Überblick
Dieser Kurs vermittelt umfassend die Grundlagen der Bedienung und Programmierung von CNC-Drehmaschinen mit Heidenhain-Steuerung. CNC steht für Computerized Numerical Control — die computergestützte Steuerung von Werkzeugmaschinen, die in der modernen Serienfertigung unverzichtbar ist. CNC-Drehen ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Fertigungstechnik und die Heidenhain-Steuerung zählt zu den in der deutschen Industrie am weitesten verbreiteten Systemen. Wer diese Steuerung beherrscht, ist in Metallverarbeitungs- und Maschinenbaubetrieben gefragter Fachkraft. Der Kurs deckt alle wesentlichen Bereiche ab: von der Einführung in die CNC-Drehmaschine und technologischen Grundlagen über Kontur-Programmierung mit G-Code und Zyklenprogrammierung mit smart.Turn bis hin zur C- und Y-Achsbearbeitung für komplexere Werkstücke.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt das Fundament: Aufbau und Komponenten der CNC-Drehmaschine, Sicherheitsvorschriften im Maschinenbetrieb und die grundlegende Einrichtung der Heidenhain-Steuerung. Ohne diese Basis sind alle weiteren Programmierkenntnisse nicht sicher anwendbar.
- Maschinenkonfiguration: Benennung und Funktion aller Hauptkomponenten
- Sicherheitsregeln im CNC-Betrieb und Schutzeinrichtungen
- Einrichten des Maschinennullpunkts und Werkzeugdaten-Verwaltung
- Betriebsarten der Heidenhain-Steuerung im Überblick
- Starten, Stoppen und Referenzfahren der CNC-Drehmaschine
- Grundlegende Pflege und Wartungsinspektionen an der Maschine
Das zweite Modul widmet sich den technologischen Grundlagen und der Kontur-Programmierung mit G-Code. Hier lernen die Teilnehmenden, wie physikalische und technologische Größen die Bearbeitungsqualität beeinflussen und wie sie über G-Code-Befehle gezielt gesteuert werden.
- Schnitttechnologie: Schnittgeschwindigkeit, Vorschub und Spantiefe berechnen
- Werkzeugauswahl für verschiedene Bearbeitungsoperationen
- Grundstruktur eines CNC-Programmes und Formatierungsregeln
- Programmierung von Linearbewegungen, Kreisbewegungen und Fasen
- Kontur-Programmierung einfacher und komplexer Drehkonturen
- Sicherheitsebenen, Anfahrwege und Rückzugsbewegungen programmieren
Das dritte Modul führt in die Zyklenprogrammierung mit smart.Turn ein. Die smart.Turn-Programmieroberfläche von Heidenhain vereinfacht die Erstellung von Bearbeitungszyklen erheblich und ermöglicht auch Einsteigern, komplexe Bearbeitungsfolgen schnell und fehlerfrei aufzusetzen.
- Einführung in die smart.Turn-Programmieroberfläche
- Drehzyklen für Schrupp- und Schlichtbearbeitung einrichten
- Stechzyklen und Gewindeschneidzyklen programmieren
- Simulationsfunktionen zur Überprüfung von Programmen nutzen
- Anpassen von Zyklenparametern für unterschiedliche Werkstoffe
- Typische Fehlerquellen in der Zyklenprogrammierung erkennen und beheben
Im abschließenden Praxis-Block werden C- und Y-Achsbearbeitung sowie komplexe Bearbeitungsstrategien an realen Aufgabenstellungen angewendet. Die Teilnehmenden erarbeiten vollständige Bearbeitungsprogramme von der Einrichtung bis zur Qualitätsprüfung.
- Grundprinzip der C-Achse und ihre Anwendung bei Fräsoperationen auf der Drehteiloberfläche
- Programmierung von Radial- und Stirnseitenoperationen mit der C-Achse
- Einführung in die Y-Achsbearbeitung für außermittige Bohrungen und Fräsungen
- Erstellung und Test kompletter Bearbeitungsprogramme
- Werkstückspannung, Nullpunktverschiebung und Messung am Werkstück
- Qualitätsprüfung mit Messmitteln (Schieblehre, Bügelmessschraube)
- Analyse von Bearbeitungsfehlern und Korrekturen im Programm
- Entwicklung effizienter Bearbeitungsstrategien unter Zeitdruck
- Dokumentation von Maschineneinstellungen und Programmen
- Sicherheitsprüfung vor dem Produktionseinsatz
- Praktische Übungsaufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad
- Abschlussgespräch und Reflexion des Lernfortschritts
Die Inhalte sind so aufgebaut, dass sie den gesamten Arbeitsprozess an einer CNC-Drehmaschine abdecken — von der ersten Einrichtung über die Programmierung bis zur fertigen Bearbeitung und Qualitätsprüfung. Das Kursformat kombiniert Theorie und praxisorientierte Anwendung, sodass die Teilnehmenden nach dem Abschluss tatsächlich arbeitsfähig an einer CNC-Drehmaschine sind.
