Überblick
Künstliche Intelligenz entfaltet ihren Nutzen nicht durch bloßen Technologieeinsatz, sondern durch sorgfältige Konzeption: Welches Problem soll KI lösen? Welche Daten stehen zur Verfügung? Wie wird der Erfolg gemessen? Dieser Kurs vermittelt das methodische Rüstzeug, um KI-Vorhaben von der ersten Idee bis zum produktiven Betrieb systematisch zu gestalten. Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte, die KI-Projekte konzipieren, steuern oder in bestehende Geschäftsprozesse integrieren möchten — ohne zwingend selbst zu programmieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI-Use-Case-Design und Problemdefinition KI-Projekte scheitern häufig nicht an der Technologie, sondern an unklaren Zielen. Dieses Modul schärft den Blick für lösbare, wertschöpfende Use Cases. Teilnehmende lernen, zwischen sinnvollen KI-Anwendungsfällen und ungeeigneten Einsatzszenarien zu unterscheiden, und entwickeln eine strukturierte Methodik zur Use-Case-Bewertung.
- Use-Case-Canvas: Problemdefinition, Zielgruppe, Erfolgskriterien
- Taxonomy von KI-Aufgaben (Klassifikation, Regression, Clustering, Generative AI)
- Wirtschaftlicher Wertbeitrag und Return on AI-Investment abschätzen
- Machbarkeitsanalyse: technische, datenseitige und organisatorische Readiness
- Priorisierungsmatrix für KI-Initiatives im Unternehmenskontext
- Häufige Fehler bei der Use-Case-Auswahl und wie sie vermieden werden
Modul 2 — Datenstrategie und Datenarchitektur für KI Kein Modell ist besser als die Daten, auf denen es trainiert wurde. Dieses Modul behandelt die Datenseite von KI-Projekten: Welche Daten brauchen wir, woher kommen sie, wie sichern wir Qualität und Compliance? Teilnehmende erarbeiten eine Datenstrategie, die technische und rechtliche Anforderungen verbindet.
- Datenanforderungen spezifizieren — Menge, Qualität, Aktualität, Labels
- Datenquellen identifizieren: interne Systeme, externe Datensätze, synthetische Daten
- Datenschutz und DSGVO im KI-Kontext — Trainingsdaten, Profiling, Betroffenenrechte
- Datenpipelines verstehen — ETL, Feature Engineering, Datenversionen
- Datenqualitätsprüfung und Umgang mit fehlenden Werten oder Datenbias
- Daten-Governance: Verantwortlichkeiten, Zugriffsrechte, Dokumentation
Modul 3 — Projektmanagement und MLOps-Grundlagen KI-Projekte haben eigene Tücken: Experimente scheitern, Modelle driften, Anforderungen ändern sich. Dieses Modul verbindet agiles Projektmanagement mit MLOps-Grundprinzipien — dem systematischen Betrieb von ML-Modellen in produktiver Umgebung.
- Projektphasen im CRISP-DM-Rahmenwerk und agile Varianten (Scrum für ML)
- Teamrollen: Data Scientist, ML Engineer, Domänenexperte, Product Owner
- Experiment-Tracking: Modellversionen, Parameter, Metriken vergleichen
- Model Deployment: Batch vs. Echtzeit, REST-APIs, Containerisierung im Überblick
- Monitoring im Betrieb — Modell-Drift erkennen, Retraining planen
- Dokumentation und Auditierbarkeit von KI-Systemen (EU AI Act, ISO-Normen)
Modul 4 — Stakeholder-Kommunikation und Projektevaluation KI-Projekte benötigen Unterstützung aus Fachbereichen, Management und IT — und die spricht selten dieselbe Sprache wie das KI-Team. Dieses Modul vermittelt Techniken, um Ergebnisse, Risiken und Mehrwert verständlich zu kommunizieren, Projekte zu evaluieren und Entscheidungsvorlagen zu erstellen.
