Überblick
Video ist das dominante Content-Format im Online Marketing. Professionelle Videoproduktionen sind nicht mehr nur Aufgabe großer Agenturen — Unternehmen jeder Größe produzieren Erklärvideos, Social-Media-Clips, Werbefilme und Tutorials intern. Wer diese Produktionen leitet, braucht mehr als kreatives Gespür: Es braucht das handwerkliche Wissen über Videobearbeitung und -schnitt, Kenntnisse in Compositing und visuellen Effekten sowie die organisatorische Kompetenz, parallele Projekte im Marketing-Kontext zu koordinieren. Diese Weiterbildung vermittelt all das in einem integrierten Programm, das Videohandwerk, After-Effects-Kompetenz und digitales Projektmanagement mit MS Project zusammenführt.
Kursinhalte & Lernziele
Videobearbeitung und Videoschnitt: Grundlagen und Techniken Der erste Modulbereich erschließt das technische und handwerkliche Fundament der Videobearbeitung. Teilnehmende lernen, mit gängigen Schnittwerkzeugen umzugehen und Videomaterial so zu bearbeiten, dass es den Anforderungen des Online Marketings gerecht wird — von Social-Media-Clips bis zu längeren Erklärvideoproduktionen.
- Videoschnitt-Grundbegriffe: Schnittrhythmus, Cut, Cross-Cut, Match Cut
- Import, Organisation und Verwaltung von Rohmaterial in der Timeline
- Audio-Bearbeitung: Pegel anpassen, Hintergrundgeräusche reduzieren, Musik unterlegen
- Übergänge und Effekte gezielt und sparsam einsetzen
- Farbkorrektur: Weißabgleich, Belichtung, Kontrast
- Exporteinstellungen für YouTube, Instagram, TikTok und LinkedIn
Videobearbeitung mit After Effects Adobe After Effects ist das Standardwerkzeug für Motion Graphics und Compositing im professionellen Videomarketing. Dieser Modulblock führt von der Benutzeroberfläche bis zu projektrelevanten Effekten und erklärt, wie After Effects in eine typische Marketing-Video-Produktion integriert wird.
- After-Effects-Oberfläche: Compositions, Timeline, Ebenen
- Keyframe-Animation: Bewegungspfade, Opacity, Skalierung
- Text-Animationen und Titelsequenzen für Marketing-Videos
- Motion-Graphics-Templates anpassen und erweitern
- Compositing: Greenscreen-Keying, Masken, Blending-Modi
- Render-Einstellungen und Export für Online-Plattformen
Projektmanagement mit MS Project im Produktionskontext Videoproduktionen im Marketing sind echte Projekte mit Deadlines, mehreren Beteiligten und begrenztem Budget. Dieser Modulblock vermittelt das Werkzeug MS Project als organisatorische Klammer für den gesamten Produktionsprozess — von der Konzeptphase bis zur Veröffentlichung.
- MS Project Oberfläche: Gantt-Diagramm, Task-Listen, Ressourcenansicht
- Projektstruktur für eine Videoproduktion anlegen
- Meilensteine und Abhängigkeiten zwischen Produktionsschritten definieren
- Ressourcen zuweisen: Kamerateam, Cutter, Motion-Designer, Auftraggeber
- Budgetverfolgung und Kostenübersicht in MS Project
- Fortschritt nachverfolgen und bei Verzögerungen Maßnahmen ableiten
Videoproduktion im Online Marketing: Strategie und Koordination Der vierte Block verbindet das technische Wissen mit dem marketingstrategischen Kontext. Welche Videoformate funktionieren auf welchen Plattformen, und wie koordiniert eine Projektleitung die Zusammenarbeit zwischen kreativen Fachkräften, Kunden und Technik?
- Videoformate im Online Marketing: Erklärvideo, Testimonial, Produkt-Demo, Story-Format
- Plattform-spezifische Anforderungen: YouTube, Instagram Reels, TikTok, LinkedIn
- Briefing und Konzeptphase professionell strukturieren
- Kommunikation mit Kunden und Auftraggebern während der Produktion
- Feedback-Schleifen und Review-Prozesse im Video-Workflow
- Qualitätssicherung: technische Standards und kreative Anforderungen vereinen
Praxisblock: Videoproduktionen planen und leiten Der Praxisblock trainiert typische Situationen der Projektleitung im Video-Marketing anhand realistischer Aufgaben und Szenarien.
