Überblick
SolidWorks ist das führende parametrische CAD-System für Maschinenbau und Produktdesign. Im Unterschied zu AutoCAD, das branchenübergreifend eingesetzt wird, oder Allplan, das auf Bauwesen und BIM ausgerichtet ist, denkt SolidWorks konsequent in Features, Beziehungen und parametrischen Abhängigkeiten: Jede Dimension, jede geometrische Beziehung in einem Bauteil ist veränderbar, und das gesamte Modell aktualisiert sich automatisch. Diese Arbeitsweise macht SolidWorks besonders mächtig für den iterativen Konstruktionsprozess im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, im Gerätebau und überall dort, wo technische Bauteile entwickelt, getestet und gefertigt werden. Dieser Kurs legt die Grundlage für die SolidWorks-Kompetenz: vom Verstehen der parametrischen Logik über die 2D-Skizzenerstellung bis zum vollständig modellierten und bemaßten 3D-Bauteil.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Parametrische Konstruktionsphilosophie und Benutzeroberfläche SolidWorks unterscheidet sich fundamental von zeichnungsorientierten CAD-Programmen: Jedes Bauteil wird als History-Baum von Features aufgebaut, die jederzeit editiert werden können. Diese Arbeitsweise zu verstehen ist der Schlüssel zur effizienten SolidWorks-Nutzung.
- SolidWorks-Fenster, FeatureManager, PropertyManager und CommandManager kennenlernen
- Grundprinzip der parametrischen Konstruktion: Features, Parameter und Abhängigkeiten
- Systemeinstellungen, Dokumentvorlagen und Einheiten konfigurieren
- Dateitypen und Verweise zwischen Teile-, Baugruppen- und Zeichnungsdateien verstehen
- Navigieren im 3D-Raum: Drehen, Zoomen, Schwenken, Normalansichten
Modul 2 — 2D-Skizzieren als Konstruktionsbasis Jedes SolidWorks-Bauteil beginnt mit einer vollständig eingeschränkten 2D-Skizze. Das korrekte Skizzieren — geometrisch konsistent, parametrisch definiert und maßhaltig — ist die wichtigste Einzelkompetenz für die SolidWorks-Arbeit.
- Skizzenebene wählen und Skizze öffnen
- Zeichenwerkzeuge: Linie, Kreis, Bogen, Ellipse, Polylinie, Rechteck, Slot
- Geometrische Beziehungen: Parallel, Senkrecht, Tangential, Konzentrisch, Deckungsgleich
- Intelligente Bemaßung, horizontale/vertikale Bemaßung und Winkelbemaßung
- Vollständig eingeschränkte vs. untereingeschränkte Skizze — Bedeutung und Prüfung
- Spiegeln, Muster und Versatz innerhalb der Skizze
Modul 3 — Feature-basierte 3D-Bauteilmodellierung Aus den 2D-Skizzen entstehen 3D-Körper durch Modellier-Features. SolidWorks kennt eine breite Palette von Features, die sich in jedem Stadium der Konstruktion hinzufügen, ändern und löschen lassen.
- Extrusion (Boss/Base Extrude und Cut Extrude) mit Tiefen und Richtungsoptionen
- Rotation (Revolve) für rotationssymmetrische Bauteile
- Sweep und Loft für komplexe Freiformen und Übergangskörper
- Bohrungsassistent für Norm- und Sonderbohrungen
- Fasen, Verrundungen und Formschrägen als Konstruktionsdetails
- Lineares und kreisförmiges Muster sowie Spiegeln von Features
Modul 4 — Baugruppen und Zeichnungsableitung Der vollständige maschinenbautechnische Konstruktionsprozess endet nicht mit dem Einzelteil, sondern mit der Baugruppe, aus der Fertigungszeichnungen abgeleitet werden.
- Teile in eine Baugruppe einfügen und positionieren
- Mating-Bedingungen (Zusammenfallen, Konzentrisch, Parallel, Winkel) definieren
- Baugruppe im Explosionsassistenten für Montageanleitungen vorbereiten
- Zeichnungsvorlage mit Schriftfeld einrichten
- Ansichten (Normal, Schnitt, Detail, Hilfsansicht) aus dem 3D-Modell ableiten
- Bemaßung, Toleranzangaben und Oberflächensymbole in der Zeichnung einfügen
Praxisblock — Konstruktionsübungen mit Maschinenbau-Bezug Die praktischen Aufgaben sind so gewählt, dass sie typische Konstruktionssituationen aus dem Maschinenbau und Produktdesign abbilden.
