Überblick
Der Java Spring Boot Aufbaukurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die bereits Grundkenntnisse in Java und dem Spring-Boot-Framework mitbringen und ihre Fähigkeiten gezielt auf ein professionelles Niveau erweitern wollen. Java ist eine der meistverbreiteten Programmiersprachen weltweit und gilt als de-facto-Standard für die Entwicklung robuster, plattformunabhängiger Unternehmensanwendungen. Das Spring-Boot-Framework vereinfacht die Konfiguration und den Start von Java-Anwendungen erheblich und wird heute in zahllosen Backend-Systemen, Microservices und Cloud-nativen Architekturen eingesetzt. In diesem Aufbaukurs werden fortgeschrittene Konzepte erarbeitet: von der feingranularen Konfiguration über die JSON-basierte Datenkommunikation bis hin zur Integration relationaler Datenbanken mit JPA und zur Implementierung sicherer Anwendungen mit Spring Security. Abgerundet wird der Kurs durch eine Einführung in den Microservices-Ansatz.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock behandelt Konfigurationen und Autokonfigurationen in Spring Boot. Das Konfigurationsmodell von Spring Boot ist mächtig, aber nur bei konsequentem Verständnis wirklich kontrollierbar. Dieser Abschnitt legt die konzeptionelle Grundlage für alle weiteren Themen.
- Application.properties und application.yml: Aufbau und Hierarchie der Konfigurationsdateien
- Autokonfigurationsklassen verstehen und gezielt übersteuern
- Bedingte Konfiguration mit @ConditionalOn-Annotationen
- Spring-Boot-Profiles für Umgebungen (dev, test, prod) definieren und aktivieren
- Externe Konfiguration über Umgebungsvariablen und Konfigurationsserver
Der zweite Themenblock umfasst Spring-Boot-Starter und JSON-Verarbeitung. REST-APIs sind das Rückgrat moderner Webanwendungen, und JSON ist das universelle Datenaustauschformat. Dieser Block verbindet Starter-Konzepte mit der praktischen JSON-Kommunikation.
- Übersicht verfügbarer Starter und deren automatische Abhängigkeitsverwaltung
- Jackson ObjectMapper konfigurieren und anpassen
- Serialisierung komplexer Java-Objekte in JSON und Deserialisierung von JSON-Payloads
- Fehlerbehandlung in REST-Endpunkten mit @ExceptionHandler und @ControllerAdvice
- Validierung eingehender Daten mit Bean-Validation-Annotationen
Der dritte Themenblock widmet sich Spring Security und der Datenbankintegration mit JPA. Sicherheit ist kein optionales Feature — und persistente Daten sind das Herzstück jeder echten Anwendung. Dieser Abschnitt ist der technisch anspruchsvollste des Kurses.
- Spring Security konfigurieren: HTTP-Security, Formular-Login und HTTP-Basic
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle mit @PreAuthorize und @Secured
- Spring Data JPA: Entities anlegen, @OneToMany und @ManyToMany-Beziehungen modellieren
- Repository-Pattern mit JpaRepository und Query-Methoden nutzen
- JPQL-Abfragen formulieren und mit @Query-Annotation einsetzen
Die nachfolgenden Übungsaufgaben werden in der eigenen Entwicklungsumgebung bearbeitet und begleiten alle drei Themenblöcke des Kurses.
- Eine vollständige REST-API für eine fiktive Ressource mit Spring Boot implementieren
- JSON-Serialisierung für verschachtelte Objektstrukturen korrekt konfigurieren
- Datenbankzugriff über JPA-Repository für CRUD-Operationen umsetzen
- Benutzerauthentifizierung mit Spring Security und In-Memory-Nutzerverwaltung absichern
- Thymeleaf-Template für eine einfache Listenansicht erstellen
- Unit-Tests für Service-Klassen mit Mockito schreiben
- Integrationstests für REST-Controller mit MockMvc implementieren
- Einen Spring-Boot-Microservice als eigenständige Anwendung strukturieren
- Umgebungsprofile für Lokal- und Produktivbetrieb mit unterschiedlichen Datenbank-URLs einrichten
- Fehlerbehandlung mit globalem ExceptionHandler und standardisierten Fehlerobjekten implementieren
- Datenbankmigrationen mit Flyway oder Liquibase einleiten
- Anwendung als ausführbares JAR paketieren und starten
Abschließend werden alle Themen in einer integrierten Projektaufgabe angewendet: Die Teilnehmenden entwickeln eine kleine Webanwendung mit gesichertem Login, Datenbankanbindung und REST-API und dokumentieren die Architektur. Dieses Projekt dient als konkretes Arbeitsbeispiel für Vorstellungsgespräche und Bewerbungsportfolios.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses konfigurieren Sie Spring-Boot-Anwendungen präzise und nutzen Autokonfigurationsmechanismen effizient. Sie verstehen das Konzept der Serverstarter und setzen die passenden Spring-Boot-Starter für verschiedene Anwendungstypen ein. Sie implementieren JSON-Serialisierung und Deserialisierung mit Jackson und handhaben komplexe Datenstrukturen für REST-APIs. Sie verwenden unterschiedliche Template-Engines — darunter Thymeleaf und andere — für die serverseitige HTML-Generierung. Sie sichern Anwendungen mit Spring Security ab, implementieren Authentifizierung, Autorisierung und rollenbasierte Zugriffskontrolle. Sie integrieren relationale Datenbanken über Spring Data JPA, erstellen Entities, Repositories und komplexe Abfragen mit JPQL. Sie kennen die Architekturprinzipien von Microservices und setzen einfache Microservice-Strukturen mit Spring Boot um. Sie debuggen und testen Spring-Boot-Anwendungen und setzen Unit-Tests sowie Integrationstests gezielt ein. Sie verstehen den Lebenszyklus einer Spring-Anwendung und greifen gezielt in den Application-Context ein. Sie nutzen Spring-Boot-Profiles für umgebungsabhängige Konfigurationen in Entwicklung, Test und Produktion. Sie deployen Spring-Boot-Anwendungen als ausführbare JAR-Dateien und verstehen grundlegende Deployment-Konzepte.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler mit vorhandenen Java- und Spring-Boot-Grundkenntnissen, die sich auf Backend-Entwicklung auf professionellem Niveau spezialisieren wollen.
