Überblick
Brandschutzhelfer sind in Unternehmen eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsressource. Sie werden vom Arbeitgeber benannt, müssen ihre Kenntnisse jedoch regelmäßig auffrischen, um im Ernstfall sicher und kompetent handeln zu können. Diese Fortbildung richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits als Brandschutzhelfer oder Brandschutzhelferin im Unternehmen benannt wurden, und vertieft ihre Kenntnisse mit gezieltem Blick auf die Risiken und Besonderheiten von Verwaltungsgebäuden, Büroumgebungen und Kinos. Der Kurs kombiniert theoretisches Wissen nach ASR A2.2 und DGUV-Information 205-023 mit praktischen Löschübungen an echten Handfeuerlöschern.
Kursinhalte & Lernziele
Theorieteil - Brandschutz in Verwaltungen, Büros und Kinos Verwaltungen, Büros und Kinos haben spezifische Brandlasten und Fluchtsituationen, die sich von industriellen Umgebungen erheblich unterscheiden. Büros sind geprägt durch hohe Papier- und Kunststoffmengen sowie dichte Büroausstattung; Kinos durch Besucherströme, abgedunkelte Räume und technische Installationen. Der Theorieteil beleuchtet diese Unterschiede systematisch.
- Brandentstehung und -ausbreitung in Bürogebäuden: typische Zündquellen und Brandlasten
- Besonderheiten von Kinogebäuden: Zuschauersicherheit, Dunkelheit und Evakuierungskonzepte
- Betriebliche Brandschutzorganisation: Aufgabenverteilung zwischen Brandschutzbeauftragten und Brandschutzhelfern
- Rechtliche Grundlagen: ASR A2.2 (Fluchtwege und Notausgänge) und DGUV-Information 205-023 zu Brandschutzhelfern
- Flucht- und Rettungswege: Kennzeichnung, Freihalten und Nutzung im Notfall
- Verhalten im Brandfall: Alarmierungskette, Evakuierungsgrundsätze, Meldewege
Theorieteil - Feuerlöscheinrichtungen und Löschtaktik Neben dem Wissen über Brandrisiken ist das Verständnis der eingesetzten Löschmittel und -techniken entscheidend. Dieser Abschnitt klärt, welche Löschmittel für welche Brandklassen geeignet sind und wie ein erster Löschversuch taktisch angegangen wird.
- Brandklassen A, B, C, D, F und geeignete Löschmittel je Klasse
- Arten von Handfeuerlöschern: Wasser, Schaum, Pulver, CO2 und Anforderungen an Aufstellorte
- Funktionsprinzip und Wirkungsweise von Handfeuerlöschern
- Löschtaktik beim ersten Löschversuch: Windrichtung, Sicherheitsabstand, Rückzugsweg
- Grenzen des ersten Löschversuchs: Rauchdichte, Temperatur und Eskalationszeichen erkennen
- Wartung und Prüfintervalle von Feuerlöscheinrichtungen im Betrieb
Praxisteil - Löschübungen Der Praxisteil ist der Kern jeder Brandschutzhelfer-Fortbildung. Hier wenden die Teilnehmenden das theoretische Wissen unter kontrollierten Bedingungen an und erleben, wie sich ein echter Löschvorgang anfühlt — weit wirkungsvoller als jede schriftliche Beschreibung.
- Einweisung an einem Handfeuerlöscher: Aufbau, Sicherungsstift, Betätigungsgriff, Strahlrohr
- Demonstration durch Kursleitung: korrekter Löscheinsatz an einer kontrollierten Brandstelle
- Praktische Übung: eigenhändiges Auslösen und Führen eines Handfeuerlöschers
- Löschtaktik unter Anleitung: Angriffspositionen, Sicherheitsabstand, Rückzugsweg
- Löschübungen mit handbetätigten Feuerlöscheinrichtungen unter realistischen Bedingungen
- Auswertung und Besprechung der Übungsdurchgänge im Plenum
Nach den Übungen reflektieren die Teilnehmenden ihre eigene Reaktionssicherheit und besprechen gemeinsam, welche Situationen einen sofortigen Rückzug statt eines weiteren Löschversuchs erfordern. Dieses Bewusstsein für die eigenen Grenzen ist ebenso wichtig wie die Fähigkeit, den Löscher richtig zu bedienen.
