Überblick
Projektleitende stehen häufig vor der Anforderung, sowohl in agilen als auch in strukturiert-klassischen Projektumgebungen zu arbeiten. Diese Weiterbildung qualifiziert für genau diese doppelte Kompetenz: Scrum als Framework für iterative, teamgetriebene Projektarbeit und PRINCE2 als anerkannte Methodik für strukturierte Projektsteuerung mit klaren Rollen und Managementprodukten. Das Programm bereitet auf die Zertifizierungsprüfungen beider Methoden vor und vermittelt gleichzeitig, wie sich agile und klassische Ansätze in der Praxis sinnvoll kombinieren lassen — ein Profil, das in hybriden Projektumgebungen zunehmend gefragt ist.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum Expert — agiles Projektmanagement als Scrum Master Das Scrum-Modul bildet einen der beiden Kernpfeiler des Programms. Es führt vollständig in das Scrum-Framework ein, das heute in der Softwareentwicklung, im IT-Management und in vielen weiteren Branchen als agile Arbeitsgrundlage etabliert ist. Das Modul geht dabei über das reine Regelwerk hinaus und vermittelt das agile Mindset als Grundlage wirkungsvoller Scrum-Anwendung.
- Scrum-Prinzipien und Werte: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut
- Die drei Scrum-Rollen im Detail: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Die fünf Scrum-Ereignisse: Sprint, Sprint-Planung, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive
- Die drei Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment
- Backlog Refinement: Anforderungen verstehen, aufteilen und schätzen
- Sprint-Steuerung: Planung unter Unsicherheit und Kapazitätsgrenzen
- Dysfunktionale Muster in Scrum-Teams erkennen und adressieren
- Scrum-Skalierung: erste Ansätze für größere Projektvorhaben
- Vorbereitung auf die Scrum-Zertifizierungsprüfung
PRINCE2 — strukturierte Projektsteuerung für hybride Umgebungen PRINCE2 ist eine weltweit anerkannte Projektmanagement-Methode, die mit sieben Prinzipien, sieben Themen und sieben Prozessen eine vollständige Struktur für die Projektsteuerung bietet. Das Modul deckt Foundation- und Practitioner-Niveau ab und bereitet auf beide Prüfungen vor.
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien: Grundsätze, die für jedes Projekt gelten
- PRINCE2-Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt
- PRINCE2-Prozesse vom Starten bis zum Abschließen eines Projekts
- Projektorganisation: Projektsponsor, Projektlenkungsausschuss, Projektleiter, Teammanager
- Managementprodukte: Projektauftrag, Projektinitiierungsdokumentation, Phasenplan
- Stage-Gates und Ausnahmeverfahren bei Toleranzüberschreitung
- Konfigurationsmanagement und Änderungssteuerung
- PRINCE2 Practitioner: Anwendung auf komplexe Projektszenarien
- Rezertifizierungshinweis: PRINCE2 Practitioner erfordert Erneuerung nach drei Jahren
Hybrides Projektmanagement — Scrum und PRINCE2 kombinieren Wer sowohl Scrum als auch PRINCE2 beherrscht, verfügt über ein Profil, das in der Praxis sehr gefragt ist. Dieser Baustein verbindet beide Methoden konzeptionell und zeigt, wie sie sich gegenseitig ergänzen statt zu widersprechen.
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Scrum und PRINCE2 systematisch verstehen
- PRINCE2-Projektstruktur als Rahmen für Scrum-Sprints einsetzen
- Rollen verbinden: Scrum Master und Projektleiter, Product Owner und Business Case
- Hybride Planung: Phasenpläne mit Sprint-Zyklen kombinieren
- Stakeholder-Management nach PRINCE2 in agilen Projekten einsetzen
- Typische Integrationsprobleme und wie man sie vermeidet
Praxisarbeit und Transferprojekte
- Planspiel: ein komplexes Projekt mit Scrum und PRINCE2 gemeinsam steuern
- Erarbeitung eines Project Initiation Document für einen eigenen Projektkontext
- Simulation einer Scrum-Retrospektive mit kritischer Auswertung
- PRINCE2-Risikoregister für ein reales Szenario erstellen und bewerten
- Stakeholder-Kommunikationsplan nach PRINCE2 erarbeiten
- Backlog-Planung für einen Sprint unter unvollständiger Anforderungslage
- Identifikation hybrider Anwendungsfälle aus dem eigenen Berufsfeld
- Peer-Feedback zu Scrum-Moderationsübungen
- Abschlussarbeit: eigenes Projektmanagement-Konzept mit Scrum und PRINCE2
- Auswertung realer Projektdokumente aus IT- und Industrieprojekten
- Vergleich: Wann eignet sich Scrum, wann PRINCE2, wann eine hybride Kombination?
