Überblick
Ein rohes Videomaterial wird erst durch Schnitt, Tonmischung, Farbkorrektur und Motion Graphics zu einem fertigen Produkt, das Zuschauer hält. Diese Weiterbildung vermittelt das gesamte handwerkliche Fundament der professionellen Videopost-Produktion: von den Grundlagen der Filmsprache und des Schnitts bis zur Animation in Adobe After Effects. Sie lernen, wie ein Videoproduktionsprozess aufgebaut ist, welche technischen Anforderungen verschiedene Ausgabeformate stellen, und wie Sie fertige Inhalte für Plattformen, Sendung oder Streaming vorbereiten. Der Kurs richtet sich an alle, die in der Medienproduktion arbeiten oder in sie einsteigen wollen — ohne Vorkenntnisse in Videosoftware.
Kursinhalte & Lernziele
Filmsprache und dramaturgische Grundlagen Bevor man schneidet, muss man verstehen, wie Bilder kommunizieren. Filmsprache ist das Vokabular der visuellen Erzählung — wer es beherrscht, versteht nicht nur, was ein Bild zeigt, sondern was es bedeutet und wie es auf den Zuschauer wirkt.
- Einstellungsgrößen: Totale, Halbtotale, Amerikanische, Nahaufnahme, Detailaufnahme
- Kameraperspektiven: Normalperspektive, Aufsicht, Untersicht und ihre emotionale Wirkung
- Schnittrhythmus: Kontinuitätsprinzip, Parallelmontage, Jump Cut, Cross-Cutting
- Dramaturgie im Kurzfilm und im Clip: Spannungsbogen aufbauen, Klimax setzen
- Tongestaltung als dramaturgisches Mittel: Atmosphären, Musik, Off-Kommentar
- Analyse von Vorbildern: Schnittentscheidungen in Kurzfilmen und Werbeformaten untersuchen
Videoschnitt Das Herzstück der Weiterbildung: Hier lernen Sie, mit Schnittsoftware zu arbeiten und rohes Material zu fertigen Sequenzen zu verarbeiten. Der Fokus liegt auf einer klaren Arbeitslogik — Material sichten, sortieren, grob schneiden, fein schneiden, Ton abstimmen.
- Schnittsoftware einrichten: Interface, Projektstruktur, Bin-Organisation und Shortcuts
- Material importieren, sichten und nach Qualität und Verwendbarkeit sortieren
- Assemblage und Grobschnitt: Struktur legen, Timing prüfen, dramaturgischen Fluss testen
- Feinschnitt: Übergänge präzisieren, Lippensynchronität herstellen, Lücken entfernen
- Audiobearbeitung: Tonspuren schneiden, Pegel angleichen, Hintergrundgeräusche reduzieren
- Übergänge und Effekte gezielt einsetzen: wann ein harter Schnitt überzeugt, wann eine Überblende sinnvoll ist
Nachbearbeitung und Videotechnik Post-Produktion endet nicht beim Schnitt. Farbkorrektur, technische Anpassung und Exportvorbereitung gehören zur professionellen Lieferkette. Dieses Modul behandelt die technischen Aspekte, die über die Qualität des fertigen Produkts entscheiden.
- Farbkorrektur: Weißabgleich, Belichtungskorrekturen, Kontrast und Sättigung angleichen
- Colorgrading: Looks entwickeln, LUTs einsetzen, konsistenten Stil über mehrere Einstellungen halten
- Videotechnik: Auflösung, Seitenverhältnis, Bildrate und Codec-Wahl für verschiedene Ausgabeziele
- Kompressionsformate: H.264, H.265, ProRes — wann welche Einstellung sinnvoll ist
- Exportsettings für YouTube, Instagram, Broadcast und Archiv konfigurieren
- Dateimanagement und Backup-Strategien in längeren Produktionsprojekten
Videobearbeitung mit After Effects und Animation After Effects ist das Standardwerkzeug für Compositing, Effekte und Motion Graphics. Dieses Modul führt in die Software ein und zeigt, wie Sie typische Aufgaben in der Post-Produktion — Intros, Titeleinblendungen, Greenscreen-Keying, einfache Animationen — eigenständig umsetzen.
