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SCL-Programmierung im Siemens TIA Portal – Kurs

Vertiefungskurs zur hochsprachigen SPS-Programmierung mit Structured Control Language im Siemens TIA Portal — für Automatisierungstechniker mit AWL- oder FUP-Grundkenntnissen.

Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:

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Kurzantworten zum Kurs

Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung

Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs findet in Teilzeit oder Vollzeit statt; das genaue Stundenprogramm variiert je nach Anbieter. Detailangaben sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich. Insgesamt umfasst die Qualifizierung intensiven Laboranteil an TIA-Portal-Arbeitsplätzen, der eine solide Übungsgrundlage schafft. Auf dem… Details
Welcher Abschluss ist vorgesehen?
Nach erfolgreichem Abschluss aller Übungseinheiten und Abschlussprojekte erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen SCL-Programmierkenntnisse auf dem Stand des Siemens TIA Portals und kann bei… Details
Welche Voraussetzungen gelten?
Solide Kenntnisse im Umgang mit dem Siemens TIA Portal sind Bedingung. Wer Bausteintypen (FC/FB/DB), die grundlegende Projektstruktur und einfache Netzwerke bereits kennt, kann direkt einsteigen. Kenntnisse in AWL oder FUP aus der Praxis sind hilfreich, aber kein zwingend nachzuweisender… Details

Worum geht es in diesem Kurs?

Structured Control Language (SCL) ist die textbasierte Hochsprache des IEC-61131-3-Standards, die in komplexen Automatisierungsprojekten entscheidende Vorteile gegenüber grafischen Programmiersprachen wie KOP oder FUP bietet. Wer Siemens TIA Portal bereits kennt und nun leistungsfähige Bausteinbibliotheken, indirekte Adressierungsmechanismen und vollständige Schrittketten in Textform beherrschen möchte, findet in diesem Kurs die systematische Vertiefung, die in der täglichen Automatisierungspraxis den Unterschied macht.

Was lernst du in diesem Kurs?

Der erste thematische Schwerpunkt widmet sich der SCL-Sprachsyntax und Programmstruktur. Ausgehend von Variablendeklaration und Datentypkonzepten werden die IEC-61131-3-Konstrukte praxisnah erarbeitet. Kontrollstrukturen wie IF-THEN-ELSIF, CASE-OF, FOR, WHILE und REPEAT werden an konkreten Automatisierungsbeispielen eingeführt.

  • Variablendeklaration: INPUT, OUTPUT, IN_OUT, STATIC, TEMP, CONSTANT
  • Einfache und zusammengesetzte Datentypen (INT, REAL, TIME, STRING, STRUCT, ARRAY)
  • Funktionen (FC) und Funktionsbausteine (FB): Unterschiede, Instanzbildung, Mehrfachinstanziierung
  • Schreib- und leserliche Code-Kommentierung im TIA-Projekt
  • Formale Parameterlisten und Typkompatibilität beim Bausteinaufruf
  • Projekt- und Bibliotheksstruktur im TIA Portal

Das zweite Modul behandelt fortgeschrittene Datentypen und indirekte Adressierung — jene SCL-Merkmale, die Hochsprachen-Programmierung in der SPS erst richtig leistungsfähig machen. Die Teilnehmenden erarbeiten, wie VARIANT und ANY als generische Parameter typsicher eingesetzt werden, und üben die Pointer-Arithmetik an praxisnahen Fallbeispielen.

  • UDT (User Defined Types): Entwurf, Instanziierung, Wiederverwendung
  • ARRAY OF STRUCT und geschachtelte Datentypen
  • Indirekte Adressierung mit Pointer-Typen im TIA Portal
  • VARIANT und TypeOf: generische Bausteine ohne feste Tybbindung
  • ANY-Parameter und deren sichere Verwendung (Längen-Checks, Typprüfung)
  • Zugriff auf DB-Bereiche über indirekte Operatoren

Im dritten Block stehen Schrittketten und sequenzielle Steuerungslogik in SCL im Mittelpunkt. Viele Prozesse lassen sich in Ablaufschritte untergliedern; SCL erlaubt hier eine kompakte, gut testbare Implementierung ohne externen GRAPH-Baustein.

  • Konzept der Zustandsmaschine (State Machine) in SCL
  • Schrittzähler, Schrittbedingungen und Transitionen im FB-Konzept
  • Parallele Zweige und Synchronisation in der Schrittkette
  • Zeitüberwachung und Fehlerreaktion in sequenziellen Abläufen
  • Übergang zu Sicherheitsfunktionen (Plausibilitätschecks zwischen Schritten)
  • Validierung des Steuerungsablaufs mit dem TIA-Online-Monitor

Der Praxisblock verbindet alle gelernten SCL-Konzepte in vollständigen Anwendungsszenarien aus typischen Industriebereichen. Dabei entstehen vollständige Programmieraufgaben, die auf Maschinen aus Transporttechnik, Prozesstechnik und Handhabung ausgerichtet sind.

