Überblick
Videoinhalte dominieren die digitale Kommunikation: auf Social Media, in Marketing-Kampagnen, im E-Learning und in der Unternehmenskommunikation. Wer Videoprodukte professionell gestalten will, kommt an Adobe After Effects nicht vorbei. Dieses Programm ist Industriestandard für Motion Graphics, visuelle Effekte und komplexe Kompositionen. Diese Weiterbildung deckt After Effects von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Techniken vollständig ab und ergänzt den Kurs mit einer Einführung in Adobe Premiere Pro für den klassischen Videoschnitt. Ein Anbieter führt den Kurs in über 42 Angeboten durch, bevorzugt im Combined-Learning-Format in Vollzeit.
Kursinhalte & Lernziele
Überblick und Grundlagen der Arbeit mit After Effects After Effects unterscheidet sich in seiner Logik grundlegend von klassischen Video-Editoren: Statt eines linearen Zeitstrahls arbeitet man mit Kompositionen, Ebenen und einem auf Vektoren und Effekten basierenden Rendering-System. Dieser Einstiegsblock erklärt Projektstruktur, Panel-Layouts, Voreinstellungen und den grundlegenden Workflow vom Import bis zur ersten Komposition.
- Oberfläche, Arbeitsbereiche und Panel-Konfiguration
- Projekt anlegen: Kompositionseinstellungen (Auflösung, Framerate, Timecode)
- Footage importieren und im Projekt-Panel verwalten
- Ebenen-Typen: Bild, Video, Text, Form, Einstellungsebene
- Darstellungsmodi und Voransicht-Einstellungen (RAM-Preview, Caches)
- Grundlegende Ebenenoperationen: Anker, Position, Skalierung, Rotation, Deckkraft
Kompositionen, 3D und Kamera After Effects erlaubt das Arbeiten im dreidimensionalen Raum — ein entscheidendes Feature für anspruchsvolle Motion-Graphics-Produktionen. Dieser Block erschließt das Kompositions-Nesting für komplexe Projekte sowie die 3D-Werkzeuge für räumliche Animationen.
- Kompositionen verschachteln (Pre-Comps) und Rendering-Reihenfolge verstehen
- 3D-Ebenen aktivieren und im Raum positionieren
- Kamera-Ebene erstellen: Brennweite, Tiefenunschärfe, Perspektive
- Null-Objekte als Eltern-Ebenen für Kamera-Rigging einsetzen
- Lichtquellen (Ambiente, Punkt, Spot) und Schattenprojektionen
- Klassische 3D-Animationsszenarien: Titelsequenz, Logo-Reveal
Animation und Keyframes Das Animationssystem in After Effects basiert auf Keyframes mit auswählbaren Interpolationsmethoden. Gute Animation fühlt sich natürlich an — das erfordert Verständnis für Easing, Graph-Editor-Arbeit und das Prinzip der Bewegungsphysik.
- Keyframe-Typen: Linear, Ease In/Out, Bezier-Handles
- Graph-Editor für präzise Geschwindigkeitskurven nutzen
- Motion Path gestalten: Kurven, Rotobeziehungen
- Animationsassistenten: Wiggle, Time Remapping, Bounce
- Text-Animationen: Präsentatoren, Zeichenmodus, animiertes Einblenden
- Shape-Layer-Animationen für UI-Icons und infografische Elemente
Effekte, Masken, Expressions und Simulationen Dieser Block deckt den fortgeschrittenen Werkzeugkasten ab: Effekte aus der After Effects-Bibliothek, Maskierung für Compositing-Aufgaben, Expressions als eine Art Scripting-Schicht sowie Partikel-Simulationen für organische Visuals.
- Effekte anwenden, stapeln und mit Expressions verbinden
- Masken zeichnen und animieren: Subtraktion, Schnittmengen, Verlauf
- Motion Tracking (Single-Point, Multipoint, Kamera-Tracking)
- Expressions-Grundlagen: JavaScript-Syntax, Verknüpfung von Parametern
- Partikel-Systeme (Particular, CC-Partikel) für Staub, Funken, Schnee
- Retusche-Workflows: Haut glätten, Reflexionen entfernen, Objekte austauschen
Ausgabe in After Effects und Einführung in Adobe Premiere Pro Am Ende eines Projekts steht die Ausgabe — und die Wahl des falschen Codecs oder der falschen Auflösung kann eine gute Produktion ruinieren. Dieser Block klärt Render-Einstellungen, Ausgabemodule und den Export in verschiedene Zielformate. Anschließend folgt eine praxisnahe Einführung in Premiere Pro als ergänzende Schnittsoftware.
