Überblick
Künstliche Intelligenz verändert die Medienproduktion in allen Bereichen — im Journalismus, in der Video- und Filmproduktion, im Marketing und in der Audioproduktion. Dieser Kurs richtet sich an Personen mit Vorkenntnissen in der Audio-, Video- oder Bildgestaltung, die verstehen möchten, wie KI-Werkzeuge konkret in ihren Arbeitsalltag integriert werden können. Dabei geht es nicht um Hype, sondern um praktisches Handwerk: Welche Tools leisten was, wie nutzt man sie effizient, und welche ethischen Fragen stellen sich dabei?
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen generativer KI für Medienschaffende ist der erste Block. Bevor man KI-Tools produktiv einsetzen kann, muss man verstehen, wie sie funktionieren — nicht auf Algorithmen-Niveau, aber auf dem Niveau, das nötig ist, um ihre Stärken und Grenzen realistisch einzuschätzen. Wer weiß, wie ein Diffusionsmodell Bilder erzeugt, versteht sofort, warum es manchmal Hände nicht richtig darstellt.
- Wie funktionieren Sprachmodelle (LLMs) und Bildgenerierungsmodelle?
- Generative KI versus klassische Automatisierung: Was ist der Unterschied?
- Wichtige Anbieter und Plattformen im Medienbereich
- Grundbegriffe: Prompt, Modell, Training, Halluzination, Inference
- Qualitätsbewertung KI-generierter Inhalte in Medienproduktionen
- Urheberrecht und KI: Was darf veröffentlicht werden?
KI in der Bild- und Visuals-Produktion ist der zweite thematische Schwerpunkt. KI-gestützte Bildgenerierung hat sich in kurzer Zeit zu einem ernsthaften Produktionswerkzeug entwickelt. Für Mediengestalter, die bislang mit Adobe CC gearbeitet haben, eröffnet das neue Workflows — aber auch neue Fragen zur kreativen Kontrolle und zur Qualitätssicherung.
- Bildgenerierung mit Midjourney, Adobe Firefly und ähnlichen Werkzeugen
- Prompting-Techniken für visuelle Medienproduktion: Stil, Komposition, Lichtstimmung
- KI-Bilder in bestehende Design-Workflows integrieren
- Inpainting und Outpainting: Bilder gezielt verändern und erweitern
- Konsistenz und Corporate Identity bei KI-generierten Visuals sichern
- Ethische und rechtliche Fragen: Trainingsdaten, Lizenzen, Attribution
KI im Journalismus und in der Textproduktion ist der dritte Block. Redaktionen setzen KI bereits ein — für Recherche, Zusammenfassungen, Übersetzungen und das Erstellen erster Entwürfe. Dieser Block zeigt, wie das in der Praxis funktioniert und welche journalistischen Standards dabei nicht verhandelbar sind.
- KI-gestützte Recherche: Suchassistenten, Dokumentenanalyse, Datenauswertung
- Automatisches Zusammenfassen und Übersetzen langer Texte
- KI als Co-Autor: Wo sinnvoll, wo problematisch?
- Faktenchecks und Verifikation von KI-generierten Texten
- KI-Kennzeichnungspflichten in deutschen und europäischen Medien
- Journalistische Integrität: Wo die Grenze zur Desinformation liegt
Audio- und Video-KI für Medienproduktionen ist der vierte Block. Für Video- und Audioprofis bieten KI-Tools inzwischen echte Produktivitätsgewinne: automatisches Schneiden, Untertitelung, Sprachklonierung, KI-Voice und automatische Bildbeschreibungen — alles Werkzeuge, die reale Medienproduktionen verändern.
