Überblick
Dieser Aufbaukurs für SolidWorks richtet sich an Fachkräfte, die bereits Grundkenntnisse in SolidWorks mitbringen und ihre Fähigkeiten auf das nächste Niveau heben möchten. Im Mittelpunkt steht die Modellierung von geometrisch anspruchsvollen und komplexen Bauteilen, die mit den Standardwerkzeugen des Basics-Kurses allein nicht realisierbar sind. Die Teilnehmenden erlernen den Umgang mit Splines, dreidimensionalen Skizzen und Kurven sowie Flächenmodellierungsmethoden, die in der professionellen Produktentwicklung und im Werkzeugbau zum Einsatz kommen. Mit der Hybridmodellierung und der Gussformmodellierung werden typische Anwendungsfelder aus Maschinenbau und Produktdesign abgedeckt.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste thematische Block vertieft das Skizzieren und die Kurvengeometrie in SolidWorks. Wer komplexe Formen erstellen möchte, muss über das Arbeiten mit einfachen Linien und Bögen hinausgehen. Splines und importierte Kurvendaten erlauben die exakte Abbildung organischer und technisch präziser Geometrien.
- Splines zeichnen, bearbeiten und kontrollieren
- Spline-Kurven glätten und Tangentenbedingungen setzen
- Kurvendateien aus CSV-Koordinatentabellen importieren
- Kurven über Punkte und Referenzpunkte erzeugen
- Projektion von Kurven auf Flächen und Körper
- Kombination von Splines mit Standard-Skizzierelementen
Der zweite Block behandelt 3D-Skizzen und räumliche Kurven. Während 2D-Skizzen auf einer Ebene liegen, ermöglichen 3D-Skizzen die Konstruktion geometrischer Elemente im Raum – eine wichtige Fähigkeit für komplexe Rohrleitungsverläufe, organische Formen und Kurvenführungen.
- 3D-Skizze aktivieren und Punkte im Raum positionieren
- Ebenenbeziehungen in 3D-Skizzen setzen
- 3D-Splines und 3D-Polylinien erstellen
- Verschmelzungsfeature mit 3D-Skizzen als Führungskurve nutzen
- Kurven für Loft- und Sweepfeatures vorbereiten
- 3D-Skizzen für Schweißkonstruktionen und Rahmenbaugruppen einsetzen
Der dritte Block deckt die Flächenmodellierung ab. In vielen Bereichen der Produktentwicklung und des Werkzeugbaus werden Bauteile primär als Flächen konstruiert, bevor sie in Volumenkörper umgewandelt werden. Diese Flächenmodellierungsmethodik eröffnet neue Möglichkeiten für Formen, die mit Volumenkörper-Features allein nicht erreichbar sind.
- Planare, zylindrische und Loft-Flächen erstellen
- Füll- und Offsetflächen erzeugen
- Oberflächen trimmen, verlängern und zusammenführen
- Lücken zwischen Oberflächen schließen und Kantenqualität prüfen
- Wanddicke auf zusammengesetzte Oberflächen auftragen
- Flächen in Volumenkörper umwandeln
Der vierte Block befasst sich mit der Hybridmodellierung und der Gussformkonstruktion. In der Praxis werden Volumenmodellierung und Flächenmodellierung häufig kombiniert, um das Beste aus beiden Methoden zu nutzen. Für Werkzeug- und Formenbauer ist zusätzlich die Gussformmodellierung mit Entformungsanalyse ein zentrales Thema.
- Volumen- und Flächengeometrie in einem Modell kombinieren
- Hybridmodelle aus Flächen und Festkörpern erzeugen
- Gussformassistent in SolidWorks nutzen
- Entformungsanalyse durchführen und Hinterschnitte identifizieren
- Kern- und Kavitätenhälften automatisch generieren
- Simulation Xpress für einfache Finite-Elemente-Analysen anwenden
Praxis-Block In umfangreichen Projektübungen wenden die Teilnehmenden die gelernten Techniken an komplexen Bauteilkonstruktionen an.
