Überblick
Die Digitalisierung hat das Textil- und Verpackungsdesign grundlegend verändert. Wo früher Muster auf Papier gezeichnet und auf Stoffe übertragen wurden, entstehen heute digitale Oberflächen direkt am Bildschirm — wiederholbar, skalierbar und sofort für 3D-Visualisierungen verwendbar. Photoshop ist in dieser Arbeitswelt das unverzichtbare Standardwerkzeug für Textildesigner, Modedesigner und Verpackungsgestalter. Diese Weiterbildung vermittelt gezielt jene Photoshop-Techniken, die in diesen Berufsfeldern täglich gebraucht werden: das Erstellen von nahtlosen Rapportmustern, die Entwicklung UV-MAP-basierter Texturen und Oberflächen-Struktur-Maps sowie die professionelle 3D-Präsentation von Objekten in Sketchfab. Die Teilnehmenden verlassen den Kurs mit einem erweiterten digitalen Werkzeugkasten, der sie für Kundenprojekte, Produktentwicklung und Designpräsentationen direkt qualifiziert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen digitaler Texturarbeit in Photoshop: Die Weiterbildung beginnt mit einer Auffrischung und Vertiefung der Photoshop-Arbeitsumgebung speziell unter dem Aspekt der Textur- und Musterarbeit. Die Teilnehmenden lernen, wie Arbeitsdateien für die Texturproduktion optimal eingerichtet werden.
- Photoshop-Arbeitsoberfläche für Textildesign konfigurieren
- Auflösung, Farbprofile und Dokumenteneinstellungen für Print und Digital
- Ebenenverwaltung für komplexe Musterdateien
- Pinsel, Stempel und Filter im Kontext der Texturarbeit
- Smarte Objekte und Verlinkungen für effiziente Arbeitsabläufe
- Unterschiede zwischen rasterbasierter und vektorbasierter Texturarbeit
Modul 2 — Rapporte und Seamless Patterns: Der zentrale Themenblock im ersten Teil der Weiterbildung behandelt die Erstellung von Rapportmustern — dem Fundament jeder textilen Mustergestaltung. Die Teilnehmenden erarbeiten von der einfachen Grundform bis zum komplexen geometrischen Rapport alle relevanten Techniken.
- Was ist ein Rapport? Grundprinzip der Musterkachelung
- Einfachen Rapport anlegen und als Muster speichern
- Versetzte und diagonale Rapporte konstruieren
- Seamless-Technik: Kanten nahtlos aneinanderfügen
- Photoshop-Musterüberlagerungen und Musterstempel
- Rapporte für verschiedene Materialien (Stoff, Tapete, Verpackungsfolie) anpassen
Modul 3 — UV-Maps und Oberflächen-Struktur-Maps: Das dritte Modul führt in die Grundlagen der 3D-Texturierung ein und erklärt, wie Photoshop-Grafiken auf dreidimensionale Objekte projiziert werden. Dieses Wissen ist sowohl für die Produktvisualisierung als auch für die professionelle Designkommunikation unerlässlich.
- Was ist eine UV-Map? Grundprinzip der Texturprojektion auf 3D-Objekte
- UV-MAP-basierte Texturen in Photoshop erstellen und exportieren
- Normal Maps und Bump Maps für Oberflächenstruktureffekte erstellen
- Displacement Maps für plastische Materialwirkungen entwickeln
- Textur-Channels und Farbkanäle für verschiedene Material-Eigenschaften
- Qualitätssicherung: Textur auf Nahtlosigkeit und UV-Distorsion prüfen
Praxis-Block — 3D-Präsentation mit Sketchfab: Im Praxisblock kombinieren die Teilnehmenden alle zuvor erlernten Techniken und bereiten vollständige 3D-Designpräsentationen vor, die im Berufsalltag direkt einsetzbar sind.