- KI-Ergebnisse visualisieren: Diagrammtypen, Dashboards, Konfidenzbereiche erklären
- Nicht-technische Kommunikation von Modellentscheidungen (Explainable AI im Überblick)
- Stakeholder-Mapping und Einwandbehandlung bei KI-Skepsis
- Pilotprojekte strukturieren, testen und Learnings überführen
- KPI-Reporting und Erfolgsmessung nach Projektabschluss
- Ethische Risiken adressieren: Bias, Fairness, Transparenz gegenüber Betroffenen
Praxisübungen — KI-Projektarbeit von der Idee bis zum Betriebskonzept
- Realen Use Case aus dem eigenen Berufsfeld identifizieren und mit dem Use-Case-Canvas strukturieren
- Datenstrategie für ein Beispiel-KI-Projekt vollständig ausarbeiten
- Anforderungsdokument (KI-Lastenheft) für einen Use Case erstellen
- CRISP-DM-Phasenplan für ein fiktives Projekt durcharbeiten
- Evaluationsmetriken für verschiedene Aufgabentypen (binäre Klassifikation, Regression) vergleichen
- MLflow-Demo: Experiment-Tracking praktisch kennenlernen
- Deployment-Konzept für ein Modell in einer Produktionsumgebung skizzieren
- Monitoring-Plan mit Drift-Indikatoren für ein Echtzeitsystem entwerfen
- EU AI Act: Risikoklassen für eigene Use Cases bestimmen
- Stakeholder-Präsentation für ein KI-Projekt vorbereiten und kritisch feedbacken
- Pilotprojekt-Brief verfassen — Ziele, Daten, Budget, Zeitplan, Abbruchkriterien
- Ergebnisse aus einem Piloten als Entscheidungsvorlage aufbereiten
Der Kurs kombiniert methodische Grundlagen mit konkreter Anwendung auf eigene Projektideen. Fallbeispiele aus verschiedenen Branchen — Handel, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen und Industrie — illustrieren, wie KI-Projekte in der Praxis konzipiert und gesteuert werden.
Lernziele:
- Realistische KI-Use-Cases identifizieren und nach Wertbeitrag und Machbarkeit priorisieren
- Anforderungen an Daten, Modelle und Infrastruktur für ein KI-Projekt spezifizieren
- Datenstrategie entwickeln — Datenquellen, Datenqualität, Datenschutz und Governance einschließen
- Projektstruktur und Meilensteine für KI-Vorhaben definieren, agile und klassische Methoden kombinieren
- Evaluationsmetriken für KI-Modelle verstehen und sinnvoll auswählen (Accuracy, F1, ROI)
- MLOps-Grundprinzipien kennen — von der Modellentwicklung bis zum Deployment und Monitoring
- Stakeholder für KI-Projekte gewinnen und technische Konzepte nicht-technisch kommunizieren
- Risiken in KI-Projekten (Datenbias, Regulatorik, Interpretierbarkeit) erkennen und adressieren
- KI-Projektteams strukturieren — Rollen, Verantwortlichkeiten und externe Partner einbeziehen
- Prototypen und Pilotprojekte planvoll gestalten und Erkenntnisse strukturiert auswerten
- Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen (EU AI Act, DSGVO) in die Projektplanung integrieren
- KI-Projektergebnisse in Berichte und Entscheidungsvorlagen übersetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die KI-Projekte eigenverantwortlich leiten, mitgestalten oder in bestehende Unternehmensprozesse einbetten möchten — unabhängig von einem technischen Programmierhintergrund.
- Projektmanager und Produktverantwortliche, die KI-Initiativen steuern sollen
- Business Analysts und Prozessverantwortliche, die KI als Werkzeug einsetzen möchten
- Marketing-, Vertriebs- oder Operationsfachleute mit Digitalisierungsauftrag
- IT-nahe Generalistinnen und Generalisten ohne dedizierten Data-Science-Hintergrund
- Führungskräfte, die KI-Budgets verantworten und Entscheidungen fundiert treffen müssen
Ein abgeschlossener kaufmännischer, technischer oder akademischer Hintergrund wird vorausgesetzt. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Wichtig sind ein grundlegendes digitales Verständnis (Umgang mit Tabellenkalkulation, Datensätzen, digitalen Projektwerkzeugen) sowie Interesse an strategischen und konzeptionellen Fragestellungen. Statistikkenntnisse sind hilfreich, aber kein Ausschlusskriterium.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt einem projektorientierten Lernprinzip: Methodische Inputs werden sofort in eigene Projektszenarien übertragen. Gruppenarbeiten, Peer-Feedback und Fallstudien wechseln mit Fachvorträgen und Tool-Demonstrationen. Digitale Kollaborationswerkzeuge werden im Kursverlauf praktisch eingesetzt. Online-Live-Sessions mit direkter Interaktion oder Präsenzformate stehen je nach Anbieter zur Verfügung.
