Überblick
Der Kurs Web Application Hacking & Security bietet eine umfassende Ausbildung in der Sicherheit von Webanwendungen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie Angreifer Webanwendungen kompromittieren, welche Schwachstellen am häufigsten ausgenutzt werden und wie effektive Schutzmaßnahmen implementiert werden. Der Kurs kombiniert offensives und defensives Sicherheitswissen und vermittelt dadurch ein ganzheitliches Verständnis der Web-Anwendungssicherheit. Angesichts der wachsenden Zahl von Cyberangriffen auf Webanwendungen ist dieses Wissen für Sicherheitsfachkräfte, Entwicklerinnen und Entwickler sowie Penetrationstester von unmittelbarer Relevanz. Der Abschluss mit einem anerkannten Examen bestätigt die erworbene Kompetenz.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Webanwendungssicherheit und Angreifermentalität bilden den Einstieg in den Kurs. Teilnehmerinnen und Teilnehmer verstehen, wie Webanwendungen technisch funktionieren, welche Komponenten angreifbar sind und wie professionelle Angreifer systematisch vorgehen, um Schwachstellen zu identifizieren und auszunutzen.
- HTTP-Protokoll und Web-Architektur aus Sicherheitsperspektive
- Angreifertypen, Motivationen und Angriffsmethodologien
- Web-Sicherheits-Frameworks: OWASP, PTES, NIST
- Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für Penetrationstests
- Einrichtung einer sicheren Testumgebung für Web-Sicherheitstests
- Überblick über gängige Web-Sicherheits-Tools und deren Einsatzbereiche
Injection-Angriffe und clientseitige Schwachstellen sind der zweite Schwerpunkt des Kurses. SQL-Injection, Cross-Site Scripting und Cross-Site Request Forgery gehören zu den am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen in Webanwendungen. Dieses Modul behandelt Angriffstechniken und Schutzmaßnahmen im Detail.
- SQL-Injection: Grundformen, Blind SQLi, Time-based SQLi und automatisierte Ausnutzung mit SQLMap
- Stored, Reflected und DOM-based XSS: Angriffsvarianten und Schutzmaßnahmen
- CSRF-Angriffe: Mechanismen, Erkennung und Token-basierte Abwehrmaßnahmen
- Command Injection und Directory Traversal als weitere Injection-Varianten
- Content Security Policy (CSP) und CORS als Schutzmaßnahmen
- Praktische Übungen in kontrollierten Testumgebungen
Authentifizierung, Autorisierung und Session-Management bilden den dritten Kursabschnitt. Schwachstellen in diesen Bereichen führen häufig zu vollständiger Kompromittierung von Webanwendungen und sind daher ein bevorzugtes Angriffsziel.
- Broken Authentication: Schwachstellen und Absicherung von Authentifizierungsmechanismen
- Privilege Escalation und Broken Access Control
- Session-Hijacking, Session-Fixation und Schutzmaßnahmen
- JSON Web Token (JWT) Schwachstellen und sichere Implementierung
- Multi-Faktor-Authentifizierung und ihre Bedeutung für die Sicherheit
- API-Authentifizierung: OAuth 2.0, API-Keys und deren Sicherheitsrisiken
Sicherheitstests, Tools und professionelle Dokumentation schließen den Kurs ab. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen den professionellen Einsatz von Penetrationstest-Tools und die Erstellung von Berichten, die für Auftraggeber und Entwicklungsteams verständlich und handlungsleitend sind.
- Burp Suite: Intercept, Repeater, Scanner und Intruder im Praxiseinsatz
- OWASP ZAP als Open-Source-Alternative für automatisierte und manuelle Tests
- Nikto, Dirb und weitere Reconnaissance-Tools
- Strukturierte Vorgehensweise nach OWASP Testing Guide
- Risikobewertung und CVSS-Scoring für gefundene Schwachstellen
- Aufbau und Inhalte eines professionellen Penetrationstest-Berichts
Praxislabore und Angriffsszenarien Alle Angriffs- und Verteidigungsübungen werden in kontrollierten, eigens eingerichteten Laborumgebungen durchgeführt. Die Szenarien orientieren sich an realen Angriffsmustern aus der Praxis.
