Überblick
Dieser Aufbaukurs führt Teilnehmer mit vorhandenen Blender-Grundkenntnissen in die professionelle Welt der Motion Graphics ein. Im Fokus stehen die Techniken der Kamera-, Shader- und Lichtanimation, ergänzt durch fortgeschrittene Themen wie Shader-Masking, Partikel- und Simulationstechniken, Geometry Nodes sowie Camera Tracking. Der Kurs schließt mit einer Vertiefung der Render-Techniken ab und befähigt Teilnehmer, eigenständig marktfähige Motion-Graphics-Produktionen für Broadcast, Werbung, Film und digitale Medien zu erstellen. Das Kursformat ist Combined Learning in Vollzeit über mehr als einen und bis zu drei Monate. Motion Graphics sind heute in nahezu allen visuellen Medien allgegenwärtig: Sendervormitteilungen und Programmhinweise im Fernsehen, animierte Werbefilme, Titel-Sequenzen in Kinofilmen, Social-Media-Content und UI-Animationen in Apps — überall sind Motion Graphics ein wesentlicher Bestandteil professioneller Kommunikation. Blender hat sich als Open-Source-Lösung für diese Aufgaben etabliert und wird zunehmend auch von professionellen Studios in der Produktion eingesetzt. Wer Blender auf dem Niveau dieses Kurses beherrscht, kann an anspruchsvollen Motion-Graphics-Projekten arbeiten und sich als Spezialist in einem kreativen Wachstumsbereich positionieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Kamera-Animation und Licht-Animation Die Kamera ist in der Motion-Graphics-Produktion mehr als nur ein Aufnahmegerät — sie ist ein Gestaltungsmittel, das Timing, Rhythmus und Stimmung einer Komposition maßgeblich bestimmt. In diesem Modul werden alle Aspekte der Kamera-Animation sowie die dynamische Lichtsetzung behandelt.
- Kameratypen und Kamera-Eigenschaften in Blender konfigurieren
- Keyframe-basierte Kamera-Animationen mit Follow-Path und Track-to-Constraints
- Depth of Field animieren für gestalterische Unschärfe-Effekte
- Lichtanimation: Stärke, Farbe, Position und Schatten über Keyframes steuern
- HDRI-Umgebungsbeleuchtung animieren für stimmungsvolle Übergänge
- Render-Passes für Kamera und Licht in der Compositing-Phase nutzen
Modul 2 — Shader-Animation und Shader-Masking Shader-Animationen ermöglichen fließende Materialtransformationen, die in klassischer Animationsarbeit kaum umsetzbar wären. Dieses Modul vermittelt die technischen Grundlagen und gestalterischen Anwendungsmöglichkeiten.
- Node-Editor für Shader-Animationen: Werte keyframen und Driver-Verbindungen nutzen
- Procedural Textures animieren für dynamische Oberflächeneffekte
- Shader-Masking mit Mix-Shader und Masken-Texturen für Reveal- und Transition-Effekte
- Emission-Shader für Leuchtelemente und Neon-Effekte animieren
- Glass, Subsurface Scattering und Metallic-Shader dynamisch gestalten
- Shader-Animationen für Broadcast-Intros und Titel-Sequenzen anwenden
Modul 3 — Partikel und Simulationen Partikel-Systeme und Physik-Simulationen sind das Herzstück vieler eindrucksvoller Motion-Graphics-Produktionen. Dieses Modul behandelt die wichtigsten Simulation-Tools in Blender und ihren kreativen Einsatz.
- Particle-Emitter und Hair-Partikel für abstrakte und organische Designs
- Partikel-Physik: Gravitation, Wind, Turbulenz und Kollisionen konfigurieren
- Fluid-Simulation mit Mantaflow für Wasser- und Raucheffekte
- Rigid-Body-Simulation für Explosions- und Zerfallseffekte
- Soft-Body-Simulation für elastische und weiche Materialien
- Partikel-Cache und Simulations-Baking für kontrollierte Produktion
Modul 4 — Geometry Nodes und Camera Tracking Geometry Nodes sind eines der leistungsfähigsten und modernsten Werkzeuge in Blender für prozedurale, parametrische Animationen. Camera Tracking ermöglicht die Integration von CGI-Elementen in echtes Filmmaterial.
