Überblick
Informationsprodukte entstehen an der Schnittstelle von Inhalt und visueller Kommunikation. Ob Broschüre, technische Dokumentation, Infografik oder digitales Bildmaterial — wer Grafiken und Bilder professionell bearbeitet, muss Farbräume beherrschen, mit Ebenen und Masken umgehen können und wissen, wann ein Bild druckreif und wann es web-gerecht aufbereitet ist. Dieser Kurs vermittelt das Handwerk digitaler Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop, führt in Grundlagen der Vektorgrafik ein und behandelt die gesamte Kette von der Aufnahme oder Vorlage bis zum druckfähigen oder web-optimierten Export. Darüber hinaus wird die Erstellung von Infografiken und visuellen Informationsprodukten behandelt, die komplexe Sachverhalte in verständliche visuelle Formate übersetzen.
Kursinhalte & Lernziele
Digitale Bildkunde und Farbräume Jede professionelle Bildbearbeitung beginnt mit dem Verständnis des Rohmaterials. Wer nicht weiß, warum CMYK-Bilder im Browser verfärbt wirken oder warum ein Bild mit 72 dpi nicht druckbar ist, kann keine verlässlichen Ergebnisse produzieren. Dieser Grundlagenblock schafft das nötige technische Fundament.
- Rasterbilder vs. Vektorgrafiken: Aufbau, Eigenschaften, Einsatzbereiche
- Farbräume im Detail: RGB (Licht, Bildschirm, Web), CMYK (Druck), Lab (geräteunabhängig)
- Auflösung und Pixeldichte: dpi, ppi, native Auflösung für Print und Screen
- Dateiformate im Überblick: JPEG, PNG, TIFF, PDF, EPS, SVG, WebP — wann welches Format?
- Grundbegriffe der Farbreproduktion: Gamut, Farbprofil, ICC-Profile
- Digitalisierung analoger Vorlagen: Scannen, Formatanforderungen, Qualitätsbeurteilung
Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop Adobe Photoshop ist das Standard-Werkzeug für professionelle Bildbearbeitung in Medienbetrieben, Agenturen und Redaktionen. Dieser Block führt systematisch in die Benutzeroberfläche, die wichtigsten Werkzeuge und die Ebenenstruktur ein — mit dem Ziel, nicht-destruktiv und reproduzierbar zu arbeiten.
- Photoshop-Oberfläche: Werkzeugpaletten, Bedienfelder, Arbeitsbereiche
- Ebenenprinzip: Hintergrund, Pixelebenen, Einstellungsebenen, Gruppen
- Masken: Ebenenmaske, Vektormaske, Schnittmaske — Unterschiede und Anwendungsfelder
- Freistellungswerkzeuge: Objektauswahl, Lasso, Schnellmaske, Kanäle für komplexe Freistellungen
- Bildkorrektur: Tonwertkorrektur, Kurven, Farbbalance, Farbton/Sättigung als Einstellungsebenen
- Retusche-Werkzeuge: Bereichsreparatur, Stempel, KI-gestützte Inhaltsbasierte Füllung
Druckvorbereitung und Web-Export Ein Bild, das am Bildschirm perfekt aussieht, kann im Druck versagen — und umgekehrt. Druckvorbereitung und Web-Optimierung sind eigenständige Kompetenzen, die in Print-Workflow und Web-Produktion gleichermaßen gefragt sind.
- Druckvorbereitung: Konvertierung in CMYK, Farbprofil-Zuweisung, Schwarzaufbau
- Beschnitt und Druckränder (Anschnitt, sichere Zone) in Photoshop einrichten
- Web-Export: Exportmodi in Photoshop, Kompressionseinstellungen, Dateigrößenoptimierung
- Bildformate für den Web-Einsatz: JPEG-Kompression, PNG-Transparenz, WebP als modernes Format
- SVG-Grundlagen: wann Vektorgrafik dem Rasterbild überlegen ist
- Qualitätskontrolle: Softproof, Simulationsansicht für verschiedene Ausgabegeräte
Infografiken und visuelle Informationsprodukte Infografiken übersetzen Zahlen, Abläufe und Strukturen in verständliche Bilder. Dieser Block behandelt die konzeptionelle und gestalterische Seite von Informationsprodukten — von der Konzeptskizze über die Informationshierarchie bis zum fertigen Erklärerbild.
- Typen visueller Informationsprodukte: Schaubilder, Prozessgrafiken, statistische Infografiken, Erklärgrafiken
- Informationshierarchie in Grafiken: was zeige ich zuerst, was sind Details?
