Überblick
3D/CGI Basics mit Blender ist eine praxisorientierte Grundlagenausbildung in der Computergrafik und dreidimensionalen Visualisierung. Im Mittelpunkt steht die freie, professionelle Open-Source-Software Blender, die heute in der Medien-, Werbe-, Film- und Game-Branche ebenso eingesetzt wird wie in Architektur, Produktdesign und Mode. Teilnehmende lernen, von der Benutzeroberfläche über Polymodelling und Shader-Grundlagen bis hin zu ersten Animationen mit Keyframes alle wesentlichen Werkzeuge kennen und in praktischen Projekten anzuwenden. Der Kurs richtet sich an Kreativschaffende ohne 3D-Vorwissen, die sich beruflich in einem Bereich etablieren oder erweitern wollen, in dem CGI-Kompetenz zunehmend zum Standard gehört.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt in die Welt der Computergrafik und in die Software Blender ein. Teilnehmende erfahren, welche Rolle CGI in der heutigen Medienlandschaft spielt und wie Blender als professionelles Werkzeug positioniert ist. Die Einrichtung der Software, die Navigation in der 3D-Umgebung und das Verständnis der verschiedenen Editoren bilden das unverzichtbare Fundament.
- Geschichte und Anwendungsgebiete von CGI und 3D-Design
- Blender herunterladen, installieren und erste Einstellungen vornehmen
- Überblick über die Editoren: 3D-Viewport, Shader-Editor, Timeline, Outliner
- Navigation im 3D-Raum: Orbit, Pan, Zoom mit Maus und Tastatur
- Objektmodi: Object Mode, Edit Mode, Sculpt Mode im Überblick
- Grundlegendes Dateimanagement und Speicherformate in Blender
Das zweite Modul behandelt die Grundlagen der Modellierung. Angefangen bei primitiven Körpern wie Cube, Sphere und Cylinder über das Einbinden externer Referenzbilder bis hin zum Boolean Workflow lernen Teilnehmende, wie dreidimensionale Formen konstruiert und verfeinert werden.
- Primitive Körper erzeugen: Cube, Sphere, Cylinder, Plane
- Manipulatoren: Objekte verschieben, rotieren, skalieren
- Externe Referenzbilder einbinden und als Modelliergrundlage verwenden
- Boolean-Operatoren: Union, Difference, Intersection
- Modifier-Stack: Boolean, Subdivision Surface, Mirror
- Objekte duplizieren, gruppieren und im Outliner benennen
Das dritte Modul vertieft die Polymodelling-Techniken, die das Herzstück professioneller 3D-Modellierung bilden. Im Edit Mode arbeiten Teilnehmende direkt mit Vertices, Edges und Faces, um organische und geometrisch präzise Formen zu erschaffen. Kamera-Matching als fortgeschrittene Technik rundet dieses Modul ab.
- Vertex-, Edge- und Face-Auswahl und Bearbeitung
- Extrude, Inset, Loop Cut und Knife-Werkzeug
- Subdivision und Glättungsverfahren für organische Formen
- Proportional Editing für natürliche Kurven
- Kamera-Matching: Perspektive und Fluchtpunkte anpassen
- Vorbereitung eines Modells für Texturing (UV-Unwrapping-Grundlagen)
Das vierte Modul widmet sich Shader, Licht und Rendering — dem visuellen Herzstück jeder 3D-Szene. Teilnehmende lernen, wie Materialien im Shader-Editor aufgebaut werden, wie Lichtquellen eine Stimmung erzeugen und wie Rendereinstellungen zwischen Geschwindigkeit und Qualität abgewogen werden.
