Überblick
Dieser Lehrgang kombiniert drei Zertifizierungspfade: PRINCE2 Foundation (Axelos), Scrum Product Owner (EXIN Agile Scrum) und ITIL 4 Foundation (Axelos). Abgerundet wird das Paket durch einen Microsoft-Project-Baustein. Der entscheidende Unterschied zur Scrum-Master-Variante dieser Reihe liegt in der Scrum-Rolle: Hier steht die produktverantwortliche Perspektive des Product Owners im Mittelpunkt — Backlog-Entscheidungen, Priorisierung nach Geschäftswert und Stakeholder-Kommunikation — während die Prozessverantwortung des Scrum Masters kein Thema ist. Wer zusätzlich ITIL-4-Kenntnisse für IT-Servicemanagement-Rollen benötigt, findet in diesem Paket eine vollständige Grundausstattung.
Kursinhalte & Lernziele
Baustein PRINCE2 Foundation PRINCE2 ist ein weltweit eingesetztes, prozessorientiertes Projektmanagement-Framework mit besonderer Verbreitung in Europa und im öffentlichen Sektor. Im Foundation-Modul werden das konzeptionelle Fundament und die Fachsprache erarbeitet, die für das Mitarbeiten in PRINCE2-geführten Projekten und für das Bestehen der Foundation-Prüfung notwendig sind. Wer PRINCE2 Foundation beherrscht, kann die Logik von Businesscase-Entscheidungen und Phasenübergängen nachvollziehen und im Projektalltag konstruktiv beitragen.
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien: fortlaufende geschäftliche Rechtfertigung, definierte Rollen und Verantwortlichkeiten, Steuern über Managementphasen, Fokus auf Produkte, Anpassen an die Projektumgebung u. a.
- Überblick über die sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt
- Das Prozessmodell: von Starting Up a Project bis Closing a Project
- Managementprodukte und Toleranzen als Steuerungsinstrumente des Project Boards
- Skalieren und Anpassen des Frameworks auf kleine, mittlere und große Projekte
- Prüfungsformat der PRINCE2-Foundation-Prüfung: Fragetypen, Dauer, Bestehensgrenze
Baustein Scrum Product Owner Der Product Owner steht im Zentrum der Wertschöpfung eines Scrum-Teams. Er oder sie ist verantwortlich für die Maximierung des Produktwerts, hat die Entscheidungshoheit über den Product Backlog und ist die primäre Kontaktperson für Stakeholder, Kunden und den Markt. Im Unterschied zum Scrum Master — der den Prozess schützt und das Team begleitet — entscheidet der Product Owner, was das Team als Nächstes baut. Der Kurs setzt bestandene Scrum-Foundation-Kenntnisse voraus.
- Die Rolle des Scrum Product Owners und Abgrenzung zu Scrum Master und Entwicklungsteam
- Aufbau und Pflege eines Product Backlogs: User Stories, Epics, Akzeptanzkriterien, Definition of Ready
- Business-Case-Tracking und Kommunikation des Produktfortschritts gegenüber Stakeholdern
- Priorisierungslogiken: Value-based Ordering, Cost of Delay, Kano-Modell
- Zusammenarbeit mit Scrum Master und Stakeholdern in Sprint Planning und Sprint Review
- Entscheidungen unter Unsicherheit und konkurrierenden Anforderungen treffen
Baustein ITIL 4 Foundation Die Technology Infrastructure Library (ITIL) ist der internationale Standard für IT-Servicemanagement. Die aktuelle Version ITIL 4 integriert agile und DevOps-Prinzipien und hat das frühere Lifecycle-Modell durch das Service Value System ersetzt — ein ganzheitlicherer Ansatz, der auf Wertschöpfung statt auf Prozessschritten aufbaut. Das Foundation-Modul vermittelt die Grundsprache und -konzepte, die in IT-Betrieb, Helpdesk und IT-Governance weltweit vorausgesetzt werden. Für ITIL 4 Foundation bestehen keine formalen Eingangsvoraussetzungen.
- Grundbegriffe des IT-Servicemanagements: Service, Wert, Ergebnis, Kosten, Risiko
- Das ITIL 4 Service Value System: Service Value Chain, Practices, Guiding Principles, Governance, Continual Improvement
- Die sechs Aktivitäten der Service Value Chain: Plan, Improve, Engage, Design and Transition, Obtain/Build, Deliver and Support
- Die sieben Grundprinzipien (Guiding Principles) von ITIL 4 und ihre Anwendung in der Praxis
- Die vier Dimensionen von ITIL 4: Organisationen und Menschen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Ausgewählte ITIL-4-Practices: Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Service Request Management, Service Desk
- Prüfungsstruktur der ITIL-4-Foundation-Prüfung (Axelos/PeopleCert)
Baustein Microsoft Project Microsoft Project ist in vielen Unternehmen das Standardwerkzeug für die Terminplanung auf Portfolioebene, auch wenn operative Teams agil arbeiten. Der Baustein vermittelt die wesentlichen Bedienkonzepte für eigenständige Projektplanung und ist besonders für Product Owner relevant, die in PRINCE2-geführten Projekten Release-Meilensteine mit dem Sponsor abstimmen müssen.
