Überblick
Der 3D-Druck Aufbaukurs richtet sich an Personen, die bereits Grundkenntnisse im Bereich der additiven Fertigung mitbringen und ihr Wissen auf ein fortgeschrittenes Niveau heben möchten. Im Mittelpunkt stehen die Optimierung von Druckprozessen, das Verständnis unterschiedlicher Drucktechnologien sowie der fundierte Umgang mit modernen Softwaretools zur Simulation und Fehleranalyse. Der Kurs verbindet theoretisches Fachwissen eng mit praktischen Projekten, in denen Teilnehmende anspruchsvolle Prototypen und funktionale Bauteile direkt am 3D-Drucker erstellen. So entsteht ein praxisorientierter Lernprozess, der berufliche Handlungskompetenz in einem der dynamischsten Technologiefelder der Gegenwart aufbaut.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste thematische Block widmet sich der Grundlagenauffrischung und dem aktuellen Stand der Technik. Ausgehend von einem strukturierten Rückblick auf Grundkursinhalte werden der heutige Stand der 3D-Drucktechnologie und Zukunftsvisionen systematisch erarbeitet. Dabei fließen aktuelle Entwicklungen am Markt sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Branche ein.
- Rückblick auf wesentliche Grundkurs-Inhalte und Lernstände
- Überblick über den aktuellen Stand der additiven Fertigungstechnologien
- Zukunftsvisionen und Innovationstrends in der Branche
- Entwicklungen am 3D-Druck-Markt und wirtschaftliche Kennzahlen
- Rentabilitätsvergleiche verschiedener Fertigungsverfahren
Im zweiten Block werden Materialien, Normen und Sicherheitsaspekte behandelt. Unterschiedliche Materialgruppen werden auf ihre mechanischen und thermischen Eigenschaften hin untersucht. Parallel werden Normen, Richtlinien und Umweltthemen besprochen, die für den professionellen Einsatz von 3D-Druckverfahren relevant sind.
- Überblick über Kunststoffe, Metalle, Keramiken und Verbundwerkstoffe im 3D-Druck
- Anforderungsgerechte Materialauswahl für verschiedene Anwendungsfelder
- Geltende Normen und technische Richtlinien für additive Fertigung
- Sicherheitsaspekte beim Umgang mit Druckern, Materialien und Nachbearbeitungschemikalien
- Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeitspotenziale der additiven Fertigung
Der dritte Block befasst sich mit Optimierungsmethoden und digitalen Werkzeugen. Topologieoptimierung und KI-gestützte Prozessunterstützung stehen hier im Vordergrund. Simulationstools helfen, Schwachstellen im Design frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren.
- Grundlagen und Anwendung der Topologieoptimierung
- KI-gestützte Analyse und Optimierung von Druckprozessen
- Simulationssoftware zur Vorhersage von Bauteilverhalten und Druckfehlern
- Parameterkalibrierung für verschiedene Druckertechnologien
- Methoden der Fehleranalyse und systematischen Qualitätsverbesserung
Der vierte Block behandelt Serienfertigung und betriebliche Anwendungen. Dabei wird der Übergang von der Prototypenerstellung hin zur Serienproduktion beleuchtet. Wirtschaftliche, organisatorische und qualitätssichernde Aspekte einer produktionsnahen additiven Fertigung werden diskutiert.
- Voraussetzungen und Prozessanforderungen für additive Serienfertigung
- Qualitätssicherung und Maßhaltigkeit bei größeren Stückzahlen
- Einbindung von 3D-Druck in bestehende Fertigungsumgebungen
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Make-or-Buy-Entscheidungen
- Nachbearbeitungsverfahren (Schleifen, Lackieren, Galvanisieren) in der Serienproduktion
Praxisblock: Im praktischen Teil erstellen Teilnehmende eigene 3D-Modelle und drucken diese unmittelbar aus. Die Projekte bauen systematisch auf den theoretischen Inhalten auf und steigern ihren Komplexitätsgrad im Kursverlauf. Dabei werden sowohl Designsoftware als auch Slicing-Programme und Druckerhardware aktiv eingesetzt.
