Visualisierung mit WinCC Unified – HMI-Weiterbildung
Weiterbildung zur Prozessvisualisierung mit Siemens WinCC Unified – HMI-Projektierung, Objekte und Dynamisierung, Archivierung und Kurvenanzeige für Automatisierungsfachkräfte.
Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:
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Kurzantworten zum Kurs
Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung
- Wie lange dauert der Kurs?
- Die Weiterbildung ist als Vollzeitkurs über mehrere Wochen konzipiert. Mit rund 148 verfügbaren Angeboten auf dem deutschen Markt bestehen verschiedene Format- und Terminoptionen. Details
- Welcher Abschluss ist vorgesehen?
- Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters. Es handelt sich nicht um eine offizielle Siemens-Zertifizierung, sondern um eine trägerausgestellte Kompetenzbestätigung. Wer eine offizielle Siemens-Programmierkompetenz zertifizieren lassen möchte… Details
- Welche Voraussetzungen gelten?
- Vorausgesetzt werden ein technischer oder elektrotechnischer Studienabschluss oder eine abgeschlossene technische Ausbildung, alternativ steuerungstechnische Berufspraxis. Gute IT-Kenntnisse und Grundkenntnisse der industriellen Automation sind notwendig. Kenntnisse in Siemens TIA Portal und… Details
Worum geht es in diesem Kurs?
WinCC Unified ist Siemens' aktuelle Generation der SCADA- und HMI-Software und löst schrittweise die klassischen WinCC-Vorgänger in der TIA-Portal-Welt ab. Die Plattform bietet HTML5-basierte Visualisierung, Web-Client-Fähigkeit ohne zusätzliche Softwareinstallation und eine moderne Objektarchitektur für skalierbare Großanlagen. Dieser Kurs vermittelt alle relevanten Kenntnisse zur professionellen Projektierung von Visualisierungslösungen mit WinCC Unified — von der Erstellung von Unified-Geräten bis zur komplexen Archivierung und Kurvenanzeige.
Was lernst du in diesem Kurs?
Der erste Block führt in WinCC Unified und die TIA-Portal-Integration ein. WinCC Unified unterscheidet sich in Architektur und Handhabung deutlich von Classic WinCC oder WinCC Comfort. Lernende erarbeiten die technologischen Unterschiede und verstehen, warum Unified für neue Projekte und skalierbare Systemlösungen bevorzugt wird.
- TIA HMI Versionen im Überblick: Comfort, Advanced, Unified PC und Unified Comfort Panel
- Projektanlage für Unified-Geräte in TIA Portal
- Systemanforderungen, Lizenzen und Kompatibilität mit verschiedenen S7-Steuerungen
- Verbindungskonfiguration: PROFINET, integrierte PN/IE-Verbindung
- Variablenmanagement und HMI-Verschaltung mit SPS-Datenbausteinen
- Versionsverwaltung und Unterschiede zu Classic WinCC im Migrationsprojekt-Kontext
Das zweite Modul behandelt Objektarchitektur und Dynamisierung. WinCC Unified bietet eine komponentenbasierte Objektwelt, in der grafische Elemente als wiederverwendbare Typen definiert und instanziiert werden. Das reduziert Projektierungsaufwand und erhöht Konsistenz in großen Anlagenprojekten erheblich.
- Grafische Grundobjekte: Flächen, Linien, Texte, I/O-Felder
- Typen und Instanzen: objektorientierte Wiederverwendung in WinCC Unified
- Dynamisierung über Eigenschaftsanimationen: Farbe, Position, Sichtbarkeit
- Dynamisierung über Skripte (JavaScript in Unified)
- Schaltflächen, Eingabefelder und interaktive Bedienelemente
- Import von Grafiken und Integration von SVG-Objekten in Prozessbilder
Das dritte Modul vertieft Alarmsystem und Archivierung. In industriellen Anlagen sind Alarmmanagement und Langzeitarchivierung von Prozessdaten zentrale Anforderungen für sicheren Betrieb und Dokumentationspflichten.
- Alarmklassen, Gruppen und Prioritäten in WinCC Unified
- Quittierungslogik und Alarmprotokollierung
- Tag-Archivierung: zyklisch, auf Änderung, Archivvariablen
- Langzeitarchivierung mit SQL-Datenbank und WinCC Unified Historiendienst
- Archivkomprimierung und Datenhaltungsstrategien
- Alarmarchiv: Aufbau, Abfrage und Exportfunktionen
Der Praxisblock bringt alle Teilgebiete in anwendungsnahen Aufgaben zusammen. Lernende erstellen unter Anleitung eine vollständige Visualisierungslösung für eine simulierte Prozessanlage und werden mit typischen Projektierungsherausforderungen konfrontiert.
