Überblick
Dieses Programm bündelt Scrum, DevOps auf Professional-Niveau und PRINCE2 Foundation sowie Practitioner zu einer breit angelegten Qualifikation für das hybride Projektmanagement. Im Unterschied zu einem Master-orientierten DevOps-Pfad liegt der Schwerpunkt hier auf professioneller Handlungskompetenz über die gesamte DevOps-Praxis: von der Einführung agiler Entwicklungskultur über Continuous Delivery bis zur Messung operativer Kennzahlen. Das Programm ist damit besonders geeignet für Personen, die sowohl methodische Breite als auch praktische Anwendungskompetenz suchen, ohne sich auf eine einzige Spezialdisziplin zu beschränken — DevOps Professional steht für solide Handlungsfähigkeit, nicht für strategische Transformationsführung.
Kursinhalte & Lernziele
Das Scrum-Modul führt in die agile Arbeitswelt ein. Ausgangspunkt ist das Agile Manifest und seine zwölf Prinzipien, die den Rahmen für alle agilen Methoden bilden. Scrum wird als leichtgewichtiges Framework vorgestellt, das trotz seiner Einfachheit in der Umsetzung viele Fallstricke birgt. Teilnehmende üben reale Sprint-Situationen und lernen, wie Scrum-Teams ihre Arbeitsweise kontinuierlich verbessern.
- Agiles Manifest und Grundprinzipien der iterativen Produktentwicklung
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master und das Entwicklungsteam
- Sprint-Planung, Sprint Review und Retrospektive durchführen
- Product Backlog strukturieren, User Stories schreiben und Story Points vergeben
- Velocity-Tracking und Sprint-Burndown-Charts auswerten
- Impediment-Management: typische Hindernisse und wie Scrum Master sie ausräumen
Das DevOps-Professional-Modul behandelt die gesamte DevOps-Bandbreite auf praktischem Anwendungsniveau. Es geht nicht nur um Definitionen, sondern um das Verständnis, wie Teams konkret von der Idee bis zur Produktionsauslieferung kollaborieren. Der Professional-Ansatz verbindet kulturelle Prinzipien mit technischem Methodenwissen auf einem Niveau, das für Nicht-Spezialisten handhabbar ist.
- DevOps-Bewegung: Geschichte, Treiber und kulturelle Grundlagen
- Continuous Integration: Build-Prozesse, automatische Tests, Code-Reviews
- Continuous Delivery und Deployment: Release-Pipelines, Blue-Green-Deployments, Feature-Flags
- Versionskontrolle und Branching-Strategien (z. B. Trunk-Based Development)
- Monitoring und Alerting im Produktivbetrieb
- Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams verbessern
Das PRINCE2-Modul deckt sowohl Foundation als auch Practitioner ab und vermittelt das strukturierte Rahmenwerk für Projekte jeder Größe. PRINCE2 basiert auf sieben Prinzipien, die konsequent auf jeden Projekttyp angewandt werden. Der Practitioner-Teil verlangt, Methoden auf realistische Szenarien anzuwenden — reine Definitionen genügen nicht.
- Sieben PRINCE2-Prinzipien und ihre Bedeutung für Projektentscheidungen
- Sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt
- Projektphasenstruktur und Managementprodukte erstellen
- Rollenmodell nach PRINCE2: Auftraggeber, Projektmanager, Teamleiter
- PRINCE2 anpassen: Wie das Framework auf verschiedene Organisationsgrößen skaliert
- Practitioner-Szenarien: Fallstudien bewerten, Entscheidungen begründen
Im Praxisblock wird die methodische Integration zum Kernthema. Hier bearbeiten Teilnehmende realistische Projektszenarien, bei denen sie entscheiden müssen, welche Methode in welchem Kontext den größten Nutzen bringt — und wie alle drei Ansätze sich ergänzen statt konkurrieren.
- Scrum-Sprints in ein PRINCE2-Projektmandat einbetten
- DevOps-Pipelines als Instrument der PRINCE2-Fortschrittskontrolle nutzen
- Stakeholder-Maps für hybride Teams erstellen
- Risikobewertung nach PRINCE2 mit agilen Risiko-Backlogs kombinieren
- Qualitätssicherung in iterativen und strukturierten Projekten gleichzeitig betreiben
- Reporting-Formate für Auftraggeber in agil-klassischen Projekten entwickeln
- Abhängigkeiten zwischen Teams in Scaled-Agile-Szenarien managen
- DevOps-Kennzahlen als Fortschrittsindikator für PRINCE2-Projektberichte nutzen
- Toolchain-Auswahl: Welche DevOps-Werkzeuge passen zu welchem Projekttyp?
