualisieren ohne Produktionsunterbrechung
- Alarmierung und Monitoring für kritische Performance-Schwellen konfigurieren
- Ressourcenpools für Abteilungs-Workloads modellieren und testen
- VM-Verschlüsselung und Key Management einrichten
- vCenter-Berechtigungsstrukturen für mehrere Teams modellieren
- Fehlerbehebung bei Speicherpfad-Ausfällen im laufenden Betrieb
Ergänzend steht exklusives aufgezeichnetes Premium-Material zum Thema vSphere-Sicherheit zur Verfügung. Es vertieft Themen wie VM-Verschlüsselung, Secure Boot, Audit-Protokollierung und die Härtung von ESXi-Hosts — Bereiche, die in regulierten Branchen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Kurs ist explizit als Aufbaukurs konzipiert. Grundkenntnisse in vSphere-Administration — etwa aus dem Kurs „VMware vSphere: Install, Configure, Manage" — werden vorausgesetzt. Wer die Grundlagen bereits beherrscht, profitiert hier von einem deutlich tieferen Einblick in die Mechanismen, die eine Infrastruktur wirklich leistungsfähig und ausfallsicher machen.
Lernziele:
- vSphere-Umgebungen nach CPU-, Speicher- und Netzwerkengpässen analysieren und Optimierungspotenziale identifizieren
- Ressourcenpools, Reservierungen und Limits präzise konfigurieren, um Workload-Prioritäten durchzusetzen
- Distributed Resource Scheduler (DRS) tiefgreifend konfigurieren und das Cluster-Verhalten gezielt steuern
- High Availability (HA) auf Basis realer Anforderungen an Failover-Szenarien anpassen
- vSphere-Netzwerke skalieren: Distributed Switches, Teaming-Richtlinien und Netzwerk-I/O-Control einsetzen
- Speicherpfade optimieren: Multipathing, Storage I/O Control und iSCSI/NFS-Tuning beherrschen
- Host- und Managementskalierung: vCenter-Hierarchien, Tags, benutzerdefinierte Rollen und Linked Mode
- Leistungsdaten mit vCenter Performance Charts und vRealize-Werkzeugen erheben und auswerten
- vSphere-Sicherheit verstehen: Zugriffskontrollen, Rollenverwaltung, Verschlüsselung und Audit-Protokollierung
- ESXi-Hosts und vCenter gezielt aktualisieren und Patches rollierend einspielen
- Backup- und Recovery-Strategien für virtuelle Maschinen in komplexen Clustern konzipieren
- Fehlersituationen in hochverfügbaren Clusterumgebungen diagnostizieren und lösen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind erfahrene IT-Fachleute, die bereits mit VMware vSphere arbeiten und ihre Kenntnisse auf Expertenniveau ausbauen wollen. Der Kurs setzt praktische Berufserfahrung im vSphere-Betrieb voraus.
- Virtualisierungsadministratoren mit vSphere-Praxiserfahrung
- Rechenzentrumsadministratoren in komplexen Unternehmensumgebungen
- IT-Architekten, die vSphere-Infrastrukturen planen und optimieren
- Systemadministratoren auf dem Weg zur VMware-Zertifizierung auf Professional-Niveau
- Cloud-Infrastructure-Spezialisten mit On-Premises-vSphere-Verantwortung
Solide Kenntnisse in der vSphere-Grundadministration werden vorausgesetzt — idealerweise durch den „VMware vSphere: Install, Configure, Manage"-Kurs oder gleichwertige Berufserfahrung. Teilnehmende sollten mit vCenter, ESXi-Hosts, dem Anlegen von VMs und grundlegender Netzwerk- und Speicherkonfiguration vertraut sein. Für die Speicher- und Netzwerkmodule ist ein Verständnis von SAN/NAS-Grundlagen und TCP/IP-Netzwerken hilfreich. Der Kurs richtet sich explizit nicht an Einsteiger in die Virtualisierung.
