Überblick
Product Owner, die Produktentscheidungen mit Datenbasis treffen wollen, brauchen mehr als ein Google-Analytics-Konto. Sie brauchen ein Verständnis der gesamten Tracking-Toolchain: von qualitativen Werkzeugen, die zeigen, wie Nutzerinnen sich auf einer Seite bewegen, über quantitative Web-Analytics bis hin zu Dashboards, die Produktdaten für Stakeholder aufbereiten. Dieser Kurs deckt genau diese Toolchain ab – von Hotjar über Google Analytics 4, Event-Tracking, Funnel-Analysen und Kohortenbericht-Arbeit bis hin zu Looker-Studio-Dashboards. Ergänzend kommen Amplitude als Produkt-Analytics-Werkzeug sowie KI-Tools für die Auswertung von Analytics-Daten hinzu. Der Kurs ist hands-on konzipiert: Teilnehmende arbeiten direkt in den Tools mit realen Datensätzen, nicht mit Beispiel-Screenshots.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Tracking-Grundlagen für Product Owner Bevor die Tools in den Vordergrund treten, klärt dieser Einstiegsblock die strategische Frage: Was soll Tracking leisten, und wie entscheidet man als Product Owner, welche Daten wirklich relevant sind? Viele Tracking-Setups leiden darunter, dass Events und KPIs nicht aus echten Produktfragen abgeleitet werden, sondern nach dem „Das könnte mal nützlich sein"-Prinzip entstehen. Dieser Baustein gibt eine strukturierte Grundlage für eine bessere Tracking-Strategie.
- Tracking-Ziele: Was misst ein Product Owner, und warum?
- Überblick der Toollandschaft: qualitative versus quantitative Analytics
- KPI-Framework: von Produktzielen zu messbaren Metriken
- Datenschichtenarchitektur: wie Rohdaten zu Reports werden
- DSGVO-Grundlagen für Tracking: Consent-Strategien und rechtliche Anforderungen
- Tracking-Priorisierung: welche Events zuerst implementieren?
Modul 2: Hotjar und qualitative Analytics Hotjar ergänzt Google Analytics in einem entscheidenden Punkt: Während GA4 zeigt, dass Nutzer auf einer bestimmten Seite abspringen, zeigt Hotjar, wo sie vorher hingeschaut haben und welche Elemente sie verwirrt haben. Session Recordings, Heatmaps und Feedback-Widgets liefern qualitative Einblicke, die rein quantitative Daten nicht geben können. Product Owner können mit diesen Erkenntnissen konkreter begründen, warum bestimmte UI-Änderungen höher priorisiert werden sollten.
- Hotjar einrichten: Tracking-Code, Datenschutz-Modus, Sampling
- Heatmaps lesen und auf UX-Probleme interpretieren
- Session Recordings: Filter, Segmentierung und Auswertungsworkflow
- Feedback-Widgets: NPS, On-Page-Umfragen und offene Eingaben
- Erkenntnisse aus Hotjar in User-Story-Arbeit überführen
- Hotjar-Daten mit GA4-Zahlen korrelieren
Modul 3: Google Analytics 4 – Einrichtung, Konfiguration und Auswertung Google Analytics 4 unterscheidet sich fundamental von Universal Analytics: Das Datenmodell basiert ausschließlich auf Events, es gibt kein Session-basiertes Pageview-Konzept mehr. Dieser Block baut GA4-Kenntnisse von Grund auf auf – von der Einrichtung der Property über die Definition eigener Events bis zur Interpretation von Standardreports. Besonderes Gewicht liegt auf den Einstellungen, die für Product Owner relevant sind: Conversions, User Properties und die Verknüpfung mit anderen Google-Diensten.