- After Effects-Interface: Komposition, Timeline, Layer-System und Effekte
- Keying und Compositing: Greenscreen-Material freistellen und in andere Hintergründe integrieren
- Textanimationen: Titlecards, Bauchbinden, animierte Untertitel erstellen
- Motion Graphics: Formen, Icons und einfache Illustrationen animieren
- Effekte und Überblenden: Lichtleaks, Zooms, Übergänge visuell gestalten
- After Effects und Schnittsoftware verknüpfen: Dynamic Link oder Exportworkflows nutzen
Praxisarbeit: Eigene Schnittarbeiten
- Kurzfilm-Material sichten und vollständigen Assemblage-Schnitt erstellen
- Musikvideo oder Social-Content-Clip unter Zeitdruck fertigstellen
- Eigene Sequenz farbkorrigieren und ein konsistentes Colorgrading entwickeln
- Intro-Animation in After Effects produzieren
- Keyframe-Animation für ein Motion-Graphics-Element erstellen
- Export-Varianten für verschiedene Plattformen konfigurieren und vergleichen
- Peers Schnittarbeiten analysieren und konstruktiv kommentieren
- Eigenes Schnittprojekt im Kursrahmen präsentieren und Feedback einarbeiten
- Finales Portfolio-Stück mit Farbkorrektur, Sound und Motion Graphics fertigstellen
Das Kursformat kombiniert angeleitetes Lernen mit intensiven Schnitt-Sessions, in denen Sie an eigenem Material arbeiten. Fehler und Iterationen gehören ausdrücklich zum Lernweg. Die Kursdauer ist kompakt — mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit — und verlangt entsprechende Konzentration und tägliche Praxis.
Lernziele:
- Grundlegende Filmsprache verstehen: Einstellungsgrößen, Perspektiven, Schnittrhythmus und dramaturgischen Aufbau analysieren und anwenden
- Videomaterial sichten, sortieren und im Schnittprogramm strukturiert zusammensetzen
- Rohschnitte zu einem dramaturgisch stimmigen Endprodukt verdichten
- Audio-Grundlagen beherrschen: Tonspuren schneiden, Pegel angleichen, Musik und Sprachaufnahmen synchronisieren
- Farbkorrektur und Colorgrading anwenden, um einen konsistenten visuellen Stil zu entwickeln
- Nachbearbeitung mit After Effects: Compositing, Keying und grundlegende Effekte einsetzen
- Animationen und Motion Graphics konzipieren und in After Effects realisieren
- Technische Videokennzahlen (Auflösung, Bildrate, Codec, Bitrate) für verschiedene Ausgabeziele auswählen
- Exporteinstellungen für Web, Social Media und Broadcast korrekt konfigurieren
- Projektmanagement in einer Videoproduktion: Dateistruktur, Backup und Versionierung organisieren
- Feedback zu eigenen Schnittarbeiten produktiv aufnehmen und den eigenen Stil weiterentwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Einsteiger in die Videoproduktion und an Personen, die ihre handwerklichen Fähigkeiten im Videoschnitt systematisch aufbauen möchten.
- Medieninteressierte ohne Vorkenntnisse in Schnittsoftware, die einen beruflichen Einstieg anstreben
- Kameraleute oder Fotografen, die ihre Fähigkeiten um Post-Produktion erweitern wollen
- Social-Media-Verantwortliche, die eigene Videoinhalte professioneller produzieren möchten
- Quereinsteiger aus kreativen oder kommunikativen Berufen mit Affinität zu bewegten Bildern
- Personen in beruflicher Neuorientierung mit Interesse an der Medienbranche
Gute PC-Kenntnisse sind erforderlich — Sie werden täglich intensiv mit Schnittsoftware und After Effects arbeiten. Deutsch in Wort und Schrift ist Pflichtvoraussetzung. Eine fachspezifische Ausbildung im Medienbereich ist keine Voraussetzung; der Kurs baut Grundlagen systematisch auf. Englischkenntnisse sind hilfreich, da Softwareoberflächen häufig englisch sind. Vor Kursbeginn findet ein persönliches Eignungsgespräch statt.
