Überblick
Webdesign ist ein Beruf, der visuelle Gestaltung mit technischem Verständnis und organisatorischer Kompetenz zusammenführt. Wer als Webdesigner oder Webdesignerin arbeiten will, braucht ein breites Spektrum an Fertigkeiten: von der Bildbearbeitung in Photoshop über die Layouterstellung in InDesign bis hin zur Code-Arbeit in HTML und CSS. Hinzu kommt die Fähigkeit, in agilen Projektteams zu arbeiten und Webprojekte methodisch zu koordinieren. Dieser Lehrgang führt konsequent durch all diese Kernbereiche und bereitet auf einen qualifizierten Berufseinstieg vor. Dabei werden nicht nur Werkzeuge gelehrt, sondern die Denkweise vermittelt, mit der gute digitale Auftritte entstehen: kreativ, strukturiert und an den Anforderungen realer Projekte orientiert.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt in Adobe InDesign ein — das Standardwerkzeug für professionelle Layoutgestaltung. Im Webdesign wird InDesign vor allem für die Erstellung von Mockups, Präsentationen, Konzeptdokumenten und Printmaterialien eingesetzt, die Kundenpräsentationen und Webprojekt-Dokumentationen begleiten. Teilnehmende lernen die Programmoberfläche, grundlegende Layout-Techniken und den Umgang mit Farbsystemen.
- Programmoberfläche und Arbeitsbereich: Paletten, Führungslinien, Musterseiten
- Layoutrahmen: Text- und Bildrahmen platzieren und miteinander verknüpfen
- Farbmanagement: Farbprofile, Farbfelder, konsistente Farbgestaltung über Seiten hinweg
- Transparenzen und Effekte: Deckkraft, Mischmodi, Schatteneffekte
- Vorbereitung für Web und Druck: Export-Einstellungen, Auflösungsempfehlungen
Das zweite Modul behandelt Adobe Photoshop aus der Webdesign-Perspektive. Photoshop ist das zentrale Werkzeug für alle Aufgaben rund um Fotografie, Bildbearbeitung und die Vorbereitung von Bildmaterial für digitale Anwendungen. Der Fokus liegt auf den Techniken, die im täglichen Webdesign-Workflow am häufigsten gebraucht werden.
- Arbeitsbereich und Werkzeugpalette: Navigation, Ebenen, Einblendoptionen
- Freistelltechniken: Schnellauswahl, Hintergrund entfernen, komplexe Maskierungen
- Auflösung anpassen und scharfzeichnen: Pixelmaß, Auflösung, Smart Sharpen
- Bildkorrekturen: Helligkeit, Kontrast, Farbton, Sättigungsanpassungen
- Exportformate für das Web: PNG, JPG, WebP — Qualität und Dateigröße abwägen
Das dritte Modul deckt HTML und CSS als technisches Fundament des Webdesigns ab. Ohne ein funktionales Verständnis dieser beiden Sprachen bleibt Webdesign immer auf Werkzeuge und Templates angewiesen. Teilnehmende lernen, wie das Web im Kern strukturiert ist, wie HTML-Dokumente aufgebaut werden und wie CSS-Stylesheets aussehen, Farben, Schriften und Layouts steuern.
- HTML-Elemente: semantische Tags, Heading-Hierarchie, Formulare und Tabellen
- Text und Grafiken als Hyperlink: Verlinkungskonzepte, absolute und relative Pfade
- CSS-Selektoren und -Formate: Klassen, IDs, Pseudoklassen, Box-Modell
- Layouts mit CSS: Flexbox-Grundlagen, responsive Einheiten (%, rem, vw)
- Arbeitsumgebung: Code-Editor einrichten, Browser-DevTools für Design-Feedback nutzen
Das vierte Modul führt in agile IT-Projektleitung mit Scrum ein. Webprojekte werden heute in der Mehrheit nach agilen Methoden organisiert — in Sprints, mit klar definierten Rollen und einem strukturierten Backlog-Management. Wer als Webdesigner:in professionell arbeiten will, muss diese Arbeitsweise kennen und sich in agilen Teams zurechtfinden können.
- Grundprinzipien agilen Denkens: Manifest, Werte, Prinzipien
- Konzepte und Prinzipien agiler Methoden im Projektkontext
- Voraussetzungen und Anforderungen für agile Webprojekte
- Scrum: Theorie, Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam), Artefakte
- Qualitätssicherung und Controlling im Scrum-Prozess: Definition of Done, Retrospektiven
Übungsaufgaben begleiten alle Module und ermöglichen es, das Gelernte unmittelbar in Designprojekte zu überführen. Die Aufgaben steigern sich graduell in ihrer Komplexität.
