Überblick
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die bereits eine Grundausbildung im agilen Arbeiten absolviert haben und nun die Scrum-Rolle des Scrum Masters professionell ausfüllen möchten. Inhaltlich vertieft er die Kernprinzipien des Scrum-Frameworks, schärft das Rollenverständnis des Scrum Masters und schließt mit der Vorbereitung auf eine externe Zertifizierungsprüfung — typischerweise auf dem Niveau eines Professional Scrum Master I (PSM I) oder vergleichbarer EXIN-Scrum-Prüfung. Der Fokus liegt auf der reinen Scrum-Rolle, nicht auf einem Methoden-Mix. Wer ein breites Methoden-Portfolio aus Scrum, PRINCE2, Kanban und DevOps sucht, sollte zu einem der anderen Kurse dieser Kursreihe greifen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Agiles Mindset und Scrum-Grundlagen im Vertiefungskontext Dieser Block schließt an das Foundation-Niveau an und verankert das agile Mindset als Haltung, nicht nur als Prozessmodell. Teilnehmer reflektieren, inwiefern die zwölf Agilen Prinzipien in realen Projekten gelebt werden, und erarbeiten, wo typische Diskrepanzen zwischen agiler Theorie und Unternehmensrealität entstehen.
- Agile Werte und Prinzipien im Berufsalltag verankern
- Unterschied zwischen agiler Haltung und agilen Praktiken
- Scrum als empirisches Prozessmodell (Transparenz, Inspektion, Adaption)
- Häufige Missverständnisse rund um Scrum im Unternehmenskontext
- Abgrenzung zu verwandten Frameworks (Kanban, XP, SAFe)
- Reifegrad agiler Teams einschätzen und gezielt entwickeln
Modul 2 — Die Scrum-Rollen im Detail Die Rolle des Scrum Masters wird in ihrer ganzen Breite erarbeitet: als Servant Leader für das Entwicklungsteam, als Coach für den Product Owner und als Change Agent gegenüber der Organisation. Besonderes Gewicht liegt auf dem Zusammenspiel der drei Rollen und auf häufig auftretenden Rollenüberschneidungen.
- Servant Leadership als Führungsprinzip des Scrum Masters
- Zusammenarbeit zwischen Scrum Master und Product Owner
- Selbstorganisation und Eigenverantwortung im Entwicklungsteam fördern
- Umgang mit Rollen-Konflikten und unklaren Verantwortlichkeiten
- Coaching-Haltung vs. direkte Führung — situativ entscheiden
- Scrum Master als Moderator, Coach und Facilitator in einem
Modul 3 — Sprint-Zeremonien und Artefakte professionell gestalten Dieser Block behandelt den operativen Kern von Scrum: wie Zeremonien effektiv moderiert werden, wie Artefakte präzise gepflegt werden und wie das Team durch regelmäßige Retrospektiven kontinuierlich besser wird. Praktische Übungen und Fallbeispiele illustrieren häufige Stolperfallen.
- Sprint Planning: Kapazitätsplanung, Sprint Goal formulieren, Tasks zerlegen
- Daily Scrum: Fokus auf Fortschritt und Impediments, kein Status-Meeting
- Sprint Review: Stakeholder einbinden, Feedback strukturiert aufnehmen
- Sprint Retrospektive: Formate (Starfish, 4L's, Sailboat) und Moderationstechniken
- Definition of Done erstellen und konsequent durchsetzen
- Product Backlog Refinement als kontinuierliche Teamaufgabe
Modul 4 — Praxisanwendung und Zertifizierungsvorbereitung In diesem Abschnitt wird das erarbeitete Wissen durch praxisnahe Übungen gefestigt. Fallstudien zeigen typische Sprint-Verläufe in realen Projektkontexten; Simulationsaufgaben bereiten auf die Denk- und Fragelogik der Zertifizierungsprüfung vor.
