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Bildungsgutschein Guide•AVGS

AVGS 2026: Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein –
Voraussetzungen & Maßnahmen

14 Min Lesezeit
AZAV-zertifizierte Kurse
100 % Förderung möglich
Unabhängig & neutral
Datenschutzkonform
Auf einen Blick:Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist dein Schlüssel zu kostenlosem Coaching, Bewerbungstraining oder Existenzgründungsberatung. Die Agentur für Arbeit übernimmt 100 % der Kosten. In diesem Guide erfährst du, wer den AVGS bekommt, wie du ihn beantragst und welche Maßnahmen damit gefördert werden.

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Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist ein AVGS?
  • 2. Die drei AVGS-Typen: MAT, MAG und MPAV
  • 3. Voraussetzungen: Wer bekommt einen AVGS?
  • 4. AVGS beantragen: Schritt-für-Schritt
  • 5. Welche Maßnahmen werden gefördert?
  • 6. AVGS vs. Bildungsgutschein
  • 7. AVGS online nutzen
  • 8. Kosten und Finanzierung
  • 9. Häufige Fragen

1. Was ist ein AVGS?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein – kurz AVGS – ist eine staatliche Förderung nach § 45 SGB III. Mit ihm übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die kompletten Kosten für Maßnahmen, die dich beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Anders als der Bildungsgutschein, der längere Weiterbildungen und Umschulungen finanziert, ist der AVGS für kürzere, aktivierende Maßnahmen gedacht: Einzelcoachings, Bewerbungstrainings, berufliche Orientierung oder sogar die Vorbereitung auf eine Existenzgründung.

Der AVGS ist kein Geld, das du direkt erhältst. Es ist ein Gutschein, den du bei einem AZAV-zertifizierten Maßnahmenträger einlöst. Der Träger rechnet dann direkt mit der Agentur für Arbeit ab – für dich entstehen null Kosten.

2. Die drei AVGS-Typen: MAT, MAG und MPAV

Nicht jeder AVGS ist gleich. Es gibt drei Varianten, die sich in Art und Umfang der geförderten Maßnahme unterscheiden:

AVGS MAT – Maßnahme bei einem Träger

Die häufigste Variante. Fördert Coachings, Kurz-Weiterbildungen, Bewerbungstrainings und Existenzgründungsberatungen bei einem zertifizierten Bildungsträger. Dauer: in der Regel bis zu 8 Wochen.

AVGS MAG – Maßnahme bei einem Arbeitgeber

Finanziert ein Betriebspraktikum bei einem konkreten Unternehmen – bis zu 6 Wochen lang. Ideal, wenn du in einen neuen Bereich reinschnuppern möchtest.

AVGS MPAV – Private Arbeitsvermittlung

Ermöglicht dir, einen privaten Arbeitsvermittler zu beauftragen. Der Wert liegt bei bis zu 2.000 € (bei Menschen mit Behinderung bis zu 2.500 €). Gezahlt wird erst bei erfolgreicher Vermittlung.

3. Voraussetzungen: Wer bekommt einen AVGS?

Beim AVGS wird zwischen einem gesetzlichen Rechtsanspruch und einer Ermessensleistung unterschieden. Der Unterschied ist entscheidend für deine Erfolgschancen bei der Beantragung.

Rechtsanspruch (AVGS wird dir zugesichert)

Du hast einen gesetzlichen Anspruch auf den AVGS, wenn alle folgenden Punkte zutreffen:

  • Du beziehst aktuell Arbeitslosengeld I (ALG I).
  • Du warst in den letzten drei Monaten mindestens 6 Wochen arbeitslos gemeldet.
  • Du konntest bisher nicht erfolgreich in einen neuen Job vermittelt werden.

Trifft das auf dich zu, kann dir die Agentur den AVGS nicht einfach verweigern – du hast ein Recht darauf.

Ermessensleistung (AVGS kann bewilligt werden)

Auch ohne Rechtsanspruch stehen deine Chancen gut, wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst:

  • Du beziehst Bürgergeld (ehemals ALG II) und bist beim Jobcenter gemeldet.
  • Du bist arbeitssuchend gemeldet, beziehst aber keine Leistungen.
  • Du hast eine Kündigung erhalten, bist aber noch beschäftigt.
  • Du bist Berufsrückkehrer nach einer längeren Pause (z. B. Elternzeit).
  • Du befindest dich in einer Transfergesellschaft.
  • Du planst eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus.

Tipp zur Ermessensleistung

Je besser du begründen kannst, warum die Maßnahme deine Jobchancen konkret verbessert, desto höher die Bewilligungswahrscheinlichkeit. Bereite dein Argument im Vorfeld vor!

