Überblick
Diese Weiterbildung bereitet gezielt auf die Rolle des Scrum Masters vor und verbindet sie mit zwei angrenzenden Qualifikationen: dem klassisch-hybriden Projektmanagement-Rahmenwerk PRINCE2 und einer vertieften DevOps-Praxis auf Professional-Niveau. Im Zentrum steht die Scrum-Master-Rolle als prozessverantwortliche, dienende Führungsposition im agilen Team – ergänzt um strukturierte Projektsteuerung und die technisch-kulturelle Perspektive von Entwicklung und Betrieb. Wer nach diesem Kurs sowohl in stark strukturierten als auch in agilen und DevOps-geprägten Umgebungen souverän agieren möchte, findet hier die passende Kombination.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Scrum Master – Rolle, Events und Teambegleitung Der erste Baustein macht die Teilnehmenden mit dem Scrum-Rahmenwerk aus der Perspektive des Scrum Masters vertraut. Anders als der Product Owner trägt der Scrum Master keine Verantwortung für den Produktinhalt, sondern für die Qualität des Prozesses und die Leistungsfähigkeit des Teams.
- Werte und Grundprinzipien von Scrum als empirisches Vorgehensmodell
- Rollen im Scrum Team: Abgrenzung von Scrum Master, Product Owner und Entwicklungsteam
- Sprint Planning strukturiert vorbereiten und moderieren
- Daily Scrum als kurzes Synchronisationsformat wirksam gestalten
- Sprint Review und Retrospektive zur kontinuierlichen Verbesserung nutzen
- Umgang mit Konflikten und Hindernissen im Teamalltag
Modul 2: Projektsteuerung nach PRINCE2 Dieses Modul führt in das strukturierte, phasenbasierte Projektmanagement nach PRINCE2 ein – ein Rahmenwerk, das anders als Scrum auf klar definierten Managementebenen, Kontrollpunkten und einem durchgehenden Business Case beruht. Die Teilnehmenden lernen, wie sich PRINCE2 und agile Ansätze in der Praxis ergänzen können.
- Die sieben Prinzipien von PRINCE2 als Fundament jeder Projektentscheidung
- Prozessmodell: von der Projektvorbereitung bis zum kontrollierten Projektabschluss
- Rollen und Verantwortlichkeiten in der PRINCE2-Projektorganisation
- Business Case als durchgehendes Steuerungsinstrument über die Projektlaufzeit
- Risiko-, Qualitäts- und Änderungsmanagement innerhalb des PRINCE2-Rahmens
- Phasenplanung und Toleranzgrenzen als Kontrollmechanismen
Modul 3: DevOps Professional – Kultur und technische Praxis Der dritte Baustein vertieft die DevOps-Perspektive auf professionellem Niveau. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Entwicklung (Dev) und Betrieb (Ops), das klassische Silogrenzen auflöst und Software schneller sowie stabiler in Produktion bringt.
- Grundgedanke von DevOps: gemeinsame Verantwortung von Entwicklung und Betrieb
- Continuous Integration: Codeänderungen laufend zusammenführen und automatisiert prüfen
- Continuous Delivery und Continuous Deployment als Ausbaustufen automatisierter Auslieferung
- Automatisierte Test- und Build-Pipelines konzeptionell planen
- Monitoring und Feedback-Schleifen zwischen Betrieb und Entwicklung
- Kulturelle Voraussetzungen für DevOps: Vertrauen, Transparenz, geteilte Verantwortung
Praxisintegration: Rollen, Rahmenwerke und Automatisierung zusammenführen Im Praxisteil verzahnen die Teilnehmenden die drei Perspektiven miteinander, statt sie isoliert abzuarbeiten. Ausgangspunkt sind konkrete Szenarien, in denen ein Scrum Master zugleich mit PRINCE2-geprägten Stakeholdern und einer DevOps-Pipeline umgehen muss – eine Situation, die in vielen Unternehmen mit gemischten Steuerungsmodellen längst Alltag ist.