  • Dosiersteuerung mit Rezeptverwaltung (STRUCT-basierte Rezeptdaten, FB-Instanzen je Kanal)
  • Fahrkurvenberechnung für Servoachsen (REAL-Arithmetik, Rampenprofile)
  • Batchsteuerung mit Schrittkette und analoger Sollwertausgabe
  • Zugriff auf Datenbaustein-Arrays über Schleife (FOR/WHILE)
  • Bausteintest im TIA-Simulator und PLC-Sim Advanced
  • Bibliotheksbausteine paketieren, versionieren und per Drag-and-drop in neue Projekte einbinden
  • Projektübergabe und Dokumentation: Exportformate und Versions-Tags im TIA Portal
  • Online-Diagnose: Watchpoints, Triggerbedingungen, Force-Tabellen
  • Fehlerverfolgung mit Diagnose-Buffer und OB-Alarmbehandlung
  • Strukturiertes Debugging: Schritt-für-Schritt im Aufrufkeller
  • Inbetriebnahme-Checkliste für SCL-Applikationen auf S7-1500
  • Portierung bestehender AWL-Bausteine nach SCL: Fallstricke und Migrationsstrategie

SCL-Programmierung ist kein Selbstzweck, sondern eine handwerkliche Grundlage für wartbare, skalierbare Automatisierungslösungen. Die abschließenden Einheiten thematisieren deshalb, wie man eigene Bausteinbibliotheken strukturiert, Versionierung im TIA-Portal betreibt und Code an Kollegen oder Maschinenbauprojekte übergibt.

Lernziele:

  • Die SCL-Syntaxregeln sicher anwenden und strukturierte Bausteine (FC, FB, UDT) eigenständig entwickeln
  • Komplexe Datentypen wie STRUCT, ARRAY, UDT und VARIANT korrekt deklarieren und im Programm nutzen
  • Indirekte Adressierung mit Pointern und ANY-Datentypen verstehen und gezielt einsetzen
  • Wiederverwendbare Bibliotheksbausteine entwerfen und im TIA-Portal-Bibliothekssystem verwalten
  • Schrittketten (Ablaufsteuerungen) vollständig in SCL abbilden, statt auf GRAPH angewiesen zu sein
  • Fehler in SCL-Programmen systematisch mit dem TIA-Portal-Debugger lokalisieren und beheben
  • Ausnahmebehandlung (Fehlerflags, Rückgabewerte) in eigene Bausteine integrieren
  • SCL-Code leserlich und wartbar strukturieren (Kommentare, Namenskonventionen, Modularisierung)
  • Zusammenspiel zwischen SCL-Bausteinen und grafisch programmierten Netzwerken verstehen
  • Typische Automatisierungsaufgaben aus der Industriepraxis (Dosierung, Fahrkurven, Rezeptsteuerung) in SCL lösen
  • Kenntnisse auf reale Inbetriebnahmeszenarien mit Siemens S7-1200/S7-1500 übertragen

Für wen ist der Kurs geeignet?

Dieser Kurs richtet sich an Fachleute mit konkreter TIA-Portal-Erfahrung, die über grafische Programmierung (KOP/FUP) hinausgehen und die textbasierte Hochsprache SCL produktiv einsetzen wollen.

  • SPS-Programmierer und Automatisierungstechniker mit praktischer TIA-Portal-Erfahrung
  • Inbetriebnahmeingenieure, die komplexe Ablaufprogramme effizienter entwickeln möchten
  • Steuerungstechniker aus Maschinenbau und Prozessautomatisierung
  • Fachinformatiker für Automatisierungstechnik mit Interesse an Hochsprachen-SPS
  • Quereinsteiger aus der IT-Entwicklung, die SPS-Programmierung professionalisieren wollen
Voraussetzungen:

Solide Kenntnisse im Umgang mit dem Siemens TIA Portal sind Bedingung. Wer Bausteintypen (FC/FB/DB), die grundlegende Projektstruktur und einfache Netzwerke bereits kennt, kann direkt einsteigen. Kenntnisse in AWL oder FUP aus der Praxis sind hilfreich, aber kein zwingend nachzuweisender Abschluss. Ein technischer oder IT-naher Berufsabschluss (Elektrotechnik, Mechatronik, Informatik) oder steuerungstechnische Berufspraxis bildet die fachliche Grundlage. Grundlegende IT-Kenntnisse, insbesondere der Umgang mit Dateisystemen und Softwareinstallationen, werden vorausgesetzt.

