Überblick
Computeranimierte Bilder und 3D-Grafiken sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie begegnen uns in Werbespots, Videospielen, Architekturprojekten, Produktkatalogen und Filmen. Hinter diesen beeindruckenden Bildern steckt das Handwerk der 3D-Visualisierung — und ein mächtiges Werkzeug, das in professionellen Studios weltweit eingesetzt wird: Autodesk Maya. Maya gilt als Industriestandard für 3D-Modellierung und -Animation und ist das bevorzugte Programm führender Werbeagenturen, Filmstudios in Hollywood und international anerkannter Spieleentwickler. In diesem Grundlagenkurs erlernen Sie die wichtigsten Konzepte und Techniken, die nötig sind, um mit Maya professionell zu arbeiten. Sie entwickeln von Anfang an ein handwerkliches Verständnis für 3D-Geometrie, Materialien, Beleuchtung, Animation und Rendering.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Benutzeroberfläche, primitive Körper und grundlegende Werkzeuge Der erste Kursabschnitt führt systematisch in die Oberfläche von Autodesk Maya ein. Teilnehmende lernen, wie das Programm aufgebaut ist, welche Ansichtsfenster und Panels zur Verfügung stehen und wie grundlegende Navigations- und Transformationswerkzeuge eingesetzt werden.
- Menüstruktur und Workspace-Konfiguration verstehen
- Perspektivische und orthographische Ansichten nutzen
- Objekte auswählen, verschieben, rotieren und skalieren
- Primitive Körper erstellen: Würfel, Zylinder, Kugel, Kegel
- Manipulatoren für präzise Transformationen nutzen
- Szenen anlegen, speichern und organisieren
Modul 2: Blueprints, Boolean Workflow und Topologie Im zweiten Modul wird das Fundament der Polygonmodellierung erarbeitet. Teilnehmende lernen, nach Blueprints — also technischen Referenzzeichnungen — zu modellieren und verstehen, warum saubere Topologie die Basis für qualitativ hochwertige 3D-Objekte ist.
- Blueprints importieren und als Modellierungsreferenz einrichten
- Polygone extrudieren, teilen, zusammenführen und löschen
- Edge-Loops und Face-Loops gezielt hinzufügen
- Topologieprinzipien: Quads bevorzugen, Poles vermeiden
- Boolean Workflow: Vereinigung, Differenz und Schnittmenge
- Meshes bereinigen: Merge Vertices, Delete History, Freeze Transformations
Modul 3: Materialien, Shader, HDRIs und Rendereinstellungen Das dritte Modul widmet sich der visuellen Wirkung eines 3D-Objekts. Materialien und Beleuchtung bestimmen, ob eine Szene überzeugend aussieht — technisch korrekte Geometrie allein reicht nicht aus.
- Shader-Presets zuweisen: Lambert, Blinn, aiStandardSurface
- Hypershade öffnen und Shader-Netzwerke aufbauen
- HDRI-Umgebungsbeleuchtung einrichten
- Texturmaps verbinden: Farbe, Roughness, Normal, Specular
- Arnold-Renderer konfigurieren: Samples, Denoising, AOVs
- Batch-Rendering und Ausgabeformate einrichten
Modul 4: Deformer, Animation, UV-Editor, Lighting und Produkt-Visualisierung Im abschließenden Modul werden fortgeschrittenere Grundlagentechniken behandelt, die aus einer Szene ein vollständiges, professionelles Visualisierungsprojekt machen. Von der Animation über das Texturieren bis zur Endausgabe werden alle Schritte praxisnah durchlaufen.
