Überblick
Die Videospiel-Industrie zählt zu den dynamischsten und umsatzstärksten Kreativbranchen weltweit. Wer in diesem Feld Fuß fassen möchte, benötigt neben technischem Verständnis vor allem ein solides Fundament im Game Design — also die Fähigkeit, Spielerlebnisse konzeptuell zu durchdenken, Geschichten zu entwickeln, Charaktere zu gestalten und ganze Spielwelten zu entwerfen. Diese Masterclass bietet eine umfassende Einführung in die wesentlichen Kompetenzbereiche der Videospielentwicklung. Die Kursinhalte wurden vom California Institute of the Arts entwickelt und werden in Kooperation mit Coursera angeboten, einer der führenden Online-Lernplattformen weltweit. Absolventinnen und Absolventen erwerben ein trägerinternes Zertifikat sowie optional ein externes Zertifikat von Coursera. Der Kurs eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Personen mit ersten Grundkenntnissen, die ihre Kompetenzen vertiefen möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Themenfeld führt in die Grundlagen des Spieldesigns ein. Teilnehmende lernen, was Spieldesign als Disziplin ausmacht, welche Kernkonzepte die Spielerfahrung bestimmen und wie professionelles Game Design in der Industrie organisiert ist.
- Einführung in Spieldesign als kreative und handwerkliche Disziplin
- Spielmechaniken, Spielregeln und Spielsysteme verstehen und unterscheiden
- Spielerlebnisse gestalten: Flow, Challenge und Reward-Systeme
- Überblick über Spielgenres: Action, RPG, Adventure, Simulation, Indie u. a.
- Einblick in die Berufsbilder der Spieleentwicklung: Game Designer, Level Designer, Narrative Designer
- Historische Entwicklung der Videospielindustrie und aktuelle Markttrends
Das zweite Themenfeld behandelt Storytelling und Narrationsdesign speziell für Videospiele. Hier erlernen Teilnehmende, wie Geschichten in interaktiven Medien aufgebaut sind und warum Spielgeschichten anderen Gesetzmäßigkeiten folgen als Filme oder Bücher.
- Grundlagen des narrativen Designs: Story, Handlung, Welt und Ton
- Entwicklung eines Story-Konzepts vom ersten Entwurf bis zum tragfähigen Narrativ
- Nicht-lineare Erzählstrukturen und Entscheidungsbäume in Videospielen
- Dialoggestaltung und Entwicklung von Spielszenarien
- Einsatz von Cutscenes, Environmental Storytelling und Spielmechanik als Erzählmittel
- Entwicklung eines überzeugenden Story-Dokuments als Grundlage für die Produktion
Das dritte Themenfeld widmet sich dem Charakter- und Weltdesign — zwei der kreativ anspruchsvollsten Bereiche der Spieleentwicklung. Teilnehmende lernen, wie glaubwürdige Spielfiguren und lebendige Spielwelten entstehen.
- Charakterentwicklung: Hintergrundgeschichte, Persönlichkeit, Motivation, Erscheinungsbild
- Antagonisten und Nebenfiguren: Rolle im Narrativ und im Gameplay
- Grundlagen des visuellen Charakterdesigns: Proportionen, Silhouetten, Farbgebung
- Weltdesign: Geographie, Geschichte, Gesellschaft und Regeln einer Spielwelt
- Konsistenz in der Weltgestaltung: Plausibilität und innere Logik
- Referenzmaterial sammeln und ein Worldbuilding-Dokument anlegen
Das vierte Themenfeld umfasst das Game-Design-Dokument als zentrales Planungs- und Kommunikationsinstrument in der Spieleentwicklung. Teilnehmende erstellen im Verlauf des Kurses ein eigenes GDD.