- Sketchfab-Konto einrichten und Benutzeroberfläche kennenlernen
- 3D-Objekte (OBJ, FBX, GLTF) in Sketchfab hochladen
- Texturen und UV-Maps im Sketchfab-Materialeditor zuweisen
- Beleuchtungseinstellungen für eine professionelle Produktdarstellung
- Oberflächen-Struktur-Maps in Sketchfab aktivieren und justieren
- Umgebungsbeleuchtung und HDR-Lichtmaps konfigurieren
- Kameraposition und Animationen für Produktpräsentationen einrichten
- Veröffentlichungsoptionen und Datenschutzeinstellungen in Sketchfab
- Entwürfe für verschiedene Materialien präsentieren (Stoff, Leder, Kartonage)
- Workflow-Dokumentation: Designdateien und Texturpakete strukturieren
- Übergabe an Hersteller und Kunden: Dateiformate und Exportstandards
- Abschlussprojekt: vollständige Designpräsentation in Sketchfab mit eigenen Texturen
Im abschließenden Projektabschnitt entwickeln die Teilnehmenden ein eigenes Designprojekt — vom Rapport über die UV-Textur bis zur fertig beleuchteten Sketchfab-Präsentation. Dieses Portfolio-Stück belegt die erlernten Kompetenzen auf professionelle Weise und ist unmittelbar in Bewerbungsunterlagen einsetzbar.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen nachweisen.
- Nahtlose Rapportmuster (Tileable / Seamless Patterns) in Photoshop erstellen und variieren
- Das Prinzip der UV-Map erklären und UV-MAP-basierte Texturen für 3D-Objekte anfertigen
- Oberflächen-Struktur-Maps (Bump Maps, Normal Maps) für realistische 3D-Darstellungen erzeugen
- Muster und Texturen für spezifische Oberflächen (Stoffe, Kartonagen, Kunststoffe) anpassen
- 3D-Objekte in Sketchfab hochladen, konfigurieren und professionell präsentieren
- Materialeigenschaften in Sketchfab einstellen und beleuchten
- Texturqualität und Auflösung für digitale und druckfertige Ausgabe optimieren
- Farbprofile und Farbraum-Management für verschiedene Ausgabemedien anwenden
- Digitale Musterbücher und Präsentationsdateien für Kundenpräsentationen aufbereiten
- Typische Workflow-Schritte vom Entwurf bis zur digitalen Produktvisualisierung beschreiben
- Vorgaben aus Designbriefings in konkrete Photoshop-Arbeitsdateien übersetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Designerinnen und Designer, die bereits mit Photoshop arbeiten und ihre Kenntnisse gezielt auf das digitale Textil-, Mode- und Verpackungsdesign ausweiten möchten. Branchenprofis aus verwandten Bereichen sind ebenfalls willkommen.
- Textil- und Modedesignerinnen und -designer mit digitalem Schwerpunkt
- Verpackungsdesignerinnen und -designer in der Konsumgüterindustrie
- Grafiker für Print und Web, die in die Produktvisualisierung einsteigen
- Industriedesignerinnen und -designer mit Interesse an digitaler Texturierung
- Profifotografinnen und -fotografen, die Retuschen für Textil- und Produktszenarien erstellen
Grundkenntnisse in der Anwendung von Photoshop sind erforderlich — die Teilnehmenden sollten mit der Benutzeroberfläche, Ebenen und grundlegenden Werkzeugen vertraut sein. Darüber hinaus wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium im Bereich Mode-, Textil- oder Verpackungsdesign, Mediengestaltung oder einem verwandten Designfachgebiet vorausgesetzt. Gute Deutschkenntnisse werden erwartet; grundlegende Englischkenntnisse sind hilfreich für die Arbeit mit englischsprachigen Tools wie Sketchfab.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird als Combined Learning durchgeführt und verbindet Präsenzunterricht mit Online-Lernphasen. Der Unterricht ist projektgetrieben: Die Teilnehmenden arbeiten kontinuierlich an eigenen Designprojekten und setzen die Kursinhalte unmittelbar in gestalterische Praxis um. Feedbackrunden und gegenseitige Präsentationen fördern den Designdialog im Kurs. Lehrende bringen reale Branchen-Anforderungen aus dem Textil- und Verpackungsmarkt in den Unterricht ein.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitmaßnahme angelegt und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Diese Dauer ermöglicht sowohl die gründliche Erarbeitung der Texturierungs- und Rapporttechniken als auch ausreichend Zeit für Iteration und Verfeinerung des Abschlussprojekts. Genaue Termine und Kursdaten entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Anbieter.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Es handelt sich um einen trägerinternen Abschluss, kein staatlich anerkanntes Examen. Für Bewerbungen in Designagenturen, bei Textilherstellern und Verpackungsunternehmen ist das Zertifikat in Kombination mit dem im Kurs entwickelten Portfolio ein wirkungsvoller Nachweis.