- Trendanzeige und Kurvenanzeige: historische und Echtzeitkurven konfigurieren
- Benutzer- und Rechteverwaltung in WinCC Unified
- Web-Client-Projektierung: browserbasierter Zugriff ohne Client-Installation
- Multi-Client-Szenarien und Redundanzkonzepte
- Sprachunterstützung und mehrsprachige Visualisierung
- Diagnose und Fehlerbehebung im laufenden Betrieb
- Simulation und Test ohne physische Hardware: Simulator und Virtual Controller
- Strukturierung von Bildgruppen und Navigationshierarchie in großen Projekten
- Logging und Audittrail für sicherheitsrelevante Bedienhandlungen
- Schnittstelle zu SCADA-Zusatzfunktionen: Reports und Druckfunktionen
- Performanceoptimierung bei großen Projekten mit vielen Variablen und Bildern
- Übergabe und Inbetriebnahme: Download auf Panel, Erststart und Verbindungstest
Ergänzend werden aktuelle Entwicklungsrichtungen von WinCC Unified diskutiert. Openness-Schnittstellen für externe Tools, REST-API-Anbindung und Integration in Industrie-4.0-Architekturen zeigen, wie Visualisierung zur vernetzten Datendrehscheibe in modernen Fabriken wird. Ein eigenständiger Abschnitt widmet sich der Migration bestehender WinCC-Projekte auf Unified. Viele Betriebe setzen noch WinCC Classic oder WinCC Comfort ein und planen eine schrittweise Modernisierung. Lernende verstehen, welche Bildtypen und Objekte aus älteren Versionen migrierbar sind, wo manuelle Überarbeitung notwendig ist und welche Strategie für eine phasenweise Migration sinnvoll ist — sowohl technisch als auch organisatorisch. Ein weiterer Bereich behandelt die Möglichkeiten der EPLAN-Unified-Integration als Teil eines durchgängigen Engineering-Prozesses. Im modernen Anlagenbau sollen Schaltplaninformationen und Visualisierungsdaten so weit wie möglich konsistent bleiben. Lernende lernen, wie Variablenlisten aus TIA Portal automatisiert als HMI-Tags übernommen werden können, wie Gerätenamen aus der Hardwarekonfiguration in Unified-Projekten nutzbar sind und welche Einsparpotenziale ein konsistenter Datenfluss im Vergleich zu manueller Datenpflege bietet.
Lernziele:
- WinCC Unified in der TIA-Portal-Umgebung einrichten und strukturieren
- Unified-Geräte anlegen, konfigurieren und mit SPS-Variablen verbinden
- Prozessbilder mit grafischen Objekten und Dynamisierungen aufbauen
- Alarmsystem und Ereignisverwaltung projektieren
- Archivierungsfunktionen für Prozesswerte und Alarme konfigurieren
- Kurvenanzeigen und Trenddarstellungen für Betriebsüberwachung erstellen
- Skriptbasierte Dynamisierung und Benutzerverwaltung umsetzen
- Web-Client-Funktionalität und Multi-Client-Szenarien verstehen
- TIA HMI Versionen und Gerätetypen unterscheiden und gezielt einsetzen
- Projekte auf Panel-Hardware und PC-basierte Systeme übertragen
- Fehlerbehebung bei Visualisierungsprojekten systematisch durchführen
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte im Automatisierungsumfeld, die HMI-Visualisierungen mit Siemens TIA Portal entwickeln oder pflegen.
- Automatisierungstechnikerinnen und -techniker mit TIA-Portal-Erfahrung
- SPS-Programmierer, die die HMI-Projektierung übernehmen
- HMI-Entwickler, die von älteren WinCC-Versionen auf Unified migrieren
- Instandhalter, die Visualisierungsprojekte in bestehenden Anlagen erweitern
- Inbetriebnehmer, die Visualisierungslösungen auf Panels und PC-Systeme übertragen
Vorausgesetzt werden ein technischer oder elektrotechnischer Studienabschluss oder eine abgeschlossene technische Ausbildung, alternativ steuerungstechnische Berufspraxis. Gute IT-Kenntnisse und Grundkenntnisse der industriellen Automation sind notwendig. Kenntnisse in Siemens TIA Portal und SIMATIC-SPS sind sehr hilfreich, da WinCC Unified eng in diese Umgebung eingebettet ist. Interesse an Industrie 4.0 und webbasierter Visualisierung wird erwartet.