Ablauf & Abschluss
Videoschnitt lernt man durch Schneiden — nicht durch Zuschauen. Der Unterricht folgt einer klaren Logik: Konzept erklären, demonstrieren, selber machen, Feedback einholen, verbessern. Theoriephasen zu Filmsprache und Technik wechseln mit Praxisblöcken, in denen Sie an echtem Filmmaterial arbeiten. Das Combined-Learning-Format erlaubt, zwischen betreuten Einheiten eigenständig Schnittaufgaben zu bearbeiten.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. In dieser kompakten Zeit werden alle wesentlichen Bereiche der Videopost-Produktion abgedeckt — von Filmsprache und Schnitt über Nachbearbeitung bis zu Animation. Die Intensität erfordert tägliche Mitarbeit.
Nach erfolgreichem Abschluss wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Diese trägerinterne Bescheinigung dokumentiert die erworbenen Kompetenzen in Videoschnitt, Nachbearbeitung und Animation. Externe Herstellerzertifikate (z. B. Adobe-Zertifizierungen) sind kein Bestandteil dieses Kurses.
Nutzen & Perspektiven
Videoinhalt ist das dominante Format auf nahezu allen digitalen Plattformen — und professionell gemachter Videoschnitt macht den Unterschied zwischen Content, der läuft, und Content, der ignoriert wird. Wer die Grundlagen beherrscht, kann nicht nur für andere produzieren, sondern auch eigene Projekte eigenständig von der Rohaufnahme bis zum fertigen Clip realisieren. After Effects ist als Ergänzung zum reinen Videoschnitt besonders wertvoll: Die Fähigkeit, Intros zu animieren, Greenscreen-Material zu nutzen und Textelemente zu gestalten, öffnet Türen in der Agentur- und Medienbranche, die für reine Videocutter verschlossen bleiben. Dieses Doppelkompetenzprofil — Schnitt plus Motion Graphics — ist am Markt gefragt. Wer nach der Weiterbildung in Video-Editing-Rollen, in der Social-Media-Produktion oder in Freelance-Projekten tätig wird, bringt ein Portfolio-Stück mit, das konkret zeigt, was Sie können. Das ist ein wichtigerer Nachweis als ein Zertifikat — und entsteht während der Praxisphasen dieses Kurses.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Schnittsoftware wird in der Weiterbildung eingesetzt?
Die Weiterbildung nutzt professionelle Schnittsoftware (Standardprogramme der Branche) sowie Adobe After Effects für Animation und Motion Graphics. Vorkenntnisse in diesen Programmen sind nicht erforderlich.
Ist der Kurs auch für absolute Einsteiger geeignet?
Ja, Vorkenntnisse in Videobearbeitung sind nicht nötig. Gute PC-Kenntnisse und die Bereitschaft zu täglicher Praxisarbeit werden erwartet. Filmsprache und Schnitttechnik werden systematisch von Grund auf aufgebaut.
Kann ich die Weiterbildung gefördert bekommen?
Die Maßnahme ist AZAV-zertifiziert. Eine Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei persönlicher Förderberechtigung möglich.
Wie lange dauert der Kurs?
Die Weiterbildung findet in Vollzeit statt und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Das ist ein kompaktes Format, das tägliche Mitarbeit und Konzentration erfordert.
Was ist After Effects und warum lernt man es in diesem Kurs?
Adobe After Effects ist das Standardwerkzeug für Compositing, Intros, Titelanimationen und Motion Graphics. Es ergänzt den Videoschnitt um visuelle Nachbearbeitungskompetenz und erhöht den beruflichen Einsatzbereich erheblich.
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