Überblick
Dieses Seminar richtet sich an erfahrene IT-Professionals, die softwaredefinierten Datencenter-Technologien auf Windows-Server-Basis vertiefen wollen. Im Mittelpunkt steht Azure Stack HCI – Microsofts hyperkonvergente Infrastrukturplattform, die lokale Rechenleistung, softwaredefiniertes Storage und Netzwerk mit Azure-Hybrid-Diensten verbindet. Das Training behandelt außerdem die weiteren Produkte des Azure-Stack-Portfolios sowie die Integration mit System Center für den Betrieb softwaredefinierten Rechenzentrums.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Azure Stack HCI und das Azure-Stack-Portfolio Microsoft bietet unter dem Begriff „Azure Stack" drei distinkte Produkte an, die unterschiedliche Hybrid-Cloud-Szenarien adressieren. Dieses Modul schafft zunächst Klarheit über das Gesamtportfolio und zeigt, welches Produkt für welches Szenario geeignet ist. Anschließend werden die technologischen Grundlagen von Azure Stack HCI im Detail erarbeitet.
- Azure Stack HCI: Definition, Positionierung, Einsatzszenarien
- Azure Stack Hub: vollständige Azure-Cloud-Umgebung für isolierte oder regulierte Umgebungen
- Azure Stack Edge: Edge-Computing-Geräte für latenzarme Verarbeitung am Rand des Netzwerks
- Azure Stack HCI-Kerntechnologien: Hyper-V, Storage Spaces Direct, Software Defined Networking
- Windows Admin Center als primäres Management-Interface
- Hardware-Anforderungen und validierte Hardware-Lösungen für Azure Stack HCI
Modul 2 – Azure Stack HCI Storage: Storage Spaces Direct, QoS und Replica Storage ist das technologische Herzstück von Azure Stack HCI. Storage Spaces Direct (S2D) eliminiert die Notwendigkeit eines dedizierten SANs, indem lokale Festplatten mehrerer Serverknoten zu einem gemeinsamen, fehlertoleranten Pool zusammengefasst werden. Dieses Modul behandelt Planung, Implementierung und Betrieb aller Storage-Komponenten.
- Storage Spaces Direct: Architektur, Cache-Tier, Kapazitäts-Tier, Fehlertoleranz-Modi
- Storage-Pools erstellen, virtuelle Datenträger anlegen, Volumes konfigurieren
- Storage QoS: Durchsatz-Limits definieren, Bandbreitenklassen anlegen, Monitoring
- Storage Replica: synchrone und asynchrone Replikation, Failover-Szenarien, Logging
- Deduplication und Komprimierung auf ReFS- und NTFS-Volumes
- Kapazitätsplanung für S2D-Cluster: Ermittlung des nutzbaren Speicherplatzes
Modul 3 – Azure Stack HCI Networking und Software Defined Networks Netzwerke in Azure Stack HCI-Umgebungen werden auf zwei Ebenen konfiguriert: das physische Hostnetzwerk, das Redundanz und Bandbreite bereitstellt, sowie das logische softwaredefinierten Netzwerk, das Mandantenisolierung, Gateways und Load Balancing realisiert. Dieses Modul behandelt beide Ebenen und die Implementierung mit dem Network Controller.
- Physisches Hostnetzwerk: Switch Embedded Teaming (SET), RDMA, Jumbo Frames
- Network Controller: Bereitstellung, Konfiguration, Verwaltung
- Virtuelle Netzwerke: VXLAN-Encapsulation, logische Netzwerke, IP-Pools
- Software Defined Load Balancer: Multiplexer, Health Probes, NAT
- RAS Gateway: Site-to-Site-VPN, GRE-Tunnel, BGP-Routing
- SDN-Monitoring und Problemdiagnose mit Windows Admin Center
Modul 4 – Hybridfunktionen, Workloads und System Center Azure Stack HCI entfaltet seinen vollen Wert erst durch die Integration mit Azure-Diensten. Über Azure Arc werden HCI-Cluster in Azure registriert und können Azure-Dienste wie Azure Monitor, Azure Site Recovery oder Azure Update Management nutzen. Dieses Modul behandelt die Hybridintegration sowie den Betrieb von Workloads und die Verwaltung mit System Center.
- Azure Arc: Cluster registrieren, Azure-Dienste aktivieren, Policy-Compliance sicherstellen
- Azure Monitor für Azure Stack HCI: Metriken, Alerts, Log Analytics
- Azure Site Recovery: Replikation, Failover, Failback für VMs auf HCI
- Windows Admin Center als zentrales Management-Interface für HCI-Cluster
- Workloads implementieren: VMs erstellen, migrieren, hochverfügbar konfigurieren
- System Center Virtual Machine Manager und System Center Operations Manager für softwaredefinierten Datacenter
Praxisblock – Implementierungsszenarien und Administration Im praktischen Teil des Seminars führen Teilnehmende alle wesentlichen Konfigurationsaufgaben selbst durch – in Lab-Umgebungen, die reale Azure Stack HCI-Deployments abbilden. Ziel ist es, den gesamten Implementierungsprozess von der Erstvalidierung bis zum laufenden Clusterbetrieb hands-on zu erfahren.
