Überblick
Moderne Fertigungsbetriebe arbeiten mit hochintegrierten CAD/CAM-Systemen, die die Brücke zwischen digitaler Konstruktion und spanender Bearbeitung schlagen. Wer Bearbeitungszentren nicht nur bedienen, sondern programmieren und parametrieren kann, ist in der Lage, Fertigungsprozesse eigenständig vorzubereiten, zu optimieren und produktiv zu steuern. Dieser Kurs vermittelt die praktischen Fähigkeiten, um CAM-Programme zu erstellen, auf Bearbeitungsmaschinen zu übertragen und in der realen Fertigung anzuwenden – inklusive der Vorbereitung auf die Prüfung zur CAD/CAM-Fachkraft.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen der CAD/CAM-Prozesskette Bevor CAM-Programme entstehen, muss die Prozesskette vom CAD-Modell bis zur fertigen Fräsbahn verstanden sein. Dieses Modul baut das konzeptionelle Fundament und klärt, wie CAD-Daten importiert, geprüft und für die CAM-Planung aufbereitet werden.
- Aufbau und Funktionsweise von CAD/CAM-Systemen
- CAD-Datenformate und deren Import in CAM-Software
- Bauteilanalyse: Welche Merkmale bestimmen die Bearbeitungsstrategie?
- Koordinatensysteme, Nullpunkt und Werkstück-Bezug
- Überblick gängiger CAM-Softwareplattformen
- Schnittstellen zwischen CAD, CAM und CNC-Steuerung
Modul 2 – CAM-Programmierung und Werkzeugweg-Erstellung Das Kernmodul des Kurses widmet sich der eigentlichen CAM-Arbeit: der Auswahl geeigneter Bearbeitungsstrategien, der Parametrierung von Werkzeugwegen und der Simulation vor dem Echtbetrieb. Typische Bearbeitungsoperationen werden systematisch durchgearbeitet.
- 2,5D-Fräsen: Taschenfräsen, Konturbearbeitung, Bohrzyklen
- 3D-Fräsen: Freiformflächen und komplexe Geometrien
- Werkzeugwahl und Schnittdatenfestlegung im CAM-System
- Kollisionsprüfung und Maschinensimulation vor dem ersten Span
- Postprozessor-Konfiguration für unterschiedliche Steuerungstypen
- NC-Datei erzeugen, prüfen und dokumentieren
Modul 3 – Datenübertragung und Maschinenbetrieb Nach der Programmierung folgt die Übertragung an die reale Maschine. Dieser Praxisblock verbindet die digitale Vorbereitung mit dem echten Fertigungsumfeld: Bearbeitungszentren werden eingerichtet, Programme werden eingespielt und unter Aufsicht gestartet.
- Datenübertragung per DNC-Schnittstelle und andere Übertragungswege
- Datensicherung und Versionsverwaltung von NC-Programmen
- Maschine einrichten: Werkzeuge vermessen, Nullpunkt setzen
- Programmtest und Trockenlauf (Maschinensimulation am Gerät)
- Erste Teile fertigen und Maßhaltigkeit prüfen
- Optimierung von Schnittparametern auf Basis erster Ergebnisse
Praxisblock – Anwendungsaufgaben auf dem Bearbeitungszentrum Der Praxisteil, der am Standort Chemnitz stattfindet, bildet das Herzstück dieser Weiterbildung. Hier setzen Teilnehmende das Erlernte an realen Maschinen um und bearbeiten Aufgaben nach Vorgabe.
