Überblick
3D-Druck hat sich von einer Nischentechnologie zu einer unverzichtbaren Methode in Produktentwicklung, Fertigung und Prototyping entwickelt. Additive Fertigungsverfahren ermöglichen es, komplexe Geometrien schnell und kosteneffizient herzustellen — ohne teure Werkzeuge oder lange Vorlaufzeiten. Diese Weiterbildung gibt einen praxisorientierten Einstieg in die Welt des 3D-Drucks: von den technischen Grundlagen über den Aufbau und die Inbetriebnahme eines FDM-Druckers bis hin zur Arbeit mit Slicer-Software und der Realisierung eigener Projekte. Besonderheit laut Quellmaterial: Die Teilnehmenden erhalten zu Kursbeginn einen eigenen 3D-Drucker, den sie im Kurs aufbauen und nach Kursende behalten dürfen.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung in den 3D-Druck und Überblick über Technologien Der Einstieg in den Kurs gibt einen Überblick über die Geschichte, Entwicklung und aktuellen Anwendungsfelder des 3D-Drucks. Im Mittelpunkt steht das FDM-Verfahren (Fused Deposition Modeling), das im Kurs praktisch angewendet wird. Daneben werden andere additive Fertigungsverfahren kurz vorgestellt, um den Kontext der Technologie zu vermitteln.
- Was ist additive Fertigung und wie unterscheidet sie sich von subtraktiver Fertigung?
- Überblick über 3D-Druckverfahren: FDM, SLA, SLS, MSLA im Vergleich
- Anwendungsfelder: Prototyping, Kleinserie, Medizin, Architektur, Bildung
- Geschichte und Entwicklung des 3D-Drucks von der Industrie zum Desktop
- Materialien im 3D-Druck: PLA, PETG, ABS, Nylon, Resin
- Wirtschaftliche Bedeutung und Zukunftsperspektiven des 3D-Drucks
Druckeraufbau, Mechanik und Elektronik Ein fundiertes Verständnis der Technik ist die Basis für sicheres und erfolgreiches Drucken. In diesem Modul werden der mechanische Aufbau, die Elektronik und die wichtigsten Komponenten eines FDM-Druckers behandelt. Die Teilnehmenden bauen ihren Drucker selbst auf — ein Lernprozess, der das Verständnis für die Funktionsweise erheblich vertieft.
- Überblick der Druckerkomponenten: Rahmen, Achsen, Heizbett, Hotend, Extruder
- Aufbau des Druckers Schritt für Schritt
- Mechanische Kalibrierung: Bett-Leveling, Achsausrichtung, Riemenspannung
- Elektronik-Grundlagen: Mainboard, Stepper-Motoren, Endschalter, Sensoren
- Heizsysteme: Heizbett und Hotend korrekt einstellen
- Sicherheitsregeln beim Betrieb von 3D-Druckern
Firmware und Druckereinstellungen Moderne FDM-Drucker werden über Firmware gesteuert, die eine Vielzahl von Parametern zugänglich macht. In diesem Modul lernen die Teilnehmenden, wie die Firmware eines 3D-Druckers aufgebaut ist, welche Parameter relevant sind und wie grundlegende Konfigurationen vorgenommen werden.
- Firmware-Grundlagen: Marlin, Klipper und weitere Systeme im Überblick
- Wichtige Konfigurationsparameter der Firmware
- E-Steps kalibrieren: Extruder-Kalibrierung
- PID-Tuning für Heizbett und Hotend
- Firmware-Update: Vorbereitung und Durchführung
- Fehlermeldungen der Firmware interpretieren und beheben
Slicer-Software und Druckoptimierung Slicer-Software ist das Bindeglied zwischen dem 3D-Modell und dem gedruckten Objekt. In diesem Modul wird gezeigt, wie Slicer-Software installiert und konfiguriert wird, wie 3D-Modelle geladen und für den Druck vorbereitet werden und wie Druckparameter optimiert werden, um beste Druckergebnisse zu erzielen.