Lernziele:
- Aufbau und Funktionsweise von CNC-Drehmaschinen mit Heidenhain-Steuerung erläutern
- Sicherheitsvorschriften im CNC-Betrieb kennen und konsequent einhalten
- Die Maschinenkonfiguration und Werkzeugeinrichtung korrekt vornehmen
- Technologische Grundlagen wie Schnittparameter, Vorschub und Drehzahl berechnen und anwenden
- Einfache und komplexe Konturen mithilfe von G-Code programmieren
- Die smart.Turn-Oberfläche für die Zyklenprogrammierung sicher einsetzen
- Bearbeitungszyklen für Dreh-, Stech- und Gewindeoperationen aufsetzen
- Werkstückbearbeitung an der CNC-Drehmaschine praktisch vorbereiten und überwachen
- C- und Y-Achsbearbeitung für mehrseitige und komplexe Werkstücke einrichten
- Bearbeitungsstrategien für effiziente Fertigungsabläufe entwickeln
- Qualitätsprüfung bearbeiteter Werkstücke durchführen und Fehler analysieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die im Bereich CNC-Maschinenbau und Fertigungstechnik arbeiten möchten, sowie an Personen mit technischen Vorkenntnissen, die sich auf die Heidenhain-Steuerung spezialisieren wollen.
- Quereinsteiger in die CNC-Fertigungstechnik mit technischem Grundverständnis
- Maschinenführer, die ihre Kenntnisse auf CNC-Drehen erweitern möchten
- Metallbauer, Schlosser und Fachkräfte aus verwandten Berufen
- Arbeitssuchende mit Interesse an einem Einstieg in die Fertigungsindustrie
- Umschüler im Bereich Zerspanungsmechanik oder Produktionstechnik
Für die Teilnahme werden grundlegende PC-Kenntnisse sowie Deutschkenntnisse auf Niveau B2 vorausgesetzt. Technische Vorkenntnisse aus Berufen des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung oder verwandter Bereiche sind hilfreich und erleichtern den Einstieg. Mathematische Grundkenntnisse (Geometrie, Verhältnisrechnung) werden im Kontext der Schnitttechnologie benötigt. Für Personen, bei denen Unsicherheit über die Erfüllung der Voraussetzungen besteht, bieten die meisten Träger ein persönliches Beratungsgespräch an.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend als Combined Learning durchgeführt, in einigen Fällen auch als reiner Präsenzunterricht. Vollzeit-Unterrichtsform gewährleistet konzentriertes, systematisches Lernen. Die Kombination aus theoretischen Grundlagen und praktischen Übungen ist elementar: Programmierkonzepte werden zunächst in Simulationsumgebungen angewendet und dann schrittweise an der realen CNC-Maschine umgesetzt. Dozierende aus der Praxis begleiten den Lernprozess und geben individuelles Feedback.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Dieser Zeitrahmen ist ausreichend, um alle Grundlagenbereiche zu erarbeiten und in praktischen Übungen zu festigen. Die genaue Dauer variiert je nach Anbieter.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Diese bestätigt die erworbenen Kenntnisse in der Bedienung und Programmierung von CNC-Drehmaschinen mit Heidenhain-Steuerung. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss oder ein IHK-Prüfungszeugnis ist nicht Bestandteil dieses Kurses.
Nutzen & Perspektiven
CNC-Fachkräfte mit Heidenhain-Kenntnissen gehören zu den gefragtesten Berufsgruppen in der deutschen Fertigungsindustrie. Maschinenbaubetriebe, Automobilzulieferer und Metallverarbeitungsunternehmen suchen kontinuierlich nach qualifizierten CNC-Bedienern, die moderne Steuerungssysteme souverän einsetzen können. Wer diesen Kurs erfolgreich abschließt, kann direkt in einem Produktionsbetrieb eingesetzt werden und verfügt über ein solides Fundament für weitergehende Qualifikationen. Der Kurs ist nicht nur inhaltlich, sondern auch strategisch wertvoll: Er öffnet den Zugang zu einem Industriezweig mit stabilen Beschäftigungsperspektiven und überdurchschnittlichen Lohnstandards. Die Kombination aus Theorie und Praxis stellt sicher, dass die erworbenen Kenntnisse unmittelbar in reale Arbeitsabläufe übertragbar sind. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels im technischen Bereich ist eine strukturierte und nachgewiesene Qualifikation ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Der Kursabschluss signalisiert Betrieben, dass die betreffende Person nicht nur motiviert ist, sondern auch die fachliche Basis für einen produktiven Einsatz an CNC-Drehzentren mitbringt. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs in der Regel über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Darüber hinaus können das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht kommen. Eine persönliche Beratung beim Träger klärt die individuell passende Fördermöglichkeit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Einsteiger in die CNC-Fertigungstechnik sowie an Fachkräfte aus verwandten Metallberufen, die sich auf die Heidenhain-Steuerung spezialisieren möchten. Vorkenntnisse in CNC-Drehen sind nicht zwingend erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen G-Code und smart.Turn?
G-Code ist eine universelle CNC-Programmiersprache, die die Steuerung direkt über Positionsbefehle ansteuert. smart.Turn ist eine von Heidenhain entwickelte, dialogorientierte Benutzeroberfläche, die die Programmierung von Bearbeitungszyklen vereinfacht. Beide Ansätze werden in diesem Kurs gelehrt.
Welche Berufsfelder erschließt dieser Kurs?
Mit dem Abschluss dieses Kurses sind Einstiege in Berufe wie CNC-Dreher, Zerspanungsmechaniker oder Maschinenbediener in der Fertigungsindustrie möglich. Die Heidenhain-Steuerung ist in zahlreichen Industriebetrieben im Einsatz.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder die Berufsförderung der Bundeswehr können je nach Situation genutzt werden.
Gibt es Aufbaukurse nach diesem Grundlagenkurs?
Ja. Nach dem Basics-Kurs bestehen Möglichkeiten zur Vertiefung in weiterführende CNC-Module, etwa zu fortgeschrittener Mehrachsbearbeitung, komplexeren Programmiertechniken oder maschinenspezifischen Aufbaukursen.
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