Überblick
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist längst mehr als ein pädagogisches Nischenthema: Sie gehört zum UN-Aktionsprogramm bis 2030, ist in nationalen Bildungsstrategien verankert und wird von Schulen, Umweltzentren, NGOs, Kommunen und Unternehmen aktiv nachgefragt. Fachkräfte, die BNE-Angebote konzipieren, durchführen und evaluieren können, sind in Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung gleichermaßen gesucht. Diese Weiterbildung qualifiziert Teilnehmende umfassend für diese Rolle: von den theoretischen Grundlagen nachhaltiger Entwicklung und den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) über Didaktik und Methodenentwicklung bis hin zur Konzeption eigener BNE-Module und der Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen. Der Abschluss ist ein trägerinternes Zertifikat der WBS TRAINING SE.
Kursinhalte & Lernziele
Das Programm gliedert sich in mehrere inhaltliche Schwerpunkte, die von den theoretischen Grundlagen nachhaltiger Entwicklung über didaktische Methoden bis zur praktischen Angebotsgestaltung führen. Grundlagen nachhaltiger Entwicklung und BNE — der Einstieg legt das inhaltliche und konzeptionelle Fundament. Teilnehmende erarbeiten, was nachhaltige Entwicklung aus ökologischer, sozialer und ökonomischer Perspektive bedeutet, wie BNE als pädagogisches Konzept entstanden ist und was sie von konventionellen Umweltbildungsansätzen unterscheidet.
- Geschichte und politischer Rahmen von BNE: Rio 1992, Agenda 2030, UNESCO-Programm
- Die 17 SDGs: Inhalte, Verknüpfungen und Relevanz für Bildungsarbeit
- Unterschied zwischen Umweltbildung, Nachhaltigkeitsbildung und BNE
- Systemdenken als Grundprinzip: Zusammenhänge erkennen und methodisch vermitteln
- Zukunftsorientierung und Gestaltungskompetenz als übergeordnete Lernziele
- Lokale und globale Bezüge in BNE-Angeboten herstellen und verknüpfen
BNE-Didaktik und Methodenentwicklung — gute BNE-Angebote funktionieren nicht mit Frontalunterricht. Dieser Bereich führt in partizipative, erfahrungsbasierte und systemische Lehrformate ein und zeigt, wie Lernende zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern werden — anstatt nur Wissensvermittlung zu empfangen.
- Partizipative Methoden: World Café, Fishbowl, Design Thinking, Future Lab
- Erfahrungsbasiertes Lernen: Outdoor-Pädagogik, Naturexpeditionen, Projektarbeit
- Systemdenken methodisch vermitteln: Kreislaufmodelle, Vernetzungskarten und Visualisierungen
- Altersgruppenspezifische Methodenwahl für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
- Evaluationsmethoden für BNE-Angebote: Was hat gewirkt, was kann verbessert werden?
- Methodenadaption für digitale und hybride Lernformate
Konflikt- und Beziehungsmanagement in Bildungssettings — BNE-Themen sind nicht selten emotional aufgeladen: Klimawandel, Artensterben und soziale Ungerechtigkeit berühren Menschen persönlich. Dieser Bereich trainiert den professionellen Umgang mit schwierigen Momenten in Lerngruppen und legt den Grundstein für eine wertschätzende Lernkultur.
- Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung in Gruppen
- Konflikttypen in Lerngruppen erkennen und konstruktiv adressieren
- Moderations- und Deeskalationstechniken für hitzige Diskussionen
- Beziehungsgestaltung zwischen Lehrenden und Lernenden in BNE-Kontexten
- Umgang mit Resignation, Ohnmachtsgefühlen und klimabezogener Angst in Gruppen
- Grenzen setzen und die eigene Rolle als Lernbegleiter klar definieren
Selbstwirksamkeit und professionelle Haltung — wer andere für Nachhaltigkeit begeistern möchte, braucht selbst eine gefestigte Grundhaltung. Dieser Bereich arbeitet an der inneren Ressource der Teilnehmenden: Wie stärkt man die eigene Überzeugung, wirksam zu sein, und wie überträgt man diese Haltung auf Lerngruppen?
