Überblick
AutoCAD Basic 2 setzt unmittelbar dort an, wo ein Grundlagenkurs endet: Wer mit den Basisbefehlen der Software bereits vertraut ist, erweitert in dieser Weiterbildung sein Repertoire um die zentralen Techniken des professionellen 2D-Arbeitens in AutoCAD. Im Mittelpunkt stehen Blöcke und externe Referenzen als Werkzeuge für wiederverwertbare Konstruktionsstandards, die Arbeit mit Layouts für eine normgerechte Druckausgabe sowie dynamische Blöcke, mit denen Zeichnungselemente variabel und parametrisch gesteuert werden. Der Kurs richtet sich an Konstrukteure, Technische Zeichner und Ingenieure, die ihre CAD-Produktivität auf ein qualitativ höheres Niveau heben und komplexere Projektstrukturen beherrschen möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Blöcke und Symbolverwaltung Die effiziente Mehrfachnutzung von Zeichnungselementen bildet das Fundament produktiven CAD-Arbeitens. In diesem Modul lernen die Teilnehmenden, Blöcke aus bestehenden Geometrien zu erzeugen, ihnen Attribute zuzuweisen und diese Attribute für automatisierte Stücklisten nutzbar zu machen. Blöcke werden in Bibliotheken organisiert, sodass projektübergreifende Standards etabliert werden können.
- Blockdefinition aus bestehenden Objekten
- Blockattribute anlegen und bearbeiten
- Attributwerte in Tabellen und Stücklisten exportieren
- Blockeditor für nachträgliche Änderungen nutzen
- Externe Blockbibliotheken einbinden und pflegen
- Blöcke in Normzeichnungen standardkonform einsetzen
Dynamische Blöcke Dynamische Blöcke erweitern das klassische Blockprinzip um parametrische Steuerungsmöglichkeiten. Greifobjekte, Skalierungsparameter und Sichtbarkeitszustände machen es möglich, mit einem einzigen Block eine ganze Variantenfamilie abzubilden — ohne für jede Bauteilgröße eine eigene Blockdefinition zu benötigen.
- Parameter für Länge, Winkel und Position anlegen
- Streck-, Verschiebe- und Dreh-Aktionen verknüpfen
- Ausrichtungsparameter und Lookup-Tabellen konfigurieren
- Sichtbarkeitszustände definieren und schalten
- Griffe und Auswahllisten für den praktischen Einsatz optimieren
- Dynamische Blöcke testen und dokumentieren
Externe Referenzen und Projektstruktur Größere Projekte bestehen selten aus einer einzigen Datei. Externe Referenzen (XREFs) ermöglichen es, Teilzeichnungen aus verschiedenen Dateien zusammenzuführen, ohne sie fest zu kopieren. Änderungen an einer Referenzdatei wirken sich sofort auf alle übergeordneten Zeichnungen aus — ein wesentlicher Vorteil in kollaborativen Konstruktionsprojekten.
- XREFs einfügen, skalieren und positionieren
- Pfadbindung (absolut, relativ, keine Pfadangabe) verstehen
- XREFs aktualisieren, neu laden und lösen
- Overlay- versus Attachment-Modus gezielt wählen
- Sichtbarkeit von XREF-Layern steuern
- Projektmappen mit mehreren abhängigen Dateien strukturieren
Layout, Plot und professionelle Ausgabe Die Druckausgabe normengerechter Technischer Zeichnungen erfordert mehr als nur das Klicken auf „Drucken". In diesem Modul bauen die Teilnehmenden Papierraum-Layouts mit definierten Zeichnungsrahmen, Beschriftungsfeldern und Ansichtsfenstern auf, konfigurieren Plotstile und erzeugen reproduzierbar qualitativ hochwertige Ausdrucke.
- Papierraum und Modellraum voneinander abgrenzen
- Layouts mit Schriftfeldern und Normrahmen einrichten
- Ansichtsfenster erstellen, skalieren und einfrieren
- Plotstildateien (CTB/STB) anlegen und zuweisen
- Seitenlayout-Manager und Druckerkonfigurationen verwalten
- PDF-Ausgabe und Batch-Plot für Zeichnungssätze konfigurieren
Praktische Konstruktionsübungen Die erlernten Techniken werden anhand realitätsnaher Übungsaufgaben aus Maschinenbau und Anlagentechnik eingeübt. Dabei entstehen vollständige Zeichnungssätze, die alle behandelten Werkzeuge kombinieren und die Verbindung von Theorie und beruflichem Alltag herstellen.