Lernziele:
- Die speziellen Brandrisiken in Verwaltungsgebäuden, Büros und Kinobetrieben benennen und bewerten
- Die betriebliche Brandschutzorganisation in diesen Einrichtungstypen verstehen und eigene Aufgaben darin einordnen
- Anforderungen an Flucht- und Rettungswege für die genannten Nutzungsarten kennen und auf die eigene Arbeitsstätte anwenden
- Funktionsweise und Aufbau gängiger Handfeuerlöscheinrichtungen erläutern können
- Löschtaktiken situationsgerecht anwenden: wann löschen, wann evakuieren
- Im Brandfall sicher und handlungsfähig agieren: Alarmierung, Evakuierung, erster Löschversuch
- Handfeuerlöscher sachgerecht bedienen und häufige Bedienungsfehler vermeiden
- Grenzen der eigenen Löschkompetenz realistisch einschätzen und rechtzeitig Einsatzkräfte alarmieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Fortbildung richtet sich ausschließlich an Personen, die in ihrem Unternehmen bereits als Brandschutzhelfer oder Brandschutzhelferin benannt wurden und ihre Kenntnisse aktualisieren müssen. Besonders relevant ist sie für Beschäftigte in folgenden Einrichtungen.
- Verwaltungsbehörden, Ämtern und öffentlichen Einrichtungen
- Bürogebäuden und Unternehmensstandorten mit Bürostruktur
- Kinos, Eventlocations und vergleichbaren Publikumsgebäuden
- Sicherheitsbeauftragte und Ersthelfer, die zusätzliche Brandschutzkompetenz aufbauen
Voraussetzung für die Teilnahme ist die förmliche Benennung als Brandschutzhelfer oder Brandschutzhelferin durch den Arbeitgeber. Eine abgeschlossene Brandschutzhelfer-Grundausbildung wird vorausgesetzt. Diese Fortbildung ergänzt und aktualisiert das vorhandene Grundwissen — sie ersetzt keine Erstausbildung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als Seminar statt und gliedert sich in einen kompakten Theorieteil und eine anschließende praktische Löschübung im Freien. Die Theorie wird praxisorientiert und direkt auf die spezifischen Risiken von Verwaltungsgebäuden, Büroumgebungen und Kinos zugeschnitten — keine generischen Brandschutzfolien, sondern konkrete Szenarien aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden. Alle gesetzlichen Grundlagen (ASR A2.2, DGUV-Information 205-023) werden verständlich aufbereitet und mit praktischen Konsequenzen verknüpft. Im Praxisteil arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen unter persönlicher Aufsicht der Kursleitung; jede Person tritt selbst an den Handfeuerlöscher und führt den Löschvorgang eigenständig durch. Diese aktive Beteiligung ist entscheidend für den Lernerfolg.