- Produktionsplan für ein Social-Media-Video von Konzept bis Veröffentlichung erstellen
- Rohschnitt für ein zweiminütiges Erklärvideo in der Timeline strukturieren
- After-Effects-Komposition mit animierter Titelsequenz aufbauen
- Exporteinstellungen für drei verschiedene Plattformen konfigurieren
- Ressourcenplan für eine mehrtägige Videoproduktion in MS Project anlegen
- Projektverzögerung analysieren und Zeitplan in MS Project anpassen
- Kunden-Briefing aus einer Beschreibung in eine Produktionsstruktur übersetzen
- Farbkorrektur an einem Rohclip durchführen und vergleichen
- Motion-Graphics-Template für ein wiederkehrendes Videoformat anpassen
- Plattform-Checkliste für YouTube- und Instagram-Release zusammenstellen
- Nachproduktionsworkflow zwischen Cutter und Motion Designer organisieren
- Abschlusspräsentation: fertige Videoproduktion und Projektdokumentation vorstellen
Die Übungen sind so gestaltet, dass Teilnehmende am Ende des Kurses eine kleine eigene Videoproduktion als Referenzstück vorweisen können — technisch und organisatorisch dokumentiert. Abschließend reflektieren Teilnehmende ihren eigenen Workflow und identifizieren, in welchen Bereichen (Technik, Kreation, Koordination) der nächste Entwicklungsschritt liegt.
Lernziele:
- Grundlagen der Videoproduktion und des professionellen Videoschnitts beschreiben und anwenden
- Videomaterial strukturiert importieren, arrangieren, schneiden und exportieren
- Visuelle Effekte und Compositing-Techniken in After Effects anwenden
- Motion-Graphics-Grundlagen für Marketing-Videos und Social-Media-Formate erstellen
- Farbkorrektur und Color Grading durchführen
- Videoformate, Codecs und Exporteinstellungen für verschiedene Online-Plattformen beherrschen
- Produktionspläne und Projektzeitpläne für Videoprojekte strukturieren
- Ressourcen und Budgets in Videoproduktionsprojekten mit MS Project verwalten
- Projekttermine und Meilensteine digital nachverfolgen
- Videomarketing-Strategie in Bezug auf Plattformen und Formate einordnen
- Kommunikation zwischen kreativen und organisatorischen Stakeholdern professionell gestalten
- Qualitätssicherung im Video-Produktionsprozess verankern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Berufstätige, die im Marketing-Umfeld tätig sind und Videoproduktionen künftig eigenständig leiten wollen. Angesprochen sind insbesondere folgende Gruppen.
- Online-Marketing-Fachkräfte, die Video als eigenständiges Format verstehen und produzieren möchten
- Mediengestalter und Grafikdesigner, die den Videoschnitt und Motion Graphics in ihr Portfolio aufnehmen wollen
- Social-Media-Manager, die bislang Videoproduktionen outsourcen und dies künftig inhouse leiten möchten
- Projektmanager aus Agenturen oder Unternehmen, die Videoprojekte koordinieren und daher das handwerkliche Verständnis benötigen
- Quereinsteiger mit kreativem Interesse und Affinität zu digitalen Tools
Grundlegende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Erste Erfahrungen mit Computer- und Office-Anwendungen sind hilfreich. Vorkenntnisse in Videobearbeitung oder Projektmanagement sind nicht erforderlich — der Kurs startet in beiden Bereichen von den Grundlagen. Kreatives Grundinteresse an visuellen Medien ist von Vorteil, aber kein formales Aufnahmekriterium.
Ablauf & Abschluss
Theoriephasen werden konsequent mit praktischen Übungen am eigenen Rechner verknüpft. Videobearbeitung und After Effects lernt man nur durch Machen — entsprechend sind hands-on Übungen der Kern des Kurses. MS Project wird an realitätsnahen Produktionsplänen trainiert, nicht an abstrakten Beispieldaten. Teilnehmende erhalten Übungsmaterial und Rohmaterial für die praktischen Einheiten. Je nach Anbieter findet der Kurs als Präsenz-, Online- oder Hybrid-Variante statt. Das trägerinterne Zertifikat „Projektleiter für Videobearbeitung und -schnitt im Online Marketing" bestätigt den erfolgreichen Abschluss.