- Teilzeichnungen mit XREF-Struktur anlegen
- Baugruppen aus Einzelteilen via Referenz zusammenstellen
- Dynamische Blöcke für Normteile erstellen und einsetzen
- Bemaßungs- und Textstile zeichnungssatzweit vereinheitlichen
- Druckfertige Layouts mit Schriftfeld und Maßstab vorbereiten
- Stücklisten aus Blockattributen generieren und formatieren
- Zeichnungsdateien in Zielformaten (DWG, DXF, PDF) ausgeben
- Fehlersuche in fremden Zeichnungsdateien
- Layer-Standards in Projekten durchsetzen
- Plotausgabe für mehrere Layouts im Batch-Betrieb
- Konstruktionsdetails aus XREF-Dateien isoliert bemaßen
- Endergebnis gegen technische Normanforderungen abgleichen
Die Übungsszenarien sind so gestaltet, dass die Lernenden am Ende des Kurses eigenständig komplexe, projektübergreifende CAD-Strukturen aufbauen können. Der Schwerpunkt liegt auf der Übertragbarkeit der Techniken in den eigenen beruflichen Kontext, sodass das Gelernte unmittelbar produktiv eingesetzt werden kann.
Lernziele:
- Dynamische Blöcke mit Parametern und Aktionen anlegen und sinnvoll einsetzen
- Statische und dynamische Blöcke definieren, verwalten und in Zeichnungen integrieren
- Externe Referenzen (XREFs) einfügen, skalieren, aktualisieren und verwalten
- Layouts und Papierraum professionell einrichten und für den Druck vorbereiten
- Druckkonfigurationen, Stiftdefinitionen und Plotstile gezielt anwenden
- Komplexe Zeichnungsobjekte mit Gruppierfunktionen strukturieren
- Bemaßungsstile und Textstile zeichnungssatzweit vereinheitlichen
- Attribute in Blöcken nutzen und Stücklisten daraus ableiten
- Mehrfachangaben und Zeichnungsverweise im Projektverbund koordinieren
- Zeichnungsdateien für den Austausch mit externen Partnern aufbereiten
- Objekteigenschaften gezielt steuern und Layer-Management verfeinern
- Konstruktionsfehler systematisch aufspüren und beheben
Zielgruppe & Voraussetzungen
AutoCAD Basic 2 richtet sich an Fachkräfte aus Technik und Ingenieurwesen, die bereits grundlegende CAD-Erfahrung mitbringen und ihre AutoCAD-Kenntnisse in Richtung professioneller Projektarbeit ausbauen möchten.
- Konstrukteure und Produktdesigner aus Maschinenbau und Anlagentechnik
- Technische Zeichner aus Industrieunternehmen und Planungsbüros
- Ingenieure, die CAD bisher nur oberflächlich genutzt haben und nun tiefer einsteigen
- Werkzeugmacher und Industriemechaniker mit CAD-Ambitionen
- Berufsrückkehrer aus technischen Fachrichtungen, die ihre AutoCAD-Kenntnisse aktualisieren
Teilnehmende sollten entweder ein technisches Studium abgeschlossen haben oder über eine technische Berufsausbildung sowie mehrjährige Praxiserfahrung im Bereich Konstruktion oder Entwicklung verfügen. Grundkenntnisse in AutoCAD werden vorausgesetzt — im Idealfall entsprechend dem Stoff, der in einem AutoCAD-Basic-1-Kurs vermittelt wird, also Beherrschung der grundlegenden Zeichenbefehle, Layerverwaltung und einfacher Bemaßung. Solide PC-Kenntnisse im Windows-Umfeld sowie Grundkenntnisse im Umgang mit Dateisystemen sind ebenfalls erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist als praxisnahe Präsenzveranstaltung oder begleitetes Fernlernen konzipiert, in der jeder Teilnehmer durchgehend am eigenen CAD-Arbeitsplatz mit AutoCAD arbeitet. Neue Techniken werden zuerst vom Trainer vorgeführt und anschließend unmittelbar in Einzelübungen angewendet. Die Übungsaufgaben orientieren sich an realen Konstruktionsaufgaben, wie sie in der technischen Praxis vorkommen. Wiederholende Festigungsaufgaben stellen sicher, dass die Lerninhalte nicht nur kurzfristig verstanden, sondern dauerhaft beherrschbar werden. Fragen werden direkt im Kurskontext beantwortet, Lösungsstrategien gemeinsam erarbeitet.