- Konzeption von Infografiken: Inhaltsstruktur vor Designarbeit
- Einsatz von Farbcodes, Icons und Piktogrammen in Informationsgrafiken
- Gestaltungsprinzipien für Lesbarkeit und visuelle Klarheit
- Technische Redaktion: Anforderungen an Bildmaterial in Dokumentationen und Handbüchern
Praxisblock: Bildprojekte von der Vorlage bis zum Endformat
- Rohbild aus Fotoarchiv öffnen, beurteilen und korrekt einrichten (Farbmodus, Auflösung)
- Tonwertkorrektur und Farbkorrektur mit Einstellungsebenen nicht-destruktiv durchführen
- Portrait-Retusche: Hauttöne angleichen, Unschärfen bereinigen, Stempelwerkzeug
- Komplexe Freistellung: Produkt vor weißem Hintergrund für Katalog freistellen
- Kompositing: zwei Bilder per Masken nahtlos zusammenfügen
- CMYK-Konvertierung und Druckvorbereitung für eine einseitige Broschüre
- Web-Export-Set für eine Produkt-Landingpage: drei Formate, optimierte Dateigrößen
- Vektorpfad anlegen und als SVG-Datei exportieren
- Infografik konzipieren: Ablaufdiagramm für einen Produktionsprozess skizzieren und umsetzen
- Datenvisualisierung: einfaches Balkendiagramm als Infografik gestalten
- Erklärerbild für eine technische Dokumentation: Einzelteile beschriften, Legende anlegen
- Abschlussprojekt: vollständiges Bildmaterial für eine fiktive Produktbroschüre aufbereiten
Lernziele:
Nach diesem Kurs sind Sie in der Lage,
- die grundlegenden Farbräume RGB und CMYK zu unterscheiden und situationsgerecht anzuwenden
- digitale Bilder in Adobe Photoshop zu öffnen, anzupassen, zu korrigieren und zu exportieren
- Ebenen und Masken für nicht-destruktive Bildbearbeitung einzusetzen
- Retusche- und Bildkorrektur-Werkzeuge gezielt für unterschiedliche Ausgabemedien anzuwenden
- Farbkorrekturen und Tonwertanpassungen methodisch vorzunehmen
- Vektorgrafiken von Rastergrafiken zu unterscheiden und grundlegende Vektorpfade zu erstellen
- Bilder druckgerecht vorzubereiten: Auflösung, Farbmodus, Beschnitt und Überdrucken
- Bilder für den Web-Export zu optimieren: Kompression, Formate (JPEG, PNG, SVG, WebP)
- Informationsprodukte zu konzipieren und gestalterisch umzusetzen: Infografiken, Übersichtsgrafiken, Erklärbilder
- die Anforderungen Technischer Redaktion an Bildmaterial zu benennen und umzusetzen
- grundlegende Konzepte der Grafikkonzeption auf eigene Projekte anzuwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die professionell mit digitalem Bildmaterial und Grafikprodukten für Print und Web arbeiten wollen.
- Einsteiger in Mediengestaltung und Grafikdesign mit Interesse an digitaler Bildbearbeitung
- Technische Redakteure und Dokumentationsverantwortliche, die Bildmaterial selbst aufbereiten
- Quereinsteiger mit redaktionellem Hintergrund, die Bildkompetenz gezielt ergänzen wollen
- Marketing- und Kommunikationsmitarbeitende, die Grafiken und Bilder für Publikationen aufbereiten
- Personen, die im Desktop Publishing tätig werden oder bestehende Kenntnisse vertiefen wollen
Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium bilden die formale Ausgangsbasis — auch Studienabbrecher und Quereinsteiger mit nachgewiesener einschlägiger Erfahrung können teilnehmen. Erste redaktionelle Erfahrung oder Berührung mit Bildmaterial in beruflichem Kontext ist hilfreich. Spezifische Vorkenntnisse in Photoshop oder anderen Grafikprogrammen sind nicht erforderlich; der Kurs führt die Software von Grund auf ein.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet technisches Werkzeug-Training in Adobe Photoshop mit konzeptioneller Designarbeit. Lernende arbeiten von Beginn an mit eigenem oder bereitgestelltem Bildmaterial und begleiten durch den gesamten Kurs ein konkretes Bildprojekt — vom Rohmaterial bis zum druckfertigen oder web-optimierten Endprodukt. Instruktionsphasen werden unmittelbar von Übungsaufgaben gefolgt, sodass Techniken eingeübt werden, bevor die nächste Stufe aufgebaut wird. Die Maßnahme ist in Voll- oder Teilzeit buchbar.
