Überblick
Wer die Grundlagen von SolidWorks bereits aus einem Basic-1-Kurs kennt, stößt beim Konstruieren realer Produkte schnell an eine Grenze: Einzelteile allein ergeben noch kein funktionierendes Produkt. SolidWorks Basic 2 setzt genau dort an und führt in die Baugruppenmodellierung ein — also in die Frage, wie einzelne Bauteile zueinander in Beziehung gesetzt, bewegt und zu einem vollständigen Produkt zusammengefügt werden. Im Zentrum stehen Baugruppen und Unterbaugruppen, Bewegungssimulationen zur Prüfung von Mechanik und Kollisionen sowie die Arbeit mit dem Property Manager und mit Explosionsdarstellungen für technische Dokumentationen. Der Kurs richtet sich an alle, die SolidWorks bereits auf Basic-1-Niveau bedienen und ihre Konstruktionsarbeit auf komplexere, mehrteilige Baugruppen ausweiten möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen der Baugruppenmodellierung: Der Einstieg vermittelt, wie aus einzelnen, bereits in Basic 1 erstellten Bauteilen eine Baugruppe entsteht. Im Mittelpunkt steht das Verständnis dafür, wie SolidWorks Bauteile zueinander positioniert und welche Logik hinter den verschiedenen Verknüpfungsarten steckt.
- Aufbau einer neuen Baugruppendatei und Einfügen von Bauteilen
- Standard-Mates: koinzident, parallel, konzentrisch, tangential
- Freiheitsgrade von Bauteilen erkennen und gezielt einschränken
- Bauteilreihenfolge und Referenzierung innerhalb der Baugruppe
- Bearbeiten von Bauteilen direkt im Baugruppenkontext
- Fehlermeldungen bei widersprüchlichen Verknüpfungen interpretieren
Modul 2 — Unterbaugruppen und Strukturierung: Komplexere Produkte bestehen selten aus einer einzigen, flachen Bauteilliste, sondern aus ineinander verschachtelten Baugruppen. Dieser Block zeigt, wie sich solche Strukturen sauber und nachvollziehbar aufbauen lassen.
- Unterbaugruppen anlegen und in die Hauptbaugruppe einbinden
- Starre versus flexible Unterbaugruppen und ihre jeweilige Anwendung
- Bauteile zwischen Baugruppenebenen verschieben und neu organisieren
- Baugruppenstrukturbaum lesen und für die Fehlersuche nutzen
- Wiederverwendung von Unterbaugruppen in mehreren Projekten
- Auswirkungen von Strukturänderungen auf Zeichnungen und Stücklisten
Modul 3 — Property Manager und Bewegungssimulation: Sobald eine Baugruppe aus mehreren beweglichen Teilen besteht, stellt sich die Frage, ob die Mechanik tatsächlich funktioniert. Dieses Modul vermittelt die Werkzeuge, um genau das vor der Fertigung zu prüfen.
- Bedienung und Anpassung des Property Managers für Bauteileigenschaften
- Bewegungsstudien anlegen und Bewegungsabläufe definieren
- Antriebe und Motoren für simulierte Bewegungen einrichten
- Kollisionserkennung zwischen bewegten Bauteilen aktivieren und auswerten
- Interferenzprüfung als Qualitätssicherung vor dem Zeichnungsschritt
- Grenzen der Bewegungssimulation im Vergleich zu physikalischen Prototypen einordnen
Modul 4 — Explosionsdarstellungen und Dokumentation: Für Montageanleitungen, Ersatzteilkataloge oder Präsentationen braucht es Darstellungen, die zeigen, wie eine Baugruppe zusammengesetzt wird. Dieser Block behandelt die entsprechenden Werkzeuge.