Die Fortbildung ist als kompakter Kurstag oder Halbtag konzipiert. Die genaue Dauer richtet sich nach dem Umfang der Praxisübungen und der Teilnehmerzahl. Das Format erlaubt eine effiziente Auffrischung, ohne lange Abwesenheiten vom Arbeitsplatz zu erfordern. Laut Termindaten wird die Fortbildung überwiegend in Teilzeit angeboten. Da die Inhalte auf das Wesentliche fokussiert sind, lässt sich der Kurs gut in Schichtplanung und Arbeitsalltag integrieren.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine Teilnahmebestätigung der DEKRA Akademie. Diese Bescheinigung dokumentiert die absolvierte Fortbildung und dient als Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber sowie bei behördlichen Prüfungen. Die DEKRA Akademie ist ein anerkanntes Bildungsinstitut im Bereich Arbeitssicherheit und Brandschutz. Die Bestätigung kann in der Personalakte abgelegt und bei arbeitsrechtlichen oder versicherungsrechtlichen Anfragen vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Brandschutzhelfer, die ihre Kenntnisse nicht regelmäßig auffrischen, riskieren im Ernstfall Fehlreaktionen — sei es durch veraltetes Wissen über Löschmittel, Unsicherheit beim Bedienen des Feuerlöschers oder mangelnde Kenntnis aktueller Fluchtwegregelungen. Hinzu kommt: Wer nicht regelmäßig übt, verliert die motorische Routine für das Bedienen eines Löschers unter Stress. Diese Fortbildung stellt sicher, dass Ihre Reaktionsfähigkeit auf dem neuesten Stand bleibt und Sie im Ernstfall ruhig und zielsicher handeln — auch wenn es in der Praxis selten vorkommt, aber wenn, dann schnell gehen muss. Der Schwerpunkt auf Verwaltung, Büro und Kino macht den Unterschied: Generische Brandschutzkurse behandeln häufig industrielle Szenarien mit anderen Brandlasten und Evakuierungswegen, die für Bürobeschäftigte wenig übertragbar sind. Hier lernen Sie die konkreten Gefahren Ihres Arbeitsumfelds kennen — von brennenden Bürogeräten und Papierstapeln bis zu den besonderen Herausforderungen bei der Evakuierung eines abgedunkelten Kinosaals mit vielen Menschen auf begrenzten Fluchtwegen. Die Kombination aus rechtlich fundierter Theorie und echter Löschübung am Handfeuerlöscher verschafft eine Handlungssicherheit, die sich nicht aus Broschüren oder Online-Modulen allein gewinnen lässt. Wer weiß, wie sich ein Feuerlöscher in der Hand anfühlt, welches Geräusch und welche Druckentwicklung zu erwarten sind, und wer gelernt hat, sich beim Löscheinsatz richtig zu positionieren und rechtzeitig den Rückzug anzutreten, reagiert im Ernstfall deutlich schneller und sicherer. Das schützt nicht nur das Gebäude, sondern vor allem die Menschen darin.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist diese Fortbildung geeignet und wer darf teilnehmen?
Die Fortbildung richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits von ihrem Arbeitgeber als Brandschutzhelfer oder Brandschutzhelferin benannt wurden und eine Grundausbildung absolviert haben. Sie ist keine Erstausbildung und setzt vorhandene Grundkenntnisse voraus.
Wie oft müssen Brandschutzhelfer eine solche Fortbildung absolvieren?
Die DGUV-Information 205-023 empfiehlt eine regelmäßige Auffrischung, in der Regel alle drei bis fünf Jahre oder bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsplatzbedingungen. Die genaue Frequenz legt der Arbeitgeber in Absprache mit dem Betriebsarzt oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit fest.
Warum gibt es eine spezifische Fortbildung für Verwaltung, Büro und Kino?
Büros und Kinos haben andere Brandlasten, Evakuierungsherausforderungen und Löschmittelanforderungen als etwa industrielle oder handwerkliche Betriebe. Der Schwerpunkt dieser Fortbildung stellt sicher, dass die Inhalte direkt auf die reale Arbeitsumgebung der Teilnehmenden abgestimmt sind.
Welche Bescheinigung erhalte ich und welchen Nachweiswert hat sie?
Nach der Teilnahme erhalten Sie eine offizielle Teilnahmebestätigung der DEKRA Akademie. Diese dient als Nachweis gegenüber Ihrem Arbeitgeber und bei behördlichen Überprüfungen der betrieblichen Brandschutzorganisation.
Findet die Löschübung im Freien statt?
Die praktischen Löschübungen werden auf einem geeigneten Übungsgelände unter Aufsicht der Kursleitung durchgeführt. Die genauen örtlichen Gegebenheiten teilt der Anbieter im Vorfeld mit. Wettertaugliche Kleidung wird empfohlen.
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