- Typischen Azure Stack HCI-Implementierungsprozess Schritt für Schritt durchführen
- Azure Stack HCI-Cluster validieren: Cluster Validation Report interpretieren
- Storage Spaces Direct-Cluster konfigurieren: Pool, Tier, Volumes anlegen
- Storage Replica zwischen zwei Standorten konfigurieren und testen
- Network Controller bereitstellen und logische Netzwerke anlegen
- Virtuelle Netzwerke und Software Defined Load Balancer konfigurieren
- Azure Arc-Integration: Cluster registrieren und Azure-Dienste aktivieren
- VM-Workloads auf HCI-Cluster migrieren: Live Migration, Storage Migration
- Storage QoS-Policies anlegen und Auswirkung auf VM-Performance messen
- Fehlerszenario simulieren: Knotenausfall in S2D-Cluster, Wiederherstellungsschritte
- Windows Admin Center für tägliche Administrations- und Monitoring-Aufgaben einsetzen
- SDN-Netzwerk troubleshooten: Diagnosewerkzeuge, Logging, Network Controller-Logs
Lernziele:
- Das Azure-Stack-Portfolio korrekt einordnen: Azure Stack HCI, Azure Stack Hub und Azure Stack Edge unterscheiden und situationsgerecht einsetzen
- Azure Stack HCI-Kerntechnologien erklären: Storage Spaces Direct, Hyper-V, Software Defined Networking und Windows Admin Center
- Den Implementierungsprozess eines Azure Stack HCI-Clusters von der Hardware-Validierung bis zur Inbetriebnahme planen
- Azure Stack HCI-Hybridfunktionen aktivieren und konfigurieren: Azure Arc, Azure Monitor, Azure Site Recovery
- Workloads auf Azure Stack HCI implementieren, verwalten und migrieren
- Storage auf Azure Stack HCI planen und implementieren: Storage Spaces Direct, Storage QoS, Storage Replica
- Netzwerkarchitekturen für Azure Stack HCI konzipieren: physisches Netzwerk, logisches Netzwerk, Network Controller
- Software Defined Networks implementieren: virtuelles Netzwerk, Gateways, Load Balancer, SDN-Monitoring
- System-Center-Produkte für die Verwaltung softwaredefinierten Rechenzentrums einsetzen
- Azure Stack HCI-Cluster im laufenden Betrieb überwachen und warten
- Fehlerszenarien in Azure Stack HCI-Clustern diagnostizieren und beheben
- Skalierungsoptionen für Azure Stack HCI-Umgebungen bewerten und umsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Seminar richtet sich an erfahrene IT-Professionals in Serverinfrastruktur und Rechenzentrum.
- Systemadministratoren mit Fokus auf Windows Server und Virtualisierung
- Datacenter-Administratoren, die Hyper-V-Umgebungen in Azure Stack HCI migrieren wollen
- IT-Architekten, die Hybrid-Cloud-Strategien planen und evaluieren
- Cloud-Administratoren, die On-Premises-Infrastruktur in ihre Azure-Strategie integrieren
- Storage- und Netzwerkspezialisten, die softwaredefinierten Ansatz kennenlernen wollen
Solide Kenntnisse in der Windows Server-Administration sind unbedingt erforderlich – insbesondere in Hyper-V-Virtualisierung, Active Directory und Windows-Netzwerkdiensten. Kenntnisse in TCP/IP-Netzwerken, Storage-Technologien (SAN, NAS, iSCSI) und Clustering in Windows Server (Failover Clustering) erleichtern das Verständnis erheblich. Grundkenntnisse der Azure-Cloud-Plattform sind empfehlenswert, da Azure-Hybridfunktionen einen wesentlichen Teil des Seminars ausmachen.
Ablauf & Abschluss
Das Seminar kombiniert strukturierte Wissensvermittlung durch erfahrene Trainer mit praxisorientierten Lab-Übungen in simulierten oder echten Azure Stack HCI-Umgebungen. Konfigurationsszenarien werden schrittweise durchgeführt, sodass Teilnehmende den gesamten Implementierungsprozess praktisch nachvollziehen. Das Format eignet sich sowohl als kompaktes Präsenzseminar als auch im Combined-Learning-Format mit Teilzeit-Terminen.
Das Seminar ist als kompaktes Fachtraining konzipiert und dauert in der Regel mehrere Tage. Je nach Kursanbieter wird es als Präsenztraining oder im Combined-Learning-Format angeboten. Konkrete Angaben zu Stunden und Terminen finden Sie in den Kursangeboten auf Kursweg.