- Anlegen und Strukturieren von Projekten: Vorgänge, Phasen, Meilensteine
- Abhängigkeiten, Puffer und kritischen Pfad berechnen und visualisieren
- Ressourcenzuweisung und Auslastungsüberwachung
- Basislinien setzen und Soll-Ist-Vergleiche interpretieren
- Projektberichte und Gantt-Diagramme für die Kommunikation mit Sponsoren und Steuerungskomitees
Lernziele:
- PRINCE2-Grundprinzipien, Themen und Prozesse erläutern und in Projektsituationen einsetzen können
- PRINCE2-Managementprodukte und Toleranzen als Steuerungsinstrumente anwenden
- Die Produktverantwortung des Scrum Product Owners von Scrum Master und Entwicklungsteam klar abgrenzen
- Product-Backlog-Einträge nach Geschäftswert priorisieren und Akzeptanzkriterien formulieren
- Business Cases im agilen Kontext entwickeln und transparent gegenüber Stakeholdern kommunizieren
- Die sieben Grundprinzipien von ITIL 4 benennen und im IT-Servicemanagement-Kontext anwenden
- Das ITIL 4 Service Value System erläutern: Service Value Chain, Practices, Governance, Continual Improvement
- Kernpraktiken wie Incident Management, Change Enablement und Service Request Management beschreiben
- Microsoft Project zur Terminplanung und Ressourcenkontrolle in hybriden Projektumgebungen einsetzen
- Ergänzungen und Spannungsfelder zwischen PRINCE2, Scrum und ITIL 4 als komplementäre Frameworks einschätzen
- Prüfungsvorbereitungen für alle drei Zertifizierungsformate strukturieren und gezielt üben
- Berufsfeld- und Branchenoptionen nach Erwerb aller drei Zertifikate realistisch bewerten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Berufstätige, die sowohl für Produktverantwortung in agilen Teams als auch für IT-Servicemanagement-Rollen Zertifikatsnachweise erwerben wollen. Die Dreifach-Kombination ist besonders attraktiv für Fachkräfte in der IT-Branche, wo PRINCE2, Scrum und ITIL häufig parallel in einem Unternehmen eingesetzt werden.
- IT-Fachkräfte, die in Richtung Projektmanagement oder Produktverantwortung wechseln wollen
- Projektmitarbeitende aus IT-Service-Abteilungen, die Scrum-Kompetenzen formalisieren möchten
- Berufswechsler mit technischem oder kaufmännischem Hintergrund ohne formale PM-Ausbildung
- Personen, die nach einer IT-nahen Weiterbildung eine breite Methodenzertifizierung anstreben
- Förderfähige Arbeitnehmer im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes
Die erfolgreiche Teilnahme an einem Scrum-Foundation-Kurs ist Pflichtvoraussetzung für den Product-Owner-Baustein. Für PRINCE2 Foundation und ITIL 4 Foundation bestehen keine formalen Eingangsvoraussetzungen. ITIL 4 Foundation setzt insbesondere keinen PRINCE2-Abschluss voraus — die beiden Frameworks sind unabhängig voneinander einsteigergeeignet. Berufliche Erfahrung in IT-nahen oder projektbezogenen Tätigkeiten erleichtert das Einordnen der Konzepte. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt: Präsenzphasen mit Trainer und eigenverantwortliche Lernabschnitte wechseln sich planmäßig ab. Das Format ist auf die Prüfungsvorbereitungsanforderungen der drei Zertifizierungsstellen abgestimmt — PRINCE2 und ITIL 4 erfordern intensive Terminologiearbeit, während das Product-Owner-Modul stärker mit Szenarien und Priorisierungsübungen arbeitet. Für jedes der drei Zertifikate sind Übungsaufgaben und Musterprüfungen Teil des Curriculums. Das Vollzeitformat erlaubt es, alle Prüfungsvorbereitungen ohne monatelange Pausen abzuschließen.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit absolviert und dauert mehr als einen Monat, üblicherweise bis zu drei Monate. Die genaue Stundenverteilung auf die vier Bausteine wird im individuellen Lernplan vor Kursbeginn festgelegt. Das enthaltene ITIL-4-Modul erhöht den Gesamtumfang im Vergleich zu Paketen ohne ITIL, was durch das Vollzeitformat gut handhabbar bleibt.
