Überblick
Adobe After Effects ist die weltweit führende Software für Motion Graphics, Compositing und visuelle Effekte. Sie ist das Standardwerkzeug in professionellen Video- und Medienproduktionstudios, in Werbeagenturen, Broadcastanstalten und bei freischaffenden Mediengestalterinnen und -gestaltern. In diesem Basics-Kurs erwerben Teilnehmende die elementaren Grundlagen der Software und lernen, bewegte und animierte Szenen für Werbung, TV und Internet eigenständig zu erstellen. Von der ersten Keyframe-Animation über Typografieanimationen und Greenscreen-Technik bis hin zu Audiokeys und Exportworkflows deckt der Kurs alle wesentlichen Arbeitsschritte einer professionellen After-Effects-Produktion ab. Der Kurs richtet sich an kreative Einsteiger aus Grafik, Design und Medien, wird als Combined Learning in Vollzeit angeboten und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Block führt in den Workspace und die Grundlagen der Animation ein. Wer After Effects nicht kennt, verliert sich ohne Orientierung schnell in der komplexen Oberfläche. Dieser Block gibt den Teilnehmenden eine solide Basis: Sie lernen, wie die Software aufgebaut ist, wie Kompositionen funktionieren und wie die grundlegende Animationslogik mit Keyframes und Transformationen aufgebaut ist.
- Der After-Effects-Workspace: Komposition, Timeline, Projekt-Panel, Effekte-Panel
- Kompositionen anlegen und konfigurieren: Format, Auflösung, Framerate
- Ebenentypen: Footageebenen, Formebenen, Textebenen, Nullebenen
- Ballpunktanimation mit Formebene: Bewegungspfade, Geschwindigkeit und Easing
- Keyframes: Typen, Eigenschaften und der Einsatz des Graph-Editors
- Grundlegende Transformationen animieren: Position, Skalierung, Rotation, Deckkraft, Ankerpunkt
Der zweite Block vertieft Unterkompositionen, Bauchbinden und Textanimationen. Bauchbinden, Nameinserts und Textbauchbinden sind in TV-Produktionen und Onlinevideos allgegenwärtig. Dieser Block zeigt, wie solche Elemente professionell aufgebaut, animiert und wiederverwendet werden.
- Unterkompositionen anlegen und in Hauptkompositionen einbetten
- Vorteile von Pre-Compositing für komplexe Projekte
- Einfache Bauchbinde: Form, Text, Animation, Timing
- Textebenen anlegen und formatieren
- After-Effects-Textanimator: Animator-Gruppen, Bereich, Eigenschaft
- Animationsvorgaben für Texte: Presets laden, anpassen und neu erstellen
Im dritten Block stehen Figuren, Pfade und Marionettenfunktion im Mittelpunkt. Dieser Block erweitert das Animationsvokabular deutlich: Objekte werden auf Pfaden geführt, gespiegelt, verdoppelt und verzerrt. Die Marionettenfunktion ermöglicht organische Deformationen von Bildelementen.
- Malen und Animieren mit Pinsel- und Radiergummitools
- Figuren auf Pfaden animieren: Pfadanimation und Orientierung am Pfad
- Formen: Rechteck, Ellipse, Polygon, Stern und Freihandform
- Spiegeln, Verdoppeln und Farbvariationen mit Effekten
- Marionettenfunktion: Puppenpins setzen und organische Bewegung erzeugen
- Mehrfache Masken und Routenanimation im Zusammenspiel
Der vierte Block behandelt 3D-Raum, Masken, Farbkorrektur und Effekte. Dieser Block führt in den dreidimensionalen Raum von After Effects ein und zeigt, wie Kameras, Lichter und 3D-Ebenen zusammenwirken. Gleichzeitig werden Masken, Übergänge und Farbkorrekturen vertieft sowie atmosphärische Spezialeffekte behandelt.
