Überblick
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen, die agiles Projektmanagement nicht auf eine einzige Methode reduzieren wollen, sondern ein breites, aufeinander aufbauendes Methodenportfolio aufbauen möchten — ergänzt um DevOps-Kompetenz als technisch-kulturelle Brücke zwischen Entwicklung und Betrieb. Das Programm verbindet Scrum-Grundlagen, PRINCE2-Strukturen und ITIL-4-Service-Management mit den Kernpraktiken des DevOps-Master-Curriculums. Wer diesen Lehrgang abschließt, kann Projekte agil steuern, Servicequalität nach ITIL 4 sichern und DevOps-Kulturen mitgestalten — drei Kompetenzen, die in modernen IT-Organisationen zunehmend in einer einzigen Rolle zusammenkommen.
Kursinhalte & Lernziele
Agiles Projektmanagement mit Scrum Scrum ist der Ausgangspunkt. Das Vorgehensmodell strukturiert Arbeit in kurzen, iterativen Sprints und verteilt Verantwortung klar auf drei Rollen. Im Kurs werden alle Scrum-Zeremonien, Artefakte und Werte erarbeitet — von der Sprint-Planung bis zur Retrospektive. Besonderes Gewicht liegt auf der Fähigkeit, Scrum in realen Projektsituationen anzuwenden, nicht nur im Lehrbuch zu verstehen.
- Scrum-Werte und das Agile Manifesto als Grundlage
- Rollen: Scrum Master, Product Owner, Entwicklungsteam
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement
- Zeremonien: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive
- User Stories, Akzeptanzkriterien, Definition of Done
- Agile Schätzung und Priorisierungsmethoden
PRINCE2: Strukturiertes Projektmanagement im agilen Kontext PRINCE2 bietet den strukturierten Gegenpol zu Scrum. Während Scrum Freiräume für Selbstorganisation lässt, gibt PRINCE2 ein klares Prozessmodell mit definierten Managementprodukten und Rollen vor. Im Lehrgang wird PRINCE2 auf dem Practitioner-Niveau behandelt — also nicht nur die Grundbegriffe, sondern die Fähigkeit, die Methode in Projektszenarien anzuwenden und anzupassen. Aktuelle Version: PRINCE2 7. Ausgabe (7 Prinzipien, Prozessmodell, Themen).
- Sieben Prinzipien und Grundkonzepte von PRINCE2
- Prozessmodell: von Starting Up bis Closing a Project
- Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt
- Managementprodukte in der Praxis erstellen und nutzen
- PRINCE2 an Projektgröße und -kontext anpassen
- Praktische Szenarien für die Practitioner-Prüfungsvorbereitung
ITIL 4 Foundation: IT-Service-Management nach aktuellem Standard ITIL 4 beschreibt IT-Services nicht mehr als starre Prozesse, sondern als wertstiftende Aktivitäten innerhalb eines Service-Value-Systems. Der Foundation-Lehrgang vermittelt die Terminologie, die vier Dimensionen des Service Managements und die 34 ITIL-Praktiken, die ITIL 4 definiert. Zertifizierungsgeber ist Axelos.
- Service-Value-System und Service-Value-Chain
- Vier Dimensionen: Organisationen und Menschen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Sieben Leitprinzipien von ITIL 4
- Ausgewählte ITIL-Praktiken: Incident Management, Change Enablement, Problem Management, Service Desk
- ITIL-4-Terminologie sicher anwenden
- Grundlagen für die Foundation-Zertifizierungsprüfung
DevOps Master: Kulturelle und technische Brücke zwischen Entwicklung und Betrieb DevOps ist kein Tool, sondern eine Kultur- und Praxisbewegung, die Entwicklung (Dev) und IT-Betrieb (Ops) in schnellere, stabilere Lieferzyklen zusammenführt. Der DevOps-Master-Abschnitt baut auf den agilen und ITIL-Grundlagen auf und vertieft die spezifischen Praktiken, die DevOps-Transformationen ermöglichen. Continuous Integration, Continuous Delivery und Infrastructure as Code sind hier nicht nur Begriffe, sondern werden in ihrer Funktionsweise und Einführungslogik durchdrungen.