- GA4-Datenmodell: Events, Parameters, User Properties
- GA4-Property einrichten und konfigurieren
- Standard-Event-Tracking und Custom Events definieren
- Conversions in GA4 markieren und überwachen
- Acquisition-, Engagement- und Retention-Reports lesen
- Debug View für die Implementierungsprüfung nutzen
Modul 4: Event-Tracking, KPIs und Funnel-Analysen Tracking entfaltet seinen vollen Wert erst, wenn Events systematisch definiert und Funnel-Analysen regelmäßig ausgewertet werden. Dieser Block zeigt, wie Product Owner KPIs in GA4 abbilden, Funnel-Abbrüche lokalisieren und Kohortenanalysen für die Retentionoptimierung nutzen. Die Verbindung zwischen Analytics-Daten und konkreten Produktentscheidungen steht im Mittelpunkt.
- Event-Taxonomien entwerfen und dokumentieren
- KPIs als Conversions in GA4 implementieren
- Funnel-Exploration in GA4: Schritte definieren, Absprünge analysieren
- Kohortenberichte: Retention-Kurven lesen und Hypothesen ableiten
- Pfadanalysen: welche User Journeys führen zum Ziel?
- Segmentierung: Zielgruppen in GA4 definieren und vergleichen
Modul 5: Looker Studio – Dashboards aus Analytics-Daten Rohdaten aus GA4 in entscheidungsrelevante Stakeholder-Dashboards zu überführen, ist eine eigenständige Kompetenz. Looker Studio (ehemals Google Data Studio) ermöglicht es, mehrere Datenquellen in einem visuellen Dashboard zusammenzuführen, automatisch zu aktualisieren und mit Stakeholdern zu teilen. Dieser Block konzentriert sich auf typische Product-Owner-Dashboards: Acquisition-Übersicht, Conversion-Monitor und Retention-Tracking.
- Looker Studio: Datenquellen verbinden (GA4, Sheets, andere)
- Report-Elemente: Tabellen, Zeitreihen, Scorecards und Geo-Charts
- Filter und Datumsbereiche als interaktive Steuerelemente
- Dashboard-Design für Stakeholder-Kommunikation
- Automatischer Datenaktualisierungszyklus und Freigabeoptionen
- Typische Product-Owner-Dashboards: Acquisition, Conversions, Retention
Modul 6: Amplitude und weitere Produkt-Analytics-Tools Amplitude ist ein dediziertes Produkt-Analytics-Werkzeug, das für die Analyse digitaler Produkte gebaut ist und gegenüber GA4 in bestimmten Bereichen – insbesondere Behavioral Analytics und Feature Adoption – klare Vorteile hat. Dieser Block erklärt, wann Amplitude die bessere Wahl gegenüber GA4 ist, wie der Einstieg aussieht und welche anderen Produkt-Analytics-Tools im Markt relevant sind.
- Amplitude versus GA4: Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Entscheidungskriterien
- Kernfeatures von Amplitude: Funnels, Cohorts, Retention, Behavioral Graphs
- Feature-Adoption-Analysen in Amplitude
- Überblick weiterer Tools: Mixpanel, PostHog, FullStory
- Integrationsmöglichkeiten: Amplitude mit anderen Tools kombinieren
Modul 7: KI-Tools für Analytics-Auswertung und Datenschutz-Compliance KI-Tools wie ChatGPT oder Claude lassen sich einsetzen, um große GA4-Datenexporte schneller zu interpretieren, Hypothesen zu formulieren oder Auswertungen zu strukturieren. Dieser Block zeigt konkrete Workflows, wie KI-Assistenten in die Analytics-Arbeit integriert werden. Das abschließende Datenschutz-Kapitel stellt sicher, dass Tracking-Setups nicht nur performant, sondern auch DSGVO-konform sind.