Ablauf & Abschluss
Theorie und Praxis wechseln sich in diesem Kurs eng ab. Vorträge durch erfahrene Trainer vermitteln das konzeptionelle Wissen; in direkt anschließenden Laborübungen wird das Gelernte sofort in vSphere-Übungsumgebungen erprobt. Das Combined-Learning-Format ermöglicht die Teilnahme im virtuellen Klassenzimmer — mit Live-Interaktion, gemeinsamen Laborsitzungen und direktem Traineraustausch. Das exklusive Bonusmaterial zu vSphere-Sicherheit ist als aufgezeichnetes Material abrufbar und kann individuell vertieft werden.
Der Kurs ist als Vollzeitmaßnahme konzipiert und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als einem Monat bis zu drei Monaten. Die genaue Dauer hängt vom gewählten Programmumfang ab. Teilzeitvarianten können in Abstimmung mit dem Anbieter vereinbart werden.
Der Kurs wird mit einem Lehrgangsabschluss des Anbieters dokumentiert. Die Inhalte sind auf die Anforderungen des VMware Certified Professional (VCP-DCV) abgestimmt und bereiten auf die entsprechende Herstellerprüfung vor. Das offizielle VCP-DCV-Zertifikat wird nach Bestehen der externen VMware-Prüfung ausgestellt, die separat abgelegt wird.
Nutzen & Perspektiven
In großen oder geschäftskritischen Umgebungen reicht es nicht, eine vSphere-Infrastruktur am Laufen zu halten — sie muss unter Last performant, bei Ausfällen resilient und bei Wachstum skalierbar sein. Genau diese drei Dimensionen sind Gegenstand dieses Kurses. Wer sie beherrscht, kann Infrastrukturprobleme lösen, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen — ein erheblicher Vorteil in Organisationen, die auf ihre virtualisierte Umgebung angewiesen sind. Der Kompetenzsprung von der Grundadministration zur Optimierung und Skalierung ist in der Praxis deutlich spürbar: Performance-Analysen, die früher ein externes Consulting erforderten, können intern durchgeführt werden. DRS-Cluster, die suboptimal konfiguriert waren, laufen danach stabiler und effizienter. Das spart Ressourcen und stärkt die interne IT-Kompetenz nachhaltig. Langfristig eröffnet dieser Kurs den Weg zu weiterführenden VMware-Zertifizierungen und Spezialisierungen — etwa im Bereich Cloud Management, Netzwerkvirtualisierung oder Site Recovery. Er ist damit nicht nur eine Vertiefung, sondern ein strategischer Schritt in der IT-Karriereentwicklung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich ausschließlich an Fachleute mit vSphere-Praxiserfahrung. Wer vSphere bisher nur aus Einführungskursen kennt, sollte zunächst den Basiskurs „VMware vSphere: Install, Configure, Manage" abschließen. Einsteiger in die Virtualisierung sind hier fehl am Platz.
Erhalte ich nach dem Kurs automatisch die VCP-DCV-Zertifizierung?
Nein. Der Kurs bereitet auf die VMware-Prüfung zum VCP-DCV vor, die separat extern abgelegt werden muss. Der Anbieter stellt ein Lehrgangsabschlusszertifikat aus; das offizielle VMware-Zertifikat wird erst nach bestandener Prüfung ausgestellt.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem Standard-vSphere-Kurs?
Der Fokus liegt auf Optimierung, Skalierung und Performance-Analyse — nicht auf der initialen Einrichtung. Themen wie DRS-Feinjustierung, vSAN-Skalierung, Multipathing-Konfiguration und NUMA-Optimierung gehen deutlich über Einführungsinhalte hinaus.
Ist das vSphere-Sicherheitsmaterial im Kursumfang enthalten?
Ja. Als exklusiver Bonus sind aufgezeichnete Premium-Vorträge zu vSphere-Sicherheit enthalten, die Themen wie VM-Verschlüsselung, Secure Boot, Audit-Protokollierung und ESXi-Härtung behandeln.
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