- Struktur und Aufbau eines professionellen Game-Design-Dokuments
- Vision Statement, Gameplay-Beschreibung, Target Audience und Monetarisierung
- Level-Design-Konzepte und Beschreibung von Spielmechaniken im GDD
- Zusammenführung von Story-, Charakter- und Weltdesign im GDD
- Prototyping-Grundlagen: Von der Idee zum spielbaren Konzept
- Präsentation von Spielkonzepten vor Team und Stakeholdern
Praxisblock — Projektarbeiten und kreative Anwendung
- Eigenständige Entwicklung eines Spielkonzept-Exposés (Kurzfassung des GDD)
- Charakterskizzen und Kurzbeschreibungen für zwei bis drei Spielfiguren erstellen
- Weltdesign-Skizze: Karte, Zeittafel und Gesellschaftsstruktur einer Spielwelt entwerfen
- Dialogbeispiele für Schlüsselszenen einer eigenen Story entwickeln
- Analyse eines bekannten Videospiels nach den Prinzipien aus dem Kurs (Design-Analyse)
- Erstellung eines Mini-GDD für ein eigenes Spielprojekt
- Feedback-Runden mit anderen Teilnehmenden und Kursbegleitern
- Iteration des Spielkonzepts auf Basis von Rückmeldungen
- Recherche relevanter Jobbörsen und Einstiegsmöglichkeiten in die Spieleentwicklung
- Portfolio-Grundlagen: Wie wird das im Kurs entstandene Material für Bewerbungen aufbereitet?
- Überblick über weiterführende Technologien: Unity, Unreal Engine, Blender (Ausblick)
- Eigene Spielidee präsentieren und vor dem Kurs verteidigen
Für alle, die den Kurs abschließen, entsteht ein erster Kernbestandteil eines eigenen Portfolio-Projekts. Dieses Material ist direkt für Bewerbungen nutzbar und demonstriert konkret die Fähigkeit, Game-Design-Ideen strukturiert zu entwickeln und professionell zu dokumentieren.
Lernziele:
- Teilnehmende kennen nach Abschluss die grundlegenden Prinzipien des Spieldesigns und können diese auf eigene Konzepte anwenden.
- Sie sind in der Lage, überzeugende Spielgeschichten zu entwickeln und narrativ kohärente Videospiel-Universen zu entwerfen.
- Sie beherrschen die Grundlagen des Charakterdesigns und können Spielfiguren visuell und konzeptuell gestalten.
- Sie können Spielwelten systematisch entwerfen, Level-Strukturen planen und ein konsistentes Weltdesign entwickeln.
- Sie wissen, wie ein Game-Design-Dokument (GDD) aufgebaut ist, und können ein eigenes GDD für ein Spielkonzept erstellen.
- Sie kennen die wesentlichen Phasen des Spielentwicklungsprozesses und können eigene Projekte in einem strukturierten Rahmen planen.
- Sie sind sensibilisiert für die Besonderheiten kreativer Arbeit in interdisziplinären Teams aus Design, Programmierung und Sound.
- Sie können internationale Fachinhalte zur Spieleentwicklung auf Englisch zumindest grundlegend erschließen.
- Sie kennen wichtige Genrekonventionen in der Videospielindustrie und können Spielkonzepte gezielt positionieren.
- Sie sind in der Lage, Feedback auf eigene Konzeptarbeiten einzuholen, zu verarbeiten und iterativ zu verbessern.
- Sie verfügen über eine solide Grundlage, um sich in weiterführenden Modulen auf Programmierung, Animation oder Spielproduktion zu spezialisieren.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Masterclass richtet sich an kreative und technikaffine Personen, die in die Videospiel-Industrie einsteigen oder ihre ersten Schritte in Richtung Game Design vertiefen möchten. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus Grafikdesign, Mediendesign oder Informatik, die ihr kreatives Profil um Game-Design-Kompetenz erweitern wollen, sind ausdrücklich angesprochen.