- Layout in InDesign erstellen: mehrseitige Konzeptpräsentation für ein fiktives Webprojekt
- Farbsystem für eine Webanwendung in InDesign definieren und als Farbfeldpalette anlegen
- Produktbild in Photoshop freistellen und für Webnutzung optimieren
- Bildseite in Photoshop korrigieren und als WebP exportieren
- HTML-Seite mit korrekter semantischer Struktur aufbauen
- CSS-Stylesheet schreiben, das Typografie, Farben und Abstände regelt
- Responsives Zwei-Spalten-Layout mit Flexbox erstellen
- Scrum-Sprint simulieren: User Stories schreiben und in ein Backlog einteilen
- Sprint-Retrospektive durchspielen: Feedback geben und Verbesserungsmaßnahmen definieren
- Daily-Standup simulieren: Fortschrittsbericht in agiler Form präsentieren
- Peer-Review: Designlösungen anderer Teilnehmenden nach Heuristiken bewerten
- Abschlussprojekt: vollständige Webseite mit InDesign-Mockup, HTML/CSS-Umsetzung und Projektplan
Das Combined-Learning-Format wechselt zwischen Online-Phasen und betreutem Unterricht. Die Vollzeit-Ausrichtung stellt sicher, dass ausreichend Zeit für die Vertiefung jedes einzelnen Moduls bleibt. Trainer:innen begleiten die Lernenden mit Feedback auf die Übungsarbeiten und bereiten im Rahmen des Unterrichts gezielt auf das Adobe-Zertifizierungsverfahren vor.
Lernziele:
- Adobe InDesign für die Erstellung professioneller Layouts und Print-/Web-Materialien einsetzen
- Farbmanagement in InDesign verstehen und konsequent anwenden
- Adobe Photoshop für die Bildbearbeitung in Webdesign-Projekten nutzen
- Freistelltechniken in Photoshop sicher beherrschen
- HTML-Dokumente strukturell korrekt und semantisch sauber erstellen
- CSS-Stylesheets schreiben und auf HTML-Seiten anwenden
- Grundprinzipien agilen Projektmanagements verstehen
- Scrum-Prozesse und -Artefakte in der Webprojektarbeit einsetzen
- Effizient in agilen Teams arbeiten und Rollen im Scrum-Framework kennen
- Qualitätssicherung und Controlling in agilen Webprojekten umsetzen
- Responsives Webdesign und device-übergreifende Gestaltung konzipieren
- Layout- und Designentscheidungen im Teamkontext vertreten und kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen, die in den Beruf Webdesigner:in einsteigen oder aufsteigen möchten und dafür eine systematische Qualifizierung suchen. Er ist auch für Menschen aus kreativen oder kommunikativen Berufen geeignet, die ihre Kenntnisse um digitale Design- und Web-Technologie erweitern wollen.
- Berufseinsteiger:innen und Wiedereinsteiger:innen ohne Webdesign-Vorkenntnis
- Kreative und Gestalter:innen aus Printmedien, Werbung oder Kommunikation
- Quereinsteiger:innen, die in einem digitalen Kreativberuf Fuß fassen möchten
- Fachkräfte, die ihre berufliche Qualifikation im digitalen Bereich ausbauen wollen
- Personen, die bereits in Webprojekten mitarbeiten und fundierte Grundlagen nachholen möchten
Gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind Grundvoraussetzung. Ein persönliches Eignungsgespräch im Rahmen der Fachberatung ist Teil des Aufnahmeverfahrens. Kenntnisse im Webdesign sind nicht erforderlich; der Lehrgang setzt an den Grundlagen an.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet im Combined-Learning-Format statt — einer Kombination aus Online-Lernphasen und betreutem Präsenzunterricht. Die Vollzeitausrichtung sorgt für einen kontinuierlichen Lernrhythmus über drei bis sechs Monate. Übungsaufgaben werden eigenständig bearbeitet und im Unterricht besprochen; Feedback der Trainer:innen fließt direkt in die Überarbeitung der Projektarbeiten ein.