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4. AVGS beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Beantragung ist einfacher als viele denken. So gehst du vor:

Schritt 1: Passende Maßnahme finden

Bevor du zum Amt gehst, solltest du wissen, welche Maßnahme du machen möchtest. Das zeigt Eigeninitiative und erhöht deine Chancen deutlich. Durchsuche dazu unseren Kurskatalog nach AVGS-förderbaren Angeboten oder lass dir von Jiggo passende Maßnahmen vorschlagen.

Achte darauf, dass der Anbieter AZAV-zertifiziert ist – das ist Voraussetzung für die Kostenübernahme.

Schritt 2: Antrag stellen

Kontaktiere deine zuständige Fachkraft bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter. Das funktioniert:

  • Persönlich beim Beratungstermin
  • Telefonisch über die Service-Hotline
  • Per E-Mail an deinen Sachbearbeiter
  • Schriftlich per Brief

Für deinen Antrag brauchst du keine besonderen Formulare. Eine formlose Mitteilung reicht. Nenne deine Kundennummer, den gewünschten AVGS-Typ (MAT, MAG oder MPAV) und begründe, warum die Maßnahme deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert.

Schritt 3: Begründung vorbereiten

Die Begründung ist der wichtigste Teil – besonders bei Ermessensleistungen. Erkläre konkret, welches Vermittlungshemmnis du durch die Maßnahme abbauen willst:

  • Fehlende Bewerbungskompetenz
  • Berufliche Neuorientierung
  • Lücken im Lebenslauf
  • Fehlende Klarheit über die Berufsrichtung
  • Fehlende Gründungskenntnisse

Pro-Tipp

Wenn du bereits einen konkreten Maßnahmenträger und ein Angebot nennen kannst, wirkt das professionell und erhöht die Bewilligungsquote erheblich.

Schritt 4: Gutschein erhalten und einlösen

Nach Prüfung erhältst du den AVGS per Post oder digital. Darauf stehen: der AVGS-Typ, das Bildungsziel, die regionale Gültigkeit, die zeitliche Gültigkeit (meist 3-6 Monate) und ggf. weitere Nebenbestimmungen.

Bringe den Gutschein zu deinem gewählten Maßnahmenträger. Dieser füllt die fehlenden Angaben aus und sendet den AVGS an die Agentur zurück. Nach dem Bewilligungsbescheid kann deine Maßnahme starten.

5. Welche Maßnahmen werden mit dem AVGS gefördert?

Die Bandbreite ist groß. Hier die wichtigsten Maßnahmen, die du mit einem AVGS MAT in Anspruch nehmen kannst:

  • Jobcoaching und Karriereberatung – ein professioneller Coach hilft dir, berufliche Ziele zu definieren, Stärken zu identifizieren und eine klare Jobstrategie zu entwickeln.
  • Bewerbungstraining und Bewerbungscoaching – von der Optimierung deiner Unterlagen über Vorstellungsgespräch-Simulation bis hin zur Selbstpräsentation.
  • Existenzgründungsberatung (AVGS MAT nach § 45 Abs. 1 S. 1 Nr. 4) – Begleitung bei Businessplan, Finanzplanung und Marktanalyse. Häufig Voraussetzung für den Gründungszuschuss.
  • Berufliche Kurzqualifizierung – kurze fachliche Trainings (bis 8 Wochen), die gezielt Wissenslücken schließen (EDV-Grundlagen, Branchenwissen, Sprachkurse).
  • Kompetenzfeststellung und Profiling – strukturierte Analyse deiner Fähigkeiten, Interessen und Potenziale.
  • Betriebspraktikum (AVGS MAG) – bis zu 6 Wochen in einem Unternehmen hospitieren.

→ Alle AVGS-Maßnahmen auf Kursweg vergleichen: Unser Kurskatalog zeigt dir verfügbare AVGS-Angebote, gefiltert nach Thema, Format und Anbieter.

6. AVGS vs. Bildungsgutschein: Was ist der Unterschied?

Die beiden Fördermittel werden oft verwechselt. Hier die klare Abgrenzung:

AVGSBildungsgutschein
Rechtsgrundlage§ 45 SGB III§ 81 SGB III
Typische DauerBis 8 WochenMehrere Monate bis 2+ Jahre
MaßnahmenCoaching, Training, PraktikumUmschulung, IHK-Abschlüsse, Zertifizierungen
Kostenübernahme100 %100 %
ZielgruppeArbeitslose, ArbeitssuchendeArbeitslose + teils Beschäftigte

Übrigens: Du kannst beide Förderungen nacheinander nutzen. Zum Beispiel erst ein AVGS-Coaching zur Orientierung und danach eine geförderte Weiterbildung mit Bildungsgutschein. Mehr dazu in unserem Bildungsgutschein-Guide.