- Render-Queue und Adobe Media Encoder: Unterschiede und Anwendungsfälle
- Ausgabemodule konfigurieren: Codec, Bitrate, Farbprofil
- Zielmedien und ihre Anforderungen: YouTube, Social Media, Broadcast, Archiv
- Premiere Pro: Timeline, Schnittlogik, Clip-Handling
- Videoschnitt-Workflow: Synchronisation, Grobe Montage, Feinschnitt
- Nachbearbeitung, Audio-Mix und Export aus Premiere Pro
In begleiteten Projektphasen entstehen eigene Werke — von kurzen Animationen bis zum fertigen Imagefilm. Typische Produktionsaufgaben im Kursverlauf umfassen unter anderem diese Arbeiten.
- Animiertes Intro/Outro für einen YouTube-Kanal von Grund auf erstellen
- Logo-Reveal mit 3D-Kamerafahrt und Licht-Rigging produzieren
- Motion-Graphic-Infografik mit animierten Diagrammen und Text umsetzen
- Greenscreen-Compositing: Footage keyen und in neue Szene integrieren
- Motion Tracking anwenden: Text an ein sich bewegendes Objekt binden
- Expression-Skript schreiben: Ebenen automatisch in Relation setzen
- Partikeleffekt-Sequenz für einen Trailer-Opener entwickeln
- Retuschearbeit: Hauttöne angleichen, störende Objekte wegklonen
- After Effects-Render für Social Media (16:9, 9:16, 1:1) konfigurieren
- Kurzen Produktclip in Premiere Pro schneiden und vertonen
- Farbkorrektur in Premiere Pro mit Lumetri-Farbe anwenden
- Komplettes Mini-Projekt: Imagefilm für ein fiktives Unternehmen (30 Sek.)
Die Praxiseinheiten sind auf reale Produktionsszenarien ausgerichtet: Es wird mit originalgroßen Projekten gearbeitet, die Render-Performance und Projektorganisation fordern. So entsteht nicht nur handwerkliche Sicherheit, sondern auch ein erster Portfolio-Beitrag, den Absolventinnen und Absolventen direkt bei Bewerbungen einsetzen können. Am Ende der Weiterbildung besteht das Portfolio aus mehreren abgeschlossenen Videoprojekten, die unterschiedliche After Effects-Techniken demonstrieren. Dieser Nachweis praktischer Fähigkeiten ist in der kreativen Branche oft wichtiger als formale Zertifikate.
Lernziele:
- Die After Effects-Oberfläche, Arbeitsbereiche und Projektstruktur souverän bedienen
- Kompositionen erstellen, verschachteln und verwalten
- Ebenen, Masken und Effekte gezielt zur visuellen Gestaltung einsetzen
- Keyframe-basierte Animationen präzise steuern und optimieren
- 3D-Kameraführung und räumliche Arrangements in After Effects umsetzen
- Expressions verwenden, um Animationen dynamisch und wartbar zu machen
- Motion Tracking für bewegungsgebundene Texte, Logos und Grafiken anwenden
- Simulationen und Partikeleffekte in Kompositionen integrieren
- Retusche-Workflows in After Effects für Portraitaufnahmen und Materialkorrekturen kennen
- Ausgabeformate, Codecs und Render-Einstellungen für verschiedene Zielmedien korrekt wählen
- Einen grundlegenden Videoschnitt-Workflow in Adobe Premiere Pro eigenständig durchführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die professionell in der Video- und Medienbranche arbeiten möchten oder ihre kreative Praxis auf ein markttaugliches Niveau heben wollen.
- Grafikdesigner und Mediengestalter, die Motion-Graphics-Kompetenz aufbauen wollen
- Videografen, die ihren Schnitt-Workflow um After Effects-Postproduktion erweitern möchten
- Social-Media-Manager und Content Creator, die hochwertige Videoinhalte selbst produzieren wollen
- Marketing-Fachkräfte in Unternehmen, die externe Produktionskosten reduzieren wollen
- Quereinsteiger mit kreativer Affinität und guten PC-Kenntnissen, die in die Medienproduktion einsteigen
Erforderlich sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium (auch abgebrochen) oder ausreichende Berufserfahrung. Gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Vorkenntnisse in Adobe-Produkten sind hilfreich, aber nicht zwingend. Kreative Neugier und Bereitschaft, an eigenen Projekten zu arbeiten, erleichtern den Einstieg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format als Vollzeitweiterbildung durchgeführt. Das bedeutet eine Kombination aus angeleiteten Online-Lehreinheiten, in denen Trainer live durch Techniken führen, und selbstständigen Arbeitsphasen, in denen eigene Projekte entwickelt werden. Direkte technische Unterstützung durch Lehrende ist während der betreuten Phasen verfügbar. Lernmaterialien, Projektdateien und Tutorials stehen über eine digitale Plattform dauerhaft zur Verfügung.