- Transfergespräch: Anwendung der Methoden auf aktuelle berufliche Vorhaben
Lernziele:
Im Programmabschluss werden folgende Kompetenzen erworben und nachgewiesen —
- das vollständige Scrum-Framework anwenden: Rollen, Ereignisse und Artefakte
- Scrum-Teams als Scrum Master eigenständig führen und coachen
- PRINCE2-Projektstrukturen aufsetzen und in laufende Vorhaben einführen
- Rollen und Verantwortlichkeiten nach PRINCE2 klar zuweisen
- Risiko-, Änderungs- und Konfigurationsmanagement nach PRINCE2 durchführen
- agile und klassische Methoden in hybriden Projekten situationsgerecht kombinieren
- Backlogs managen und Sprint-Planung unter realistischen Randbedingungen gestalten
- Stakeholder strukturiert einbeziehen und Projektkommunikation steuern
- Stage-Gates und Toleranzrahmen nutzen, um Projekte auf Kurs zu halten
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Scrum und PRINCE2 benennen und im Team kommunizieren
- die eigene Rolle als Scrum Master und Projektleitende professionell verstehen und weiterentwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an Personen, die branchenübergreifende Methoden für die Projektleitung erwerben und international anerkannte Zertifizierungen anstreben. Typische Teilnehmende —
- Einsteiger ins Projektmanagement ohne formale Methodenausbildung
- Fachkräfte aus IT, Industrie oder Dienstleistung, die in Projektleitungsrollen wechseln
- Bestehende Projektleitende, die ihre Methodenkompetenz um den jeweils anderen Ansatz erweitern möchten
- Product Owner und Scrum Master, die PRINCE2 als strukturierten Ergänzungsrahmen kennenlernen wollen
Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sowie routinierter Umgang mit einem Computer und gängiger Software werden vorausgesetzt. Erste Berufserfahrung in der Projektarbeit erleichtert den Praxistransfer erheblich, ist aber keine formale Zulassungsvoraussetzung. Vorkenntnisse in Scrum oder PRINCE2 sind nicht erforderlich — das Programm führt in beide Methoden von Grund auf ein.
Ablauf & Abschluss
Das Programm verbindet angeleitete Lernphasen — im Online- oder Präsenzformat — mit eigenverantwortlichen Übungseinheiten. Praxissimulationen, Planspiele und die Bearbeitung realitätsnaher Projektfälle sind fester Bestandteil. Die Methodenmodule sind auf die offiziellen Prüfungsformate abgestimmt, ohne den Kurs auf Drill-Training zu reduzieren. Der hybride Baustein verbindet beide Methoden aktiv miteinander und fördert das praktische Transferdenken. Der Kurs ist als Vollzeit- und Teilzeitvariante buchbar.
Das Programm umfasst Scrum, PRINCE2 Foundation und Practitioner sowie das hybride Integrationsmodul. Die Gesamtdauer richtet sich nach der gewählten Intensität. Vollzeitvarianten ermöglichen einen zügigeren Abschluss; Teilzeitvarianten erlauben die Weiterbildung neben beruflichen Verpflichtungen. Alle Bausteine sind inhaltlich aufeinander abgestimmt.
Das Programm bereitet auf die Scrum-Zertifizierung sowie auf PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner vor. Die Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt. PRINCE2 Practitioner ist nach drei Jahren zu erneuern; Foundation ist unbefristet gültig. Der Kursanbieter stellt nach Abschluss aller Bausteine eine Abschlussbescheinigung aus, die den Umfang des absolvierten Programms dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Scrum und PRINCE2 ist in der Praxis eine besonders wertvolle Qualifikation, weil sie Projektleitende befähigt, in unterschiedlichen Organisationskulturen und Projektkontexten gleichermaßen kompetent aufzutreten. Viele Organisationen arbeiten weder vollständig agil noch rein klassisch — hybride Projektkulturen sind die Realität. Wer beide Ansätze wirklich beherrscht, kann in diesen Umgebungen vermitteln, moderieren und steuern. Die internationalen Zertifikate aus diesem Programm sind in IT, Finanzwesen, Beratung, Industrie und öffentlichem Sektor gleichermaßen anerkannt. Scrum öffnet Türen in agile Entwicklungsumgebungen und Produktorganisationen; PRINCE2 ist besonders in regulierten Umgebungen und bei Großprojekten mit klaren Governance-Anforderungen gefragt. Absolventen verlassen das Programm mit zwei zertifizierten Methodenkompetenzen und dem zusätzlichen Verständnis, wie sie sich gegenseitig ergänzen. Das ist ein Profil, das auf dem Arbeitsmarkt präzise positionierbar ist und sowohl für Bewerbungen auf Projektleitungsstellen als auch für den Aufbau einer freiberuflichen Coaching-Tätigkeit eine solide Grundlage bildet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum brauche ich sowohl Scrum als auch PRINCE2?
In der Praxis arbeiten viele Organisationen hybrid — mit agilen Sprints innerhalb strukturierter Projektrahmenbedingungen. Wer beide Methoden beherrscht, kann in diesen Umgebungen wirkungsvoll führen, moderieren und zwischen den Ansätzen vermitteln. Das kombinierte Profil ist auf dem Arbeitsmarkt deutlich gefragter als eine rein einseitige Methodenkompetenz.
Welche Zertifikate werden vorbereitet?
Das Programm bereitet auf die Scrum-Zertifizierung sowie auf PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner vor. Die Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt. PRINCE2 Practitioner muss nach drei Jahren erneuert werden.
Ist das Programm auch für Einsteiger geeignet?
Ja. Das Programm setzt kein Vorwissen in Scrum oder PRINCE2 voraus. Erste Erfahrungen in der Projektarbeit sind hilfreich, aber keine Pflicht. Beide Methoden werden von Grund auf eingeführt und durch Praxisübungen vertieft.
Wie lange dauert das Programm?
Die Dauer richtet sich nach der gewählten Variante. Vollzeitvarianten ermöglichen einen schnelleren Abschluss; Teilzeitvarianten passen die Weiterbildung an eine laufende Berufstätigkeit an. Alle Bausteine sind inhaltlich aufeinander abgestimmt.
Werden Scrum und PRINCE2 auch in ihrer Kombination gelehrt?
Ja. Ein eigener Baustein widmet sich dem hybriden Projektmanagement und zeigt, wie PRINCE2-Strukturen als Rahmen für Scrum-Sprints genutzt werden können, wie Rollen beider Methoden zusammenpassen und wo typische Integrationsprobleme entstehen und vermieden werden.
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