- Deformer anwenden: Bend, Twist, Lattice, Squash
- Key-Frame-Animation im Timeline-Editor erstellen
- Graph Editor für Animationskurven nutzen
- Grundlagen des Riggings: Skeleton-Joints und Skin-Binding
- UV-Editor öffnen und UV-Shells auslegen
- Textur-Tiles zuweisen und UV-Seams verbergen
- Kamera-Matching für Integration in Fotografie
- Drei-Punkt-Licht-Setup und natürliches Fensterlicht
- Produkt-Visualisierung: Turntable-Animation einrichten
- Kamera Depth of Field für fotografischen Look
- Szenen-Management: Groups, Layer, Namespaces
- Finales Rendering und Export für Portfolio oder Auftraggeber
Das Kursprogramm wird durch eine abschließende praktische Übung ergänzt, in der die Teilnehmenden ein vollständiges Produktvisualisierungsprojekt von der Modellierung bis zur gerenderten Ausgabe selbstständig realisieren. Diese abschließende Arbeit dient als erster Nachweis der erworbenen Fähigkeiten und als Ausgangspunkt für den Aufbau eines Portfolios. Kursleitende geben während dieser Phase individuelles Feedback und weisen auf Verbesserungspotenziale hin.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden die Grundlagen der 3D-Visualisierung mit Autodesk Maya und sind in der Lage, eigenständige Projekte zu realisieren. Die erworbenen Kompetenzen umfassen folgende Bereiche.
- Sie navigieren sicher in der Maya-Benutzeroberfläche und kennen alle wesentlichen Arbeitsbereiche und Werkzeuge.
- Sie erstellen und bearbeiten primitive Körper als Ausgangsbasis für komplexe Geometrien.
- Sie modellieren dreidimensionale Objekte nach Blueprints mit Polygonmodellierungstechniken.
- Sie verstehen Topologieprinzipien und erzeugen geometrisch saubere Modelle mit korrektem Edgeflow.
- Sie wenden den Boolean Workflow für subtraktive und additive Modellierungsaufgaben an.
- Sie konfigurieren Shader-Presets, HDRIs und Rendereinstellungen für realistische Ergebnisse.
- Sie modifizieren Objekte mit Deformern für organische und deformierte Formen.
- Sie erstellen einfache Key-Frame-Animationen und verstehen die Grundlagen des Riggings.
- Sie arbeiten im UV-Editor und richten im Hypershade komplexere Material-Netzwerke ein.
- Sie richten Licht-Setups für verschiedene Szenen ein und rendern mit dem Arnold-Renderer.
- Sie verwalten Szenen professionell und bereiten ein fertiges Visualisierungsprojekt für die Ausgabe vor.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in die 3D-Visualisierung einsteigen möchten und in der Medien-, Werbe-, Architektur-, Film- oder Spielebranche arbeiten wollen oder bereits arbeiten.
- Personen, die Produkte und Architektur in 3D visualisieren möchten, ohne bisherige 3D-Erfahrung
- Angehende Fachkräfte für Videospiel- und Filmindustrie, die den professionellen Standard Maya erlernen wollen
- Grafiker, Designer und Fotografen, die ihr Repertoire um 3D-Fähigkeiten erweitern möchten
- Bauzeichner, Architekten und Konstrukteure, die 3D-Darstellungen ihrer Entwürfe erstellen wollen
- Personen im Berufsübergang in kreative oder technische Medienberufe
Für die Teilnahme an diesem Grundlagenkurs werden keine Vorkenntnisse in Autodesk Maya oder anderen 3D-Programmen benötigt. Vorausgesetzt werden ein dreidimensionales Verständnis von Raum und geometrischen Formen sowie grundlegende Kenntnisse der PC-Bedienung. Eine gute Auffassungsgabe und die Bereitschaft, sich schnell neues Wissen anzueignen, sind für den Erfolg im Kurs wichtig. Gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind für das Verständnis der Kursinhalte erforderlich; grundlegende Englischkenntnisse sind von Vorteil, da viele Programmmenüs und Fachbegriffe auf Englisch sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten und kombiniert betreute Präsenzphasen mit selbstgesteuerten Online-Arbeitsphasen. Im Mittelpunkt steht das praktische Arbeiten am Computer: Jede neue Technik wird unmittelbar an eigenen Projekten ausprobiert und vertieft. Kursleitende demonstrieren Arbeitsschritte und stehen für Rückfragen und individuelle Unterstützung zur Verfügung. Digitale Lernmaterialien ermöglichen die Nachbereitung und das Selbststudium. Der Kurs wird als Vollzeitmaßnahme durchgeführt, um intensive und zügige Lernfortschritte zu ermöglichen.