- Geometry-Nodes-Grundlagen: Geometrie erzeugen, transformieren und verteilen
- Prozedurale Animationen: Wellen, Wachstum, Transformation durch Node-Netzwerke
- Instances und verteilte Objekte für komplexe Motion-Graphics-Systeme
- Camera Tracking Workflow: Footage importieren, Marker setzen, Solve durchführen
- CGI-Elemente in Realmaterial kompositen
- Advanced Geometry Nodes: Field-System und Attribut-Manipulation
Praxis-Block — Eigenständige Motion-Graphics-Produktion Im abschließenden Praxis-Block erstellen Teilnehmer eine vollständige Motion-Graphics-Produktion, die alle erlernten Techniken integriert. Das Projekt dient als zentrales Portfolio-Stück.
- Konzept und Storyboard für eine eigenständige Motion-Graphics-Produktion entwickeln
- Shader-Animationen und Licht-Design der Produktion gestalten
- Partikel-Systeme und Simulationen für Key-Szenen der Produktion umsetzen
- Geometry-Nodes-Elemente als prozedurale Gestaltungsmittel integrieren
- Camera-Animation für kinematisches Storytelling einsetzen
- Camera-Tracking-Sequenz mit CGI-Integration produzieren
- Render-Einstellungen für die Zielausgabe (Broadcast, Web, Film) optimieren
- Compositing in Blender Nodes: Color Grading, Glow, Lens Distortion
- Finales Rendering und Export in gängige Ausgabeformate
- Peer-Review und Kursleiter-Feedback einarbeiten
- Überarbeitete Version für das Demoreel aufbereiten
- Abschlusspräsentation der Produktionsergebnisse
Der Praxis-Block ist so gestaltet, dass Teilnehmer am Ende eine vorzeigbare Arbeit besitzen, die ihre technischen und gestalterischen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Die Begleitung durch Dozierende im Combined-Learning-Format sorgt für kontinuierliches Feedback und einen produktiven Austausch über kreative und technische Entscheidungen. Wer diesen Kurs mit dem Blender-Character-Animation-Kurs kombiniert, baut ein umfassendes Blender-Profil auf, das für eine breite Palette von Projekten qualifiziert.
Lernziele:
- Kamera-Animationen in Blender technisch präzise und gestalterisch überzeugend erstellen
- Shader-Animationen mithilfe des Node-Editors animieren und für verschiedene Looks optimieren
- Lichtanimationen für dynamische und stimmungsvolle Szenen einsetzen
- Shader-Masking für kreative Übergangs- und Reveal-Effekte nutzen
- Partikel-Systeme für abstraktes Design, Feuer, Rauch und organische Formen konfigurieren
- Fluid-, Cloth- und Rigid-Body-Simulationen für visuelle Effekte gestalten
- Geometry Nodes als prozedurale Gestaltungswerkzeug für parametrische Animationen einsetzen
- Camera Tracking für die Integration von CGI in Realmaterial-Footage umsetzen
- Render-Einstellungen in Eevee und Cycles für verschiedene Ausgabeformate optimieren
- Kompositing-Workflows in Blenders Compositing Nodes für Post-Processing nutzen
- Eigene Motion-Graphics-Projekte von der Konzeption bis zum Export professionell umsetzen
- Kenntnisse aus diesem Kurs mit dem Blender-Character-Animation-Kurs zu einem umfassenden Blender-Profil verbinden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit Blender-Grundkenntnissen, die sich auf professionelle Motion Graphics spezialisieren möchten. Angesprochen sind insbesondere Kreativschaffende, die ihre 2D-Design-Fähigkeiten in die 3D-Animation überführen oder vorhandene Basis-3D-Kenntnisse professionalisieren wollen.