- Explosionsansichten manuell und automatisiert erstellen
- Explosionslinien für eine verständliche Montagereihenfolge einsetzen
- Mehrstufige Explosionsdarstellungen für verschachtelte Baugruppen
- Animation von Explosionsansichten für Präsentationszwecke
- Einbindung von Explosionsdarstellungen in technische Zeichnungen
- Stücklisten aus Baugruppen ableiten und mit Explosionsansichten verknüpfen
Praxis-Block — Anwendung an einer durchgängigen Baugruppe
- Übernahme mehrerer Einzelteile aus Basic-1-Übungen in eine neue Baugruppendatei
- Schrittweiser Aufbau der Baugruppe mit passenden Verknüpfungsarten
- Anlegen einer Unterbaugruppe für einen wiederkehrenden Bauteilverbund
- Einrichten einer Bewegungsstudie für ein bewegliches Element der Baugruppe
- Prüfung der Baugruppe auf Kollisionen bei simulierter Bewegung
- Korrektur von Bauteilmaßen nach erkannter Kollision
- Erstellung einer Explosionsdarstellung der vollständigen Baugruppe
- Ergänzung von Explosionslinien für eine nachvollziehbare Montagefolge
- Ableitung einer Baugruppenzeichnung mit Stückliste
- Anpassung des Property Managers für eine übersichtliche Bauteilverwaltung
- Dokumentation der Konstruktionsschritte in einer technischen Zeichnung
- Abschließende Kontrolle der Baugruppe auf Vollständigkeit und Konsistenz
Die Übungen bauen aufeinander auf und münden in einer vollständigen Baugruppe, an der sämtliche Werkzeuge aus den vier Modulen zum Einsatz kommen. So entsteht am Ende ein Konstruktionsergebnis, das dem Vorgehen in der betrieblichen CAD-Praxis nahekommt. Wer bereits mit den Basisfunktionen von SolidWorks vertraut ist, profitiert besonders von der konsequenten Ausrichtung auf Baugruppen: Statt einzelne Werkzeuge isoliert zu üben, wird der komplette Weg von den Einzelteilen bis zur bewegten, dokumentierten Baugruppe durchlaufen.
Lernziele:
- Baugruppen aus mehreren Einzelteilen systematisch aufbauen
- Verknüpfungen (Mates) zwischen Bauteilen korrekt definieren und deren Freiheitsgrade verstehen
- Unterbaugruppen anlegen und in übergeordnete Baugruppenstrukturen einbinden
- Den Property Manager zur gezielten Steuerung von Bauteileigenschaften einsetzen
- Bewegungsabläufe innerhalb einer Baugruppe simulieren und auf Plausibilität prüfen
- Kollisionen zwischen bewegten Bauteilen erkennen und konstruktiv auflösen
- Explosionsdarstellungen für Montageanleitungen und technische Dokumentation erstellen
- Große Baugruppen mit vielen Bauteilen performant strukturieren
- Konstruktionsänderungen an Einzelteilen auf die Baugruppe auswirken lassen und nachvollziehen
- Baugruppenzeichnungen mit Stücklisten für die Fertigung ableiten
- Typische Modellierungsfehler in Baugruppen identifizieren und beheben
- Eine vollständige, mehrteilige Baugruppe von der Einzelteilübernahme bis zur fertigen Darstellung durcharbeiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die SolidWorks bereits auf Einsteigerniveau (Basic 1) beherrschen und ihre Konstruktionskenntnisse gezielt in Richtung Baugruppenmodellierung erweitern möchten.
- Technische Zeichnerinnen und Zeichner sowie CAD-Fachkräfte mit ersten SolidWorks-Erfahrungen
- Konstrukteurinnen und Konstrukteure, die bislang überwiegend Einzelteile modelliert haben
- Technische Produktdesignerinnen und -designer im Übergang zu komplexeren Baugruppen
- Personen mit technischer Berufsausbildung, die SolidWorks im Betrieb intensiver einsetzen möchten
- Absolventinnen und Absolventen eines technischen bzw. Ingenieurstudiums mit Basic-1-Vorkenntnissen
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene technische Berufsausbildung oder ein technisches beziehungsweise Ingenieurstudium sowie gute PC-Kenntnisse. Da der Kurs unmittelbar auf SolidWorks Basic 2 aufbaut, sind Grundkenntnisse in der Einzelteilmodellierung — etwa aus einem vorangegangenen Basic-1-Kurs — erforderlich. Ohne diese Vorerfahrung lassen sich die Übungen zur Baugruppenmodellierung nur schwer nachvollziehen, da grundlegende Skizzier- und Modellierungsschritte als bekannt vorausgesetzt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert kurze fachliche Einführungen mit umfangreichen praktischen Übungen direkt in SolidWorks. Da Baugruppenmodellierung vor allem durch Ausprobieren und Nachvollziehen von Verknüpfungslogik erlernt wird, liegt der Schwerpunkt auf dem eigenständigen Konstruieren an durchgängigen Übungsbaugruppen. Fragen zu einzelnen Werkzeugen oder Fehlermeldungen werden im laufenden Kursverlauf geklärt, sodass die Teilnehmenden ihr Tempo an die Komplexität der jeweiligen Übung anpassen können.