Dieser Grundlagenkurs umfasst einen Vollzeit-Qualifizierungszeitraum von mehr als einem Monat und bis zu drei Monaten. Die Dauer ist bewusst großzügig bemessen, da das Erlernen professioneller 3D-Software Zeit und kontinuierliche Übung erfordert. Je nach Bildungsträger und Programmstruktur kann der Kurs als Einstiegsstufe einer mehrstufigen 3D/CGI-Qualifikationsreihe eingebettet sein. Konkrete Termine und Standorte sind beim jeweiligen Träger zu erfragen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses Dokument belegt die erworbenen Grundlagenkenntnisse in Autodesk Maya und 3D-Visualisierung und kann Bewerbungsunterlagen beigefügt werden. Es handelt sich um eine anerkannte Weiterbildungsbescheinigung und kein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis. Zusätzlich haben die Teilnehmenden erste eigene Arbeiten erstellt, die als Grundlage für ein 3D-Portfolio dienen können.
Nutzen & Perspektiven
Autodesk Maya ist kein Programm für Hobbyisten — es ist das bevorzugte Werkzeug von Profis in Hollywood, in führenden Werbeagenturen und in internationalen Spielestudios. Wer Maya beherrscht, qualifiziert sich für Stellen, die auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt wachsend nachgefragt werden. Die 3D-Branche wächst kontinuierlich: Architekturvisualisierung, Produktfotografie mit CGI, Werbung und Entertainment sind Bereiche, in denen 3D-Kenntnisse heute fast unverzichtbar sind. Für den Berufseinstieg in die 3D-Branche ist dieser Kurs der ideale erste Schritt. Die Kombination aus theoretischem Verständnis von 3D-Konzepten und praktischen Fertigkeiten in Maya schafft eine solide Basis, auf der weiterführende Qualifikationen aufgebaut werden können. Wer den Aufbaukurs und den Referenzprojekt-Kurs anschließt, verfügt am Ende über ein professionelles Portfolio und die technische Tiefe, die Arbeitgeber in der Branche erwarten. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des zuständigen Jobcenters vollständig förderbar. Weitere Fördermöglichkeiten sind das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung. Welcher Förderweg in der individuellen Situation greift, klärt eine Beratung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Erfahrung mit 3D-Software, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein, der Kurs ist als Grundlagenkurs konzipiert und setzt keinerlei Vorkenntnisse in Autodesk Maya oder anderen 3D-Programmen voraus. Vorausgesetzt werden lediglich PC-Grundkenntnisse und ein räumliches Verständnis für geometrische Formen.
Warum Autodesk Maya und nicht Blender oder Cinema 4D?
Maya ist der Industriestandard in professionellen Studios weltweit und das bevorzugte Werkzeug führender Werbeagenturen, Hollywood-Produktionsstudios und Spieleentwickler. Wer Maya beherrscht, ist auf dem internationalen Arbeitsmarkt besonders gut positioniert. Die erlernten Konzepte sind zudem auf andere Software übertragbar.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein finanziert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters in der Regel möglich. Außerdem kommen das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderprogramme in Betracht. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit klärt den individuellen Förderanspruch.
Kann ich nach diesem Kurs direkt in der Branche arbeiten?
Der Grundlagenkurs legt das Fundament, reicht allein aber in der Regel noch nicht für den Direkteinstieg in professionelle Studios aus. In Kombination mit dem Aufbaukurs und dem Referenzprojekt-Kurs entsteht jedoch ein vollständiges Qualifikationsprofil mit Portfolio, das Bewerbungen in der 3D-Branche deutlich stärkt.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und dem Referenzprojekt-Kurs?
Dieser Grundlagenkurs vermittelt alle wesentlichen Techniken und Konzepte. Der Referenzprojekt-Kurs (Level 3) setzt diese Kenntnisse in einem eigenständigen, professionellen Portfolio-Stück um. Beide Kurse bauen aufeinander auf und sollten idealerweise in der vorgesehenen Reihenfolge absolviert werden.
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