Die Weiterbildung deckt drei thematische Hauptbereiche ab (Videobearbeitung, After Effects, MS Project/Projektleitung), was einen substanziellen Zeitumfang erfordert. Vollzeitvarianten erlauben eine kompakte Durchführung über mehrere Wochen; Teilzeitmodelle ermöglichen berufsbegleitendes Lernen. Die genaue Stundenzahl ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende das Trägerzertifikat „Projektleiter für Videobearbeitung und -schnitt im Online Marketing", das die erworbenen Kompetenzen in Videoproduktion, After Effects und digitalem Projektmanagement dokumentiert. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat; externe Hersteller- oder Verbandszertifizierungen sind nicht Teil dieses Lehrgangs.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach Fachkräften, die Videoproduktionen nicht nur technisch beherrschen, sondern auch eigenständig planen und koordinieren können, wächst kontinuierlich. Unternehmen und Agenturen suchen zunehmend nach Personen, die die Lücke zwischen kreativem Team und Projektsteuerung schließen — ohne für jede Produktion auf externe Projektleiter zurückgreifen zu müssen. Die Kombination aus After-Effects-Kompetenz und MS-Project-Kenntnissen ist dabei besonders wertvoll: Wer weiß, was in der Post-Produktion technisch wie lange dauert, plant realistischer und kommuniziert glaubwürdiger mit dem Kreativteam. Die Projektleitung gewinnt so an Substanz und Akzeptanz — sie basiert auf Fachverständnis, nicht nur auf Koordinationsaufwand. Für Quereinsteiger eröffnet dieser Kurs einen klar definierten Berufseinstieg in ein wachsendes Berufsfeld: Videoproduktion im Marketing wird zunehmend von mittelständischen Unternehmen intern aufgebaut, und die dafür benötigten Fachkräfte sind noch rar. Frühzeitig qualifizierte Bewerber haben hier einen echten Vorsprung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in After Effects oder Videobearbeitung?
Nein. Der Kurs startet in beiden Bereichen von den Grundlagen. Wer noch nie mit einer Videoschnittsoftware oder mit After Effects gearbeitet hat, wird Schritt für Schritt eingeführt. Kreatives Interesse und Bereitschaft, viel am Rechner zu üben, sind hilfreicher als Vorkenntnisse.
Welche Software wird konkret in der Weiterbildung eingesetzt?
Der Kurs arbeitet mit Adobe After Effects für Compositing und Motion Graphics sowie mit MS Project für das Produktions-Projektmanagement. Für den Videoschnitt-Grundlagenteil werden gängige Schnittwerkzeuge eingesetzt; welche Software konkret genutzt wird, ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Ist das Abschlusszertifikat branchenweit anerkannt?
Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat des jeweiligen Bildungsanbieters. Es ist kein Verbands- oder Herstellerzertifikat (z. B. von Adobe). In der Praxis ist aber die nachweisbare Portfolioarbeit — also tatsächlich produzierte Videos — oft wichtiger als ein Zertifikat. Der Kurs ist darauf ausgerichtet, dass Teilnehmende am Ende ein eigenes Referenzstück vorweisen können.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem reinen After-Effects-Kurs?
Dieser Kurs ist breiter angelegt: After Effects ist ein Baustein, aber keine alleinige Komponente. Der Kurs kombiniert Videoschnitt-Grundlagen, After-Effects-Kompetenzen und Projektmanagement-Werkzeuge — mit dem Ziel, Teilnehmende in die Lage zu versetzen, eine komplette Videoproduktion eigenständig zu leiten, nicht nur einzelne Effekte zu erstellen.
Für welche Plattformen werden die Videos in diesem Kurs optimiert?
Der Kurs berücksichtigt die gängigen Online-Marketing-Plattformen: YouTube, Instagram (Reels und Feed), TikTok und LinkedIn. Exporteinstellungen, Seitenverhältnisse und typische Formatanforderungen werden je Plattform behandelt, damit Teilnehmende direkt plattformgerecht produzieren können.
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