- Orientierung im 3D-Raum: 3D-Ebenen, Kamera, Licht
- On-Air-Design: Gestaltungsregeln für Broadcast und Online
- Masken und Übergänge: Masken zeichnen, Maskenmodi, Maskenausdehnung
- Farbkorrektur: Colorkey, Keylight, Chromakey-Workflows
- Greenscreen-Compositing: Aufnahme, Keying, Nachbearbeitung
- Effekte zur Erzeugung von Nebel, Blitz, Regen und Schnee
Praxis-Block: Alle Inhalte werden in praxisorientierten Projekten zusammengeführt. Teilnehmende erstellen vollständige Animationsprojekte, die den Anforderungen professioneller Produktionen entsprechen, und üben den gesamten Workflow von der Konzeption bis zum Export.
- Komplettes Animationsvideo für einen fiktiven Werbespot erstellen
- Bauchbinde mit animiertem Logo und Namensinsert für ein TV-Format
- Textanimation für einen Social-Media-Teaser
- Figuren-Animation auf Pfad mit Marionettenfunktion
- Greenscreen-Sequenz: Keying, Hintergrund einfügen, Farbkorrektur
- 3D-Szene mit Kamerafahrt und Lichtsetzung aufbauen
- Regen- oder Schnee-Effekt über Footage legen
- Soundanimation: Audio-Keyframing und rhythmische Animation
- Mehrere Übergänge mit Masken umsetzen
- Export-Workflow: Render-Queue, Media Encoder, Format- und Codec-Auswahl
- Revisions- und Feedbackschleife simulieren
- Finales Projekt präsentieren und eigene Lernfortschritte reflektieren
Im letzten Kursteil werden die Exportworkflows und Best-Practice-Empfehlungen für unterschiedliche Ausgabeformate (Web, Broadcast, Social Media) behandelt. Die Teilnehmenden verlassen den Kurs mit einem kleinen Portfolio eigener Arbeiten, das sie unmittelbar für Bewerbungen oder erste Kundenprojekte nutzen können.
Lernziele:
- Den After-Effects-Workspace sicher bedienen: Panels, Timeline, Kompositionseinstellungen
- Formebenen erstellen und mit Ballpunkt-Animationstechniken Objekte bewegen
- Keyframes setzen, Keyframe-Arten unterscheiden und den Graph-Editor einsetzen
- Grundlegende Transformationen (Position, Skalierung, Rotation, Ankerpunkt, Deckkraft) animieren
- Unterkompositionen anlegen und in Hauptkompositionen einbetten
- Einfache Bauchbinden und Nameinserts für TV-Produktionen erstellen
- Textebenen animieren: Animator-Gruppen, Zeichenversatz und Schrifteffekte
- Figuren und Objekte auf Pfaden animieren und mit der Marionettenfunktion verformen
- Masken einsetzen: einfache und mehrfache Masken, Maskenmodi, Übergangseffekte
- Farbkorrekturen durchführen und Chromakey- sowie Greenscreen-Compositing anwenden
- Atmosphärische Effekte erzeugen: Nebel, Blitz, Regen, Schnee mit After-Effects-Effekten
- Audio und Audiokeys einsetzen, Soundanimation und Export in Zielformate
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an kreative Einsteiger aus dem Medien-, Design- und Kommunikationsbereich, die in die Welt der Bewegtbild-Gestaltung einsteigen möchten. Er ist besonders geeignet für Personen, die bereits in einem grafischen Beruf tätig sind und ihr Skill-Set um Motion Graphics und Video-Compositing erweitern wollen.