- Werkstücke nach CAM-Plan aufspannen und ausrichten
- CAM-generiertes Programm einlesen und für die Maschine aufbereiten
- Erstteilbearbeitung unter Aufsicht durchführen
- Maßkontrolle mit geeignetem Messwerkzeug
- Fertigungsabweichungen analysieren und Programm anpassen
- Komplexere Bauteile im CAM planen und an der Maschine umsetzen
- Bedien- und Programmierfehler systematisch debuggen
- Maschinenprotokoll führen und Bearbeitungsschritte dokumentieren
- Übergabe des fertig bearbeiteten Bauteils und Abschlussbesprechung
- Sicherheitsunterweisungen und Maschinenhandhabung nach Vorschrift
- Rüstprozesse strukturiert und zeitsparend vorbereiten
- Qualitätsdokumentation nach betrieblichen Standards
Der Praxisteil ist weit mehr als eine Demonstration – Teilnehmende arbeiten selbstständig an den Maschinen und lösen Aufgaben, die dem realen Berufsalltag in CNC-Fertigungsbetrieben entsprechen. So entsteht echte, prüfungsfähige Handlungskompetenz. Abschließend bereiten Teilnehmende sich im Praxisteil gezielt auf die Prüfungssituation vor, indem sie CAM-Aufgaben unter prüfungsähnlichen Bedingungen bearbeiten und ihre Vorgehensweise strukturiert begründen.
Lernziele:
Der Kurs vermittelt – unter anderem – folgende praktische Fähigkeiten und Kenntnisse –
- CAM-Programme für unterschiedliche Bearbeitungsoperationen auf Bearbeitungszentren erstellen
- CAD-Daten aufbereiten und als Grundlage für die CAM-Planung nutzen
- Werkzeugwege (Toolpaths) für Fräs- und Bohroperationen parametrieren
- Programme von der CAM-Software an die Werkzeugmaschine übertragen
- Bearbeitungszentren einrichten, rüsten und in Betrieb nehmen
- einfache CNC-Programme an der Steuerung prüfen und anpassen
- Qualitätssicherungsmaßnahmen im CAM-Prozess anwenden
- typische Fehlerquellen bei der Datenübertragung erkennen und beheben
- Schnittdaten und Bearbeitungsparameter situationsgerecht auswählen
- Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Werkzeugmaschinen einhalten
- CAM-Software auf konkrete Aufgabenstellungen aus dem Berufsalltag anwenden
- sich gezielt auf die Prüfung zur CAD/CAM-Fachkraft vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus der Metallbearbeitung und Fertigungstechnik, die ihre CNC-Kenntnisse durch den Einstieg in die moderne CAM-Welt erweitern möchten.
- Zerspanungsmechaniker und Werkzeugmacher mit CNC-Erfahrung
- CNC-Programmierer, die auf vollständige CAD/CAM-Workflows umsteigen möchten
- Maschinenführer in spanenden Fertigungsbetrieben
- Techniker und Meister, die CAM-Prozesse verstehen und optimieren wollen
- Fachkräfte, die die Qualifikation als CAD/CAM-Fachkraft anstreben
Für die Teilnahme sind Vorkenntnisse in der CNC-Programmierung sowie gute PC-Kenntnisse erforderlich. Erfahrungen mit CNC-Maschinen oder spanenden Fertigungsverfahren erleichtern den Einstieg in die praktischen Module erheblich. Wer bereits in einem Betrieb mit Bearbeitungszentren gearbeitet hat, bringt den idealen Erfahrungshintergrund mit. Grundkenntnisse in technischem Lesen (Zeichnungsinterpretation) sind für den Praxisteil hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Theorie und Praxis wechseln sich in diesem Kurs eng verzahnt ab. Konzeptuelle Grundlagen werden in strukturierten Unterrichtseinheiten vermittelt, unmittelbar gefolgt von praktischen Übungen an Simulatoren und schließlich an realen Bearbeitungszentren. Der Praxisteil am Standort Chemnitz ist ein fester Bestandteil des Kurskonzepts und nicht optional. Die Unterrichtssprache ist Deutsch, und die Gruppengrößen ermöglichen eine individuelle Betreuung an der Maschine.