- DevOps-Prinzipien und die Three Ways (Flow, Feedback, Continual Learning)
- Continuous Integration (CI) und Continuous Delivery (CD) als Praxis
- Infrastructure as Code: Konzept und gängige Werkzeuge
- Monitoring, Logging und Incident Response in DevOps-Teams
- DevOps und Agile: Gemeinsamkeiten, Spannungsfelder, Synergien
- DevOps-Transformationen planen und Widerstände managen
- Site Reliability Engineering als ergänzendes Modell
- Metriken für DevOps-Reife: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR
- Zusammenarbeit zwischen Dev-, Ops- und Security-Teams (DevSecOps-Grundlagen)
- Werkzeugketten im DevOps-Ökosystem im Überblick
- Retrospektiven und Kaizen in DevOps-Umgebungen
- Fallstudien: DevOps-Transformationen in mittleren Unternehmen
Lernziele:
- Scrum als agiles Vorgehensmodell vollständig verstehen und anwenden
- PRINCE2-Prozessmodell und Managementprodukte sicher einsetzen
- ITIL-4-Service-Value-System und die vier Dimensionen des Service Managements anwenden
- DevOps-Prinzipien, Kulturen und Praktiken verstehen und einführen
- Continuous Integration und Continuous Delivery als Entwicklungsphilosophie beschreiben
- Agile und plangetriebene Methoden kontextsensitiv kombinieren
- Teams in DevOps-Transformationen begleiten und moderieren
- IT-Service-Lifecycle nach ITIL 4 beschreiben und in Projektkontexten anwenden
- Projektrisiken nach PRINCE2 systematisch erfassen und steuern
- Retrospektiven und Continuous-Improvement-Zyklen in DevOps-Umgebungen verankern
- Internationale Zertifizierungsprüfungen in Scrum, PRINCE2 und ITIL 4 vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen mit Interesse an modernem Projektmanagement und IT-Service-Kultur — aus technischen wie nicht-technischen Berufsfeldern.
- IT-Fachkräfte, die in Projektmanagement-Rollen wechseln möchten
- Projektmanager, die ihren Methodenkoffer um DevOps und ITIL 4 erweitern wollen
- Berufserfahrene Quereinsteiger mit Affinität zu digitalen Arbeitsmethoden
- Scrum Master oder Agile Coaches, die serviceorientierte Rollen übernehmen möchten
- Teamleitungen in IT-nahen Bereichen
Grundlegende Computerkenntnisse und Erfahrung mit digitalen Arbeitswerkzeugen werden vorausgesetzt. IT-Erfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich — der Lehrgang erklärt technische Konzepte aus dem Kontext heraus. Für den PRINCE2-Practitioner-Anteil wird empfohlen, PRINCE2-Foundation-Grundkenntnisse mitzubringen oder diese im Rahmen des Lehrgangs vorab zu erwerben. Für den ITIL-4-Anteil ist PRINCE2-Foundation-Abschluss Voraussetzung (laut Quellmaterial).
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang arbeitet nach dem Combined-Learning-Prinzip: instruierte Lerneinheiten wechseln mit praktischen Szenarien, Gruppenarbeiten und Fallstudienarbeit. Scrum wird in simulierten Sprints erlebt, PRINCE2 in Planungssimulationen und DevOps in konzeptuellen Werkzeugkettenanalysen. Die Verbindung zwischen den drei Bereichen wird durch übergreifende Praxisaufgaben hergestellt.
Das Programm ist intensiv und wird in der Regel im Vollzeitformat oder als kombiniertes Vollzeit-/Teilzeit-Modell angeboten. Die genaue Stundenanzahl richtet sich nach dem Anbieter; die Breite des Curriculums (Scrum, PRINCE2, ITIL 4, DevOps) macht mehrere Wochen realistisch.