- Freiformkörper mit Splines skizzieren und als 3D-Modell aufbauen
- Kurvendatei importieren und Profil daraus ableiten
- 3D-Skizze für ein Rohrleitungsbauteil erstellen
- Loft-Feature mit mehreren Profilen und Führungskurven bauen
- Komplexes Flächenmodell aus mehreren Einzelflächen zusammensetzen
- Wanddicke auf eine Freiformfläche auftragen und prüfen
- Hybridmodell aus einem Volumengrundkörper und einer Freiformfläche erstellen
- Gussformmodell eines einfachen Kunststoffteils anlegen
- Entformungsanalyse durchführen und Ergebnisse interpretieren
- Simulation Xpress für ein belastetes Bauteil starten und Spannungen auslesen
- Modellbaum reorganisieren und Modell für die Weiterverwendung vorbereiten
- Exportdateien für CAM oder Prototypenfertigung erstellen
Die Übungsaufgaben orientieren sich an realen Konstruktionsszenarien aus Maschinenbau, Produktdesign und Werkzeugbau. Die Teilnehmenden erkennen, wie die erlernten Techniken in echten Projekten zusammenwirken und entwickeln ein sicheres Gespür für die Auswahl der richtigen Modellierungsstrategie.
Lernziele:
Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Weiterbildung sind die Teilnehmenden in der Lage, komplexe Formteile in SolidWorks eigenständig zu modellieren. Sie beherrschen das Skizzieren mit Splines für organische und freigeformte Geometrien. Sie können Kurvendateien aus Koordinatentabellen importieren und für die Modellierung nutzen. Sie erstellen 3D-Skizzen und 3D-Kurven für räumliche Geometrien. Sie sind in der Lage, Freiformflächen zu erstellen und zu bearbeiten. Sie wissen, wie Oberflächen zusammengeführt und zu Volumenkörpern geschlossen werden. Sie können Wanddicken auf Oberflächen auftragen und damit Dünnwandteile erstellen. Sie verstehen das Konzept der Hybridmodellierung, bei der Volumen- und Flächenmodellierung kombiniert werden. Sie können einfache Gussformmodelle anlegen und Entformungsanalysen durchführen. Sie sind in der Lage, Simulation Xpress für einfache Festigkeitsanalysen zu nutzen. Sie wenden fortgeschrittene SolidWorks-Funktionen sicher in praxisnahen Konstruktionsaufgaben an. Sie sind als Senior-Konstrukteur oder CAD-Spezialist für komplexe Bauteilkonstruktionen qualifiziert.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich ausschließlich an erfahrene SolidWorks-Anwender, die den Basics-Kurs oder vergleichbare Vorkenntnisse mitbringen. Er ist für Fachleute aus dem technisch-gewerblichen Bereich konzipiert, die in ihrem Berufsalltag mit anspruchsvoller CAD-Konstruktion befasst sind.
- Senior CAD-Konstrukteure, die ihre Fachkompetenz vertiefen möchten
- Werkzeugbau-Konstrukteure, die Gussformen und Formwerkzeuge entwickeln
- Technische Produktdesigner mit Aufgaben in der Freiformgestaltung
- Ingenieure in der Produktentwicklung mit Schwerpunkt Oberflächen und Simulation
- Technische Zeichner und Meister, die auf fortgeschrittene SolidWorks-Anwendungen umsteigen
Für die Teilnahme an diesem Kurs sind abgeschlossene Grundkenntnisse in SolidWorks zwingend erforderlich, die dem Niveau des SolidWorks Basics-Kurses entsprechen. Außerdem wird eine abgeschlossene Berufsausbildung mit einschlägigem Fachwissen aus dem technisch-gewerblichen Bereich vorausgesetzt. Kenntnisse in der 2D- und 3D-Modellierung sowie Grundwissen über Fertigungsprozesse sind für ein schnelles Verständnis der Kursinhalte hilfreich. Teilnehmende ohne die genannten Vorkenntnisse sollten zunächst den SolidWorks Basics-Kurs absolvieren.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im kombinierten Lernformat durchgeführt und verbindet Präsenzanteile mit Online-Lernphasen. Experten-Lehrpersonen demonstrieren die komplexen Modellierungstechniken live in der Software, anschließend arbeiten die Teilnehmenden direkt an eigenen Übungsmodellen. Konstruktive Feedbackrunden und ein gezielter Austausch über Lösungsstrategien sorgen dafür, dass das Wissen nicht nur theoretisch vorhanden ist, sondern praktisch angewendet werden kann. Das Vollzeitformat schafft die notwendige Tiefe für die anspruchsvollen Kursthemen.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monate und findet in Vollzeit statt. Dieser Zeitraum ist notwendig, um die komplexen Modellierungstechniken nicht nur kennenzulernen, sondern wirklich zu beherrschen. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter und Kursformat.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieser Nachweis dokumentiert die erworbenen Spezialkenntnisse in der fortgeschrittenen SolidWorks-Modellierung und ist ein anerkannter Kompetenznachweis in der technischen Industrie.