- Ausnutzung einer SQL-Injection-Schwachstelle in einer DVWA-Umgebung
- Durchführung eines XSS-Angriffs und Implementierung von CSP als Gegenmaßnahme
- CSRF-Angriff auf ein simuliertes Online-Banking-Szenario
- Brute-Force-Angriff auf eine Login-Seite und Implementierung von Rate Limiting
- Session-Hijacking-Szenario und Analyse der Auswirkungen
- API-Penetrationstest auf eine RESTful-API mit authentifizierten Endpunkten
- Directoryfuzzing und Entdeckung versteckter Anwendungsressourcen
- Analyse und Behebung von Schwachstellen in einer realen Open-Source-Webanwendung
- Erstellung eines vollständigen Penetrationstest-Berichts für ein fiktives Testszenario
- OWASP Top 10 Walkthrough mit praktischen Demonstrationen aller zehn Kategorien
- JWT-Schwachstellenanalyse und sichere Token-Implementierung
- Vorbereitung auf das Examen mit Musteraufgaben und Prüfungsstrategien
Die Praxislabore finden in kontrollierten, legalen Testumgebungen statt, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Angriffstechniken sicher und ohne rechtliche Risiken ausprobieren können. Diese Hands-on-Erfahrung ist entscheidend für das Entwickeln des nötigen Sicherheitsdenkens, das Penetrationstester und AppSec-Fachkräfte brauchen.
Lernziele:
- Die häufigsten Angriffsvektoren auf Webanwendungen verstehen und erkennen
- SQL-Injection-Angriffe durchführen und wirksame Gegenmaßnahmen implementieren
- Cross-Site Scripting (XSS) und Cross-Site Request Forgery (CSRF) in der Praxis analysieren
- Authentifizierungs- und Autorisierungsschwachstellen identifizieren und beheben
- Sicherheitstests mit gängigen Tools wie Burp Suite, OWASP ZAP und Nikto durchführen
- Das OWASP Top 10 Framework auf reale Webanwendungen anwenden
- Sicherheitsarchitektur für Webanwendungen nach Defense-in-Depth-Prinzipien gestalten
- Sichere Entwicklungspraktiken und Input-Validierung in Webanwendungen umsetzen
- Session-Management-Schwachstellen erkennen und absichern
- API-Sicherheit und RESTful-Service-Sicherheitsanforderungen verstehen
- Sicherheitsberichte und Penetrationstest-Dokumentationen erstellen
- Auf die offizielle Examensprüfung im Bereich Web Application Security vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Sicherheitsfachkräfte, Softwareentwicklerinnen und -entwickler sowie IT-Administratoren, die ein tiefes Verständnis der Webanwendungssicherheit entwickeln möchten. Er ist sowohl für Personen mit Sicherheitshintergrund als auch für Entwicklerinnen und Entwickler geeignet, die Secure Coding Practices erlernen wollen.
- Security Engineers und Penetrationstester, die ihren Fokus auf Web Application Security legen
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die sichere Webanwendungen entwickeln möchten
- Bug Bounty Hunter, die systematisch Schwachstellen in Webanwendungen aufdecken
- AppSec Engineers, die Sicherheit in Entwicklungsprozesse integrieren
- IT-Sicherheitsverantwortliche, die das Risikoprofil ihrer Webanwendungen besser verstehen wollen
Grundlegende Kenntnisse in der Webentwicklung oder in der IT-Infrastruktur sind empfehlenswert. Vertrautheit mit HTTP, HTML und grundlegenden Programmierkonzepten erleichtert den Einstieg erheblich. Vorerfahrung im Bereich IT-Sicherheit ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem ein individueller Lernplan erstellt wird, der auf die persönlichen Vorkenntnisse und Karriereziele abgestimmt ist.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten und kombiniert theoretische Lehreinheiten mit intensiven Praxislaboren in sicheren Testumgebungen. Der stark praxisorientierte Ansatz stellt sicher, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gelernte direkt anwenden und verinnerlichen. Online-Seminar-Formate sind als Alternative verfügbar und ermöglichen eine flexible, ortsunabhängige Teilnahme.