Teilnehmende erwerben ein trägerinternes Zertifikat des Anbieters. Darüber hinaus bereitet der Lehrgang auf international anerkannte externe Zertifizierungsprüfungen vor: EXIN Agile Scrum Foundation/Master, PRINCE2 Practitioner (Axelos) und ITIL 4 Foundation (Axelos). Die Prüfungen finden bei akkreditierten Testcentern statt und sind separat zu buchen.
Nutzen & Perspektiven
In IT-Organisationen laufen Projekt-, Service- und Betriebsverantwortung immer häufiger zusammen. Wer als Projektmanager agiert, muss heute oft auch verstehen, wie Continuous Delivery funktioniert und warum ITIL 4 Service Management nicht mehr als Gegenpol zu Agilität gilt, sondern als sinnvolle Ergänzung. ITIL 4 beschreibt explizit, wie agile Prinzipien im Service-Management wirken — das macht es kompatibel mit Scrum und DevOps-Kulturen, nicht konkurrierend. Genau dieser integrative Blick ist es, den dieser Lehrgang schult. Die Kombination aus PRINCE2-Struktur, Scrum-Flexibilität und DevOps-Kultur befähigt Teilnehmende, in hybriden Projektkontexten zu navigieren — also dort, wo weder reines Wasserfall-Projektmanagement noch radikales Scrum-only-Vorgehen passt. Hybride Projekte — mit klarer Governance nach PRINCE2 und iterativer Lieferung nach Scrum — sind in vielen Unternehmen Realität. DevOps-Praktiken sorgen dafür, dass die Übergabe von Projektergebnissen in den Betrieb reibungsloser funktioniert, weil Entwicklung und Betrieb von Anfang an enger zusammenarbeiten. ITIL 4 liefert den Rahmen, der Services nach der Projektphase im laufenden Betrieb absichert und weiterentwickelt. Dieser Kurs ist damit besonders für Menschen interessant, die in Organisationen mit gewachsenen IT-Strukturen arbeiten und nicht bei null anfangen, sondern bestehende Prozesse mit agilen und DevOps-Praktiken weiterentwickeln wollen. Wer alle vier Zertifizierungsprüfungen erfolgreich absolviert, kann ein Profil vorweisen, das auf dem Arbeitsmarkt für agile Projekt- und Servicerollen einzigartig breit aufgestellt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate kann ich nach dem Lehrgang erwerben?
Der Kurs bereitet auf externe Prüfungen vor: EXIN Agile Scrum, PRINCE2 Practitioner (Axelos) und ITIL 4 Foundation (Axelos). Die Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt und sind separat zu buchen. Dazu gibt es ein trägerinternes Abschlusszertifikat.
Muss ich DevOps-Erfahrung mitbringen?
Nein. Der DevOps-Master-Abschnitt baut auf den Grundlagen auf, die im Lehrgang selbst vermittelt werden. Technische Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht Voraussetzung.
Wie unterscheidet sich ITIL 4 von älteren ITIL-Versionen?
ITIL 4 ersetzt das v3-Prozessmodell (Service Strategy, Design, Transition, Operation, CSI) durch ein Service-Value-System mit 34 Praktiken und sieben Leitprinzipien. Die neue Version ist explizit auf Kompatibilität mit agilen und DevOps-Ansätzen ausgelegt.
Ist PRINCE2 überhaupt mit agilen Methoden vereinbar?
Ja. PRINCE2 ist skalierbar und kann in agilen Umgebungen angewendet werden — PRINCE2 Agile ist die offizielle Erweiterung dafür. Dieser Kurs zeigt, wie PRINCE2-Strukturen und Scrum-Flexibilität in hybriden Projekten zusammenwirken.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Für IT-Fachkräfte und Projektverantwortliche, die in Organisationen mit etablierten IT-Strukturen arbeiten und diese mit agilen und DevOps-Praktiken weiterentwickeln wollen — sowie für Quereinsteiger mit starker IT-Affinität.
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