- Rotationssymmetrisches Bauteil (Welle) mit Schultern, Fasen und Bohrungen modellieren
- Prismatisches Gehäuseteil mit Bohrungsmustern und Verrundungen konstruieren
- Blech-ähnliches Bauteil mit Ausfräsungen und Durchbrüchen erstellen
- Normteil (z. B. Flansch) nach Zeichnungsvorgabe nachkonstruieren
- Einfache Baugruppe aus drei bis fünf Teilen mit Mating-Bedingungen zusammenbauen
- Explosionsdarstellung der Baugruppe erstellen
- Fertigungszeichnung mit Ansichten, Schnitten und vollständiger Bemaßung ableiten
- Stückliste für die Baugruppe aus dem Baugruppenmodell generieren
- Konstruktionsänderung am Einzelteil vornehmen und Auswirkung auf Baugruppe und Zeichnung prüfen
- STEP/IGES-Export für CAM-Übergabe und Fertigungssimulation durchführen
- Konfigurationen für Bauteilsaufvarianten anlegen und verwalten
- Qualitätsprüfung: Überblendungen, fehlende Beziehungen und untereingeschränkte Skizzen lokalisieren
Die Konstruktionsübungen stellen sicher, dass die Teilnehmenden den parametrischen Konstruktionsprozess vollständig verstehen und selbstständig anwenden können — von der ersten Skizze bis zur druckfertigen Fertigungszeichnung. Gleichzeitig wird ein Bewusstsein für konstruktive Qualität entwickelt: Bauteile sollen nicht nur geometrisch korrekt sein, sondern auch als parametrische Modelle robust, änderungsfreundlich und fertigungsgerecht aufgebaut sein.
Lernziele:
- Verstehen der parametrischen Konstruktionsphilosophie von SolidWorks und der Feature-basierten Modellierungsstrategie
- Sicherer Einstieg in die SolidWorks-Benutzeroberfläche: FeatureManager, PropertyManager, Menüleiste und Grafikbereich
- Erstellen von 2D-Skizzen mit vollständiger geometrischer und bemaßungsbasierter Einschränkung
- Anwenden grundlegender Modellier-Features: Extrusion, Rotation, Sweep, Loft
- Einsetzen von Bohrungen, Fasen, Verrundungen und Formschrägen als konstruktive Details
- Arbeiten mit mehreren Körpern, Spiegeln und Mustern für komplexe Bauteile
- Erstellen und Verwalten von Systemkonfigurationen und Konstruktionsvarianten
- Grundlagen der Baugruppenmodellierung: Teile einfügen, Mating-Bedingungen definieren
- Zeichnungsableitungen aus 3D-Modellen mit normgerechter Bemaßung und Ansichtsauswahl
- Nutzen des FeatureManagers für Änderungen, Unterdrückungen und Rollbacks
- Verstehen der Dateistruktur (SLDPRT, SLDASM, SLDDRW) und der Referenzenverwaltung
- Exportieren von Bauteilen für Fertigung und Datenaustausch
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte mit technischem Hintergrund, die SolidWorks als Konstruktionswerkzeug für Maschinenbau und Produktdesign erlernen möchten.
- CAD-Konstrukteurinnen und -Konstrukteure aus Maschinenbau und Anlagenbau
- Maschinenbau-Technikerinnen und -Techniker mit Aufgaben in der technischen Entwicklung
- Technische Produktdesignerinnen und -designer sowie Konstruktionsmechanikerinnen und -mechaniker
- Ingenieurinnen und Ingenieure, die von anderen CAD-Systemen auf SolidWorks wechseln
- Fachkräfte aus der Fertigung mit Interesse an konstruktiver CAD-Kompetenz
Eine technische Berufsausbildung oder ein ingenieurwissenschaftliches Studium ist für diesen Kurs die geeignete fachliche Basis. SolidWorks setzt voraus, dass Teilnehmende technische Zeichnungen lesen, räumliche Körper in Ansichten und Schnitte übertragen und grundlegende Fertigungskonzepte einordnen können. Gute PC-Kenntnisse werden erwartet. Erfahrung mit anderen CAD-Systemen erleichtert den Einstieg, ist aber keine Pflicht.
Ablauf & Abschluss
SolidWorks-Kompetenz entsteht durch wiederholtes Konstruieren unter Anleitung. Der Unterricht ist daher übungsintensiv: Nach kurzen Demonstrationseinheiten, in denen neue Features am Dozenten-Bildschirm eingeführt werden, konstruieren die Teilnehmenden selbst. Die Aufgaben werden dabei schrittweise komplexer. Besonderer Wert wird auf das Verständnis der parametrischen Struktur gelegt — warum ein Modell so gebaut wird, wie es gebaut wird, und nicht nur wie. Fehler in der Modellstruktur werden gemeinsam analysiert, was das Lernen aus eigenen Konstruktionsentscheidungen fördert.