- Einführung in Designsoftware und Slicing-Programme für den Aufbaukurs
- Erstellung eines optimierten Bauteils mit gezielter Wandstärken- und Infill-Konfiguration
- Anwendung von Topologieoptimierung an einem realen Designobjekt
- Simulation des Druckverhaltens und Auswertung der Simulationsergebnisse
- Praktische Fehleranalyse und Parameteranpassung bei fehlerhaftem Druckergebnis
- Druck eines funktionalen Prototyps mit mehreren Materialkomponenten
- Nachbearbeitung des Prototyps und Bewertung der Oberflächenqualität
- Erstellung eines kleinen Konzeptberichts zur Serienfertigung eines gewählten Bauteils
- Präsentation der eigenen Ergebnisse im Kursplenum
- Reflexion des Lernfortschritts und Identifikation weiterer Qualifizierungsbedarfe
- Kollegiales Feedback und Diskussion unterschiedlicher Lösungsansätze
- Abschlussdiskussion zu Markttrends und beruflichen Anschlussmöglichkeiten
Der Kurs schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und einem Ausblick auf weiterführende Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich der additiven Fertigung. Teilnehmende erhalten darüber hinaus Empfehlungen zu Fachliteratur, Online-Communities und Messen, die die weitere Kompetenzentwicklung unterstützen können.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, fortgeschrittene Druckparameter gezielt einzustellen und auf spezifische Anforderungen anzupassen. Sie kennen die wichtigsten 3D-Drucktechnologien, ihre Stärken und Einsatzbereiche, und können begründete Entscheidungen zur Technologieauswahl treffen. Sie verstehen die Eigenschaften relevanter Druckmaterialien und können Materialauswahl und Nachbearbeitung fachgerecht planen. Teilnehmende sind in der Lage, Softwaretools zur Simulation und Fehleranalyse einzusetzen, um Druckergebnisse systematisch zu verbessern. Sie können komplexe Designprobleme erkennen und mit Hilfe von Topologieoptimierungsverfahren konstruktiv lösen. Sie wissen, wie KI-gestützte Werkzeuge die Prozessoptimierung in der additiven Fertigung unterstützen. Teilnehmende sind mit aktuellen Normen, Richtlinien und Sicherheitsaspekten vertraut und können diese im betrieblichen Kontext anwenden. Sie kennen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des 3D-Druck-Markts, einschließlich Rentabilitätsvergleichen und Marktentwicklungen. Sie sind in der Lage, Umweltaspekte der additiven Fertigung zu bewerten und nachhaltigkeitsorientierte Entscheidungen zu treffen. Sie haben praktische Erfahrung im Erstellen eigener 3D-Modelle und deren Druck gesammelt. Teilnehmende können die Serienfertigung mittels 3D-Druck beurteilen und erste Umsetzungskonzepte entwickeln.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Aufbaukurs richtet sich an Personen, die über solide Grundkenntnisse im 3D-Druck verfügen und diese systematisch vertiefen möchten. Typischerweise handelt es sich um Fachkräfte oder Interessierte, die einen einführenden 3D-Druck-Kurs absolviert haben oder durch berufliche Praxis bereits mit additiver Fertigung in Berührung gekommen sind.