Der Kurs baut inhaltlich unmittelbar auf SolidWorks Basic 1 auf und vertieft dessen Inhalte um die Baugruppenebene. Der zeitliche Umfang richtet sich nach dem individuell gebuchten Kursformat; entscheidend ist, dass alle vier Themenblöcke — von den Grundlagen der Baugruppenmodellierung bis zur Explosionsdarstellung — vollständig durchlaufen werden.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab, die den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung sowie die behandelten Inhalte dokumentiert. Ein herstellerseitiges SolidWorks-Zertifikat ist nicht Bestandteil dieses Kurses.
Nutzen & Perspektiven
Wer in der Konstruktion arbeitet, kommt an Baugruppen nicht vorbei: Die meisten realen Produkte bestehen aus mehreren Teilen, die zusammenwirken müssen — mechanisch, geometrisch und funktional. SolidWorks Basic 2 schließt genau diese Lücke zwischen Einzelteilmodellierung und vollständiger Produktkonstruktion und macht aus punktuellem CAD-Wissen eine praktisch einsetzbare Konstruktionskompetenz. Besonders wertvoll ist die Verbindung aus Baugruppenaufbau und Bewegungssimulation: Statt Konstruktionsfehler erst am physischen Prototyp zu entdecken, lassen sich Kollisionen und mechanische Probleme bereits am digitalen Modell erkennen und beheben. Das spart Zeit und Material im späteren Entwicklungsprozess und ist eine Fähigkeit, die in nahezu jedem Konstruktionsbüro gefragt ist. Auch die Arbeit mit Explosionsdarstellungen zahlt sich im Berufsalltag aus: Wer Montageanleitungen, Ersatzteilkataloge oder Präsentationsunterlagen erstellen muss, profitiert von einer Darstellungsform, die komplexe Baugruppen auf einen Blick verständlich macht. In Summe vermittelt der Kurs damit nicht nur zusätzliche Werkzeugkenntnis, sondern ein vollständigeres Verständnis dafür, wie professionelle CAD-Konstruktion in der Praxis abläuft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich SolidWorks Basic 2 ohne Basic 1 besuchen?
Nein, der Kurs baut inhaltlich direkt auf SolidWorks Basic 1 auf. Grundkenntnisse in der Einzelteilmodellierung werden vorausgesetzt, da die Baugruppenübungen darauf aufbauen.
Was lernt man in SolidWorks Basic 2 im Unterschied zu Basic 1?
Während Basic 1 die Modellierung einzelner Bauteile behandelt, geht es in Basic 2 um das Zusammenfügen mehrerer Teile zu Baugruppen, um Bewegungssimulation, Kollisionsprüfung und Explosionsdarstellungen.
Wird eine SolidWorks-Zertifizierung erworben?
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Eine herstellerseitige SolidWorks-Zertifizierung ist nicht Bestandteil dieses Kurses.
Für wen eignet sich der Kurs beruflich?
Er richtet sich an Konstrukteurinnen und Konstrukteure, technische Produktdesignerinnen und -designer sowie CAD-Fachkräfte, die in ihrer Arbeit mehrteilige Baugruppen konstruieren müssen.
Welche Vorkenntnisse sind neben SolidWorks Basic 1 nötig?
Eine abgeschlossene technische Berufsausbildung oder ein technisches bzw. Ingenieurstudium sowie gute PC-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
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