Der Kurs läuft je nach Anbieter und Format über mehrere Wochen im Vollzeit- oder Teilzeitbetrieb. Die genauen Stundenzahlen und Tagespläne entnehmen Sie den aktuellen Angeboten. Vollzeitkurse ermöglichen eine kompakte Intensivschulung, Teilzeitvarianten passen sich anderen Verpflichtungen an.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat der durchführenden Einrichtung sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen SolidWorks-Kompetenzen und wird von Arbeitgebern im Maschinenbau und in der Produktentwicklung als Qualifikationsnachweis anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
SolidWorks ist eines der meistgenutzten parametrischen CAD-Systeme im deutschsprachigen Maschinenbau. Wer SolidWorks beherrscht, kann in Unternehmen jeder Größe eingesetzt werden — vom Einzelteilkonstrukteur im Werkzeugmaschinenbau bis zum Produktentwickler im Gerätebau. Die parametrische Arbeitsweise, die dieser Kurs vermittelt, beschleunigt nicht nur die Konstruktion, sondern sichert auch die Qualität: Änderungen werden systematisch eingearbeitet statt manuell nachgezeichnet. Der Einstiegskurs legt die Grundlage für weitere SolidWorks-Vertiefungen in Bereichen wie Blechkonstruktion, Schweißkonstruktionen, Simulation und Oberflächenmodellierung. Wer nach diesem Kurs weiter lernt, baut auf einer konsistenten Basis auf, weil die parametrischen Grundprinzipien in allen SolidWorks-Modulen dieselben sind. Das erleichtert den Übergang in fortgeschrittene Kurse erheblich. Für Fachkräfte, die aus dem 2D-Zeichnen kommen oder von anderen CAD-Systemen wechseln, öffnet dieser Kurs die Tür zur parametrischen 3D-Konstruktion — einer Arbeitsmethode, die in der modernen Produktentwicklung zum Standard geworden ist und die Basis für digitale Fertigungsprozesse wie CNC-Bearbeitung und 3D-Druck bildet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet SolidWorks von AutoCAD oder Allplan?
SolidWorks ist ein parametrisches CAD-System, das speziell für Maschinenbau und Produktdesign entwickelt wurde. Features, Maße und Beziehungen bleiben jederzeit editierbar, und das gesamte Modell aktualisiert sich automatisch. AutoCAD ist branchenübergreifend und zeichnungsorientiert, Allplan ist auf Bauwesen und BIM spezialisiert.
Was bedeutet "parametrische Konstruktion"?
Bei der parametrischen Konstruktion wird jede Dimension, jeder Abstand und jede geometrische Beziehung im Modell als veränderbarer Parameter gespeichert. Ändert man eine Dimension, aktualisiert sich das gesamte Bauteil konsistent. Das ermöglicht schnelle Konstruktionsvarianten und saubere Änderungsprozesse — im Gegensatz zur manuellen Überarbeitung von 2D-Zeichnungen.
Brauche ich Vorkenntnisse in SolidWorks oder einem anderen CAD-Programm?
SolidWorks-Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Erfahrung mit einem anderen CAD-System (AutoCAD, Inventor, CATIA) erleichtert den Einstieg, ist aber keine Voraussetzung. Wichtig sind technisches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, technische Zeichnungen zu lesen.
Welche weiteren SolidWorks-Kurse bauen auf diesem Kurs auf?
Dieser Grundlagenkurs ist die Basis für SolidWorks Advanced (Blechkonstruktion, Normteile, Analysen, Explosionsdarstellungen) und SolidWorks Expert (Oberflächenmodellierung, Gusswerkzeuge, Schweißkonstruktionen, Bewegungssimulation). Der Einstiegskurs legt die parametrische Grundlage, auf der alle Vertiefungen aufbauen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat der durchführenden Einrichtung als qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Wer eine international anerkannte SolidWorks-Herstellerzertifizierung (CSWA, CSWP) anstrebt, kann nach diesem Kurs in entsprechende Prüfungsvorbereitungskurse einsteigen.
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Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
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- Elektroniker/Elektronikerin Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik18.507 Stellen
- Geprüfter Meister/Geprüfte Meisterin Leit- und Sicherungstechnik - Eisenbahn2.744 Stellen
- CAD-Fachkraft (ohne Schwerpunkt)9 Stellen
- Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Umweltschutztechnik (ohne Schwerpunkt)/Bachelor Professional in Technik8 Stellen
- Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Metallbautechnik (ohne Schwerpunkt)/Bachelor Professional in Technik5 Stellen