Nutzen & Perspektiven
Fortgeschrittene CAD-Kenntnisse in SolidWorks sind auf dem Arbeitsmarkt hoch gefragt und gut entlohnt. Wer Freiformflächen, Hybridmodellierung und Gussformkonstruktion beherrscht, ist für anspruchsvolle Konstruktionsaufgaben qualifiziert, die nicht jede CAD-Fachkraft ausführen kann. Dieser Kurs öffnet den Zugang zu Positionen als Senior-Konstrukteur, CAD-Spezialist oder Werkzeugbauer mit Schwerpunkt Formenbau. Der Kurs ist bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen der Rehabilitationsförderung oder Förderinstrumente der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Für Fachkräfte, die in der Produktentwicklung oder im Werkzeugbau tätig sind und sich für komplexere Aufgaben qualifizieren möchten, ist dieser Kurs eine strategisch wichtige Investition in ihre Karriere. Die Verbindung aus Flächenmodellierung, Hybridmodellierung und simulationsgestützter Bewertung deckt genau die Kompetenzen ab, die im modernen Maschinenbau und Produktdesign benötigt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse benötige ich für diesen Kurs?
Sie benötigen Kenntnisse in SolidWorks, die dem Niveau des SolidWorks Basics-Kurses entsprechen. Außerdem wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im gewerblich-technischen Bereich vorausgesetzt. Ohne Grundkenntnisse in SolidWorks sollten Sie zunächst den Basics-Kurs absolvieren.
Was ist Hybridmodellierung?
Bei der Hybridmodellierung werden Volumen- und Flächenmodellierungsmethoden in einem einzigen Modell kombiniert. Diese Technik ermöglicht es, Bauteile zu erstellen, die mit reiner Volumenmodellierung oder reiner Flächenmodellierung allein nicht realisierbar wären.
Für welche Branchen ist dieser Kurs besonders relevant?
Der Kurs ist besonders relevant für den Maschinenbau, den Werkzeugbau, das Produktdesign und die Kunststoffverarbeitung. Alle Bereiche, in denen komplexe Bauteile, Freiformflächen oder Formwerkzeuge konstruiert werden, profitieren von den vermittelten Kenntnissen.
Kann dieser Kurs mit einem Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Außerdem kommen je nach Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Rehabilitationsleistungen in Frage.
Was beinhaltet Simulation Xpress?
Simulation Xpress ist ein vereinfachtes Finite-Elemente-Analyse-Werkzeug, das in SolidWorks integriert ist. Im Kurs lernen Sie, einfache Festigkeitsanalysen an Bauteilen durchzuführen und die Ergebnisse zu interpretieren. Es ist ein Einstieg in die simulationsgestützte Konstruktionsbewertung.
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- CAD-Fachkraft (ohne Schwerpunkt)651 Stellen
- Technischer Produktdesigner/Technische Produktdesignerin Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion320 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)59 Stellen
- Werkpolier/Werkpolierin - Hochbau26 Stellen