- Agile Planung über mehrere Sprints hinweg (Release Planning)
- Schätztechniken im Einsatz: Planning Poker, Story Points, Velocity
- Umgang mit Scope-Änderungen während laufender Sprints
- Stakeholder-Kommunikation und Transparenz durch Scrum-Artefakte
- Fallstudien aus der Praxis: Impediments, Teamkonflikte, Stakeholder-Druck
- Skalierung von Scrum in größeren Vorhaben (Überblick)
- Typische Fragen und Aufgabenformate der EXIN-Scrum-Prüfung
- Nutzung offizieller Lernmaterialien und des Scrum Guides zur Prüfungsvorbereitung
- Zeitplanung und Prüfungslogistik besprechen
- Wissenslücken im Peer-Review gezielt schließen
- Übungssprints in der Gruppe durchführen
- Lessons Learned aus dem Kurs in den eigenen Berufskontext übertragen
Gemeinsam mit dem Trainer reflektieren die Teilnehmer ihre persönliche Entwicklung als Scrum Master und erarbeiten, wie sie das Gelernte unmittelbar in ihrem beruflichen Umfeld anwenden können. Der Kurs endet mit einer umfassenden Wiederholung der prüfungsrelevanten Inhalte.
Lernziele:
- Die Werte und Prinzipien des Agilen Manifests auf die tägliche Scrum-Praxis anwenden
- Die Rolle des Scrum Masters von der des Product Owners und des Entwicklungsteams klar abgrenzen
- Sprint-Zeremonien (Planning, Daily, Review, Retrospektive) eigenständig moderieren und nachhaltig verbessern
- Das Product Backlog gemeinsam mit dem Product Owner pflegen und priorisieren
- Impediments identifizieren, kommunizieren und systematisch beseitigen
- Agile Schätzmethoden wie Planning Poker und relative Größenschätzung situationsgerecht einsetzen
- Scrum-Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment, Definition of Done) korrekt definieren und führen
- Stakeholder in die agile Arbeitsweise einführen und deren Erwartungen transparent managen
- Konflikte im Team mit geeigneten Facilitation-Techniken konstruktiv lösen
- Scrum auf Organisationsebene verankern und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess etablieren
- Die prüfungsrelevanten Konzepte der EXIN-Scrum-Zertifizierung sicher beherrschen
- Unterschiede zwischen reinem Scrum und hybriden Ansätzen benennen und einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Berufstätige, die bereits Grundkenntnisse im agilen Projektmanagement mitbringen — vorzugsweise auf Foundation-Niveau — und die Rolle des Scrum Masters in ihrem Unternehmen oder Projekt übernehmen möchten.
- IT-Professionals, Entwickler und Teamleads, die ihre Projekte agil führen wollen
- Projektmanager mit klassischem Hintergrund, die auf agile Methoden umsteigen
- Qualitätssicherungsverantwortliche, die in agilen Teams mitarbeiten
- Personen, die eine international anerkannte Scrum-Zertifizierung anstreben
- Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium und Affinität zu Technologie und Prozessen
Vorausgesetzt wird die erfolgreiche Teilnahme an einem Scrum-Foundation-Kurs oder vergleichbares Wissen auf EXIN-Agile-Scrum-Foundation-Niveau. Die Inhalte dieses Kurses bauen direkt auf diesen Kenntnissen auf; ohne diese Grundlage sind weite Teile des Stoffs schwer nachvollziehbar. Grundlegende Vertrautheit mit Projektarbeit im IT- oder kaufmännischen Umfeld ist hilfreich, aber kein zwingendes Ausschlusskriterium. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt; Lernmaterialien und Scrum Guide liegen teilweise auf Englisch vor, sodass Basiskenntnisse der englischen Sprache von Vorteil sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das Online-Präsenzphasen mit selbstgesteuerten Lernphasen verbindet. Im Mittelpunkt stehen interaktive Gruppenübungen, in denen typische Scrum-Zeremonien simuliert und ausgewertet werden. Lehrvideos, kommentierte Fallstudien und Selbstlernaufgaben flankieren die Präsenzeinheiten. Das Lernmaterial ist am offiziellen Scrum Guide ausgerichtet und enthält reale Beispiele aus Software- und Nicht-IT-Projekten.