- Grafikdesigner, Mediengestalter und Illustratoren mit Interesse an Animation und bewegten Bildern
- Fachkräfte aus der Werbe-, Film- und Broadcast-Branche, die Motion-Graphics-Kompetenz entwickeln möchten
- Architekten, Fotografen und Designer mit 3D-Grundkenntnissen, die visuelle Präsentationen animieren wollen
- Personen aus Marketing und Kommunikation, die eigenständig Motion-Content erstellen möchten
- Berufswechsler, die mit einem Bildungsgutschein oder anderen Förderprogrammen eine kreative Neuqualifikation anstreben
Der Kurs setzt die im vorangehenden Blender-Basic-Kurs vermittelten Fähigkeiten voraus. Alternativ kann eine Eignungsprüfung beim Anbieter absolviert werden. Gute Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B2 sind erforderlich; grundlegende Englischkenntnisse sind hilfreich, da Teile der Softwaredokumentation auf Englisch verfasst sind. Erfahrung im Umgang mit Computern sowie eine Affinität zu kreativ-gestalterischen Themen werden erwartet.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet betreute Präsenz- oder Live-Online-Phasen mit selbstgesteuerten Lerneinheiten und eigenständiger Projektarbeit. Teilnehmer arbeiten direkt in Blender an realen Produktionen, während Dozierende technisches und gestalterisches Feedback geben. Das Vollzeitsetting ermöglicht intensive und fokussierte Auseinandersetzung mit den Kursinhalten.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate in Vollzeit. Das Combined-Learning-Format erlaubt es, einen Teil der Lernzeit ortsunabhängig zu gestalten, sofern ein leistungsfähiger Computer mit ausreichend Arbeitsspeicher und Grafikkarte für Blender-Rendering vorhanden ist.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmer ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers (u. a. Ihr JobCoach, IFP, SBW GmbH, JOBINKUBATOR, Institut für Bildung & Beruf, Pangea Bildungszentrum). Dieses Zertifikat dokumentiert die erworbenen Kompetenzen und dient als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern in der Medien- und Kreativbranche. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach qualifizierten Motion-Graphics-Designern ist in nahezu allen visuellen Kommunikationsbranchen dauerhaft hoch. TV-Sender, Online-Plattformen, Werbeagenturen und Produktionshäuser suchen Fachkräfte, die bewegte Bilder gestalterisch stark und technisch sauber umsetzen können. Blender als Open-Source-Lösung hat gegenüber proprietären Tools den Vorteil, dass keine laufenden Lizenzkosten anfallen und die Software weltweit verfügbar ist. Wer Blender auf dem Niveau dieses Kurses beherrscht, ist direkt einsetzbar und kann auch als Freiberufler oder Selbstständiger tätig werden. Für Arbeitssuchende und Berufswechsler ist dieser Kurs bei AZAV-zertifizierten Trägern über einen Bildungsgutschein förderbar. Zusätzlich kommen Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung Bund in Betracht. Eine individuelle Beratung beim Anbieter hilft, die optimale Förderung zu ermitteln. Wer diesen Kurs mit dem Blender-Kurs zu Character Animation kombiniert, schafft ein umfassendes Kompetenzbild in der 3D-Produktion. Die gegenseitige Ergänzung der beiden Kurse — Motion Graphics für Kamera, Shader und Simulation, Character Animation für Rigging und figurale Bewegung — qualifiziert für ein breites Spektrum von Projekten in Film, Werbung, Games und digitalen Medien und stärkt die Marktposition als vielseitig einsetzbarer 3D-Generalist erheblich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Motion Graphics und warum sind sie beruflich relevant?
Motion Graphics sind animierte visuelle Inhalte, die in TV, Film, Werbung und digitalen Medien eingesetzt werden. Die Nachfrage nach Motion-Graphics-Designern ist dauerhaft hoch, da bewegte Bilder in der modernen Kommunikation unverzichtbar sind. Blender als professionelles Open-Source-Tool ermöglicht den Einstieg ohne Lizenzkosten.
Was unterscheidet diesen Kurs vom Blender-Character-Animation-Kurs?
Der Motion-Graphics-Kurs fokussiert auf Kamera-, Shader- und Lichtanimation sowie auf prozedurale Gestaltung mit Geometry Nodes und Camera Tracking. Der Character-Animation-Kurs behandelt dagegen Rigging und figurale Bewegung. Beide Kurse ergänzen sich ideal und können zusammen ein umfassendes Blender-Profil aufbauen.
Welche Vorkenntnisse werden für den Kurs vorausgesetzt?
Teilnehmer benötigen solide Blender-Grundkenntnisse, entweder aus dem vorangehenden Basic-Kurs oder nachgewiesen durch eine Eignungsprüfung beim Anbieter. Computerkenntnisse und eine kreativ-gestalterische Neigung werden erwartet. Gute Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sind erforderlich.
Kann ich den Kurs mit einem Bildungsgutschein finanzieren?
Ja, AZAV-zertifizierte Anbieter akzeptieren Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr und die Deutsche Rentenversicherung. Die individuelle Beratung beim Anbieter klärt den passenden Förderweg.
Welches Abschlussdokument erhalte ich?
Nach erfolgreichem Abschluss stellt der Bildungsträger ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, das Dokument belegt jedoch erworbene Fachkompetenz und kann durch ein eigenständig erstelltes Portfolio ergänzt werden.
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Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien240 Stellen
- Medienproduktion (grundständig)59 Stellen
- 3D Artist41 Stellen
- 3-D-Artist25 Stellen
- Medieninformatik (grundständig)5 Stellen
- CGI Artist2 Stellen