- Text-to-Speech: Qualitätswerkzeuge und deren Einsatzgrenzen
- KI-Stimmen in journalistischen und Marketing-Produktionen nutzen
- Automatische Untertitelung und Barrierefreiheit mit KI-Tools
- KI-gestützter Videoschnitt: Ausschnitte, Highlights, Social Clips
- Voice Cloning: Möglichkeiten und ethische Grenzen
- KI in der TV-Produktion: Echtzeit-Übersetzung, KI-Moderation, automatisierte Meldungen
Im Praxisteil des Kurses wenden Teilnehmende die KI-Werkzeuge auf eigene Medienprojekte an.
- Bild-Moodboard für eine Kampagne mit KI-Tools erstellen
- Kurznachrichtenbeitrag mit KI-Recherche-Unterstützung erarbeiten
- Text-to-Speech-Voiceover für einen kurzen Video-Clip produzieren
- Automatische Untertitel für ein bestehendes Video erzeugen und korrigieren
- Vergleich: Gleiche Aufgabe mit und ohne KI-Unterstützung — Zeitaufwand und Qualität
- Social-Media-Content-Paket (Texte + Visuals) für einen fiktiven Kunden
- KI-generierte Bilder für eine Reportage beschaffen und rechtlich einordnen
- Ethik-Fallstudie: Veröffentlichung oder nicht?
- Präsentation eines eigenen KI-Workflows für eine konkrete Medienproduktionsaufgabe
- Kritische Bewertung eines KI-generierten Medienprodukts
Nach dem Praxisteil diskutieren Teilnehmende ihre Ergebnisse gemeinsam. Der Fokus liegt auf der kritischen Einordnung: Was funktioniert in der Praxis wirklich, was enttäuscht, und wie verändert sich dadurch die eigene Arbeit als Medienschaffende?
Lernziele:
- KI-gestützte Bildgenerierung für Medienproduktionen gezielt einsetzen
- Prompting-Techniken für kreative und produktive Ergebnisse beherrschen
- Text-to-Speech und Audio-KI in journalistische und mediale Kontexte einbetten
- KI-Werkzeuge in der Video- und TV-Produktion sinnvoll anwenden
- Ethische Fragen generativer KI im Medienbereich beurteilen und kommunizieren
- KI im Marketing und in der Content-Erstellung produktiv einsetzen
- Qualitätsunterschiede zwischen KI-generiertem und humanem Content einschätzen
- Journalistische Integrität im Umgang mit KI-generierten Inhalten wahren
- Social-Media-Workflows mit KI-Werkzeugen beschleunigen
- Grundlegende KI-Konzepte auf Medienproduktions-Szenarien übertragen
- Rechtliche und urheberrechtliche Rahmenbedingungen generativer KI einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Medienfachleute und Personen mit Grundkenntnissen in der Mediengestaltung, die KI gezielt in ihre Produktion integrieren möchten.
- Mediengestalterinnen und Mediengestalter mit Adobe-CC-Kenntnissen
- Journalistinnen und Journalisten, die KI-Tools für Recherche und Produktion nutzen möchten
- Content Creator und Social-Media-Manager mit Interesse an KI-gestützten Workflows
- Marketingfachkräfte in Medienbetrieben und Agenturen
- Personen aus der Audio-, Video- oder Bildproduktion mit Grundlagenkenntnissen
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium (auch abgebrochen) sowie Grundlagenkenntnisse der Audio-, Video- oder Bildgestaltung — idealerweise in Adobe Creative Cloud-Programmen. Außerdem werden grundlegende Office-Kenntnisse und Englischkenntnisse auf Grundniveau erwartet, da viele KI-Tools englischsprachig sind und auch englische Prompts deutlich bessere Ergebnisse liefern als deutsche.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet stark praxisorientiert mit konkreten Medienproduktions-Aufgaben. Neue KI-Werkzeuge werden jeweils kurz vorgestellt und sofort im eigenen Medienkontext ausprobiert. Vergleichsübungen — gleiche Aufgabe mit und ohne KI — machen die tatsächlichen Produktivitätsgewinne und Qualitätsunterschiede sichtbar. Diskussionen über ethische und rechtliche Fragen sind fester Bestandteil des Kurses, da Medienschaffende öffentliche Verantwortung tragen.