Nach Abschluss des Seminars erhalten Teilnehmende ein Kurszertifikat des Anbieters, das die erfolgreiche Teilnahme und die behandelten Themenbereiche dokumentiert. Herstellerzertifikate von Microsoft werden in separaten Prüfungen erworben; das Seminar bereitet auf das inhaltliche Niveau vor, das für Azure-bezogene Microsoft-Zertifizierungen wie AZ-140 oder AZ-305 relevant ist.
Nutzen & Perspektiven
Azure Stack HCI ist Microsofts strategische Plattform für Unternehmen, die nicht vollständig in die Public Cloud migrieren können oder wollen – sei es aus regulatorischen Gründen, Latenz-Anforderungen oder Datenschutzüberlegungen. Diese Kategorie umfasst einen erheblichen Teil der mittelständischen und großen deutschen Unternehmen. Wer Azure Stack HCI beherrscht, bedient genau diesen Markt: Betriebe, die moderne Cloud-Dienste wollen, aber die Infrastruktur lokal betreiben müssen. Die Kenntnisse aus diesem Seminar sind unmittelbar transferierbar. Storage Spaces Direct, Software Defined Networking und Azure Arc sind keine akademischen Konzepte, sondern produktionsreife Technologien, die in Rechenzentren heute eingesetzt werden. Wer das Seminar abschließt, kann an einem realen Azure Stack HCI-Deployment mitarbeiten oder eines eigenständig planen. Die Hybridintegration mit Azure ist der entscheidende Differenzierungsfaktor gegenüber klassischer On-Premises-Infrastruktur. Durch Azure Arc verwandelt sich ein lokaler HCI-Cluster in eine Arc-enabled-Infrastruktur, die von Azure aus überwacht, verwaltet und mit Azure-Policy-Compliance ausgestattet werden kann. Systemadministratoren, die diese Verbindung verstehen und operativ umsetzen können, sind für Unternehmen in der Hybrid-Cloud-Transition unverzichtbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Azure Stack HCI und wie unterscheidet es sich von Azure Stack Hub?
Azure Stack HCI ist eine hyperkonvergente Infrastrukturlösung für On-Premises-Rechenzentren, die Azure-Hybrid-Dienste nahtlos integriert. Azure Stack Hub ist eine vollständige Azure-Cloud-Umgebung, die lokal betrieben wird. Azure Stack Edge ist ein Gerät für Edge-Computing. Das Seminar behandelt alle drei Produkte, legt den Schwerpunkt aber auf Azure Stack HCI.
Welche Vorkenntnisse sind für dieses Seminar wirklich notwendig?
Fundierte Kenntnisse in Windows Server-Administration sind unbedingt erforderlich – insbesondere Hyper-V und Active Directory. Wer Azure Stack HCI ohne Vorkenntnisse in Windows Server besucht, wird den fortgeschrittenen Inhalten kaum folgen können. Grundkenntnisse in Azure sind hilfreich, aber nicht zwingend.
Was ist Storage Spaces Direct und warum ist es zentral für Azure Stack HCI?
Storage Spaces Direct (S2D) bündelt die lokalen Festplatten mehrerer Serverknoten zu einem gemeinsamen, hochverfügbaren Speicherpool – ohne dediziertes SAN. Das ist die technologische Grundlage für Azure Stack HCI-Cluster: Rechenleistung und Storage werden auf denselben physischen Servern bereitgestellt, was Kosten und Komplexität reduziert.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Seminar?
Das Seminar schließt mit einem Kurszertifikat des Anbieters ab, das die Teilnahme und die vermittelten Inhalte bestätigt. Zusätzlich kann ein Herstellerzertifikat angeboten werden. Für offizielle Microsoft-Zertifizierungen (etwa AZ-140 oder AZ-305) sind separate Prüfungen bei Microsoft erforderlich.
Eignet sich das Seminar auch für Cloud-Architekten, die bisher rein on-premises gearbeitet haben?
Ja. Azure Stack HCI ist technisch eine Hybrid-Lösung, die On-Premises-Infrastruktur mit Azure-Diensten verbindet. Für Architekten, die den Übergang von klassischen Rechenzentren zu Hybrid-Cloud-Architekturen planen, ist das Seminar besonders relevant – es zeigt, wie Azure-Dienste ohne vollständige Cloud-Migration nutzbar sind.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Systemadministrator16.136 Stellen
- Beamter/Beamtin im gehobenen Verwaltungsinformatikdienst2.354 Stellen
- Beamter/Beamtin im Verwaltungsdienst des Bundes im Informationstechnikzentrum Bund (gehobener technischer Dienst)2.354 Stellen
- Cloud Administrator155 Stellen
- Assistent/Assistentin für Informatik (Wirtschaftsinformatik)49 Stellen
- Datacenter Administrator4 Stellen