- Principled BSDF Shader: Farbe, Roughness, Metallic
- Texturen laden und mit UV-Koordinaten auf Objekte projizieren
- Lichtquellen: Point Light, Area Light, Sun Light, HDRI-Beleuchtung
- Renderengines: Cycles (fotorealistisch) vs. EEVEE (Echtzeit)
- Renderauflösung, Sampling und Output-Einstellungen
- Postprocessing-Grundlagen in Blenders Compositor
Das fünfte Modul besteht aus praktischen Übungen und einem Abschlussprojekt, in dem Modellierung, Shader, Licht und Animation zu einer fertigen Szene verbunden werden.
- Eigenes 3D-Modell von der Referenz bis zum finalen Rendering entwickeln
- Boolean Workflow für ein komplexes Objekt anwenden
- Polymodelling-Übung: ein alltagsnahes Objekt in Edit Mode formen
- Shader-Setup für ein Metallmaterial mit Principled BSDF
- Lichtszene aufbauen und verschiedene Lichtquellen vergleichen
- Kamera-Matching-Übung mit einem Referenzfoto
- Keyframe-Animation: Objekt entlang einer Kurve animieren
- Einfache HDRI-Beleuchtungsszene einrichten
- Renderings in JPEG und PNG exportieren
- Animationssequenz als MP4 rendern und exportieren
- Szene im Outliner strukturieren und benennen
- Finales Präsentationsrendering mit optimierten Einstellungen erstellen
Das Praxismodul setzt alle gelernten Techniken in einem zusammenhängenden Projekt ein. Teilnehmende entwickeln ein eigenes 3D-Objekt — von der primitiven Grundform über das Polymodelling bis hin zur finalen beleuchteten Szene mit Shader-Material. Das Ergebnis ist ein renderfertig aufbereitetes Bild, das als Portfolioarbeit eingesetzt werden kann. Zum Abschluss werden alle Arbeiten in der Gruppe präsentiert und diskutiert. Peers geben konstruktives Feedback zu Modellqualität, Lichtgestaltung und Materialwahl — ein wertvoller Austausch, der auch professionelles Sehen und kritische Ästhetikbeurteilung schult.
Lernziele:
- Die Blender-Benutzeroberfläche sicher bedienen und Arbeitsbereiche situationsgerecht konfigurieren
- Primitive 3D-Körper erzeugen und mit Manipulatoren (Translate, Rotate, Scale) gezielt transformieren
- Externe Referenzbilder (Image References) in Blender einbinden und als Modelliergrundlage verwenden
- Den Boolean Workflow für additive und subtraktive Formgebung beherrschen
- Polygonale Modellierung (Polymodelling) mit Edge-, Face- und Vertex-Werkzeugen durchführen
- Kamera-Matching anwenden, um 3D-Objekte perspektivisch korrekt in Referenzfotos einzubetten
- Basis-Shader im Shader-Editor erstellen und Materialien auf 3D-Objekte anwenden
- Lichtquellen (Punkt-, Flächen- und Richtungslicht) platzieren und für fotorealistisches Rendering optimieren
- Grundlegende Rendereinstellungen in Cycles und EEVEE kennen und situationsgerecht wählen
- Keyframe-Animation: Objekte über die Timeline bewegen, drehen und skalieren
- Szenen strukturiert aufbauen und im Outliner verwalten
- Fertige Renderings und Animationen exportieren und für verschiedene Ausgabeformate aufbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Kreativschaffende und Berufseinsteiger, die 3D-Kompetenzen für berufliche Projekte aufbauen wollen.