Genaue Stundenzahlen und Kursdauer sind beim jeweiligen Bildungsanbieter zu erfragen, da das Angebot von mehreren Trägern bereitgestellt wird. Der Kurs ist so konzipiert, dass er die theoretischen Module, die CAM-Software-Übungen und den praktischen Bearbeitungsteil am Bearbeitungszentrum in einem durchgängigen Lehrgang verbindet, der auf die abschließende Qualifikationsprüfung vorbereitet. Der Praxisteil am Standort Chemnitz ist als Präsenzblock fest eingeplant und erfordert eine Anreise, die bei der persönlichen Kursplanung berücksichtigt werden sollte. Insgesamt ist die Kombination aus Theorie, virtueller Simulation und echtem Maschineneinsatz so kalkuliert, dass Teilnehmende am Ende des Lehrgangs selbstständig und prüfungssicher arbeiten können.
Der Kurs bereitet auf die Prüfung zur anerkannten Qualifikation als CAD/CAM-Fachkraft vor. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat, das ihre Kompetenz in der CAM-Programmierung und im Betrieb von Bearbeitungszentren nachweist. Dieses Zertifikat ist in der Fertigungsindustrie ein anerkannter Kompetenznachweis, der Fachkräften den Einstieg in CAM-Spezialistenpositionen erleichtert und vorhandene CNC-Kenntnisse um eine wichtige Qualifikationsdimension ergänzt.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach Fachkräften, die sowohl CNC-Grundlagen als auch moderne CAD/CAM-Systeme beherrschen, übersteigt das Angebot in vielen Fertigungsregionen Deutschlands erheblich. Wer nach diesem Kurs CAM-Programme eigenständig erstellt und Bearbeitungszentren vollständig parametriert, übernimmt in Betrieben eine Schlüsselrolle zwischen Konstruktion und Produktion – eine Position, die typischerweise mit höherer Eigenverantwortung und einer besseren Vergütungsstruktur verbunden ist als reine Maschinenbedienerrollen. Die praktische Ausrichtung des Kurses – insbesondere der Maschinenteil mit echten Bauteilen am realen Bearbeitungszentrum – sorgt dafür, dass das erworbene Wissen unmittelbar einsatzbereit ist. Arbeitgeber erkennen den Unterschied zwischen rein theoretisch ausgebildeten Kandidaten und solchen, die bereits selbstständig Werkstücke von der CAM-Planung bis zur maßhaltigen Fertigung durchgeführt haben. Diese gelebte Praxiskompetenz ist das überzeugendste Argument im Einstellungsgespräch. Langfristig eröffnet die CAM-Kompetenz auch den Einstieg in anspruchsvollere Spezialisierungen: 5-Achs-Bearbeitung, Hochgeschwindigkeitsfräsen, die Arbeit mit komplexen Freiformflächen oder die Integration von CAM-Systemen in vernetzte digitale Fertigungsumgebungen. Wer in einem Betrieb den CAM-Prozess eigenständig betreut, ist zudem oft erste Anlaufstelle für die Einführung neuer Maschinen oder Softwaresysteme – eine Rolle mit gewachsenem Einfluss und Entwicklungspotenzial innerhalb des Unternehmens.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche CNC-Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Kenntnisse in der CNC-Programmierung sowie gute PC-Grundkenntnisse sind Voraussetzung. Erfahrungen mit Bearbeitungsmaschinen sind hilfreich, aber kein formales Eingangserfordernis. Zerspanungsmechaniker und Werkzeugmacher bringen die ideale Ausgangsbasis mit.
Warum findet der Praxisteil in Chemnitz statt?
Der Praxisteil erfordert echte Bearbeitungszentren – diese sind am Lehrstandort in Chemnitz verfügbar. Die Präsenzphase ist fester Bestandteil des Kurskonzepts und nicht durch Remote-Einheiten ersetzbar.
Welche Software wird im Kurs verwendet?
Der Kurs arbeitet mit aktuellen CAM-Softwareplattformen, die in der deutschen Fertigungsindustrie verbreitet sind. Welche konkreten Systeme eingesetzt werden, ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Auf welche Prüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet gezielt auf die Prüfung zur Qualifikation als CAD/CAM-Fachkraft vor. Diese Qualifikation ist in der Fertigungsindustrie anerkannt und öffnet den Zugang zu Spezialisten- und Planungsrollen in CNC-Betrieben.
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