- Überblick: Cura, PrusaSlicer, Bambu Studio im Vergleich
- Modell importieren, skalieren, positionieren und rotieren
- Druckparameter einstellen: Schichtstärke, Infill-Muster, Wandstärke
- Stützstrukturen und Haftungsoptionen
- Druckgeschwindigkeit und Temperaturprofile
- G-Code verstehen und manuell anpassen
Praxis-Block: Drucken, Fehler beheben und Projekte umsetzen
- Erstes Kalibrierobjekt drucken und auswerten
- Druckbett richtig einrichten und leveln
- Druckfehler diagnostizieren: Unterextrusion, Warping, Stringing, Layer-Shifting
- Druckparameter schrittweise optimieren
- Bestehendes 3D-Modell aus dem Internet herunterladen und drucken
- Einfaches Modell selbst entwerfen oder anpassen und drucken
- Mehrteiliges Projekt planen und drucken (Zusammenbau mehrerer Teile)
- Verschiedene Materialien testen: PLA und PETG im direkten Vergleich
- Nachbearbeitung von Druckobjekten: Schleifen, Grundieren, Verkleben
- Druckdokumentation erstellen: Parameter, Ergebnisse, Optimierungsmaßnahmen
- Kleinserienprojekt planen und die Reproduzierbarkeit beurteilen
- Abschlussprojekt: eigenes Objekt entwerfen, drucken und präsentieren
Im Praxis-Block stellt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer das Abschlussprojekt vor und erläutert die getroffenen Entscheidungen zu Material, Parametern und Konstruktion. Damit wird der Transfer von der Theorie in die eigenständige Anwendung sichtbar und dokumentiert. Besonders ist, dass laut Quellmaterial jede teilnehmende Person einen eigenen 3D-Drucker erhält, den sie im Kurs aufbaut, konfiguriert und nach Kursende behalten darf. Diese Ausstattung ermöglicht direktes, praxisnahes Lernen und eröffnet die Möglichkeit, das Gelernte sofort nach dem Kurs weiter zu vertiefen.
Lernziele:
- Grundprinzipien der additiven Fertigung und der FDM-Technologie verstehen
- Aufbau und Komponenten eines FDM-3D-Druckers kennen und benennen
- Den 3D-Drucker selbstständig aufbauen und in Betrieb nehmen
- Druckereinstellungen für verschiedene Materialien und Geometrien optimieren
- Die Mechanik und Elektronik eines FDM-Druckers verstehen und grundlegende Fehler beheben
- Firmware-Einstellungen lesen und anpassen
- Slicer-Software (z. B. Cura oder PrusaSlicer) für die Vorbereitung von Druckdateien nutzen
- Druckparameter wie Schichtstärke, Infill, Stützstrukturen und Drucktemperatur einstellen
- Eigene Modelle für den 3D-Druck vorbereiten und drucken
- Qualität von 3D-Drucken beurteilen und typische Druckfehler diagnostizieren
- Anwendungsfelder des 3D-Drucks in Prototyping, Kleinserienfertigung und Industrie einordnen
- Grundlegende Druckmaterialien (PLA, PETG, ABS) unterscheiden und situationsgerecht auswählen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle Personen, die sich grundlegende Kenntnisse im 3D-Druck aneignen möchten — ob als berufliche Qualifizierung oder aus persönlichem Interesse an der Technologie.
