Überblick
Autodesk Inventor ist eine der führenden parametrischen 3D-CAD-Softwarelösungen im deutschsprachigen Maschinenbau und in der Konstruktionstechnik. Dieser Grundlagenkurs führt Sie Schritt für Schritt in die Welt der dreidimensionalen Volumenmodellierung ein. Sie lernen, wie Bauteile und Baugruppen digital konstruiert, bemaßt und in technische Zeichnungen überführt werden. Weil alle Maße und Modellierungsschritte in Inventor als editierbare Parameter gespeichert werden, können Konstruktionen nachträglich gezielt angepasst werden — ohne erneutes Aufbauen des Modells. Dieses Prinzip macht virtuelle Prototypen möglich und reduziert kostspielige Änderungsschleifen in der Fertigung erheblich. Nach Kursabschluss sind Sie in der Lage, eigenständige Konstruktionsaufgaben in Autodesk Inventor zu bearbeiten und die Software im beruflichen Alltag einzusetzen.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist auf Teilnehmende ausgerichtet, die entweder bisher keine CAD-Erfahrung mit Inventor haben oder ihre vorhandenen Kenntnisse strukturiert auffrischen wollen. Die Inhalte bauen aufeinander auf — von der Oberfläche über Skizze und Volumenmodell bis zur fertig bemaßten Zeichnung mit Stückliste. Benutzeroberfläche und Grundkonzepte bilden den Einstieg. Ziel ist es, sich in der Software sicher zu orientieren und die Grundprinzipien parametrischer Modellierung zu verstehen, bevor die ersten Bauteile konstruiert werden.
- Programmoberfläche, Menüs, Browser und Statuszeile kennenlernen
- Maussteuerung und Tastenkürzel für effizientes Arbeiten
- Projektstruktur und Dateiverwaltung in Inventor einrichten
- Modellierungsphilosophie: was bedeutet parametrisch und assoziativ
- Einheiten, Raster und Optionen konfigurieren
Skizzenerstellung und parametrische Bemaßung sind das Fundament jeder Konstruktion. Hier lernen Sie, zweidimensionale Profile zu erstellen, die als Grundlage für 3D-Körper dienen.
- Skizzenwerkzeuge: Linien, Kreise, Bögen, Rechtecke, Polygone
- Abhängigkeiten und Verknüpfungen: parallel, senkrecht, konzentrisch, tangential
- Parametrische Bemaßung: Längen, Winkel, Radien und deren Verknüpfungen
- Vollständig bestimmte Skizzen erkennen und erzeugen
- Skizzen editieren und Maße nachträglich anpassen
Volumenmodellierung und Bauteile sind der Kern des Kurses. Sie erzeugen aus den vorbereiteten Skizzen dreidimensionale Objekte und reichern diese mit konstruktiven Details an.
- Extrusion, Rotation und Sweeping als grundlegende Körpererzeugungsmethoden
- Bohrungen, Fasen und Verrundungen hinzufügen
- Arbeitselemente (Achse, Ebene, Punkt) für komplexe Geometrien einsetzen
- Schalenoperation für dünnwandige Körper
- Material und Darstellungen zuweisen: Oberflächen, Farben, physikalische Eigenschaften
Baugruppen, Zeichnungsableitung und Stücklisten schließen die Modellierungsphase ab. Hier wird deutlich, wie parametrische Einzelteile zu vollständigen Konstruktionen zusammengesetzt und in fertigungsgerechte Zeichnungen übertragen werden.
- Baugruppe erstellen und Teile einfügen
- Verknüpfungsbedingungen: passend, fluchtend, winklig, tangential
- Normteile aus dem Content Center einfügen (Schrauben, Lager, Profile)
- Zeichnungsableitungen erzeugen: Ansichten, Schnitte, Detailansichten
- Bemaßungen in Zeichnungen eintragen und Zeichnungsrahmen einrichten
Im praktischen Anwendungsblock konstruieren Sie eigenständig ein mehrteiliges Bauteil von der Skizze bis zur fertigen Zeichnung mit Stückliste.