- Moderation einer vollständigen Sprint-Zyklus-Simulation vom Planning bis zur Retrospektive
- Aufbau eines PRINCE2-Phasenplans für ein Beispielprojekt mit Business Case
- Identifikation und Eskalation eines Impediments im simulierten Teamkontext
- Gegenüberstellung von PRINCE2-Kontrollpunkten und Scrum-Sprintgrenzen an einem Fallbeispiel
- Konzeption einer einfachen CI/CD-Pipeline für ein Beispielprojekt
- Analyse eines Konflikts zwischen agilem Team und klassisch gesteuerter Linienorganisation
- Bewertung, wann PRINCE2-Phasenlogik und wann Scrum-Sprintlogik die passendere Steuerung ist
- Erarbeitung einer Risikomatrix nach PRINCE2 für ein technisches Projekt
- Diskussion typischer DevOps-Widerstände in traditionell organisierten Unternehmen
- Rollenspiel: Scrum Master moderiert ein eskaliertes Review-Meeting
- Aufbau eines Kommunikationsplans zwischen Projektboard und agilem Team
- Rückschau der eigenen Moderationsrolle anhand konkreter Fallbeispiele aus dem Kurs
Die drei Bausteine werden bewusst nicht additiv nebeneinandergestellt, sondern immer wieder aufeinander bezogen: Wo greift PRINCE2-Phasendenken in ein Sprint-Rhythmus ein, wo unterstützt eine DevOps-Pipeline die Umsetzung eines PRINCE2-Arbeitspakets, und wo muss der Scrum Master zwischen beiden Logiken vermitteln. Am Ende jedes Bausteins steht ein fachlicher Abschluss, der auf die jeweilige externe Zertifizierungsprüfung vorbereitet – die konkrete Prüfungsform hängt vom gewählten Modul und Anbieter ab.
Lernziele:
- Die Rolle, Verantwortung und Haltung des Scrum Masters im Team präzise einordnen
- Scrum-Events – Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive – professionell moderieren
- Hindernisse (Impediments) systematisch erkennen, benennen und aus dem Weg räumen
- Das Scrum Team vor störenden äußeren Einflüssen abschirmen und schützen
- Die sieben Prinzipien von PRINCE2 verstehen und auf reale Projektsituationen anwenden
- Ein Projekt nach PRINCE2 in Phasen, Managementebenen und Kontrollpunkte strukturieren
- Business Case, Projektorganisation und Risikomanagement nach PRINCE2 erarbeiten
- Grundkonzepte von DevOps – Kultur, Automatisierung, Zusammenarbeit von Dev und Ops – einordnen
- Continuous Integration und Continuous Delivery als durchgängige Praxis verstehen und anwenden
- Automatisierte Build-, Test- und Deployment-Prozesse konzeptionell gestalten
- Agile und klassische Steuerungslogiken situativ gegeneinander abwägen und kombinieren
- Die eigene Moderations- und Coaching-Kompetenz im agilen Kontext gezielt weiterentwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die die Rolle des Scrum Masters in agilen Teams übernehmen oder ausbauen möchten und zugleich in Organisationen arbeiten, die klassische und agile Steuerung parallel einsetzen. Er passt besonders gut für alle, die zwischen unterschiedlichen Projektkulturen vermitteln müssen.
- Angehende oder bereits aktive Scrum Master, die sich formal qualifizieren möchten
- Projektmitarbeitende in Organisationen mit hybrider Projektsteuerung
- Fachkräfte, die von klassischem Projektmanagement in agile Rollen wechseln
- IT-nahe Mitarbeitende, die DevOps-Grundlagen mit Prozessmoderation verbinden wollen
- Berufstätige, die sich für eine Führungsrolle im agilen Umfeld qualifizieren möchten
Erwartet werden gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende Computerkenntnisse. Ein Grundverständnis von Projektarbeit ist hilfreich, aber keine formale Voraussetzung – Vorerfahrung mit Scrum oder klassischem Projektmanagement erleichtert den Einstieg. Spezifische IT-Vorkenntnisse für den DevOps-Baustein sind nicht zwingend erforderlich, ein technisches Grundverständnis unterstützt jedoch das Verständnis der Automatisierungskonzepte.
Ablauf & Abschluss
Die drei Bausteine werden jeweils eigenständig vermittelt und im Praxisteil miteinander verzahnt, sodass die Teilnehmenden die Übergänge zwischen Rollen und Rahmenwerken direkt erleben. Rollenspiele und Simulationen – etwa die Moderation eines vollständigen Sprints – bilden einen festen Bestandteil, da die Scrum-Master-Rolle stark von Moderationskompetenz lebt. Ergänzt wird dies durch strukturierte Fallarbeit zu PRINCE2-Phasenplänen und konzeptionelle Übungen zu DevOps-Pipelines.