Der Kurs erstreckt sich über mehrere Wochen. Die genaue Stundenzahl und der Ablaufplan variieren je nach Anbieter und Format (Vollzeit, Teilzeit oder Wochenendveranstaltungen). Ergänzende Selbstlernmaterialien wie Fachartikel, Templates und Tool-Dokumentationen sind üblicherweise im Kurspaket enthalten.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Je nach Anbieter sind weiterführende Nachweise oder externe Zertifizierungen möglich, die im Kurs explizit ausgewiesen werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, KI-Projekte zu konzipieren und zu steuern, ist in vielen Unternehmen aktuell knapper als KI-Technologie selbst. Wer Use Cases richtig bewertet, Datenbedarf realistisch spezifiziert und MLOps-Konzepte versteht, kann als Brücke zwischen Fachabteilungen und KI-Teams wirken — eine Rolle, die zunehmend gesucht wird und in klassischen Informatik- oder BWL-Ausbildungen selten systematisch adressiert wird. Dieser Kurs gibt Teilnehmenden eine strukturierte Sprache und Methodik für KI-Projekte: vom Use-Case-Canvas über den Datenstrategie-Entwurf bis zur MLOps-Einführung. Das Ziel ist nicht, selbst Modelle zu trainieren, sondern die richtigen Fragen zu stellen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und KI-Teams effektiv zu führen oder zu begleiten. Das ist eine eigenständige professionelle Kompetenz, die unabhängig vom konkreten Technologiestack wertvoll bleibt. Angesichts des EU AI Acts und wachsender Compliance-Anforderungen an KI-Systeme wird das Wissen um Risikoeinstufung, Dokumentationspflichten und ethische Leitlinien zunehmend zu einer Grundvoraussetzung für alle, die KI-Projekte verantworten. Dieser Kurs integriert diese regulatorische Perspektive von Anfang an — nicht als abschließendes Kapitel, sondern als durchgängige Linse.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein. Programmierkenntnisse sind keine Voraussetzung. Der Kurs richtet sich an konzeptionell und strategisch arbeitende Fachkräfte, die KI-Projekte leiten oder begleiten — nicht selbst umsetzen. Technische Konzepte wie MLOps oder Modell-Deployment werden auf Verstehensebene vermittelt, ohne dass Code geschrieben wird.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem Data-Science-Kurs?
Data-Science-Kurse richten sich typischerweise an Personen, die Modelle selbst entwickeln — mit Python, Statistik und ML-Bibliotheken. Dieser Kurs richtet sich an diejenigen, die KI-Projekte konzipieren, steuern und verantworten: Use-Case-Design, Datenstrategie, Stakeholder-Kommunikation und MLOps-Überblick stehen im Mittelpunkt, nicht das Modelltraining selbst.
Welche Branchen werden im Kurs als Beispiele behandelt?
Der Kurs nutzt Fallbeispiele aus verschiedenen Branchen — darunter Handel, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen und Industrie. Teilnehmende werden außerdem dazu angehalten, eigene Use Cases aus ihrem Berufsfeld einzubringen, sodass die Methodik direkt auf die eigene berufliche Situation angewendet wird.
Wird der EU AI Act im Kurs behandelt?
Ja. Die regulatorischen Rahmenbedingungen — insbesondere der EU AI Act mit seinen Risikoklassen und Dokumentationspflichten sowie DSGVO-Anforderungen beim Einsatz von KI — sind integraler Bestandteil des Kurses. Teilnehmende lernen, eigene Use Cases regulatorisch einzuordnen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Je nach Anbieter sind weiterführende Zertifikate möglich — dies wird im jeweiligen Kursangebot ausgewiesen. Die Bescheinigung dokumentiert die vermittelten Kompetenzen in KI-Projektkonzeption, Datenstrategie und MLOps-Grundlagen.
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