- Technikerinnen und Techniker sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, die additive Fertigung in ihre Arbeitsprozesse integrieren möchten
- Produktdesignerinnen und -designer, die Prototypen eigenständig erstellen und optimieren wollen
- Personen in Umschulung oder Weiterbildung mit Zielrichtung Konstruktion, Fertigungstechnik oder Produktentwicklung
- Selbstständige und Gründerinnen und Gründer, die 3D-Druck für Produktion oder Dienstleistung nutzen möchten
- Interessierte aus verwandten Fachgebieten, die fortgeschrittene Kenntnisse für die berufliche Umorientierung aufbauen wollen
Für die Teilnahme am 3D-Druck Aufbaukurs werden Grundkenntnisse im Bereich des 3D-Drucks vorausgesetzt, wie sie etwa in einem einführenden Kurs vermittelt werden. Ergänzend sind PC-Grundkenntnisse und ein sicherer Umgang mit gängiger Software erforderlich. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind notwendig, um Fachinhalte und Kursmaterialien vollständig verstehen und nutzen zu können. Vorkenntnisse in CAD-Software oder Konstruktion sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im kombinierten Lernformat (Combined Learning) durchgeführt, das Online- und Präsenzphasen verbindet. Theoretische Inhalte werden in strukturierten Lehreinheiten vermittelt, während praktische Übungen am 3D-Drucker die erworbenen Kenntnisse unmittelbar verankern. Lehrende mit Praxiserfahrung in der additiven Fertigung begleiten die Teilnehmenden durch alle Kursphasen und stehen für individuelle Rückfragen zur Verfügung. Gruppenarbeiten und Peer-Feedback-Runden fördern den kollegialen Austausch und vertiefen das Verständnis durch verschiedene Perspektiven.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis maximal drei Monate und wird als Vollzeitkurs angeboten. Die Unterrichtszeit ist so strukturiert, dass ausreichend Raum für praktische Projektarbeit und die Vertiefung einzelner Themenblöcke besteht. Je nach Anbieter können die genaue Stundenzahl und der Kursplan leicht variieren.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Dokument weist die erworbenen Kompetenzen im Bereich der fortgeschrittenen additiven Fertigung nach und kann gegenüber Arbeitgebenden als Nachweis zusätzlicher Fachqualifikation vorgelegt werden. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss, sondern um eine anbieterinterne Qualifikationsbestätigung.
Nutzen & Perspektiven
Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Aufbaukurses erschließen sich Teilnehmende ein breites Spektrum an beruflichen Einsatzmöglichkeiten in der modernen Fertigungsindustrie. Additive Fertigung ist heute in Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie, Medizintechnik und Luft- und Raumfahrt fest verankert. Wer fortgeschrittene Kenntnisse in diesem Bereich vorweisen kann, hebt sich auf dem Arbeitsmarkt deutlich ab und ist für Positionen im Prototypenbau, in der Produktentwicklung oder im Qualitätsmanagement hervorragend qualifiziert. Der Kurs bietet nicht nur Fachwissen, sondern auch praktische Handlungskompetenz: Teilnehmende verlassen den Kurs mit konkreten Projekterfahrungen, die sie direkt in berufliche Bewerbungsunterlagen oder Portfolios einbringen können. Die Kombination aus Topologieoptimierung, Simulationstools und KI-gestützter Analyse spiegelt den aktuellen Stand industrieller Praxis wider und bereitet auf reale Arbeitssituationen vor. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung durch die zuständige Arbeitsvermittlung oder Förderberatungsstelle hilft dabei, die passende Finanzierungsmöglichkeit zu ermitteln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den Aufbaukurs?
Sie sollten bereits einen Grundkurs im 3D-Druck absolviert haben oder über vergleichbare Grundkenntnisse verfügen. Zusätzlich werden PC-Grundkenntnisse und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 vorausgesetzt. CAD-Kenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Kann ich diesen Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Frage. Sprechen Sie dazu Ihre Arbeitsvermittlung an.
Welche Drucktechnologien werden im Aufbaukurs behandelt?
Der Kurs gibt einen Überblick über verschiedene Drucktechnologien wie FDM, SLA, SLS und weitere Verfahren. Im Vordergrund steht nicht nur die technische Funktionsweise, sondern auch der anforderungsgerechte Einsatz je nach Bauteil, Material und Einsatzzweck.
Erhalte ich nach dem Kurs ein anerkanntes Zertifikat?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Es handelt sich um keinen staatlich anerkannten Abschluss, aber das Dokument ist ein nachweisbarer Kompetenznachweis für Bewerbungsunterlagen.
Wie lange dauert der 3D-Druck Aufbaukurs?
Der Kurs ist als Vollzeitkurs konzipiert und dauert in der Regel mehr als einen Monat bis maximal drei Monate. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter und regionalem Angebot.
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