Überblick
AutoCAD (Bauwesen) Basic 2 ist der konsequente Aufbaukurs für Bauzeichner, Architekturzeichner und Bautechniker, die AutoCAD bereits grundlegend beherrschen und jetzt die Werkzeuge kennenlernen wollen, die professionelle Planbearbeitung erst wirklich effizient machen. Im Mittelpunkt stehen externe Referenzen (XREFs), mit denen Grundrisse, Lageplanung und Fachplanerzeichnungen modular verwaltet werden; Blöcke mit Attributen für die standardisierte Einbindung wiederkehrender Bauteile wie Türen, Fenster und Symbole; dynamische Blöcke, die eine Vielzahl von Varianten in einer einzigen Blockdefinition bündeln; und Sheet-Sets, mit denen ganze Planlieferungen geordnet verwaltet, nummeriert und ausgegeben werden. Ergänzt wird das Programm durch normgerechte Bemaßungseinstellungen nach DIN 1356 und die Arbeit mit Bestandsplandaten — ein in der Planungspraxis häufig unterschätztes Thema. Alle Inhalte sind unmittelbar auf das baufachliche Zeichnen und Planen ausgerichtet; reine Maschinenbau- oder IT-Aspekte von AutoCAD bleiben ausgeklammert.
Kursinhalte & Lernziele
Externe Referenzen (XREFs) im Baubüro-Alltag Externe Referenzen sind das zentrale Koordinationswerkzeug im modernen Baubüro: Grundrisse, Fassaden, Leitungsführungen und Fachplanerzeichnungen werden nicht kopiert, sondern verlinkt. Ändert der Architekt den Grundriss, aktualisiert sich die Elektroplanerzeichnung automatisch. Dieser Block vermittelt den vollständigen Workflow für XREF-basierte Teamarbeit.
- XREFs einfügen und zwischen Anheften (Attach) und Überlagern (Overlay) unterscheiden
- Referenzpfade verwalten: absolute vs. relative Pfade, Pfade bei Serverumzügen anpassen
- XREF-Layer steuern und in eigenen Zeichnungen überblenden
- XREFs beschneiden (Clipping) für Teilplanausschnitte
- Verschachtelte Referenzen in komplexen Plansätzen navigieren
- XREFs binden (Bind) für finale Planlieferung als eigenständige Datei
Blöcke, Attribute und dynamische Blöcke Standardisierte Bauteile — Türen, Fenster, Sanitärobjekte, Elektrosymbole, Nordpfeile, Planköpfe — werden in der professionellen Planbearbeitung als Blöcke geführt. Attribute machen Blöcke zu intelligenten Objekten, die Stücklisten und Beschriftungen automatisch befüllen. Dynamische Blöcke gehen einen Schritt weiter: Eine einzige Blockdefinition enthält eine ganze Typenreihe.
- Blockdefinition erstellen und Einfügepunkt korrekt setzen
- Attribute definieren, sichtbar und unsichtbar konfigurieren und Standardwerte vergeben
- Dynamischen Block mit Sichtbarkeitsparameter (Türbreiten 625/750/875/1000 mm) aufbauen
- Streckungsaktionen für skalierbare Fensterrahmen einrichten
- Attributextraktion mit dem Attributextraktionsassistenten durchführen
- Extrahierte Daten in AutoCAD-Tabellen oder Excel-Dateien übergeben
Sheet-Sets und Planlieferung Sheet-Sets sind AutoCADs Antwort auf die Anforderung, große Plansätze — manchmal mehrere hundert Blätter — geordnet zu verwalten, fortlaufend zu nummerieren und in einem einzigen Arbeitsgang zu drucken oder als PDF-Paket auszugeben. Dieser Block macht Teilnehmende mit dem vollständigen Workflow vertraut.
- Sheet-Set-Manager einrichten und Ordnerstruktur abbilden
- Planblätter aus bestehenden Layouts importieren
- Feldvariablen für automatische Plannummern, Maßstäbe und Planstände einfügen
- Sheet-Set-Eigenschaftsfelder für Planköpfe verwenden
- Kompletten Plansatz als PDF-Paket in einem Druckdurchgang ausgeben
- Transmittal-Pakete mit XREFs für externe Partner schnüren
Bestandsdaten, normgerechte Bemaßung und Praxisübungen In der Planungspraxis beginnen viele Aufgaben mit fehlerhaft konvertierten oder unbereinigten Bestandsdaten. DXF-Import, Layerbereinigung und das Auflösen von Block-Verschachtelungen sind daher wichtige Alltagsfertigkeiten. Bemaßungsstile nach DIN 1356 gewährleisten normgerechte, prüffähige Pläne.