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Der Kurs ist eng an der Software orientiert. Lernende arbeiten direkt in TIA Portal mit WinCC Unified und bearbeiten realitätsnahe Projektierungsaufgaben. Theoretische Eingaben zu Architekturkonzepten und Objektmodellen werden unmittelbar durch eigene Übungen vertieft. Fehleranalyse und Debugging sind fester Bestandteil des Trainings, da das selbstständige Lösen von Projektierungsproblemen eine Kernkompetenz im Anlagenalltag ist. Synchrone Unterrichtsphasen ermöglichen gemeinsame Lösungsentwicklung, ergänzende Online-Einheiten die selbstgesteuerte Vertiefung.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitkurs über mehrere Wochen konzipiert. Mit rund 148 verfügbaren Angeboten auf dem deutschen Markt bestehen verschiedene Format- und Terminoptionen.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters. Es handelt sich nicht um eine offizielle Siemens-Zertifizierung, sondern um eine trägerausgestellte Kompetenzbestätigung. Wer eine offizielle Siemens-Programmierkompetenz zertifizieren lassen möchte, kann das ergänzend über autorisierte Siemens-Trainingszentren tun.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
WinCC Unified ist die Plattform, auf die Siemens seine gesamte HMI-Entwicklung ausrichtet. Wer heute mit Unified arbeiten kann, ist für neue Anlagenprojekte und Modernisierungsschritte in der gesamten SIMATIC-Welt gut aufgestellt. Die Nachfrage nach Fachkräften mit nachgewiesenen Unified-Kenntnissen steigt mit dem wachsenden Anteil von Unified-Projekten in der Industrie. Besonders wertvoll ist die Kombination aus SPS-Programmierung und HMI-Visualisierung im selben Toolset TIA Portal. Wer beide Seiten beherrscht, kann Anlagenprojekte durchgängiger betreuen — von der Steuerungslogik bis zum Bedienerpanel — und ist für kleinere und mittlere Automatisierungsunternehmen ein besonders nützliches Teammitglied. Die webbasierte Architektur von WinCC Unified öffnet zudem neue Einsatzfelder. Dashboards für die Produktionsleitung im Browser, Ferndiagnose über gesicherten Web-Zugang und Integration in übergeordnete MES-Systeme sind Anwendungen, die mit älteren WinCC-Versionen nur aufwändig zu realisieren waren. Wer Unified kennt, kann diese Mehrwerte direkt in Projekten realisieren und damit aktiv zur Digitalisierung der Produktion beitragen.
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- HMI-Entwickler/in
- Automatisierungstechniker/in
- SPS-Programmierer/in
- Visualisierungsentwickler/in
- Instandhalter/in Steuerungstechnik
- Inbetriebnehmer/in
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist WinCC Unified und worin unterscheidet es sich vom klassischen WinCC?
WinCC Unified ist Siemens aktuell gepflegte HTML5-basierte SCADA- und HMI-Plattform im TIA Portal. Im Unterschied zu Classic WinCC bietet Unified eine webbasierte Client-Architektur ohne spezielle Client-Installation, ein objektorientiertes Bildmodell mit Typen und Instanzen sowie offene Schnittstellen für moderne Cloud- und IoT-Integrationen.
Muss ich vorher TIA Portal kennen?
TIA-Portal-Grundkenntnisse werden dringend empfohlen, da WinCC Unified vollständig in diese Entwicklungsumgebung eingebettet ist. Wer TIA Portal noch nicht kennt, sollte zuvor eine Einführung in SIMATIC und TIA Portal absolvieren. Grundkenntnisse der SPS-Programmierung sind hilfreich, aber nicht zwingend vorausgesetzt.
Ist WinCC Unified nur für Siemens-SPS geeignet?
WinCC Unified ist primär für SIMATIC-S7-Steuerungen optimiert und eng in das TIA-Portal-Ökosystem eingebettet. Über OPC-UA-Schnittstellen kann Unified auch mit Steuerungen anderer Hersteller kommunizieren, jedoch ist die native Integration auf Siemens-Systeme ausgerichtet.
Was ist der Unterschied zwischen WinCC Unified und WinCC Comfort/Advanced?
Comfort und Advanced sind ältere WinCC-Generationen für Panel-Hardware und PC-Systeme. Unified ist die Nachfolgeplattform mit HTML5-Rendering, Web-Client-Fähigkeit und objektorientierter Bildarchitektur. Für neue Projekte empfiehlt Siemens Unified; Comfort und Advanced werden weiter unterstützt, erhalten aber keine grundlegenden Neuentwicklungen.
Welche Hardware wird für WinCC Unified benötigt?
WinCC Unified läuft auf Siemens Unified Comfort Panels sowie auf PC-Systemen mit WinCC Unified Runtime. Für die Projektierung wird TIA Portal auf einem Windows-PC benötigt. Im Kurs wird mit TIA Portal und den entsprechenden Runtime-Lizenzen gearbeitet; die genaue Konfiguration hängt vom jeweiligen Anbieter ab.