Überblick
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die bereits erste Erfahrungen in der Entwicklung digitaler Lernmittel gesammelt haben und ihre Fähigkeiten auf ein professionelleres Niveau heben möchten. Im Mittelpunkt stehen fortgeschrittene Techniken des Instructional Design und der E-Learning-Produktion: die strukturierte Erstellung von Storyboards, der Aufbau wiederverwendbarer Masterfolien, die Entwicklung individueller Navigationskonzepte und der Einsatz von KI-Werkzeugen bei der Inhaltsentwicklung. Der Kurs setzt auf ein breites Verständnis nützlicher Software und gibt Orientierung bei der Werkzeugwahl für unterschiedliche Lernmittelprojekte.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Storyboard-Entwicklung für digitale Lernmittel Das Storyboard ist das Herzstück jeder professionellen E-Learning-Produktion. Es dokumentiert den geplanten Inhalt, das Layout und die Interaktionen einer Lerneinheit, bevor mit der eigentlichen Entwicklung begonnen wird. In diesem Modul erarbeiten die Teilnehmenden, wie ein Storyboard methodisch aufgebaut wird und welche Informationen es enthalten muss.
- Zweck und Aufbau eines professionellen Storyboards
- Lernzielformulierung und Inhaltsgliederung als Storyboard-Grundlage
- Seiten-Templates im Storyboard: Einführung, Inhalt, Quiz, Zusammenfassung
- Annotationen: Beschreibung von Interaktionen, Medien und Verzweigungen
- Storyboard-Tools: Word, PowerPoint, spezialisierte Software
- Review-Prozess: Storyboard mit Auftraggebern und Fachexperten abstimmen
Modul 2: Masterfolien und konsistentes Designsystem Ein professionelles E-Learning-Design lebt von Konsistenz: einheitliche Schriften, Farben, Layouts und Abstände über alle Kursseiten. Masterfolien sind das technische Mittel, das diese Konsistenz ohne Aufwand sicherstellt und spätere Änderungen dramatisch vereinfacht.
- Masterfolien in Articulate Storyline und/oder Rise anlegen
- Farb-, Typografie- und Layout-Definitionen im Masterlayout
- Platzhalter für Texte, Bilder und Medien effizient nutzen
- Globale Designänderungen über Masterfolien durchführen
- Slide Layouts für verschiedene Seitentypen definieren
- Designsystem dokumentieren: Style Guide für E-Learning-Projekte
Modul 3: Custom Navigation – individuelle Navigationskonzepte Standard-Navigationselemente reichen für viele Lernmittelprojekte nicht aus. Custom Navigation erlaubt es, das Lernerlebnis gezielt zu steuern: Gating, nicht-lineare Lernpfade, Fortschrittsbalken und individuelle Menüstrukturen. In diesem Modul lernen die Teilnehmenden, wie solche Konzepte technisch umgesetzt werden.
- Lineare und nicht-lineare Navigationsstrukturen planen
- Bedingte Navigation: Inhalte sperren bis Voraussetzungen erfüllt sind
- Benutzerdefinierte Menüs und Fortschrittsanzeigen gestalten
- Variablen und Trigger für Navigationsteuerung nutzen
- Responsive Design für mobile Lernende berücksichtigen
- Testen und Debuggen von Navigationslogiken
Modul 4: KI-Unterstützung und Software-Überblick in der Lernmittelentwicklung KI-Werkzeuge verändern die Produktion digitaler Lernmittel erheblich: Texte werden schneller erstellt, Bilder automatisch generiert, Voiceover-Skripte vorbereitet. Gleichzeitig wächst die Landschaft der verfügbaren Autorentools. Dieses Modul gibt einen strukturierten Überblick über beides.
- KI-Textgenerierung für Drehbücher, Quiz-Fragen und Erklärungen
- KI-Bildgenerierung für Lernmittelgrafiken und Illustrationen
- Text-to-Speech und KI-Voiceover: Einsatzbereiche und Grenzen
- Autorentools im Vergleich: Articulate, iSpring, H5P, Adobe Captivate und weitere
- Kriterien für die Werkzeugwahl: Zielgruppe, LMS, Budget, Komplexität
- Ethik und Qualitätssicherung beim KI-Einsatz in Bildungsmedien
Praxisblock: Eigenes Lernmittel konzipieren und umsetzen Im Praxisblock wenden die Teilnehmenden das Gelernte an einem eigenen oder vorgegebenen Miniaturprojekt an.