- Java-Entwickler mit ersten Spring-Boot-Erfahrungen aus Projekten oder Grundlagenkursen
- Backend-Entwickler, die ihre Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt ausbauen wollen
- Berufsumsteiger mit solider Programmierbasis, die ins Java-Ökosystem einsteigen
- Entwickler, die Microservice-Architekturen mit Spring Boot erlernen wollen
Die Teilnahme setzt Grundkenntnisse in Java Spring Boot voraus, die beispielsweise aus einem Grundlagenkurs oder erster Berufserfahrung stammen können. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache sowie sicherer Umgang mit Windows und Dateisystemstrukturen sind notwendig. Grundkenntnisse in objektorientierter Programmierung mit Java und ein Verständnis für HTTP und REST-Grundprinzipien werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt und verbindet theoretische Einheiten mit Live-Coding-Demonstrationen und eigenständigen Programmieraufgaben. Trainerinnen und Trainer aus der Praxis der Softwareentwicklung zeigen reale Lösungsansätze und kommentieren gängige Fehler und Best Practices. Die Teilnehmenden arbeiten an eigenen Entwicklungsumgebungen, erhalten regelmäßiges Code-Feedback und tauschen sich in begleiteten Review-Runden aus. Peer-Code-Reviews fördern zudem die Fähigkeit, fremden Code zu lesen und zu beurteilen.
Der Aufbaukurs dauert mehr als eine Woche und bis zu einem Monat in Vollzeit. In dieser kompakten Zeit werden die wesentlichen Fortgeschrittenthemen von Spring Boot systematisch erarbeitet. Die Intensität des Kurses setzt aktive Mitarbeit und eigenständiges Üben auch zwischen den Unterrichtseinheiten voraus.
Bei erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses Dokument belegt die erworbenen Spring-Boot-Kenntnisse auf Aufbauniveau gegenüber Arbeitgebern in der IT-Branche. Eine staatlich anerkannte Prüfung ist nicht Teil des Kurses; das Zertifikat ist jedoch ein von der Branche akzeptierter Nachweis erworbener Kompetenzen.
Nutzen & Perspektiven
Java und Spring Boot gehören zu den meistgefragten Technologien auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt. Stellenanzeigen für Java-Backend-Entwickler, Microservices-Entwickler und Full-Stack-Entwickler nennen Spring Boot regelmäßig als Kernanforderung. Wer diesen Aufbaukurs absolviert, kann unmittelbar in Projekten mitwirken, die auf Spring Boot aufsetzen — und das sind heute ein erheblicher Teil der Enterprise-Entwicklungsprojekte in Deutschland. Besonders der Microservices-Ansatz, der im Kurs eingeführt wird, ist ein zentrales Architekturmuster moderner Cloud-nativer Systeme. Entwickler, die verstehen, wie eigenständige Spring-Boot-Dienste miteinander kommunizieren, Daten austauschen und sich gegenseitig absichern, sind für Unternehmen besonders wertvoll, die ihre Systeme skalierbar und wartbar halten wollen. Die Weiterbildung ist bei AZAV-zertifizierten Trägern über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit und des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung als Förderquellen in Betracht, sodass die Teilnahme für viele Personen ohne nennenswerte Eigenkosten möglich ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse benötige ich für diesen Aufbaukurs?
Sie benötigen Grundkenntnisse in Java und Spring Boot, die aus einem Grundlagenkurs oder erster Berufserfahrung stammen können. Kenntnisse in objektorientierter Programmierung und ein Grundverständnis von HTTP und REST sind ebenfalls erforderlich. Gute Deutschkenntnisse und sicherer Windows-Umgang werden vorausgesetzt.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem Java-Grundlagenkurs?
Dieser Kurs setzt Grundkenntnisse voraus und behandelt ausschließlich Fortgeschrittenthemen: feingranulare Konfigurationen, JSON-Serialisierung, Spring Security, JPA-Datenbankintegration und Microservices. Grundlegende Java-Syntax oder Spring-Boot-Einstiegsthemen werden nicht wiederholt.
Für welche Jobs qualifiziert mich dieser Kurs?
Der Kurs bereitet Sie auf Stellen als Java-Backend-Entwickler, Spring-Boot-Entwickler, Full-Stack-Entwickler mit Java-Schwerpunkt und Microservices-Entwickler vor. Java und Spring Boot gehören zu den meistgefragten Technologien auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt.
Wie wird dieser Kurs gefördert?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Finanzierung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen in Frage. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter.
Erhalte ich nach dem Kurs ein anerkanntes Zertifikat?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses Zertifikat ist kein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis, wird aber von IT-Arbeitgebern als Nachweis spezifischer Kompetenzen anerkannt.
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