- Grafiker und Designer für Print und Web, die ihr Portfolio um 3D-Visualisierungen erweitern möchten
- Architekten und Bauzeichner, die Entwürfe als fotorealistische 3D-Bilder kommunizieren wollen
- Produktdesigner und Verpackungsdesigner, die Konzepte vor der Produktion visualisieren
- Beschäftigte in Werbeagenturen, die eigenständig CGI-Inhalte für Kampagnen erstellen möchten
- Game-Art-Einsteiger und Mediengestalter, die eine Karriere in der 3D-Branche anstreben
Grundlegende Computerkenntnisse und ein sicherer Umgang mit der Maus sind Voraussetzung. Vorkenntnisse in 3D-Software sind nicht erforderlich, da Blender von Grund auf eingeführt wird. Hilfreich sind eine Affinität zu Computergrafik und räumlichem Denken sowie grundlegende Englischkenntnisse, da Blenders Benutzeroberfläche teilweise englischsprachig ist. Gute Deutschkenntnisse (B2) werden für die Kurssprache vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet instruktionale Einführungen mit intensiven Hands-on-Übungen. Jede technische Funktion wird zunächst demonstriert und anschließend sofort in einer eigenen Aufgabe angewendet. Das Combined-Learning-Format ermöglicht Präsenzphasen für gemeinsames Ausprobieren und Feedback sowie selbstgesteuerte Online-Lernphasen für individuelles Üben. Schritt-für-Schritt-Tutorials, Referenzvideos und kommentierte Beispielprojekte unterstützen den Lernerfolg.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monate bei Vollzeitdurchführung. Dieser Zeitrahmen erlaubt eine schrittweise Vertiefung der komplexen 3D-Techniken ohne Überforderung und schafft Raum für ausgedehnte Praxisphasen und das Abschlussrendering.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat beziehungsweise eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Das im Kurs erstellte 3D-Rendering dient als konkretes Portfoliostück für Bewerbungen.
Nutzen & Perspektiven
3D-Kompetenz ist in einer wachsenden Zahl von Berufsfeldern zur Kernanforderung geworden. Ob Architekturvisualisierung, Produktrendering, Werbekampagne oder Game-Asset-Erstellung — wer Blender beherrscht, kann hochwertige CGI-Inhalte produzieren, die früher nur großen Studios mit teurer proprietärer Software zugänglich waren. Blenders Open-Source-Natur bedeutet: Keine Lizenzkosten, keine Herstellerabhängigkeit, dafür eine weltweit aktive Community und regelmäßige Updates. Das im Kurs aufgebaute Grundlagenwissen ist darüber hinaus eine direkte Brücke zu weiterführenden Spezialisierungen: Animationsfilm, VR/AR-Content, Architekturvisualisierung oder Motion Graphics. Wer die Basics beherrscht, kann sich in diesen Bereichen schnell und gezielt weiterentwickeln — mit Online-Kursen, Community-Tutorials oder formalen Weiterbildungen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Rehabilitationsleistungen sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach individueller Situation in Anspruch genommen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in 3D-Software oder Grafikprogrammen?
Nein, der Kurs startet bei null. Blender wird von der Installation bis zum finalen Rendering schrittweise eingeführt. Hilfreich sind eine Affinität zu Computergrafik und grundlegende Englischkenntnisse, da Blenders Oberfläche teilweise englischsprachig ist.
Muss ich Blender kaufen oder lizenzieren?
Nein, Blender ist eine vollständig kostenlose Open-Source-Software und kann ohne Lizenzgebühren auf Windows, macOS und Linux genutzt werden. Das ist einer der großen Vorteile: Gelernte Fähigkeiten sind sofort und dauerhaft nutzbar.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch Qualifizierungschancengesetz, BFD und Rentenversicherungsleistungen kommen je nach Situation in Betracht.
Welche Berufsfelder profitieren von Blender-Kenntnissen?
Blender-Kompetenz ist gefragt in der Medien-, Werbe-, Film- und Game-Branche sowie in Architektur, Produkt- und Verpackungsdesign. Selbst in Mode und Fashion werden 3D-Visualisierungen für Kollektionspräsentationen eingesetzt.
Kann ich das Gelernte direkt beruflich einsetzen?
Ja, nach dem Kurs beherrschen Teilnehmende die Grundlagen des professionellen 3D-Workflows. Das Abschluss-Rendering ist ein konkretes Portfoliostück. Für Spezialisierungen wie Architekturvisualisierung oder Game-Art bieten sich weiterführende Kurse an.
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