- Angehende Game Designer und Videospielentwickler ohne oder mit geringen Vorkenntnissen
- Grafikdesigner und Mediengestalter, die ihr Tätigkeitsfeld in Richtung Spieleentwicklung erweitern möchten
- Absolventen informatiknaher Berufe, die die kreativ-konzeptuelle Seite der Spieleentwicklung kennenlernen wollen
- Animatoren und Illustratoren mit Interesse an Spielen, die konzeptionelle Grundlagen erwerben möchten
- Personen mit allgemeinem Interesse an Film, Fernsehen und Animationsmedien, die die Spielebranche als Berufsfeld entdecken möchten
Für die Teilnahme an dieser Masterclass werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 vorausgesetzt, da die Hauptkommunikation und Betreuung auf Deutsch erfolgt. Da die Kursinhalte ursprünglich vom California Institute of the Arts in englischer Sprache entwickelt wurden, sind grundlegende Englischkenntnisse empfehlenswert, um die Originalmaterialien vollständig erschließen zu können. Vorkenntnisse in Spieleentwicklung, Programmierung oder Grafikdesign sind nicht zwingend erforderlich, jedoch hilfreich. Eine aufgeschlossene, kreative Haltung und die Bereitschaft, an eigenen Projekten zu arbeiten, sind wichtige Voraussetzungen für den Kurs.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet Online-Lernphasen mit begleiteter Betreuung. Die Kursinhalte werden über die Plattform Coursera bereitgestellt, die von einer der weltweit führenden Online-Lernplattformen betrieben wird. Lernvideos, interaktive Aufgaben und kreative Projektarbeiten bilden den Kern des Lernprozesses. Feedback-Schleifen ermöglichen es den Teilnehmenden, eigene Konzeptarbeiten iterativ zu verbessern. Der Kurs läuft in Vollzeit, was eine intensive und fokussierte Auseinandersetzung mit den Kursinhalten ermöglicht.
Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Kursdauer variiert je nach Bildungsträger. Da die Inhalte modular aufgebaut sind, ist der Kurs gut mit weiterführenden Spezialisierungen in Spieleprogrammierung, 3D-Modellierung oder Spieleanimation kombinierbar. Teilnehmende sollten ausreichend Zeit für die kreative Projektarbeit einplanen, die einen wesentlichen Teil des Lernerfolgs ausmacht.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein externes Zertifikat der Plattform Coursera zu erwerben, das international anerkannt ist und auf dem Profil bei LinkedIn oder in Bewerbungsunterlagen angegeben werden kann. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, jedoch um einen aussagekräftigen Kompetenznachweis für die Kreativbranche.
Nutzen & Perspektiven
Die Spielebranche gehört zu den am stärksten wachsenden Kreativindustrien weltweit. Qualifizierte Game Designer sind gefragt — nicht nur in klassischen Spielestudios, sondern auch in der Werbebranche, im E-Learning-Bereich, in Virtual-Reality-Unternehmen und in der interaktiven Medienproduktion. Wer mit einem strukturierten Fundament in das Feld einsteigt, hat deutlich bessere Chancen, in Bewerbungsprozessen zu überzeugen und erste Projekte erfolgreich abzuliefern. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über den Bildungsgutschein der Arbeitsagentur oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung bei der zuständigen Behörde ist empfehlenswert. Das im Kurs entstehende Portfolio-Material ist ein direkter beruflicher Mehrwert: Wer ein durchdachtes Game-Design-Dokument vorlegen kann, zeigt potenziellen Arbeitgebern und Studios, dass konzeptionelle Arbeit professionell beherrscht wird. In Kombination mit technischen Folge-Qualifikationen entsteht so ein Profil, das auf dem Arbeitsmarkt für Spieleentwicklung und digitale Kreativberufe deutlich heraustritt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich vorher Erfahrung in Spieleentwicklung haben?
Nein, der Kurs ist explizit für Einsteiger und Personen mit ersten Grundkenntnissen konzipiert. Technische Vorkenntnisse in Programmierung oder Grafikdesign sind nicht erforderlich, aber eine kreative und technikaffine Grundhaltung ist hilfreich.
Wer hat die Kursinhalte entwickelt?
Die Kursinhalte wurden vom California Institute of the Arts erstellt, einer renommierten amerikanischen Kunsthochschule. Die Weiterbildung wird in Kooperation mit Coursera angeboten, einer der weltweit führenden Online-Lernplattformen.
Welche Zertifikate erhalte ich?
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein externes Zertifikat von Coursera zu erwerben, das international anerkannt ist und für Bewerbungen genutzt werden kann.
Wie wird der Kurs finanziert?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs über den Bildungsgutschein der Arbeitsagentur förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können infrage kommen. Eine Beratung bei der zuständigen Behörde wird empfohlen.
Welche Sprachkenntnisse sind erforderlich?
Gute Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sind Voraussetzung, da die Betreuung auf Deutsch stattfindet. Grundlegende Englischkenntnisse sind empfehlenswert, da Teile der Originalinhalte vom California Institute of the Arts auf Englisch verfasst sind.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien240 Stellen
- Medienproduktion (grundständig)59 Stellen
- Gamedesigner/Gamedesignerin (Ausbildung)14 Stellen