Die Weiterbildung dauert je nach Format mehrere Wochen bis zu einigen Monaten. Die Dauer ist so gewählt, dass sowohl die technischen Photoshop-Kompetenzen als auch die konzeptionellen Aspekte — Infografikgestaltung, Druckvorbereitung — in der nötigen Tiefe behandelt werden können.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab, das die erworbenen Kompetenzen in digitaler Bildbearbeitung und Grafikgestaltung dokumentiert. Es handelt sich um eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ohne staatliche Anerkennung — der Marktwert liegt in den nachgewiesenen Praxisfertigkeiten und dem aufgebauten Portfolio.
Nutzen & Perspektiven
Bildmaterial ist in der modernen Kommunikation allgegenwärtig — aber der Unterschied zwischen professionell aufbereitetem Bildmaterial und schnell zusammengestellten Grafiken ist oft unmittelbar sichtbar. Wer Bildbearbeitung methodisch beherrscht, liefert zuverlässig Ergebnisse, die den Anforderungen verschiedener Ausgabemedien standhalten: Drucke ohne Farbabweichungen, Web-Bilder ohne unnötigen Dateigrößen-Overhead, Infografiken die informieren statt verwirren. Für Mediengestalter und Technische Redakteure schließt dieser Kurs eine häufige Qualifikationslücke: Viele können Texte strukturieren und Inhalte aufbereiten — aber bei der konkreten Bildproduktion für Druckausgaben stoßen sie ohne Photoshop-Grundlagen schnell an Grenzen. Die Kombination aus Bildkorrektur, Freistellung, Druckvorbereitung und Infografik-Kompetenz ist das, was Arbeitgeber in Medien, Technischer Dokumentation und Unternehmenskommunikation als selbstverständlich voraussetzen. Das entstandene Portfolio aus dem Praxisblock — aufbereitetes Bildmaterial, Infografiken, Endformate für Print und Web — ist ein direktes Nachweisinstrument für zukünftige Auftraggeber und Arbeitgeber. Wer im Abschlussprojekt eine vollständige Bildaufbereitung für eine Produktbroschüre zeigt, kann diese Arbeit als Arbeitsproben vorlegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Adobe Photoshop auf meinem Rechner?
Adobe Photoshop ist das zentrale Werkzeug des Kurses. Ob der Anbieter Lizenzen stellt oder eine eigene Lizenz benötigt wird, hängt vom Kursformat ab. Adobe bietet Photoshop über eine Creative-Cloud-Einzelplatz-Lizenz an. Beim jeweiligen Anbieter erfragen, was vorausgesetzt und was gestellt wird.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem UI-Design-Kurs?
Dieser Kurs konzentriert sich auf digitale Bildbearbeitung mit Photoshop, Druckvorbereitung, Web-Export und Infografiken — also auf Print/DTP und Bildproduktion. Ein UI-Design-Kurs behandelt dagegen Interface-Konzeption, Wireframing und Prototyping in Werkzeugen wie Figma — eine andere Disziplin mit anderen Arbeitsprodukten und Berufsfeldern.
Für welche Berufe qualifiziert mich dieser Kurs?
Der Kurs ist besonders relevant für Mediengestalter, Bildbearbeiter, Technische Redakteure und Grafikeinsteiger in der Unternehmenskommunikation. Photoshop-Kenntnisse und Druckvorbereitung sind in Werbeagenturen, Verlagen, Marketingabteilungen und Unternehmen mit eigener Publikationsproduktion gefragt.
Was ist der Unterschied zwischen RGB und CMYK, und warum ist das wichtig?
RGB ist der Farbraum für Bildschirmausgabe (additive Farbmischung mit Licht), CMYK der für den Druckprozess (subtraktive Farbmischung mit Farbtinte). Ein Bild, das im falschen Farbraum angeliefert wird, produziert im Druck Farbabweichungen. Dieser Kurs behandelt beide Farbräume und wann welcher eingesetzt wird.
Entstehen im Kurs Arbeitsproben, die ich vorzeigen kann?
Ja. Der Praxisblock und das Abschlussprojekt sind so konzipiert, dass konkrete Bildprodukte entstehen: aufbereitetes Bildmaterial für Print und Web, eine Infografik und ein vollständiges Bildpaket für eine fiktive Broschüre. Diese Arbeitsproben können als Portfolio eingesetzt werden.
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