Überblick
Dieser Kurs vermittelt praxisnahe Fähigkeiten in der Echtzeit-3D-Entwicklung mit der Unreal Engine, einer der leistungsfähigsten Plattformen der Branche. Teilnehmer realisieren zwei eigenständige Hauptprojekte: einen interaktiven Möbel-Konfigurator in UE4 sowie einen funktionsfähigen Gabelstapler-Simulator in UE5. Dabei werden alle wesentlichen Disziplinen abgedeckt — von Modeling, Texturing und Shading über Blueprint-Scripting und Level-Design bis hin zur Erstellung vollständiger UI-Systeme, Inventar- und Sound-Systeme sowie physikalischer Simulationen. Der Kurs richtet sich an Personen mit 3D-Grundkenntnissen, die vertiefende Kompetenzen für industrielle Visualisierung, Game-Entwicklung und interaktive Echtzeitanwendungen erwerben möchten. Echtzeitanwendungen haben sich von einem Spezialgebiet der Spieleindustrie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in Architektur, Automobil, Maschinenbau, Medizintechnik und Unterhaltung entwickelt. Die Unreal Engine, bekannt für ihr fotorealistisches Rendering und ihre leistungsstarke Blueprint-Umgebung, ermöglicht die Erstellung von Anwendungen, die bis vor wenigen Jahren nur mit enormem Budget umsetzbar waren. Wer die Unreal Engine professionell beherrscht, kann komplexe Produkt- und Schulungsanwendungen für Industrie, Architektur und Entertainment entwickeln und sich damit in einem stark wachsenden Berufsfeld positionieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Modeling, Texturing und Shading Professionelle 3D-Anwendungen beginnen mit einem soliden Asset-Workflow. In diesem Modul lernen Teilnehmer, wie Geometrie innerhalb der Unreal Engine bearbeitet, externe Modelle importiert und Materialien für Echtzeit-Rendering aufgebaut werden.
- Polygonales Modeling mit dem Modeling Mode der Unreal Engine
- FBX- und OBJ-Import sowie Asset-Organisation im Content Browser
- Material-Editor: Basis-Color, Metallic, Roughness, Normal-Maps
- PBR-Workflow für physikalisch korrekte Materialdarstellungen
- Instanziierte Materialien und Material-Parameter-Collections
- LOD-Erstellung (Level of Detail) für Leistungsoptimierung
Modul 2 — Lighting, Blueprint und Level-Design Dieses Modul bildet das technische Herzstück des Kurses. Teilnehmer erwerben Kenntnisse in der Lichtsetzung, erlernen das Blueprint-System als visuelle Programmiersprache und setzen ihre ersten vollständigen Level-Strukturen um.
- Statische, dynamische und stationäre Lichtquellen konfigurieren
- Lumen (UE5) und Baked Lighting (UE4) für unterschiedliche Projektanforderungen
- Blueprint-Klassen, Komponenten und Event-Graphs aufbauen
- Variablen, Funktionen und Interfaces im Blueprint-System nutzen
- Level-Streaming und World-Partition für große Szenen
- NavMesh und KI-Pfadfindung für Non-Player-Charaktere
Modul 3 — Charakter- und Objekt-Interaktionen In diesem Modul wird die Interaktionslogik für Charaktere und Objekte entwickelt. Teilnehmer implementieren Bewegungscontroller, Animationsblueprints und komplexe Interaktionssysteme.
- Character-Movement-Component und Eingabemapping
- Skeletal-Mesh-Animationen mit Animation-Blueprint und Blend-Space
- Collision-Presets und physikalische Interaktionen
- Inventar-System: Aufnehmen, Ablegen, Verwenden von Objekten
- Sound-Cues und Audio-Komponenten in interaktive Systeme integrieren
- Physikalische Simulationen: Constraints, Force, Impulse und Destruction
Modul 4 — UI, Szenen-Management und Export Das abschließende Modul behandelt die Entwicklung benutzerfreundlicher Oberflächen, das Management komplexer Szenen sowie den Export für verschiedene Plattformen.