- Einfaches Maschinenteil skizzieren und als Volumenkörper aufbauen
- Konstruktionsänderungen durch Parameteranpassung durchführen
- Zweites Bauteil erstellen und beide in einer Baugruppe zusammenführen
- Verknüpfungsbedingungen setzen und auf Kollisionen prüfen
- Normteil (z. B. Schraube) aus der Bibliothek einfügen
- Präsentationsdatei für exploderte Baugruppenansicht erstellen
- Zeichnungsableitung mit mehreren Ansichten und Schnitten erzeugen
- Bemaßungen normgerecht in die Zeichnung einarbeiten
- Automatische Stückliste aus der Baugruppe generieren
- Zeichnung im PDF- und DXF-Format exportieren
- Gesamte Konstruktion auf Konsistenz prüfen: Maße, Material, Darstellung
- Kurzbericht zur Konstruktionsentscheidung und zum Arbeitsablauf erstellen
Alle Übungen basieren auf realistischen technischen Aufgabenstellungen aus dem Maschinenbau und der Konstruktionstechnik. Das vermittelte Wissen ist unmittelbar übertragbar auf typische Aufgaben in Konstruktionsbüros, Produktionsbetrieben und technischen Planungsabteilungen. Auch Teilnehmende ohne vorherige CAD-Erfahrung in Inventor können den Kurs erfolgreich absolvieren, sofern technisches Grundverständnis aus der beruflichen Ausbildung vorhanden ist.
Lernziele:
- Die Benutzeroberfläche von Autodesk Inventor sicher navigieren und effizient konfigurieren
- Zweidimensionale Skizzen erstellen und mit parametrischen Bemaßungen und Verknüpfungen versehen
- Skizzen in dreidimensionale Volumenkörper überführen (Extrusion, Rotation, Sweeping)
- Arbeitselemente wie Achsen, Ebenen und Punkte zur Konstruktionsunterstützung einsetzen
- Volumenmodelle durch Bohrungen, Fasen, Verrundungen und Schalenoperationen verfeinern
- Materialzuweisungen und visuelle Darstellungen für realistische Modellansichten konfigurieren
- Baugruppen aus mehreren Einzelteilen erstellen und mit Verknüpfungsbedingungen versehen
- Normteile aus der integrierten Bibliothek abrufen und in Baugruppen integrieren
- Zeichnungsableitungen aus 3D-Modellen erzeugen und mit Schnitten sowie Bemaßungen versehen
- Stücklisten aus Baugruppen generieren und für die Fertigung aufbereiten
- Präsentationsdateien zur exploderten Darstellung von Baugruppen erstellen
- Den Zusammenhang zwischen parametrischen Modellen und abgeleiteten Zeichnungen verstehen und nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus dem gewerblich-technischen Bereich, die Autodesk Inventor für ihre tägliche Konstruktionsarbeit erlernen oder vertiefen wollen. Angesprochen sind insbesondere Personen mit technischer Ausbildung, die in Konstruktions- oder Fertigungsumgebungen tätig sind.