Genaue Stundenangaben hängen vom gewählten Angebot ab. Der Kurs richtet sich mit seinem Tempo und Umfang an Personen, die bereits berufliche Grundlagen in der Mediengestaltung mitbringen und keine einführenden Grundlagenblöcke benötigen. Die Termindaten zeigen Angebote von zwei Anbietern mit je 64 verfügbaren Terminen.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die Inhalte, Schwerpunkte und Umfang der Weiterbildung dokumentiert. Das Zertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss, belegt aber gegenüber Arbeitgebern nachvollziehbar die erworbenen Kompetenzen im Bereich KI-gestützter Medienproduktion.
Nutzen & Perspektiven
KI verändert die Medienbranche schneller als fast jede andere Technologie. Wer heute weiß, wie Bildgenerierung, Text-to-Speech und automatisches Schneiden in der Praxis funktionieren, hat einen Vorsprung gegenüber Kolleginnen und Kollegen, die KI nur aus Schlagzeilen kennen. Dieser Kurs gibt den nötigen Überblick und die konkrete Werkzeug-Kompetenz, um informierte Entscheidungen über den KI-Einsatz im eigenen Arbeitsalltag zu treffen. Besonders wertvoll ist dabei die kritische Perspektive: Der Kurs zeigt nicht nur, was KI-Tools können, sondern auch, wo sie täuschen, versagen oder rechtlich problematisch werden. Für Medienschaffende, die öffentlich kommunizieren und journalistische oder gestalterische Verantwortung tragen, ist das kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für einen seriösen KI-Einsatz. Die Kombination aus praktischer Werkzeug-Kompetenz, ethischer Urteilsfähigkeit und einem Überblick über aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen macht Absolventinnen und Absolventen dieses Kurses zu gefragten Fachkräften in einer Medienbranche, die sich gerade grundlegend transformiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Vorausgesetzt werden Grundlagenkenntnisse der Audio-, Video- oder Bildgestaltung — idealerweise in Adobe Creative Cloud-Programmen — sowie eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium. Grundlegende Englischkenntnisse sind hilfreich, da viele KI-Tools englischsprachig sind. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Welche KI-Tools werden im Kurs konkret eingesetzt?
Der Kurs arbeitet mit einer Auswahl praxisrelevanter Werkzeuge aus dem Bereich Bildgenerierung (z. B. Midjourney, Adobe Firefly), Text-to-Speech, automatische Untertitelung, KI-gestützter Videoschnitt und redaktionelle KI-Assistenten. Die genaue Tool-Auswahl kann sich entsprechend der aktuellen Marktentwicklung anpassen.
Wie geht der Kurs mit ethischen Fragen zur KI um?
Ethik und Rechtsfragen sind fester Bestandteil des Kurses, nicht nur ein Randthema. Urheberrecht bei KI-generierten Inhalten, Kennzeichnungspflichten und die Grenze zur Desinformation werden in eigenen Einheiten behandelt. Für Medienschaffende mit öffentlicher Wirkung ist das ein zentraler Teil professioneller KI-Kompetenz.
Ist der Kurs auch für Einsteiger ohne KI-Kenntnisse geeignet?
Ja, soweit die Medien-Grundkenntnisse vorhanden sind. KI-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt — der Kurs beginnt mit den Grundbegriffen generativer KI und baut darauf auf. Entscheidend sind die handwerklichen Grundlagen in der Mediengestaltung, nicht KI-Vorkenntnisse.
Was kann ich nach dem Kurs konkret tun?
Absolventinnen und Absolventen können KI-Werkzeuge für Bildgenerierung, Audioproduktion, Video und journalistische Textarbeit eigenständig und kritisch einsetzen. Sie kennen die rechtlichen Grenzen, können KI-generierte Inhalte bewerten und haben in Übungsprojekten eigene KI-gestützte Workflows entwickelt.
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