Der Kurs wird in Teilzeit angeboten, sodass er sich gut mit einer Berufsausübung oder anderen Verpflichtungen vereinbaren lässt. Der genaue Stundenumfang variiert je nach Anbieter; typischerweise umfassen vergleichbare Vertiefungskurse dieses Niveaus 30 bis 60 Unterrichtseinheiten, verteilt über mehrere Wochen. Aktuelle Termine und Laufzeiten entnehmen Sie bitte den Angeboten der jeweiligen Anbieter auf Kursweg.
Absolventen erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf eine externe Zertifizierungsprüfung vor — typischerweise den EXIN Agile Scrum Master oder den Professional Scrum Master I (PSM I) von Scrum.org. Diese Prüfungen werden unabhängig vom Bildungsträger bei akkreditierten Prüfungszentren oder online abgelegt. Das Bestehen einer solchen Prüfung wird von Unternehmen weltweit als Kompetenznachweis anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Die Rolle des Scrum Masters ist in der modernen Arbeitswelt eine der gefragtesten Positionen im Bereich agiler Projektführung. Wer diese Rolle professionell ausfüllen kann, ist in der Lage, Teams dabei zu unterstützen, gemeinsam mehr zu leisten, Hindernisse systematisch aus dem Weg zu räumen und eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu etablieren. Eine externe Zertifizierung macht dieses Können gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern sichtbar und schafft eine gemeinsame Sprache in international agierenden Teams. Der Kurs geht über das reine Methoden-Wissen hinaus: Facilitation-Techniken, Coaching-Ansätze und das Verständnis für Gruppenentwicklung machen Teilnehmer zu effektiven Moderatoren und Mentoren. Diese Fähigkeiten sind nicht nur im IT-Umfeld wertvoll — sie zahlen sich in jedem Bereich ein, in dem Projektarbeit stattfindet, von der Produktentwicklung über das Gesundheitswesen bis zur öffentlichen Verwaltung. Wer den Kurs mit der anschließenden Zertifizierungsprüfung abschließt, signalisiert damit, dass er nicht nur Scrum-Regeln kennt, sondern den Rahmen auch in realen, manchmal unübersichtlichen Projektkontexten anwenden kann. Das eröffnet den Einstieg in agile Führungsrollen, den Aufstieg zum Agile Coach oder den Wechsel in Unternehmen, die digitale Transformationsvorhaben betreiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Vorausgesetzt wird Wissen auf EXIN-Agile-Scrum-Foundation-Niveau oder die erfolgreiche Teilnahme an einem vergleichbaren Foundation-Kurs. Ohne diese Grundlage sind weite Teile des Stoffs schwer nachvollziehbar.
Welches Zertifikat kann ich nach dem Kurs erwerben?
Der Kurs bereitet auf externe Prüfungen wie den EXIN Agile Scrum Master oder den Professional Scrum Master I (PSM I) von Scrum.org vor. Diese werden unabhängig vom Bildungsträger abgelegt und sind international anerkannt.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem breiten PM-Methoden-Bundle?
Dieser Kurs fokussiert ausschließlich auf die Scrum-Rolle des Scrum Masters. Wer zusätzlich PRINCE2, Kanban oder DevOps erlernen möchte, ist bei einem der kombinierten Kursangebote besser aufgehoben.
Ist der Kurs auch in Teilzeit absolvierbar?
Ja, der Kurs wird in Teilzeit angeboten und ist so konzipiert, dass er sich mit einer Berufstätigkeit vereinbaren lässt. Das Combined-Learning-Format erlaubt flexible Selbstlernphasen neben den Online-Präsenzeinheiten.
Wie schreibt man Scrum korrekt?
Scrum ist ein Eigenname, kein Akronym — die korrekte Schreibweise lautet immer „Scrum", nicht „SCRUM". Das ist auch im offiziellen Scrum Guide so festgelegt.
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