- Widget Blueprint für HUD, Menüs und Konfigurator-Oberflächen
- UMG-Interface für Touch- und Maus-Interaktionen optimieren
- Scene-Management mit Level-Blueprint und Sequencer
- Import/Export in HTML5 für Web-Anwendungen
- Grundlagen der Mobile-Entwicklung und Plattformspezifika
- Packaging und Deployment für Windows-Anwendungen
Praxis-Block — Möbel-Konfigurator (UE4) und Gabelstapler-Simulator (UE5) Die Hauptprojekte des Kurses verbinden alle erlernten Fähigkeiten in zwei realen Anwendungsszenarien. Der Möbel-Konfigurator erlaubt es Endkunden, Materialien, Farben und Varianten von Möbelstücken in Echtzeit auszuwählen und zu kombinieren. Der Gabelstapler-Simulator bildet eine realistische Industrieumgebung ab und ermöglicht das Training von Maschinenbedienung in einer sicheren virtuellen Umgebung.
- Möbel-Assets mit austauschbaren Material-Parametern konfigurieren
- Konfigurator-UI mit Variantenauswahl und Live-Vorschau entwickeln
- Gabelstapler-Fahrzeugphysik mit Wheel-Components und Blueprint implementieren
- Lager-Level mit realistischen Hindernissen und Aufgabenstellungen aufbauen
- Aufgaben- und Bewertungssystem für den Simulator entwickeln
- Sounddesign für Fahrzeug- und Umgebungsgeräusche integrieren
- Performance-Optimierung für beide Projekte durchführen
- Packaging der fertigen Anwendungen für Windows
- Dokumentation und Projektübergabe vorbereiten
- Präsentation der Arbeitsergebnisse und Peer-Feedback
- Erweiterte Blueprint-Logik für Fehlerbehandlung und Edge-Cases
- Export-Tests und Qualitätssicherung der fertigen Builds
Die Projektarbeit steht im Mittelpunkt des Kurses und ist so konzipiert, dass Teilnehmer am Ende über vorzeigbare, eigenständig entwickelte Anwendungen verfügen. Beide Projekte decken unterschiedliche Anwendungsfelder ab und demonstrieren die Bandbreite der Unreal Engine — von Produktkonfiguration und Architekturvisualisierung bis hin zu Training und Simulation. Diese Vielseitigkeit ist es, die auf dem Arbeitsmarkt überzeugt.
Lernziele:
- Polygonales Modeling innerhalb der Unreal Engine effizient durchführen und externe Modelle korrekt importieren
- Materialien, Texturen und Shader erstellen sowie für Echtzeit-Rendering optimieren
- Lichtsetzung (statisch und dynamisch) für verschiedene Szenarien und Stimmungen umsetzen
- Blueprint Visual Scripting für Interaktionen, Logik und Gameplay-Mechaniken einsetzen
- Level-Design-Workflows strukturieren und Szenen skalierbar aufbauen
- Charaktere und Objekte mit Bewegungslogik und Animationen versehen
- Vollständige User Interfaces für interaktive Anwendungen gestalten
- Inventar- und Sound-Systeme im Blueprint entwickeln
- Physikalische Simulationen und Physik-Constraints korrekt konfigurieren
- Szenen-Management für komplexe Projekte mit mehreren Levels und Streaming-Volumes
- HTML5-Export und theoretische Grundlagen für Mobile-Anwendungen anwenden
- Eigenständige Realtime-Anwendungen von der Konzeption bis zum fertigen Build umsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit 3D-Grundkenntnissen, die ihre Fähigkeiten in Richtung interaktiver Echtzeitanwendungen vertiefen möchten. Besonders angesprochen sind Fachkräfte, die den Schritt von klassischer 3D-Visualisierung hin zu interaktiven und simulationsbasierten Anwendungen gehen wollen.
- Architekten, Bauzeichner und Innenarchitekten, die interaktive Präsentationen und Konfiguratoren entwickeln möchten
- 3D-Generalisten und CGI-Artists aus Film und Werbung, die Echtzeit-Workflows erlernen wollen
- Fotografen, Designer und Mediengestalter mit 3D-Erfahrung, die ihre Kompetenzen erweitern möchten
- Fachkräfte aus Industrie und Engineering, die Trainingssimulatoren und Produktvisualisierungen entwickeln
- Berufswechsler mit einem geförderten Bildungsgutschein, die einen fundierten Einstieg in die Unreal-Engine-Entwicklung suchen
Teilnehmer benötigen Grundkenntnisse in 3D-Modellierung und -Visualisierung, die entweder aus einem vorangehenden Grundkurs oder durch eine Eignungsprüfung beim Anbieter nachgewiesen werden. Gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse sind erforderlich, da Teile der Unreal-Engine-Dokumentation auf Englisch verfasst sind. Computerkenntnisse und eine Affinität zu technisch-kreativen Aufgabenstellungen werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und kombiniert betreute Präsenz- oder Live-Online-Phasen mit selbstgesteuerten Lerneinheiten. Die Hauptprojekte werden von Dozierenden begleitet und in regelmäßigen Review-Sessions besprochen. Dadurch entsteht ein produktiver Austausch, der sowohl technisches als auch gestalterisches Wachstum fördert. Das Vollzeitsetting gewährleistet intensive Beschäftigung mit dem Stoff.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate in Vollzeit. Der genaue Stundenumfang hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Da der Kurs im Combined-Learning-Format angeboten wird, können Teile des Lernstoffs flexibel und ortsunabhängig erarbeitet werden, sofern die technischen Voraussetzungen (leistungsfähiger PC mit ausreichend VRAM für Unreal Engine 5) erfüllt sind.