Der Kurs ist als Vollzeitweiterbildung konzipiert. Genaue Stundenanzahl und Kursdauer werden vom Anbieter kommuniziert. Über 42 Durchführungen gewährleisten eine hohe Terminflexibilität.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein Trägerzertifikat mit der Bezeichnung „Videobearbeitung und Videoschnitt mit After Effects". Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen praktischen und theoretischen Kompetenzen. Da es kein gesondertes Adobe-Hersteller-Examen gibt, das speziell After Effects-Kenntnisse zertifiziert, gilt das Träger-Zertifikat zusammen mit dem erarbeiteten Portfolio als Hauptnachweis für Arbeitgeber und Auftraggeber.
Nutzen & Perspektiven
After Effects gehört zum Standardwerkzeug jeder professionellen Videoproduktion — von der Werbeagentur über den Sender bis hin zum YouTube-Kanal mit über einer Million Abonnenten. Wer diese Software sicher beherrscht, positioniert sich in einem Markt, der qualifizierte Motion-Graphics-Designer und Video-Editoren kontinuierlich sucht. Die Kombination aus After Effects und Premiere Pro-Grundkenntnissen deckt nahezu die gesamte Postproduktionskette ab und macht Absolventen dieser Weiterbildung zu flexibel einsetzbaren Allroundern. Besonders wertvoll ist der projektbasierte Ansatz: Statt isolierte Techniken anzuhäufen, entstehen im Verlauf des Kurses fertige Produkte, die unmittelbar als Portfolio-Arbeiten dienen. Dieser Nachweis ist in kreativen Berufen entscheidend — viele Arbeitgeber und Auftraggeber bewerten Portfolio-Stücke höher als formale Qualifikationsnachweise. Schließlich schafft die Weiterbildung eine technische Basis, die langfristig ausbaubar ist. Adobe aktualisiert seine Creative-Cloud-Anwendungen regelmäßig, aber das Grundverständnis für Kompositionsprinzipien, Keyframe-Logik und Ausgabeworkflows bleibt stabil. Wer diese Grundlage einmal aufgebaut hat, kann sich neue Funktionen eigenständig erschließen und bleibt dauerhaft handlungsfähig — unabhängig davon, wie sich Softwareversionen entwickeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich eine eigene Adobe-Lizenz für den Kurs?
Für den Kurs benötigen Sie Zugang zu Adobe After Effects und Adobe Premiere Pro. In den meisten Durchführungen werden Lizenzen für die Kursdauer bereitgestellt oder die Nutzung der Creative-Cloud-Testversion ist ausreichend — fragen Sie beim Anbieter direkt nach den aktuellen Lizenzbedingungen.
Für welche Branchen ist diese Weiterbildung besonders relevant?
Werbeagenturen, TV-Produktion, Online-Marketing, E-Learning-Entwicklung, Corporate Communications und die Gaming-Industrie setzen After Effects-Kenntnisse regelmäßig voraus. Social-Media-Kanäle mit professionellem Anspruch ebenfalls.
Wie unterscheidet sich After Effects von Premiere Pro?
Premiere Pro ist eine lineare Schnittsoftware für das Zusammenfügen und Montieren von Footage. After Effects ist eine Compositing- und Motion-Graphics-Software für die Nachbearbeitung, visuelle Effekte und animierte Grafiken. Beide Programme ergänzen sich und werden in der Praxis häufig zusammen eingesetzt.
Kann ich mit den Kursergebnissen ein Portfolio aufbauen?
Ja. Ein zentrales Lernziel ist es, mehrere abgeschlossene Videoprojekte zu produzieren, die als Portfolio-Stücke direkt bei Bewerbungen oder bei der Akquise von Aufträgen eingesetzt werden können.
Ist Vorerfahrung mit Adobe-Produkten notwendig?
Vorerfahrungen erleichtern den Einstieg, sind aber keine Pflicht. Der Kurs beginnt mit der Bedienung der Oberfläche und baut das Wissen schrittweise auf. Wichtiger als spezifische Adobe-Vorkenntnisse sind solide PC-Kenntnisse und die Bereitschaft, an eigenen Projekten zu arbeiten.
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