- Technische Zeichner und Techniker, die von 2D-CAD auf 3D-Modellierung umsteigen wollen
- Meister und Facharbeiter aus dem Maschinenbau oder der Metallverarbeitung
- Konstrukteure und Ingenieure, die Inventor als Ergänzung zu anderen CAD-Systemen erlernen
- Quereinsteiger mit technischer Berufsausbildung und Interesse an CAD-basierter Konstruktion
- Berufsrückkehrer, die ihre Konstruktionskenntnisse auf den aktuellen Stand bringen möchten
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Berufsausbildung mit fachlich relevantem Hintergrund — zum Beispiel als technischer Zeichner, Maschinenbauer, Mechatroniker oder in einem vergleichbaren technischen Beruf. Grundlegende Kenntnisse in technischem Zeichnen und im räumlichen Denken sind hilfreich. Ein routinierter Umgang mit dem Windows-Betriebssystem wird erwartet. Vorkenntnisse in Autodesk Inventor selbst sind nicht notwendig; Erfahrungen mit anderen CAD-Programmen sind von Vorteil, aber kein Muss.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenzeinheiten und Online-Phasen kombiniert. Neue Konstruktionsthemen werden durch den Trainer eingeführt und direkt am Bildschirm demonstriert. Teilnehmende arbeiten unmittelbar mit, sodass das Wissen nicht nur theoretisch aufgenommen, sondern sofort praktisch angewendet wird. Übungsaufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad sichern die Festigung. Individuelle Rückmeldungen zu Konstruktionsfehlern und Lösungswegen sind fester Bestandteil des Lernprozesses. Eigenständige Projektarbeiten am Ende des Kurses ermöglichen es, alle erlernten Funktionen in einem zusammenhängenden Konstruktionsprozess anzuwenden.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monate in Vollzeit. Dieser Zeitrahmen ermöglicht es, alle grundlegenden und weiterführenden Funktionen von Autodesk Inventor gründlich zu erarbeiten und durch umfangreiche Praxisaufgaben zu festigen. Die Vollzeitform gewährleistet kontinuierliches Lernen und eine schnelle Kompetenzentwicklung, die für einen zeitnahen Einstieg in CAD-basierte Berufsfelder geeignet ist.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Grundkenntnisse in Autodesk Inventor. Eine herstellerseitige Zertifizierung durch Autodesk ist nicht Bestandteil dieses Kurses, kann jedoch im Anschluss angestrebt werden. Das Zertifikat ist ein anerkannter Nachweis für Bewerbungsunterlagen und belegt praxisrelevante CAD-Kompetenzen.
Nutzen & Perspektiven
Dreidimensionale CAD-Konstruktion hat in der industriellen Praxis klassisches zweidimensionales Zeichnen weitgehend abgelöst. Technische Fachkräfte, die Autodesk Inventor beherrschen, sind in Konstruktionsbüros, Maschinenbauunternehmen und in der Produktentwicklung gefragte Spezialisten. Dieser Kurs legt die Grundlage, um eigenständig funktionsfähige Bauteile und Baugruppen zu konstruieren — eine Schlüsselqualifikation, die unmittelbar in die berufliche Praxis übertragbar ist. Der parametrische Ansatz von Inventor bedeutet konkret: Konstruktionsänderungen kosten keine Stunden mehr, sondern Minuten. Wer gelernt hat, Parameter gezielt zu nutzen und Baugruppen assoziativ zu verknüpfen, arbeitet nicht nur schneller, sondern auch fehlerärmer. Gerade in Branchen, in denen Prototypen teuer sind, ist diese Kompetenz ein direkter wirtschaftlicher Vorteil. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus können je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung genutzt werden. Eine frühzeitige Beratung durch die zuständige Behörde empfiehlt sich, um die optimale Förderung zu sichern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits CAD-Kenntnisse mitbringen?
Keine Vorkenntnisse in Autodesk Inventor erforderlich. Eine technische Berufsausbildung und grundlegendes räumliches Denken werden jedoch vorausgesetzt. Erfahrungen mit anderen CAD-Programmen sind von Vorteil, aber kein Pflichtkriterium.
Welche Branchen profitieren besonders von diesem Kurs?
Vor allem Maschinenbau, Anlagenbau, Metallverarbeitung, Automobilzulieferer und Produktentwicklung setzen Inventor ein. Auch in Fertigungsplanung, Vorrichtungsbau und technischem Vertrieb sind CAD-Kenntnisse wertvoll.
Wird am Ende ein offizielles Autodesk-Zertifikat ausgestellt?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Eine herstellerseitige Autodesk-Zertifizierung ist nicht Bestandteil, kann aber im Anschluss eigenständig angestrebt werden.
Kann ich den Kurs mit einem Bildungsgutschein fördern lassen?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel förderfähig. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter, um die Fördervoraussetzungen zu klären.
Wie unterscheidet sich Inventor von AutoCAD?
AutoCAD ist primär ein 2D-Zeichenprogramm mit 3D-Grundfunktionen. Autodesk Inventor hingegen ist eine vollwertige parametrische 3D-CAD-Lösung für mechanische Konstruktionen. Bauteile werden in Inventor dreidimensional modelliert und Zeichnungen werden direkt aus dem 3D-Modell abgeleitet.
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