Nach erfolgreichem Abschluss wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers ausgestellt (u. a. Ihr JobCoach, IFP, SBW GmbH, JOBINKUBATOR, Institut für Bildung & Beruf, Pangea Bildungszentrum). Dieses Zertifikat dokumentiert die im Kurs erworbenen Kompetenzen. Es handelt sich nicht um eine externe Herstellerzertifizierung von Epic Games, sondern um ein trägerinternes Qualifikationsdokument.
Nutzen & Perspektiven
Die Unreal Engine ist heute weit mehr als ein Werkzeug der Spieleentwicklung. Industrie, Automotive, Architektur und Training setzen zunehmend auf Echtzeit-3D-Anwendungen, um Produkte zu konfigurieren, Prozesse zu visualisieren und Mitarbeitende zu schulen — ohne reale Risiken einzugehen. Wer diese Technologie professionell beherrscht, ist in einem der wachstumsstärksten Segmente der digitalen Wirtschaft tätig. Die beiden Hauptprojekte dieses Kurses sind bewusst so gewählt, dass sie konkrete Anwendungsfälle aus der Industrie abbilden und direkt als Portfolio-Stücke genutzt werden können. Für Arbeitssuchende und Berufswechsler bietet der Kurs eine klare, praxisorientierte Qualifizierungsroute. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist der Kurs mit einem Bildungsgutschein förderbar. Ergänzend kommen Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation sowie Programme der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Die Verbindung aus technischer Tiefe und konkreten Projektergebnissen macht diesen Kurs besonders wertvoll. Teilnehmer verlassen die Weiterbildung nicht nur mit einem Zertifikat, sondern mit zwei funktionsfähigen Anwendungen, die ihre Fähigkeiten unmittelbar unter Beweis stellen. Diese Portfolio-Stücke sind bei potenziellen Arbeitgebern in der Visualisierungs-, Simulations- und Game-Industrie ein deutlich überzeugenderes Argument als ein reiner Lebenslaufnachweis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs notwendig?
Teilnehmer benötigen 3D-Grundkenntnisse aus einem Grundkurs oder können alternativ eine Eignungsprüfung beim Anbieter absolvieren. Computerkenntnisse und eine technisch-kreative Neigung werden erwartet. Englischkenntnisse auf Grundniveau sind wegen der englischsprachigen Dokumentation hilfreich.
Welche Projekte entstehen während des Kurses?
Im Kurs werden zwei vollständige Projekte realisiert: ein interaktiver Möbel-Konfigurator in UE4 und ein Gabelstapler-Simulator in UE5. Beide Projekte können direkt als Portfolio-Stücke genutzt werden und decken verschiedene Anwendungsfelder der Unreal Engine ab.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein fördern lassen?
Ja, AZAV-zertifizierte Anbieter dieses Kurses akzeptieren Bildungsgutscheine. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder die Deutsche Rentenversicherung. Die persönliche Beratung beim Anbieter klärt den individuellen Förderweg.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach erfolgreichem Abschluss stellt der Bildungsträger ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine Teilnahmebescheinigung aus. Es handelt sich nicht um eine offizielle Epic-Games-Zertifizierung, aber das Dokument belegt erworbene Fachkompetenz gegenüber Arbeitgebern und kann durch eigene Portfolio-Projekte ergänzt werden.
In welchen Branchen kann ich den Kursabschluss einsetzen?
Die Unreal Engine wird in Spieleentwicklung, Architekturvisualisierung, Automotive, Maschinenbau, Film-VFX, Messe und Training eingesetzt. Die im Kurs erlernten Fähigkeiten sind damit branchenübergreifend einsetzbar und besonders gefragt in Unternehmen, die auf interaktive Visualisierung und Simulation setzen.
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