Die Schulung dauert in der Vollzeitvariante in der Regel mehr als eine Woche. Teilzeitvarianten mit einer Laufzeit von mehreren Wochen bis Monaten sind nach Absprache verfügbar. Der Kursumfang deckt alle prüfungsrelevanten Themen vollständig ab und schließt die Vorbereitung auf das Examen ein.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters. Das Examen bestätigt die erworbene Kompetenz in der Analyse und Absicherung von Webanwendungen und ist ein anerkannter Nachweis auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Cybersecurity.
Nutzen & Perspektiven
Web Application Security ist eines der dynamischsten und gefragtesten Felder in der IT-Sicherheit. Angesichts der Tatsache, dass Webanwendungen heute für Unternehmen aller Branchen geschäftskritisch sind und gleichzeitig einer der häufigsten Angriffsvektoren darstellen, ist das Wissen um ihre Absicherung von unmittelbarem wirtschaftlichem Wert. Fachkräfte, die Webanwendungen sicher gestalten und testen können, sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt und können sowohl in der Entwicklung als auch in der Sicherheitsprüfung tätig werden. Durch das Erlernen des Angreiferblickwinkels entwickeln Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein tiefes, intuitives Verständnis für Sicherheitsrisiken, das sich in jeder Rolle — ob Penetrationstester, AppSec Engineer oder Entwicklerin — direkt auszahlt. Wer versteht, wie Angriffe funktionieren, kann Schutzmaßnahmen nicht nur implementieren, sondern auch beurteilen, wie wirksam sie wirklich sind. Dieses kritische Denken ist der Kern professioneller Webanwendungssicherheit. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann dieser Kurs über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Abhängig von der persönlichen Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung bei der zuständigen Behörde ist empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Web Application Hacking & Security?
Web Application Hacking & Security bezeichnet das systematische Testen und Absichern von Webanwendungen gegen Cyberangriffe. Fachkräfte in diesem Bereich verstehen sowohl offensive Angriffstechniken als auch defensive Schutzmaßnahmen und können damit Webanwendungen vor realen Bedrohungen schützen.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Grundlegende Kenntnisse in der Webentwicklung oder IT-Infrastruktur sind empfehlenswert. Vertrautheit mit HTTP, HTML und grundlegenden Programmierkonzepten erleichtert den Einstieg. Vorerfahrung im IT-Sicherheitsbereich ist von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung. Im Beratungsgespräch wird ein individueller Lernplan erstellt.
Was sind die OWASP Top 10?
Die OWASP Top 10 sind eine international anerkannte Liste der zehn kritischsten Sicherheitsrisiken für Webanwendungen, herausgegeben von der Open Web Application Security Project Foundation. Sie dienen als Referenz für Penetrationstester, Entwickler und Sicherheitsverantwortliche und werden im Kurs vollständig behandelt.
Darf ich die gelernten Techniken auch außerhalb des Kurses anwenden?
Die im Kurs gelernten Angriffstechniken dürfen nur in legalen, autorisierten Kontexten angewendet werden. Das heißt: Penetrationstests erfordern stets eine schriftliche Genehmigung des Eigentümers der getesteten Systeme. Der unbefugte Zugriff auf Computersysteme ist strafbar. Der Kurs vermittelt auch die rechtlichen Grundlagen und ethischen Prinzipien des Penetrationstestens.
Kann dieser Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung bei der zuständigen Behörde klärt die individuellen Fördermöglichkeiten.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Informatik (grundständig)6.643 Stellen
- Sicherheitstechnik (grundständig)3.485 Stellen
- Security Engineer2.060 Stellen
- IT-Sicherheit (grundständig)926 Stellen
- Verwaltungsinformatik (grundständig)112 Stellen
- Penetration Tester97 Stellen