Die Weiterbildung ist modular aus drei Themenbausteinen aufgebaut und kann in Vollzeit absolviert werden. Der Gesamtumfang richtet sich nach der gewählten Kombination aus Scrum-Master-Qualifizierung, PRINCE2-Baustein und DevOps-Professional-Vertiefung; genaue Wochenzahlen und Termine sind über die jeweiligen Anbieter abrufbar.
Jeder der drei Bausteine schließt mit einem eigenen Nachweis ab. Der Bildungsanbieter stellt ein trägerinternes Zertifikat über die Teilnahme aus; für die Scrum-Master- und PRINCE2-Inhalte bereitet der Kurs zusätzlich auf die jeweiligen externen Zertifizierungsprüfungen der zuständigen Zertifizierungsstellen vor. Für den DevOps-Baustein handelt es sich um eine anbieterinterne Professional-Stufe, die die technische und kulturelle DevOps-Praxis vertieft; sie ist von den herstellergebundenen PRINCE2- und Scrum-Zertifizierungen zu unterscheiden.
Nutzen & Perspektiven
Wer als Scrum Master arbeiten will, trifft in der Praxis selten auf ein Unternehmen, das ausschließlich agil steuert. Viel häufiger begegnen sich Scrum-Teams und klassisch strukturierte Projektorganisationen im selben Unternehmen – und genau an dieser Schnittstelle entsteht ein hoher Bedarf an Menschen, die beide Sprachen sprechen. Diese Weiterbildung adressiert diesen Bedarf direkt, indem sie die Scrum-Master-Rolle nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit PRINCE2-Phasendenken vermittelt. Der zusätzliche DevOps-Baustein erweitert das Profil um eine technische Dimension, die in agilen IT-Teams zunehmend erwartet wird. Ein Scrum Master, der versteht, wie Continuous Integration und Delivery funktionieren, kann Hindernisse im Entwicklungsprozess besser einordnen und gezielter moderieren, statt technische Diskussionen nur zu organisieren, ohne sie fachlich nachvollziehen zu können. In Summe positioniert sich diese Kombination für Rollen, die Prozessmoderation, strukturierte Projektsteuerung und technisches Grundverständnis gleichermaßen verlangen – etwa als Scrum Master in gewachsenen IT-Organisationen, als Bindeglied zwischen Projektmanagement-Office und agilen Teams oder als Ausgangspunkt für eine spätere Rolle als Agile Coach.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau macht ein Scrum Master anders als ein Product Owner?
Der Scrum Master verantwortet den Prozess und die Zusammenarbeit im Team – er moderiert Events, beseitigt Hindernisse und schützt das Team vor Störungen. Der Product Owner hingegen entscheidet über den Produktinhalt und die Priorisierung des Backlogs. Beide Rollen ergänzen sich, sind aber klar getrennt.
Warum werden PRINCE2 und Scrum in einem Kurs kombiniert?
In der Praxis treffen agile Teams häufig auf klassisch strukturierte Projektorganisationen, die nach PRINCE2 steuern. Wer beide Rahmenwerke versteht, kann zwischen Sprint-Rhythmus und Phasenlogik vermitteln und ist in hybriden Unternehmensstrukturen deutlich handlungsfähiger.
Brauche ich Programmierkenntnisse für den DevOps-Baustein?
Nein. Der DevOps-Professional-Baustein vermittelt das konzeptionelle Verständnis von Continuous Integration, Continuous Delivery und der Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb. Ein technisches Grundverständnis hilft, konkrete Programmierkenntnisse sind aber nicht vorausgesetzt.
Wie ist der Kurs aufgebaut – nacheinander oder parallel?
Die drei Bausteine Scrum Master, PRINCE2 und DevOps Professional werden inhaltlich eigenständig vermittelt und im Praxisteil gezielt miteinander verzahnt, etwa in Fallbeispielen, in denen alle drei Perspektiven gleichzeitig gefragt sind.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Für jeden Baustein stellt der Bildungsanbieter ein trägerinternes Teilnahmezertifikat aus. Für Scrum Master und PRINCE2 bereitet der Kurs zusätzlich auf die jeweilige externe Zertifizierungsprüfung vor; der DevOps-Baustein schließt mit einer anbieterinternen Professional-Stufe ab.
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