- Technisch interessierte Personen ohne spezifische Vorkenntnisse im 3D-Druck
- Maker und Hobbyisten, die systematisch in die Technologie einsteigen wollen
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in technischen Berufen, die 3D-Druck für Prototypen und Hilfsmittel nutzen wollen
- Personen in handwerklichen oder technischen Berufen, die additive Fertigung in ihre Arbeit integrieren wollen
- Quereinsteiger, die einen Einstieg in die additive Fertigung oder Fertigungstechnik anstreben
Für die Teilnahme werden PC-Grundkenntnisse sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 vorausgesetzt. Spezifische Vorkenntnisse im 3D-Druck oder in der Konstruktion sind nicht erforderlich. Eine Bereitschaft zur praktischen Arbeit mit technischen Geräten und zur handwerklichen Tätigkeit beim Aufbau des Druckers ist wichtig. Interessierte können sich in einem persönlichen Gespräch mit dem jeweiligen Bildungsträger über ihre individuelle Eignung informieren.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten und kombiniert theoretische Lernphasen mit einem umfangreichen Praxisteil. Ein zentrales Element ist das handlungsorientierte Lernen: Die Teilnehmenden bauen ihren eigenen Drucker auf, konfigurieren ihn und setzen eigene Projekte um. Theoretische Inhalte zu Technologie, Firmware und Slicing werden durch praktische Übungen direkt vertieft. Die Lerngruppe arbeitet sowohl selbstständig als auch in angeleiteten Einheiten, in denen Lehrende Feedback geben und typische Schwierigkeiten besprechen.
Der Kurs dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate und wird in Vollzeit durchgeführt. Diese Dauer ermöglicht es, sowohl die technischen Grundlagen als auch die praktischen Fertigkeiten gründlich zu erarbeiten. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter; Interessierte sollten sich beim jeweiligen Bildungsträger über den konkreten Kursaufbau informieren.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Dieses Dokument belegt die praktischen und theoretischen Kenntnisse im Bereich 3D-Druck. Es handelt sich um eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme ohne staatlich anerkannten Abschluss.
Nutzen & Perspektiven
3D-Druck ist heute in vielen Branchen eine gefragte Kompetenz — von der Produktentwicklung und Fertigung über die Medizintechnik bis hin zum Bildungswesen. Wer einen FDM-Drucker selbst aufbauen, konfigurieren und produktiv einsetzen kann, hat einen klaren Vorteil auf dem Arbeitsmarkt in technischen Berufsfeldern. Die Kombination aus Theorie, Praxis und eigenem Drucker als Lernmittel ermöglicht einen Lernprozess, der weit über das reine Kursgeschehen hinausgeht. Die Möglichkeit, den Drucker nach Kursende zu behalten, ist ein seltener und wertvoller Aspekt dieser Weiterbildung. Teilnehmende können unmittelbar nach Kursende eigenständig weiterüben, eigene Projekte umsetzen und ihre Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen. Das eröffnet nicht nur berufliche Möglichkeiten, sondern befähigt auch zur produktiven Nutzung der Technologie im privaten oder ehrenamtlichen Kontext. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Erhalte ich wirklich einen eigenen 3D-Drucker?
Laut Quellmaterial stellt zumindest ein Anbieter den Teilnehmenden zu Kursbeginn einen eigenen 3D-Drucker zur Verfügung, den sie im Kurs aufbauen und nach Kursende behalten dürfen. Interessierte sollten beim jeweiligen Anbieter nachfragen, ob dieses Ausstattungskonzept in dem von ihnen gewählten Kurs enthalten ist.
Welche Software wird im Kurs verwendet?
Im Kurs wird Slicer-Software eingesetzt, die für die Vorbereitung von 3D-Druckdateien verwendet wird. Typische Slicer sind Cura, PrusaSlicer oder ähnliche Programme. Die konkret eingesetzte Software kann je nach Anbieter variieren.
Welche Materialien kann man im Kurs drucken?
Der Kurs behandelt die gängigen FDM-Materialien, insbesondere PLA und PETG, die für Einsteiger besonders geeignet sind. Auch der Unterschied zwischen Materialien und ihre jeweiligen Anwendungsfelder werden thematisiert.
Ist der Kurs per Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Weitere Förderwege wie das Qualifizierungschancengesetz können je nach persönlicher Situation in Betracht kommen. Die Agentur für Arbeit berät individuell.
Brauche ich handwerkliche Vorkenntnisse?
Spezifische handwerkliche Vorkenntnisse sind keine formale Voraussetzung. Da der Kurs den Aufbau eines Druckers umfasst, ist eine grundsätzliche Bereitschaft zur praktischen Arbeit mit technischen Geräten hilfreich. PC-Grundkenntnisse und Deutschkenntnisse B2 werden vorausgesetzt.
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