7. AVGS online nutzen: Coaching von zu Hause

Gute Nachricht: Die meisten AVGS-Maßnahmen können komplett online durchgeführt werden. Voraussetzung ist nur, dass der Maßnahmenträger für Online-Coaching AZAV-zertifiziert ist. Für die Agentur für Arbeit macht es keinen Unterschied, ob dein Coaching per Video-Call oder vor Ort stattfindet – die Kosten werden identisch übernommen.

Das bedeutet: Du bist nicht auf Anbieter in deiner Region beschränkt, sondern kannst aus einem deutschlandweiten Angebot wählen. Besonders praktisch, wenn du in einer ländlichen Region wohnst oder zeitlich flexibel sein musst.

8. Kosten und Finanzierung

Für dich entstehen bei einem AVGS keinerlei Kosten. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Maßnahmenkosten vollständig und rechnet direkt mit dem Träger ab. Darüber hinaus können unter bestimmten Voraussetzungen auch erstattet werden:

  • Fahrtkosten zum Maßnahmenort
  • Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung
  • Kinderbetreuungskosten

Kläre diese Zusatzkosten vor Beginn der Maßnahme mit deiner Vermittlungsfachkraft. Es gibt keine Rückzahlungspflicht – der AVGS ist eine reine Förderleistung, kein Kredit.

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Alle weiteren Fördermöglichkeiten findest du in unserem Förderungs-Hub.

Häufige Fragen zum AVGS

Was ist ein AVGS?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist eine Förderung nach § 45 SGB III. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt damit die Kosten für Maßnahmen, die deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern – zum Beispiel Coachings, Bewerbungstrainings oder Existenzgründungsberatung.

Wer hat Anspruch auf einen AVGS?

Einen gesetzlichen Anspruch hast du, wenn du ALG I beziehst und in den letzten 3 Monaten mindestens 6 Wochen arbeitslos gemeldet warst. Auch Bürgergeld-Empfänger, Berufsrückkehrer und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen können einen AVGS als Ermessensleistung erhalten.

Wie beantrage ich einen AVGS?

Du beantragst den AVGS bei deiner zuständigen Fachkraft in der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter. Das geht persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Tipp: Suche dir vorher eine passende Maßnahme und argumentiere, warum sie deine Jobchancen verbessert.

Welche Maßnahmen werden mit dem AVGS gefördert?

Es gibt drei Typen: AVGS MAT (Maßnahme bei einem Träger, z. B. Coaching oder Kurz-Weiterbildung), AVGS MAG (Praktikum bei einem Arbeitgeber bis zu 6 Wochen) und AVGS MPAV (private Arbeitsvermittlung). Die Maßnahme muss von einem AZAV-zertifizierten Träger durchgeführt werden.

Wie lange ist ein AVGS gültig?

In der Regel ist der AVGS 3 bis 6 Monate gültig. Die genaue Frist steht auf deinem Gutschein. Die Maßnahme muss innerhalb dieser Frist beginnen – das Ende kann danach liegen. Nach Ablauf kannst du einen neuen AVGS beantragen.

Was ist der Unterschied zwischen AVGS und Bildungsgutschein?

Der Bildungsgutschein fördert längere, berufliche Weiterbildungen und Umschulungen (oft mehrere Monate). Der AVGS fördert kürzere Aktivierungsmaßnahmen wie Coachings, Bewerbungstrainings oder Praktika (meist bis 8 Wochen). Beide werden von der Agentur für Arbeit ausgestellt.

Kann ich einen AVGS auch für Online-Coaching nutzen?

Ja. Sofern der Maßnahmenträger für Online-Coaching AZAV-zertifiziert ist, kann die Maßnahme komplett digital durchgeführt werden. Für die Kostenübernahme macht es keinen Unterschied, ob das Coaching in Präsenz oder per Video-Call stattfindet.

Was tun wenn der AVGS abgelehnt wird?

Du kannst Widerspruch einlegen (innerhalb eines Monats). Alternativ: Bessere Begründung vorbereiten und erneut beantragen. Zeige konkret, warum die Maßnahme deine Jobchancen verbessert. Unser KI-Berater Jiggo hilft dir kostenlos, die richtige Argumentation und Maßnahme zu finden.

Häufige Fragen

Wer bekommt einen Bildungsgutschein?

Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und Beschäftigte ohne Berufsabschluss. Ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit ist der erste Schritt.

Wie lange dauert die Beantragung?

In der Regel 2-4 Wochen. Vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie Ihren Lebenslauf und das gewünschte Kursangebot mit.

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