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Der Kurs verbindet kurze theoretische Einführungen mit umfangreichen Programmierpraktika direkt im TIA Portal. Jedes neue Sprachkonstrukt wird zunächst anhand eines Minimalbeispiels demonstriert, dann in eine vollständige Applikation eingebettet. Gruppenarbeit an gemeinsamen Projektdateien schärft das Verständnis für reale Teamarbeit. Ergänzend stehen Übungsaufgaben zur Verfügung, die eigenständig in tutoriell begleiteten Vertiefungszeiten bearbeitet werden. Der Kursleiter steht für direkte Code-Bewertung und individuelle Fehleranalyse zur Verfügung.

Der Kurs findet in Teilzeit oder Vollzeit statt; das genaue Stundenprogramm variiert je nach Anbieter. Detailangaben sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich. Insgesamt umfasst die Qualifizierung intensiven Laboranteil an TIA-Portal-Arbeitsplätzen, der eine solide Übungsgrundlage schafft. Auf dem Markt sind aktuell 2 Anbieter mit 36 Terminen vertreten.

Nach erfolgreichem Abschluss aller Übungseinheiten und Abschlussprojekte erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen SCL-Programmierkenntnisse auf dem Stand des Siemens TIA Portals und kann bei Bewerbungen als Nachweis gezielter Automatisierungs-Fortbildung vorgelegt werden. Eine offizielle Siemens-Zertifizierungsprüfung ist nicht Gegenstand dieses Kurses.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

SCL schließt die Lücke zwischen klassischer SPS-Programmierung und moderner Softwareentwicklung. Wer beherrschte SCL-Bibliotheksbausteine entwickeln kann, produziert Code, der sich über viele Projekte hinweg wiederverwenden lässt — das spart in der industriellen Praxis erheblich Zeit bei Inbetriebnahmen und Maschinenmodifikationen. Auch Pflegearbeiten an bestehenden Anlagen werden einfacher, wenn Kollegen klar kommentierten, modular aufgebauten SCL-Code vorfinden. Der Kurs setzt gezielt dort an, wo die meisten TIA-Portal-Schulungen aufhören: bei den Sprachkonstrukten, die echte Softwarequalität in der Automatisierung ermöglichen. Indirekte Adressierung, VARIANT-Parameter und sauber implementierte Schrittketten sind in der industriellen Realität allgegenwärtig — nach diesem Kurs sind diese Konzepte keine Fremdkörper mehr, sondern routinierte Werkzeuge. Besonders in Branchen mit hoher Variantenvielfalt — Sondermaschinenenbau, Transporttechnik, Pharmaprozesse — rechnen sich diese Fähigkeiten schnell aus: Weniger Programmieraufwand je Maschinenvariante, robustere Fehlerbehandlung und kürzere Anlernzeiten für neue Kollegen. Wer diesen Kurs abschließt, ist für anspruchsvolle SCL-Projekte auf S7-1200/S7-1500-Basis gut gerüstet.

Welche Förderung passt zu dir?

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Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • SPS-Programmierer/in
  • Automatisierungstechniker/in
  • Inbetriebnahmeingenieur/in
  • Steuerungstechniker/in
  • Fachinformatiker/in für Automatisierungstechnik

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen SCL-Kurs?

Praktische Erfahrung mit dem Siemens TIA Portal ist Voraussetzung — wer Funktionsbausteine anlegen und einfache Netzwerke programmieren kann, ist gut vorbereitet. Kenntnisse in AWL oder FUP aus der Praxis sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

Für welche Siemens-Steuerungen ist der Kursinhalt relevant?

Der Kurs fokussiert auf S7-1200 und S7-1500, die im TIA Portal mit SCL vollständig unterstützt werden. Grundprinzipien lassen sich auch auf ältere Plattformen übertragen, doch die modernen Datentypen (VARIANT, UDT-Instanziierung) sind S7-1500-spezifisch.

Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?

Abgabe eines Abschlussprojekts vorausgesetzt, erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Eine offizielle Siemens-Zertifizierungsprüfung ist nicht Bestandteil dieses Kurses.

Kann ich den Kurs auch neben der Arbeit absolvieren?

Ja, der Kurs wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit angeboten. Detailangaben zu Wochenstunden und Terminen sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich.

Wird auch das TIA-Portal-Bibliothekssystem behandelt?

Ja, Bibliotheksbausteine zu paketieren, zu versionieren und in neue Projekte einzubinden ist ein fester Bestandteil des Kurses. Das schließt Versionierungs-Tags und Exportformate für die Weitergabe an Kolleginnen und Kollegen ein.