Die Prüfungen werden von unabhängigen Zertifizierungsstellen abgenommen: PRINCE2 Foundation und ITIL 4 Foundation von Axelos (PeopleCert), Scrum Product Owner nach dem EXIN-Agile-Scrum-Standard. Wer alle drei Prüfungen besteht, erhält die jeweiligen weltweit anerkannten Herstellerzertifikate. Der Träger stellt zusätzlich ein eigenes Lehrgangszertifikat aus. Das Bestehen hängt vom individuellen Lernaufwand und der Prüfungsleistung ab und ist nicht automatisch garantiert.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus PRINCE2 Foundation, Scrum Product Owner und ITIL 4 Foundation ist besonders in IT-Unternehmen und Organisationen mit gemischten Projektlandschaften wertvoll. PRINCE2 liefert die Governance-Sprache für Steuerungskomitees und Projektsponsorenebene; der Scrum-Product-Owner-Abschluss gibt die Kompetenz für operative Produktentscheidungen im agilen Team; und ITIL 4 Foundation öffnet den Zugang zu IT-Service-Management-Rollen, die in der zunehmend dienstleistungsgetriebenen IT-Branche an Bedeutung gewinnen. ITIL 4 ist dabei kein veraltetes Prozessmodell mehr — durch die Integration agiler und DevOps-Prinzipien schließt es sich inhaltlich direkt an Scrum-Kompetenzen an. Im Vergleich zur Scrum-Master-Variante dieser Reihe liegt der strategische Schwerpunkt anders: Product Owner tragen Produktverantwortung gegenüber Stakeholdern und Markt, nicht Prozessverantwortung gegenüber dem Team. Wer Budgetentscheidungen, Backlog-Priorisierungen oder Produktroadmaps verantworten soll, ist mit dieser Kombination spezifischer aufgestellt als mit der Scrum-Master-Variante des gleichen Dreifach-Pakets. Microsoft Project schließt eine praktische Lücke für Product Owner in hybriden Organisationen. Wer auf Seiten des Entwicklungsteams mit Scrum-Sprints arbeitet, muss auf Seiten des Projektsponsorenboards häufig trotzdem in Gantt-Diagrammen und Meilensteinplänen kommunizieren. Dieser Baustein macht beide Sprachen beherrschbar und macht das Zertifikatspaket auch für Rollen attraktiv, in denen methodische Flexibilität zwischen Projektebene und Produktebene gefragt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Lehrgang von der Scrum-Master-Variante?
Beide Pakete enthalten PRINCE2 Foundation, ITIL 4 Foundation und Microsoft Project. Der Unterschied liegt in der Scrum-Rolle: Dieser Lehrgang schult den Scrum Product Owner (Produktverantwortung, Backlog, Stakeholder), die Scrum-Master-Variante schult den Scrum Master (Prozessfacilitation, Impediment-Removal, Teamführung).
Benötige ich PRINCE2-Vorkenntnisse für den ITIL-4-Baustein?
Nein. ITIL 4 Foundation hat keine formalen Eingangsvoraussetzungen und setzt insbesondere keinen PRINCE2-Abschluss voraus. Beide Frameworks sind unabhängig voneinander zugänglich. Im Kurs werden sie als komplementäre, nicht voneinander abhängige Methodenwelten behandelt.
Welche Zertifikate erwerbe ich nach bestandenen Prüfungen?
Sie erwerben PRINCE2 Foundation (Axelos/PeopleCert), Scrum Product Owner (EXIN Agile Scrum) und ITIL 4 Foundation (Axelos/PeopleCert). Zusätzlich stellt der Träger ein eigenes Lehrgangszertifikat aus.
Was ist neu an ITIL 4 im Vergleich zu älteren ITIL-Versionen?
ITIL 4 ersetzt das prozessbasierte Lifecycle-Modell (Service Strategy, Service Design, Service Transition, Service Operation, CSI) durch das Service Value System mit Service Value Chain und über 30 Practices. Es integriert agile und DevOps-Prinzipien und betont Wertschöpfung statt Prozessschritte. Dieser Kurs vermittelt ausschließlich ITIL-4-Inhalte.
Kann dieser Kurs über öffentliche Förderprogramme finanziert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz möglich, wenn die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die individuelle Fördersituation wird im Beratungsgespräch vor Kursstart geklärt.
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