- Selbstwirksamkeitskonzepte und ihre Anwendung in BNE
- Resilienz und Umgang mit Rückschlägen in der Nachhaltigkeitsarbeit
- Methoden zur Stärkung von Gestaltungskompetenz bei Lernenden
- Positive Narrative in der Nachhaltigkeitskommunikation nutzen
- Eigene Werte und Haltungen zu Nachhaltigkeit klären und in der Bildungsarbeit kommunizieren
- Eigenes Profil als BNE-Fachkraft entwickeln und schärfen
Angebots- und Modulkonzeption — der praxisorientierte Abschlussbereich führt alle gelernten Elemente zusammen. Teilnehmende entwickeln eigenständig ein BNE-Angebot — von der Zielgruppenanalyse über die Lernzieldefinition bis zum Zeitplan und den Materialien.
- Bedarfsanalyse und Zielgruppenbestimmung für BNE-Angebote
- Lernziele formulieren: Was sollen Teilnehmende können, wissen, wollen?
- Modulstruktur, Ablaufplan und Zeitplanung in Seminaren und Workshops
- Materialentwicklung: Arbeitsblätter, Outdoor-Materialien, digitale Ressourcen
- Kooperationen mit Schulen, Kommunen, NGOs und Unternehmen aufbauen
- Eigenes BNE-Modul vorstellen und kollegiales Feedback einarbeiten
Lernziele:
- Das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) inhaltlich, historisch und politisch einordnen
- Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) kennen und auf konkrete Bildungsformate übertragen
- BNE-spezifische didaktische Prinzipien (Systemdenken, Zukunftsorientierung, Partizipation) anwenden
- Lernformate und Methoden für verschiedene Alters- und Zielgruppen entwickeln
- Natur- und erlebnispädagogische Elemente in BNE-Angebote integrieren
- Konflikte und schwierige Gruppendynamiken in Bildungssettings konstruktiv bearbeiten
- Eigene BNE-Module konzipieren, durchführen und weiterentwickeln
- Selbstwirksamkeit bei Lernenden fördern und eine lösungsorientierte Haltung stärken
- Mit Partnern aus Bildung, Kommunen und Zivilgesellschaft kooperieren
- Digitale Werkzeuge für die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von BNE-Angeboten nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung spricht Personen an, die umweltbildnerische und nachhaltigkeitsfördernde Angebote in der Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenbildung entwickeln und durchführen möchten. Geeignet ist sie insbesondere für diese Gruppen.
- Natur- und Umweltpädagoginnen und -pädagogen, die ihr Angebot um BNE-Methodik erweitern wollen
- Fachkräfte aus Tourismus, Land- und Forstwirtschaft oder Umweltschutz, die in die Bildungsarbeit wechseln möchten
- Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Erzieherinnen und Erzieher, die BNE in ihre Arbeit integrieren wollen
- Studierende und Absolventinnen in naturwissenschaftlichen, pädagogischen oder ökologischen Fächern
Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium wird vorausgesetzt — möglichst mit Bezug zu Naturwissenschaften, Umwelt, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft oder Pädagogik. Grundlegende PC-Kenntnisse werden für die digitale Unterrichtsform erwartet. Die Weiterbildung richtet sich explizit auch an Personen, die bisher wenig oder gar keine formale Lehrerfahrung haben, aber in die BNE-Praxis einsteigen möchten.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet online statt und kombiniert videobasierte Lerneinheiten, live geführte Seminarsitzungen und eigenständige Konzeptionsaufgaben. Methodisch orientiert sich das Programm konsequent an den Prinzipien, die es vermittelt: Partizipation, erfahrungsbasiertes Lernen und kollegiales Feedback prägen die Lernkultur. Teilnehmende erproben Methoden nicht nur theoretisch, sondern setzen sie in konkreten Aufgaben um und erhalten strukturiertes Feedback zu ihren eigenen BNE-Entwürfen.
Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und auf eine Gesamtdauer von mehreren Monaten ausgelegt. Die genaue Wochenstruktur variiert je nach Anbieter und Durchführungsform. Der genaue Zeitplan wird beim Anbieter erfragt.
Absolventinnen und Absolventen erhalten ein trägerinternes Zertifikat der WBS TRAINING SE, das die Qualifikation als Bildungsreferentin bzw. Bildungsreferent für nachhaltige Entwicklung bestätigt. Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen Kompetenzen in Didaktik, Methodenentwicklung, Angebotskonzeption und BNE-Inhalt.
Nutzen & Perspektiven
BNE ist ein wachsendes Berufsfeld: Schulen suchen externe Fachkräfte für Projekttage, Umweltbildungszentren bauen Angebote aus, Kommunen schaffen neue Stellen im Bereich Klimabildung, und Unternehmen stärken ihre Nachhaltigkeitskommunikation durch interne Bildungsangebote. Wer diesen Kurs abschließt, kann in all diesen Kontexten tätig sein — mit einem klar profilierten Kompetenzausweis. Die Verbindung von inhaltlicher BNE-Tiefe, methodischer Vielfalt und dem Praxismodul zur Angebotskonzeption macht Absolventinnen und Absolventen zu sofort einsetzbaren Fachkräften — nicht als Theoretikerinnen, sondern als Gestalterinnen und Gestalter konkreter Lernformate. Wer nach dem Kurs ein eigenes BNE-Modul vorstellen kann, kommt in Gesprächen mit Schulen, NGOs oder Kommunen sofort auf den Punkt. Das trägerinterne Zertifikat der WBS TRAINING SE dokumentiert eine strukturierte, didaktisch anspruchsvolle Ausbildung und ist für Arbeitgeber aus Bildung, Umwelt und Sozialbereich ein nachvollziehbarer Qualitätsnachweis — vor allem in Kombination mit einem naturwissenschaftlichen oder pädagogischen Studienhintergrund. Zusammen mit wachsenden politischen Förderprogrammen für BNE auf Bundes- und Länderebene stehen die Chancen für qualifizierte BNE-Fachkräfte gut.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen eignet sich diese Weiterbildung?
Für Personen, die umweltbildnerische und nachhaltigkeitsfördernde Angebote in der Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenbildung konzipieren und durchführen möchten — ob mit Lehrerfahrung oder ohne. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium mit naturwissenschaftlichem, ökologischem oder pädagogischem Bezug ist Voraussetzung.
Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)?
BNE ist ein pädagogisches Konzept, das Menschen befähigt, zukunftsfähig zu denken und zu handeln — mit Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Es basiert auf den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) und ist im nationalen Aktionsplan Deutschlands bis 2030 verankert.
Welche Methoden werden im Kurs vermittelt?
Partizipative Methoden (World Café, Design Thinking, Future Lab), erfahrungsbasiertes Lernen (Outdoor-Pädagogik, Projektarbeit), systemisches Denken und altersgruppenspezifische Methodenwahl. Das Programm orientiert sich dabei selbst an BNE-Prinzipien.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Ein trägerinternes Zertifikat der WBS TRAINING SE, das die Qualifikation als Bildungsreferentin bzw. Bildungsreferent für nachhaltige Entwicklung bestätigt. Das Zertifikat dokumentiert erworbene Kompetenzen in Didaktik, Methodenentwicklung und Angebotskonzeption.
Welche Arbeitsmöglichkeiten eröffnet der Kurs?
Umweltbildungszentren, Schulen (externe BNE-Angebote), Kommunen (Klimabildung), NGOs, Naturschutzorganisationen und Unternehmen mit Nachhaltigkeitsprogrammen suchen BNE-Fachkräfte. Das Feld wächst mit dem politischen Fokus auf Klimabildung und SDG-Umsetzung.
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