Der Kurs wird als Vollzeitmaßnahme angeboten und schließt unmittelbar an AutoCAD Basic 1 an oder setzt vergleichbare Grundkenntnisse voraus. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter und Lerngruppe; typischerweise umfasst eine Weiterbildung auf diesem Niveau zwischen drei und fünf Tagen in kompakter Vollzeitform oder wird als mehrtägige Blockveranstaltung organisiert. Verbindliche Termine und Dauer teilen die Anbieter direkt mit.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung beziehungsweise ein trägerinternes Zertifikat des jeweiligen Bildungsanbieters. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse in den vertiefenden AutoCAD-Techniken und kann als Nachweis gegenüber Arbeitgebern eingesetzt werden. Es handelt sich nicht um eine herstelleroffizielle Autodesk-Zertifizierung; wer eine solche anstrebt, kann nach diesem Kurs ergänzend eine Autodesk-Prüfung ablegen.
Nutzen & Perspektiven
Wer AutoCAD über die Grundlagen hinaus beherrscht, arbeitet in Konstruktionsprojekten spürbar effizienter. Dynamische Blöcke allein können den Aufwand für das Anlegen und Pflegen von Normteil-Bibliotheken drastisch reduzieren — was früher Dutzende einzelne Blockdefinitionen erforderte, lässt sich mit einem einzigen parametrischen Block abbilden. Externe Referenzen machen die Teamarbeit an komplexen Zeichnungssätzen erst wirklich beherrschbar, da jede Fachrichtung ihre Teilzeichnung unabhängig pflegen kann, ohne den Gesamtzustand der Projektdaten zu gefährden. Die Fähigkeit, professionelle Drucklayouts mit normengerechten Schriftfeldern und Plotstilen zu erzeugen, ist in vielen technischen Berufen nicht optional, sondern Pflicht. Technische Zeichner und Konstrukteure, die diese Ausgaben sicher beherrschen, sind in Planungs- und Fertigungsumgebungen gefragt, in denen Normenkonformität und Reproduzierbarkeit zählen. Der Kurs schließt damit eine konkrete Lücke zwischen Grundkenntnissen und berufsqualifizierender CAD-Kompetenz. Langfristig eröffnet dieser Kenntnisstand den Einstieg in weiterführende CAD-Themen wie 3D-Modellierung in AutoCAD oder den Wechsel auf verwandte Software wie Autodesk Inventor oder Revit, da die zugrundeliegenden Strukturprinzipien — Blöcke, Referenzen, Layouts — in der gesamten Autodesk-Produktfamilie konsistent sind. Wer AutoCAD Basic 2 abgeschlossen hat, kann komplexe CAD-Projekte eigenständig strukturieren und übergabefähig dokumentieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet AutoCAD Basic 2 von einem Grundlagenkurs?
AutoCAD Basic 2 setzt Basiskenntnisse voraus und geht deutlich über die einfachen Zeichenbefehle hinaus. Im Fokus stehen dynamische Blöcke, externe Referenzen und professionelle Layouts — Techniken, die im realen Konstruktionsalltag täglich gebraucht werden, aber in einem Einsteigerkurs noch nicht behandelt werden.
Welche Vorkenntnisse werden erwartet?
Teilnehmende sollten die grundlegenden AutoCAD-Befehle sicher beherrschen, also Zeichnen, Bearbeiten, Layerverwaltung und einfache Bemaßung. Ein abgeschlossener AutoCAD-Basic-1-Kurs oder gleichwertige Praxiserfahrung wird empfohlen. Zudem sind eine technische Ausbildung oder ein Studium sowie gute PC-Kenntnisse Voraussetzung.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung oder ein trägerinternes Zertifikat. Es handelt sich nicht um eine offizielle Autodesk-Zertifizierung; ein solches Herstellerzertifikat lässt sich ergänzend separat ablegen.
Lässt sich AutoCAD Basic 2 als Fördermaßnahme finanzieren?
Der Kurs ist bei mehreren Anbietern förderfähig über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters sowie über das Qualifizierungschancengesetz. Bundeswehrangehörige können den Berufsförderungsdienst in Anspruch nehmen. Die konkrete Fördermöglichkeit klären Sie am besten direkt mit dem jeweiligen Anbieter.
Gibt es einen Aufbaukurs nach AutoCAD Basic 2?
Ja — nach AutoCAD Basic 2 bieten viele Anbieter weiterführende Kurse in 3D-Konstruktion mit AutoCAD oder den Einstieg in spezialisierte Autodesk-Produkte wie Inventor oder Revit an. Die in Basic 2 gelernten Konzepte (Blöcke, Referenzen, Layouts) bilden dafür eine solide Grundlage.
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