Der Lehrgang dauert im Vollzeitformat mehr als drei und bis zu sechs Monate. Die vier Modulblöcke — InDesign, Photoshop, HTML/CSS und Scrum — sind jeweils auf rund vier Wochen ausgelegt. Das Abschlussprojekt wird in den letzten Kurswochen erarbeitet und präsentiert.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Abschlusszertifikat. Darüber hinaus wird im Rahmen des InDesign-Moduls das Adobe-ACP-Zertifikat (Adobe Certified Professional) vorbereitet — eine herstellerseitige Zertifizierung, die Kenntnisse in Adobe InDesign bestätigt und im Bereich Mediengestaltung als anerkannter Qualitätsnachweis gilt. Es handelt sich um kein staatlich anerkanntes Berufsabschlusszeugnis.
Nutzen & Perspektiven
Ein breit aufgestelltes Webdesign-Fundament ist auf dem Arbeitsmarkt gefragter als eine enge Spezialisierung — zumindest für Berufseinsteiger:innen. Wer die Werkzeuge der Bildbearbeitung, des Layoutdesigns und der Web-Grundtechnologien sicher beherrscht, kann in kleinen Webagenturen, Designstudios oder In-House-Teams sofort produktiv mitarbeiten. Der Kurs legt genau dieses breite Fundament und verbindet es mit dem agilen Arbeitsstil, der heute in fast jedem Web-Projekt Standard ist. Das Adobe-ACP-Zertifikat gibt der Qualifikation eine handfeste Außenwirkung. Wer in einem Bewerbungsgespräch nachweisen kann, dass Adobe InDesign-Kenntnisse herstellerseitig bestätigt wurden, verschafft sich einen konkreten Vorteil gegenüber anderen Einsteiger:innen. In Kombination mit einem Portfolio aus den Kursübungen entsteht eine Bewerbungsunterlage, die über das bloße Listing von Software-Kenntnissen weit hinausgeht. Auf der Arbeitsmarkt-Ebene erschließt der Lehrgang Berufsfelder wie Mediengestaltung Digital, Webdesign, Content Management und Frontend-Design. Wer anschließend weiter spezialisieren möchte — etwa in Richtung UX Design, JavaScript-Entwicklung oder CMS-Administration — baut auf einem soliden Fundament auf, das eine gezielte Vertiefung deutlich erleichtert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zu einem reinen HTML/CSS-Kurs?
Dieser Lehrgang vermittelt Webdesign als Gesamthandwerk: neben HTML und CSS werden Adobe InDesign und Photoshop für die gestalterische Arbeit gelehrt, plus agile Projektmethoden mit Scrum. Wer nur einen Programmierkurs sucht, findet hier mehr — wer ein umfassendes Webdesign-Fundament braucht, ist hier richtig.
Was ist das Adobe-ACP-Zertifikat, das im Kurs vorbereitet wird?
Adobe Certified Professional (ACP) ist eine herstellerseitige Zertifizierung, die Kenntnisse in bestimmten Adobe-Produkten bestätigt. Im Rahmen dieses Lehrgangs wird die InDesign-Zertifizierung vorbereitet. Das Zertifikat kommt von Adobe selbst und ist im Bereich Mediengestaltung und Webdesign ein anerkannter Qualitätsnachweis.
Warum ist Scrum Bestandteil eines Webdesign-Kurses?
Webprojekte werden heute fast ausnahmslos agil organisiert. Wer als Webdesigner:in in einer Agentur oder einem In-House-Team arbeitet, wird täglich mit Scrum-Ritualen, Backlogs und Sprint-Planung in Berührung kommen. Die Grundkenntnisse in agiler Projektarbeit sind deshalb kein Zusatz, sondern ein berufspraktisch relevanter Bestandteil der Qualifikation.
Ist der Kurs für Einsteiger ohne Vorkenntnisse geeignet?
Ja. Der Lehrgang ist explizit für Personen ohne Webdesign-Vorkenntnisse konzipiert. Voraussetzung sind gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie ein persönliches Eignungsgespräch. Alle Inhalte werden von den Grundlagen aufgebaut.
Ist der Kurs förderungsfähig?
Der Lehrgang ist AZAV-zugelassen. Bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen kann er über einen Bildungsgutschein finanziert werden. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter informiert über die konkreten Voraussetzungen und Möglichkeiten.
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Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Produktioner/Produktionerin - Medien9.265 Stellen
- Medienwissenschaft (grundständig)74 Stellen
- Medienproduktion (grundständig)59 Stellen
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien14 Stellen