Nutzen & Perspektiven
Digitale Textilien und parametrische Verpackungsvisualisierungen sind im Produktentwicklungsprozess heute unverzichtbar. Kunden und Einkäufer erwarten fotorealistische 3D-Darstellungen noch vor dem ersten Prototypen — wer diese Darstellungen selbst erstellen kann, ist in Agenturen, Designstudios und Inhouse-Designteams klar im Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die für 3D-Visualisierungen externe Dienstleister beauftragen müssen. Die Kombination aus Photoshop-Texturarbeit und Sketchfab-Präsentation ist in der Modebranche besonders wertvoll: Kollektionen können digital präsentiert, Musteränderungen in Minuten simuliert und Kunden weltweit über einen Sketchfab-Link eine interaktive 3D-Vorschau zur Verfügung gestellt werden. Dieses Wissen reduziert Produktionskosten und verkürzt Freigabeprozesse erheblich. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung beim zuständigen Leistungsträger klärt, welche Förderung konkret greift.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Rapportmuster und warum sind sie im Textildesign wichtig?
Ein Rapport ist ein Musterausschnitt, der sich nahtlos wiederholt und so beliebig große Flächen — Stoffe, Tapeten, Verpackungsfolien — lückenlos bedeckt. In Photoshop werden Rapporte als nahtlose Kacheln (Tileable/Seamless) erstellt. Sie sind die Grundlage jedes textilendesigns und unverzichtbar für die digitale Musterkommunikation zwischen Designer und Hersteller.
Was ist eine UV-Map und wozu brauche ich sie?
Eine UV-Map ist eine Art Abwicklung eines 3D-Objekts in die 2D-Fläche. Sie beschreibt, wie eine Textur auf ein dreidimensionales Objekt projiziert wird. Indem Sie UV-MAP-konforme Texturen in Photoshop erstellen, stellen Sie sicher, dass Muster und Strukturen auf dem 3D-Objekt genau dort erscheinen, wo sie hingehören — ohne Verzerrungen oder Nahtfehler.
Muss ich Sketchfab schon kennen?
Nein, Sketchfab wird im Kurs von Grund auf eingeführt. Die Teilnehmenden lernen, wie Konten eingerichtet, 3D-Objekte hochgeladen und Materialien mit den selbst erstellten Texturen belegt werden. Am Ende können sie professionelle interaktive 3D-Präsentationen für Kunden und Einkäufer erstellen.
Für welche Berufe ist dieser Kurs besonders geeignet?
Der Kurs ist besonders wertvoll für Textildesigner, Modedesigner und Verpackungsdesigner, die ihre digitalen Kompetenzen ausbauen möchten. Auch Grafikdesigner aus Print und Web, die in die Produktvisualisierung einsteigen, und Industriedesigner mit Interesse an digitaler Texturierung profitieren stark vom Kursinhalt.
Ist die Weiterbildung förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere Förderwege sind das Qualifizierungschancengesetz sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder der Berufsförderung der Bundeswehr. Eine Beratung beim zuständigen Leistungsträger klärt die individuelle Möglichkeit.
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- Design (grundständig)166 Stellen
- Staatlich geprüfter Gestalter/Staatlich geprüfte Gestalterin Fachrichtung Produktdesign/Bachelor Professional in Gestaltung13 Stellen
- Textildesign (grundständig)11 Stellen
- Helfer/Helferin für Druck10 Stellen
- Textildesigner/in7 Stellen