- KI-Prompts für GA4-Dateninterpretation: strukturierte Auswertungsworkflows
- Exportformate aus GA4 und Looker Studio für KI-Analyse aufbereiten
- Datenschutz beim Tracking: IP-Anonymisierung, Cookie-Consent-Banner, Datenaufbewahrungsfristen
- DSGVO-konforme Konfiguration in GA4 und Hotjar
- Interne Compliance-Dokumentation für Tracking-Setups
Praxis-Block: Hands-on mit realen Datensätzen
- GA4-Property für ein Beispielprodukt von Grund auf einrichten
- Custom Events und KPIs für eine typische E-Commerce- oder SaaS-Funnel-Struktur definieren
- Heatmap und Session-Recording in Hotjar auswerten und Erkenntnisse dokumentieren
- Funnel-Abbruchanalyse in GA4 durchführen und drei Optimierungsmaßnahmen ableiten
- Kohortenanalyse in GA4: Retention-Kurve eines Produkts über vier Wochen beobachten
- Looker-Studio-Dashboard mit GA4-Daten für ein hypothetisches Sprint-Review bauen
- Amplitude-Funnel für Feature Adoption aufsetzen und Ergebnis interpretieren
- KI-Tool nutzen, um einen GA4-Datenexport in eine Entscheidungsvorlage umzuwandeln
- DSGVO-Audit: vorhandenes Tracking-Setup auf Datenschutzmängel prüfen
- Tracking-Erkenntnisse als User Story oder Priorisierungsentscheidung formulieren
Dieses Hands-on-Modul stellt sicher, dass Teilnehmende alle gelernten Tools eigenständig bedienen und Ergebnisse direkt in Produktentscheidungen überführen können.
Lernziele:
- Hotjar für qualitative Nutzerforschung einrichten und Heatmaps, Session Recordings und Feedback-Widgets auswerten
- Google Analytics 4 konfigurieren, Events definieren und Reports für Produktentscheidungen erstellen
- KPIs für Produkte in Google Analytics 4 definieren, implementieren und monitoren
- Funnel-Analysen und Kohortenberichte in GA4 interpretieren und für Backlog-Priorisierung nutzen
- Looker Studio-Dashboards aus GA4-Daten und anderen Quellen aufbauen
- Amplitude als Produkt-Analytics-Tool kennen und von Google Analytics abgrenzen
- KI-Tools für die Interpretation und Beschleunigung von Analytics-Auswertungen einsetzen
- Datenschutz- und Compliance-Anforderungen beim Tracking umsetzen (DSGVO, Cookie-Consent)
- Tracking-Erkenntnisse in Product-Owner-Entscheidungen und Stakeholder-Kommunikation überführen
- Tracking-Strategie für ein digitales Produkt eigenständig entwickeln und priorisieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Seminar ist auf Product Owner und verwandte Rollen zugeschnitten, die Analytics-Kompetenz systematisch aufbauen oder vertiefen möchten.
- Product Owner und Product Manager, die ihre Datenkompetenz ausbauen möchten
- UX-Researchers, die qualitative Erkenntnisse mit quantitativen Daten kombinieren wollen
- Web-Analysten, die GA4-Kenntnisse vertiefen oder auf Looker Studio ausweiten möchten
- Business Analysten mit Interesse an Produkt-Analytics
- Arbeitssuchende und Quereinsteiger mit Interesse an Product Management oder Data-Rollen
Grundkenntnisse digitaler Tools werden vorausgesetzt, ebenso Deutsch auf Niveau B2 und ein Interesse an Product-Management- oder Product-Owner-Rollen. Tiefe Vorkenntnisse in Google Analytics oder anderen Tracking-Tools sind nicht erforderlich; der Kurs baut das Tracking-Verständnis strukturiert von Grund auf auf.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Format eines virtuellen Klassenzimmers statt – synchroner Live-Unterricht in einer Online-Lernumgebung. Teilnehmende arbeiten direkt in Hotjar, Google Analytics 4, Looker Studio und Amplitude; kein Tool-Einsatz bleibt rein theoretisch. KI-Tools für die Datenauswertung werden in den Unterrichtsablauf integriert. Übungen mit realen oder realistischen Datensätzen bilden den Kern der Veranstaltung.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten und wird hauptsächlich in Vollzeit, teilweise auch in Teilzeit angeboten. Der Umfang erlaubt eine systematische Durcharbeitung der gesamten Toolchain ohne oberflächliches Durchhuschen.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat des Bildungsträgers mit dem Titel „Product Owner Tracking von Hotjar bis Google Analytics". Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat, kein Herstellerzertifikat von Google oder Hotjar. Das Zertifikat dokumentiert die abgeschlossene Weiterbildung und die nachgewiesenen Kompetenzen im Bereich Tracking und Analytics für Product Owner.