- DXF-Dateien aus anderen CAD-Systemen importieren und bereinigen
- Layer aus Bestandsplänen zusammenführen und umbenennen
- Bemaßungsstil nach DIN 1356 konfigurieren: Textgröße, Pfeilform, Zeilenabstände
- Bemaßungslinien auf Layer "Maße" auslagern und plotstilfähig machen
- Parametrisches Zeichnen: Horizontale, Vertikale und Koinzidenz-Bedingungen setzen
- Plotstil-Tabelle (CTB) für Schwarzweiß- und Farbausdruck einrichten
- Vollständigen Baugrundrisssatz (EG, OG, Dachaufsicht) als XREFs verknüpfen
- Plankopf-Block mit Attributen und Sheet-Set-Feldern konfigurieren
- Plansatz komplett nummerieren und als PDF-Paket ausgeben
Bereinigter Bestandsplan und der fertige Plansatz am Ende der Praxisübungen zeigen, wie alle Kursinhalte ineinandergreifen: XREFs liefern die Grundlage, Blöcke standardisieren die Symbole, Sheet-Sets koordinieren die Ausgabe, und die Bemaßungsstile sorgen für normgerechte Qualität. Dieses Zusammenspiel ist in Planungsbüros täglich gefordert und nach dem Kurs eigenständig beherrschbar.
Lernziele:
- Externe Referenzen (XREFs) einfügen, aktualisieren und Referenzpfade verwalten
- Blöcke mit Attributen definieren, einfügen und Attributwerte bearbeiten
- Dynamische Blöcke mit Sichtbarkeitsparametern und Streckungsaktionen erstellen
- Attributextraktion in Tabellenform für Bauteilstücklisten durchführen
- Sheet-Sets anlegen, Planindizes verwalten und Plansätze koordiniert ausgeben
- DXF-Dateien importieren und Bestandsplandaten bereinigen
- Bemaßungsstile nach DIN 1356 konfigurieren und anwenden
- Parametrisches Zeichnen mit geometrischen Zwangsbedingungen einsetzen
- Layerstandards für baufachliche Zeichnungen strukturiert aufbauen
- Plotstil-Tabellen (CTB/STB) für normgerechte Druckausgabe einrichten
- Große Pläne mit Planreferenzen und Bereichsausschnitten koordinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit AutoCAD-Grundkenntnissen aus dem baufachlichen Bereich. Typischerweise sind das Fachkräfte, die täglich mit Plänen arbeiten und ihre Effizienz systematisch steigern wollen.
- Bauzeichner und Architekturzeichner, die AutoCAD im Planungsbüro verwenden
- Bautechniker und Technische Zeichner im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau
- Mitarbeitende in Architekturbüros, die wiederkehrende Planaufgaben effizienter erledigen wollen
- CAD-Koordinatoren, die Referenzstrukturen für Teams einrichten
- Fachkräfte aus dem Bauwesen, die auf Planlieferung mit Sheet-Sets umstellen
Teilnehmende sollten AutoCAD-Grundkenntnisse mitbringen, die dem Niveau eines AutoCAD-Grundkurses entsprechen: Linien, Bögen, Texte und Bemaßungen erstellen, Layer verwenden und Layoutbereiche für den Druck einrichten. Eine technische Berufsausbildung im Bauwesen oder ein Ingenieurstudium sowie gute allgemeine Computerkenntnisse werden erwartet.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet in kleinen Gruppen statt, in denen Teilnehmende an eigenen AutoCAD-Stationen arbeiten. Jedes Thema wird zunächst vom Dozenten demonstriert; anschließend bearbeiten Teilnehmende baufachliche Übungszeichnungen, die aus realen Planungsszenarien stammen. Fragen werden direkt am Bildschirm beantwortet, sodass individuelle Arbeitsweisen und häufige Fehler sofort korrigiert werden können. Übungsdaten entstammen dem Wohn- und Gewerbebau, damit der Bezug zur täglichen Arbeit unmittelbar spürbar bleibt.