- Thema und Zielgruppe für das eigene Lernmittel definieren
- Storyboard auf Basis des gelernten Formats erstellen
- Masterfolien anlegen und Designsystem anwenden
- Custom Navigation mit Variablen und Triggern einrichten
- Inhalte strukturieren: Text, Bild, Interaktion, Quiz
- KI-Werkzeuge für einen Teilbereich des Projekts einsetzen
- Feedbackschleifen simulieren: Peer-Review des Storyboards
- Lernmittel in SCORM exportieren und in Test-LMS einbinden
- Barrierefreiheits-Check: Alternativtexte, Kontrastwerte, Tastaturnavigation
- Projektdokumentation erstellen
- Überarbeitungsrunde nach konstruktivem Feedback
- Abschlusspräsentation: Lernmittel vorstellen und Designentscheidungen begründen
Die Praxisphase ist so gestaltet, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer am Ende ein vorzeigbares Beispielprojekt hat, das den eigenen Kompetenzfortschritt dokumentiert. Durch die Peer-Review-Schleife lernen die Teilnehmenden auch, fachkundiges Feedback zu geben und konstruktiv zu empfangen. Die Abschlusspräsentation gibt Raum, die eigenen Designentscheidungen zu reflektieren und offen zu diskutieren — eine Fähigkeit, die in der Zusammenarbeit mit Auftraggebern und Fachexperten täglich gebraucht wird.
Lernziele:
Die Teilnehmenden können ein vollständiges Storyboard für ein digitales Lernmittel konzipieren und in einem professionellen Format dokumentieren. Sie sind in der Lage, Masterfolien in E-Learning-Autorentools anzulegen, zu gestalten und konsequent anzuwenden, um ein konsistentes Layout über alle Kursseiten hinweg zu gewährleisten. Die Teilnehmenden beherrschen die Grundprinzipien der Custom Navigation und können benutzerdefinierte Menüs, Fortschrittsanzeigen und Navigationslogiken implementieren. Sie kennen aktuelle KI-Werkzeuge, die die Lernmittelentwicklung unterstützen, und können diese zielgerichtet für Texterstellung, Bild- und Medienintegration einsetzen. Sie sind in der Lage, verschiedene Autorentools nach ihren Stärken und Einsatzbereichen zu bewerten und für ein konkretes Projekt zu empfehlen. Die Teilnehmenden können Interaktionen und Tests innerhalb eines digitalen Lernmittels konfigurieren und mit einem Lernmanagementsystem (LMS) verbinden. Sie kennen die Bedeutung von Barrierefreiheit in digitalen Lernmitteln und können grundlegende Anforderungen umsetzen. Sie sind in der Lage, ein bestehendes Lernmittel zu überarbeiten, Designinkonsistenzen zu beheben und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Sie verstehen Grundprinzipien des mediendidaktischen Designs und können Inhalte adressatengerecht aufbereiten. Die Teilnehmenden können Projektabläufe in der E-Learning-Entwicklung strukturieren und Meilensteine definieren. Sie können Feedback aus Testläufen auswerten und in das Lernmittel einarbeiten. Die Teilnehmenden sind in der Lage, ein Lernmittel in SCORM-Format zu exportieren und in ein LMS einzubinden.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die bereits grundlegende Erfahrungen in der Entwicklung digitaler Lernmittel mitbringen und bereit sind, ihre Kenntnisse in Storyboarding, Mastertemplates und Navigation auf ein professionelles Niveau zu heben.
- E-Learning-Entwickler und -Entwicklerinnen mit ersten Vorkenntnissen
- Bildungsdesigner und Mediendidaktiker, die ihre Tool-Kompetenz ausbauen möchten
- Trainer und Lehrpersonen, die eigenständig digitale Lernmittel produzieren
- Mitarbeiter in Corporate-Learning-Abteilungen mit Erfahrung im Lernmittelbereich
- Quereinsteiger aus Medien- oder kaufmännischen Berufen mit ausgeprägtem Interesse an digitalem Lernen
Vorausgesetzt werden ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung im medialen oder kaufmännischen Bereich sowie gute PC-Kenntnisse und Affinität zum digitalen Arbeiten. Erste Erfahrungen im Bereich Social Media oder digitale Medien sind hilfreich. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten sind wichtig, da die Entwicklung von Lernmitteln stets in Abstimmung mit Auftraggebern und Zielgruppen stattfindet. Kenntnisse in einem E-Learning-Authoring-Tool (z. B. Articulate, H5P) sind empfohlen, aber nicht zwingend Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet theoretische Einführungen in Instructional-Design-Methoden mit praktischen Tool-Demos und einem eigenen Miniaturprojekt, das die Teilnehmenden durch alle Phasen der Lernmittelentwicklung führt. Peer-Reviews und Feedbackschleifen machen den Kurs besonders interaktiv. Screencasts und Live-Demonstrations der genutzten Software ergänzen die schriftlichen Unterlagen.