- Grafikerinnen und Grafiker aus Print und Web, die in Bewegtbild einsteigen möchten
- Marketingfachleute, die Animationen selbst erstellen und nicht outsourcen wollen
- Mediengestalterinnen und Mediengestalter, die ihr Softwareportfolio erweitern
- Fotografinnen und Fotografen, die Videos für ihre Kunden produzieren möchten
- Mitarbeitende in Werbeagenturen, Redaktionen und Verlagen ohne AE-Vorkenntnisse
Für die Teilnahme werden ein sicherer Umgang mit dem PC, räumliches Denken sowie Kreativität vorausgesetzt. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich. Vorkenntnisse in Adobe-Produkten wie Photoshop oder Illustrator sind hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung. After-Effects-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt, da der Kurs konsequent bei den Grundlagen beginnt. Ein leistungsfähiger Computer mit installiertem Adobe After Effects sollte für die Eigenübungen vorhanden sein oder bereitgestellt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten und verbindet Präsenz- oder Live-Online-Unterricht mit selbstgesteuerten Übungsphasen. Trainerinnen und Trainer mit professionellem Hintergrund in Medienproduktion und Motion Design zeigen alle Werkzeuge live an der Software und erklären Entscheidungsprozesse, wie sie in der echten Produktionspraxis vorkommen. Teilnehmende arbeiten parallel an eigenen Projekten und erhalten individuelles Feedback auf ihre Arbeiten. Übungsaufgaben und Referenzmaterialien ergänzen den Unterricht und können in Eigenarbeit vertieft werden.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Trotz der kompakten Dauer deckt der Kurs das vollständige Basics-Spektrum von After Effects ab, weil er auf eine effiziente Verbindung aus strukturierter Instruktion und unmittelbarer Anwendung setzt. Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, eigenständig einfache Animationsprojekte zu realisieren und sich die darüber hinausgehenden Funktionen der Software durch Selbststudium zu erschließen.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Grundlagenkenntnisse in Adobe After Effects und ist in der Kreativbranche als Kompetenznachweis anerkannt. Eine Adobe-Herstellerzertifizierung ist nicht Bestandteil des Kurses.
Nutzen & Perspektiven
Motion-Graphics-Kompetenz ist in der digitalen Medienwirtschaft einer der am stärksten wachsenden Qualifikationsbereiche. Kurze animierte Inhalte für Social Media, erklärende Bewegtbildanimationen, Intros und Outros für YouTube-Kanäle, Bauchbinden für Webinare und Corporate Videos — all das wird in immer mehr Unternehmen nicht mehr ausgelagert, sondern intern produziert. Wer After Effects beherrscht, kann einen echten Beitrag zur Kommunikations- und Marketingstrategie seines Unternehmens leisten. Für Grafikerinnen, Fotografen, Marketingfachleute und Mediengestalter bedeutet die After-Effects-Kompetenz eine erhebliche Erweiterung des eigenen Profils. Viele kreative Freelancer berichten, dass Aufträge für Bewegtbildcontent deutlich besser vergütet werden als vergleichbare Printaufträge. Wer bereits ein Portfolio in statischen Medien hat und dieses um animierte Arbeiten ergänzt, erschließt sich ein neues Marktsegment mit wachsender Nachfrage. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Ein frühzeitiges Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit klärt, welche Förderoption für die eigene Situation am besten geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in After Effects?
Nein, der Kurs beginnt konsequent bei den Grundlagen und setzt keine After-Effects-Vorkenntnisse voraus. Ein sicherer Umgang mit dem PC und Kreativität reichen als Basis aus. Vorkenntnisse in anderen Adobe-Produkten wie Photoshop sind hilfreich, aber ebenfalls nicht zwingend.
Welche Software und Hardware brauche ich?
Für die Übungsphasen benötigen Sie einen leistungsfähigen Rechner mit installiertem Adobe After Effects. Adobe bietet After Effects im Rahmen der Creative Cloud als Abonnement an. Klären Sie mit Ihrem Bildungsträger, ob der Kurs im Unterrichtsraum mit bereitgestellten Rechnern stattfindet oder ob Sie ein eigenes Gerät mitbringen sollen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Eine Adobe-Herstellerzertifizierung ist nicht Bestandteil des Kurses, aber das Zertifikat ist in der Kreativbranche als Kompetenznachweis anerkannt. Sie verlassen den Kurs zudem mit einem Portfolio eigener Animationsarbeiten.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Agentur für Arbeit.
Welche beruflichen Möglichkeiten eröffnet der Kurs?
After-Effects-Kenntnisse sind in der digitalen Medienwirtschaft sehr gefragt. Animationen für Social Media, Corporate Videos, TV-Bauchbinden und Motion-Graphics-Content werden in immer mehr Unternehmen intern produziert. Für Grafiker, Fotografen und Marketingfachleute bedeutet die Bewegtbildkompetenz eine erhebliche Erweiterung des eigenen beruflichen Profils.
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Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien240 Stellen
- Medienproduktion (grundständig)59 Stellen
- Medienwissenschaft (grundständig)8 Stellen
- Film-, Fernsehproduktion (grundständig)8 Stellen
- Motion-Designer0 Stellen
- Compositing Artist0 Stellen