Der Aufbaukurs erstreckt sich typischerweise über drei bis fünf Unterrichtstage. Die genaue Dauer und das Format — Präsenz oder Online-Livekurs — variiert je nach Bildungsanbieter. AutoCAD-Lizenzen werden während der gesamten Schulungszeit bereitgestellt.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters, die die erworbenen Kompetenzen in XREFs, Blöcken, Sheet-Sets und normgerechter Bemaßung im Bauwesen belegt. Eine Autodesk-Herstellerzertifizierung (Autodesk Certified User oder Professional) ist separat möglich, aber nicht Teil dieses Kurses.
Nutzen & Perspektiven
Externe Referenzen und Sheet-Sets sind in professionellen Planungsbüros längst Standard — wer sie nicht beherrscht, ist bei Teamprojekten auf Hilfe anderer angewiesen oder erzeugt durch manuelles Kopieren von Planständen unnötige Fehlerquellen. Nach diesem Kurs können Teilnehmende Plansätze eigenverantwortlich organisieren, Referenzstrukturen für ihr Team einrichten und Planlieferungen termingerecht koordinieren. Blöcke mit Attributen und automatische Attributextraktion sparen bei großen Plänen erhebliche Zeit: Statt Stückzahlen manuell zu zählen oder Planköpfe einzeln zu befüllen, arbeiten intelligente Blöcke und Feldvariablen automatisch. Das Fehlerpotenzial sinkt, und der Plankopf zeigt immer den aktuellen Planstand — ohne manuellen Eingriff bei jeder Revision. Wer nach diesem Kurs AutoCAD-Projekte mit XREFs, dynamischen Blöcken und Sheet-Sets strukturiert, arbeitet auf dem Niveau, das heute in Architekturbüros und Ingenieurbüros erwartet wird. Die Investition in diese Techniken zahlt sich besonders in Projekten mit vielen Planständen, mehreren Planverfassern und externen Fachplanern aus, wo unkontrollierte Einzeldateien schnell zu Koordinationschaos führen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet den Aufbaukurs vom AutoCAD-Grundkurs für das Bauwesen?
Im Grundkurs werden die grundlegenden Zeichenwerkzeuge und Layer behandelt. Der Aufbaukurs setzt voraus, dass Teilnehmende einfache Pläne eigenständig erstellen können, und vermittelt Methoden für professionelle Plankollaboration: externe Referenzen für teambasiertes Arbeiten, intelligente Blöcke mit Attributen, dynamische Blöcke für Typenreihen und Sheet-Sets für koordinierte Planlieferung.
Was sind externe Referenzen (XREFs) und warum sind sie im Bauwesen so wichtig?
Eine XREF ist eine verknüpfte AutoCAD-Datei, die in einer anderen Zeichnung angezeigt wird, ohne wirklich Teil davon zu sein. Ändert der Architekt den Grundriss, aktualisieren sich alle darauf aufbauenden Fachplanerzeichnungen automatisch. Das verhindert, dass veraltete Planstände kopiert und weitergegeben werden — ein häufiges Problem in Projekten ohne XREF-Struktur.
Welchen Vorteil haben dynamische Blöcke gegenüber normalen Blöcken?
Ein normaler Block repräsentiert genau eine Variante eines Bauteils. Ein dynamischer Block kann über Sichtbarkeitsparameter und Streckungsaktionen viele Varianten bündeln: zum Beispiel alle Türbreiten von 625 mm bis 1000 mm in einem einzigen Block, zwischen denen man nach dem Einfügen per Grip-Menü wechselt. Das reduziert die Anzahl der Blockdefinitionen und vereinfacht die Planungsbibliothek erheblich.
Kann ich Sheet-Sets auch für kleinere Projekte mit wenigen Plänen nutzen?
Ja. Auch bei Projekten mit zehn bis zwanzig Blättern lohnen sich Sheet-Sets, weil sie automatische Plannummern, Planköpfe mit Feldvariablen und eine koordinierte PDF-Ausgabe in einem Druckdurchgang ermöglichen. Der Einrichtungsaufwand amortisiert sich bereits ab der ersten Revision, wenn Plannummern und Stände nicht mehr manuell aktualisiert werden müssen.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Teilnehmende erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Eine offizielle Autodesk-Zertifizierung (Autodesk Certified User oder Professional) ist davon getrennt und muss separat bei einem autorisierten Testzentrum abgelegt werden. Die Kursinhalte bereiten inhaltlich gut auf diese externe Prüfung vor.
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