Nutzen & Perspektiven
Datengetriebenes Produktmanagement ist kein Buzzword, sondern eine handfeste Anforderung: Wer als Product Owner in Sprint Reviews oder Priorisierungsdiskussionen keine Zahlen zur Hand hat, kämpft mit Meinungen statt mit Evidenz. Dieser Kurs gibt die Kompetenz, Analytics-Daten selbst zu erheben, zu interpretieren und in Entscheidungsvorlagen zu überführen – ohne auf Data-Analyst-Support angewiesen zu sein. Die Abdeckung von Hotjar und GA4 in einem Kurs ist kein Zufall, sondern Methode: Qualitative und quantitative Daten erzählen zusammen eine andere Geschichte als jede Quelle für sich. Hotjar zeigt, wo Nutzerinnen hängenbleiben; GA4 zeigt, wie viele es sind und welche Konsequenz das für die Conversion-Rate hat. Wer beide Quellen kombiniert, stellt fundiertere Hypothesen auf und priorisiert überzeugender. Der Einbau von KI-Tools in die Analytics-Arbeit ist ein konkreter Effizienzgewinn: Große Datenexporte, die früher Stunden Interpretationsarbeit erforderten, lassen sich mit den richtigen Prompts in Minuten zu Entscheidungsvorlagen verdichten. Das bedeutet nicht, dass Tracking-Kompetenz überflüssig wird – im Gegenteil, man braucht das Verständnis, um KI-Interpretationen kritisch zu prüfen. Aber die Kombination aus solider Analytics-Grundlage und KI-Tooling ist produktiver als jede der beiden Komponenten allein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Google Analytics 4 und Universal Analytics?
Google Analytics 4 basiert komplett auf einem Event-Datenmodell; das klassische Session- und Pageview-Konzept von Universal Analytics (das 2023 abgeschaltet wurde) existiert dort nicht mehr. GA4 bietet mächtigere Explorations-Tools für Funnel- und Kohortenanalysen, erfordert aber eine neue Denkweise bei der Implementierung und Auswertung.
Wozu brauche ich Hotjar, wenn ich GA4 habe?
GA4 liefert quantitative Daten: wie viele Nutzer, wie lange, wohin. Hotjar liefert qualitative Daten: was Nutzerinnen konkret getan haben, wo sie scrollten, was sie klickten, was sie im Feedback-Widget geschrieben haben. Die Kombination aus beiden Quellen erlaubt substanziell bessere UX-Hypothesen als jedes Tool allein.
Muss ich programmieren können, um Events in GA4 zu tracken?
Für die Auswertung und Interpretation von GA4-Daten werden keine Programmierkenntnisse benötigt. Für die Implementierung eigener Custom Events sind je nach Setup entweder Programmierkenntnisse oder Kenntnisse in Google Tag Manager erforderlich. Der Kurs fokussiert auf die Product-Owner-Perspektive, also primär auf Konfiguration, Auswertung und Entscheidungsableitung.
Was ist Looker Studio und wie unterscheidet es sich von GA4-Reports?
Looker Studio (früher Google Data Studio) ist ein eigenständiges Dashboard-Tool, das mehrere Datenquellen – GA4, Google Sheets, Datenbanken – in einem visuellen Report zusammenführt. GA4-Reports sind fest vordefiniert oder als Explorations-Views gebaut; Looker Studio bietet mehr gestalterische Freiheit und eignet sich besser für Stakeholder-Präsentationen und automatisch aktualisierte Dashboards.
Wie integriere ich KI-Tools sinnvoll in die Analytics-Arbeit?
Typischer Workflow: GA4-Daten in ein Export-Format (z. B. CSV oder Looker-Studio-Screenshot) bringen und in ein KI-Tool wie ChatGPT oder Claude laden, verbunden mit einem strukturierten Prompt, der nach Mustern, Anomalien oder Optimierungshypothesen fragt. Der Kurs zeigt konkrete Prompt-Strukturen, die konsistent verwertbare Auswertungen liefern.
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