Der Kurs ist als Aufbaustufe konzipiert und hat einen erheblichen Praxisanteil. Die genaue Dauer variiert je nach Anbieter, umfasst jedoch üblicherweise mehrere Wochen mit regelmäßigen Unterrichtseinheiten und selbstständiger Projektarbeit zwischen den Sitzungen.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab, die den absolvierten Inhalt und die erworbenen Kompetenzen in der digitalen Lernmittelentwicklung dokumentiert. Das entstandene Beispielprojekt kann als Portfolio-Stück für Bewerbungen oder Kundenakquise genutzt werden.
Nutzen & Perspektiven
Professionell entwickelte digitale Lernmittel unterscheiden sich von einfachen Präsentationen durch eine durchdachte Struktur, eine konsistente visuelle Gestaltung und eine Navigationslogik, die Lernende wirklich durch die Inhalte führt. Wer diese Qualität beherrscht, kann Unternehmen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Auftraggebern einen klar messbaren Mehrwert bieten — und sich als E-Learning-Profi positionieren, dem Auftraggeber gerne vertrauen. Der gezielte Einsatz von KI-Werkzeugen, den dieser Kurs vermittelt, beschleunigt die Produktion erheblich und ermöglicht es, auch mit begrenzten personellen Ressourcen hochwertige Lernmittel zu erstellen. In Corporate-Learning-Abteilungen und bei E-Learning-Agenturen ist diese Kombination aus Methodik und Werkzeugkompetenz zunehmend gefragt. Schließlich liefert das im Kurs erstellte Beispielprojekt einen direkten Nachweis der erworbenen Fähigkeiten — ein konkretes Portfolio-Stück, das im Bewerbungsgespräch oder bei der Akquise von Projekten weit mehr überzeugt als ein Zeugnis allein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Aufbaukurs von einem Einführungskurs?
Einführungskurse vermitteln die Bedienung einzelner Autorentools auf basalem Niveau. Dieser Aufbaukurs geht weiter: Er vermittelt Methodik (Storyboarding, Designsysteme), erweiterte technische Konzepte (Custom Navigation, Variablen/Trigger) und den gezielten Einsatz von KI-Werkzeugen in der Produktion.
Welche Autorentools werden in diesem Kurs verwendet?
Der Kurs gibt einen breiten Überblick über verschiedene Autorentools — darunter Articulate Storyline, Rise, H5P, iSpring und Adobe Captivate — und erläutert, für welche Einsatzbereiche sie jeweils geeignet sind. Die konkreten Übungsaufgaben orientieren sich an den Werkzeugen, die vom jeweiligen Anbieter eingesetzt werden.
Welche Rolle spielen KI-Werkzeuge in diesem Kurs?
KI-Werkzeuge werden als unterstützendes Produktionsmittel behandelt: für Texterstellung, Bildgenerierung und Voiceover-Skripte. Der Kurs zeigt, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann und wo menschliches Urteil und didaktisches Know-how unverzichtbar bleiben.
Kann ich die im Kurs erstellten Lernmittel in mein Unternehmen einbringen?
Das Beispielprojekt gehört Ihnen und kann nach Abschluss des Kurses weiterentwickelt, für interne Schulungen genutzt oder als Portfolio-Stück bei Auftraggebern eingesetzt werden. Der SCORM-Export-Format macht die Einbindung in die meisten LMS-Systeme unkompliziert.
Muss ich programmieren können, um Custom Navigation umzusetzen?
Nein, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Custom Navigation in modernen E-Learning-Autorentools funktioniert über visuelle Trigger- und Variablenlogik ohne Code. Der Kurs erklärt diese Konzepte schrittweise und anhand konkreter Beispiele aus der Praxis.
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