- Retrospektiven als PRINCE2-Lessons-Learned-Format aufbereiten
- Konflikte zwischen Agilität und Governance klären und eskalieren
- Praxisfall: Produktlaunch als hybrides Projekt von der Idee bis zur Auslieferung
Das Programm endet mit einer Vorbereitung für PRINCE2 Foundation und Practitioner, bei der szenariobasierte Fragen und Entscheidungssituationen eingeübt werden — genau das Format, das die Axelos-Practitioner-Prüfung einsetzt.
Lernziele:
Teilnehmende lernen, Scrum-Teams methodisch zu begleiten und die Kernrollen in Sprint-Zyklen effektiv zu gestalten. Sie verstehen die Prinzipien agiler Softwareentwicklung und können diese auf Nicht-IT-Projekte übertragen. Sie erwerben fundierte Kenntnisse über DevOps-Grundlagen, CI/CD-Konzepte und gängige Werkzeuge des Professional-Niveaus. Sie können Continuous Integration und Continuous Delivery-Prozesse planen und bewerten. Sie verstehen die kulturellen Voraussetzungen einer DevOps-Einführung und können Widerstände in Teams benennen und ansprechen. Sie kennen PRINCE2 in Breite und Tiefe — von den sieben Prinzipien über die Phasenstruktur bis zur Practitioner-Anwendung auf komplexe Szenarien. Sie sind in der Lage, hybride Vorgehensmodelle zu entwickeln, die agile Sprints in strukturierte PRINCE2-Projektrahmen einbetten. Sie verstehen Abhängigkeiten zwischen DevOps-Pipelines und Projektlieferplänen. Sie können Stakeholder aus Entwicklung, Betrieb und Auftraggeber-Seite gemeinsam in Projektstrukturen einbinden. Sie können Projektrisiken nach PRINCE2-Systematik dokumentieren und eskalieren. Sie bereiten sich gezielt auf die PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Prüfungen vor.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieses Programm richtet sich an Fachkräfte, die methodische Breite gegenüber tiefer Spezialisierung bevorzugen und in Projekten sowohl agil als auch strukturiert agieren wollen. Der Professional-Level im DevOps-Teil macht den Einstieg zugänglicher als ein reiner Master-Kurs und ist besonders geeignet für Personen ohne starken IT-Hintergrund.
- Projektkoordinatoren und -manager aus unterschiedlichen Branchen
- IT-Fachleute, die in Richtung Projektverantwortung wechseln wollen
- Scrum Master und Product Owner mit Interesse an strukturierten Governance-Rahmen
- Verwaltungs- und Organisationsfachleute in digitalen Transformationsprojekten
- Quereinsteiger mit Berufserfahrung aus koordinativen oder operativen Tätigkeiten
Berufserfahrung in einem koordinativen, organisatorischen oder technischen Umfeld ist empfehlenswert. Spezifische IT-Kenntnisse sind für den DevOps-Professional-Teil nicht zwingend erforderlich; ein grundlegendes Verständnis davon, wie Software entwickelt und betrieben wird, ist aber hilfreich. Deutschkenntnisse, die das selbstständige Lesen von Fachmaterialien erlauben, sowie allgemeine Computerkenntnisse werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird als begleitetes Online-Lernprogramm durchgeführt. Fachinhalte werden in Videovorlesungen und Live-Sessions eingeführt, in Übungsaufgaben unmittelbar angewendet und in Kleingruppen reflektiert. Für den PRINCE2-Anteil werden offizielle Axelos-Lernmaterialien eingesetzt. Der Scrum- und DevOps-Teil arbeitet mit eigens entwickelten Fallstudien, die reale Projektkonstellationen abbilden. Die Vorbereitung auf die PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Prüfungen nutzt szenariobasierte Musteraufgaben — genau das Format der Axelos-Prüfung.
Das Gesamtprogramm erstreckt sich je nach Anbieter und gewähltem Lernrhythmus über mehrere Wochen bis Monate. Durch die Modularisierung können Teilnehmende eigene Schwerpunkte setzen und bei vorhandenen Vorkenntnissen in bestimmten Bereichen gezielt aufholen. Der genaue Zeitplan wird mit dem jeweiligen Anbieter abgestimmt.
Teilnehmende erhalten eine trägerinterne qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Die PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Zertifikate sind externe Abschlüsse von Axelos und werden nach bestandener Prüfung durch den akkreditierten Testanbieter ausgestellt. Foundation ist unbefristet gültig; Practitioner erfordert nach drei Jahren eine Rezertifizierung.
Nutzen & Perspektiven
Während viele Weiterbildungen entweder auf reine Agilität (Scrum-Kurse) oder auf klassisches Projektmanagement (PRINCE2 isoliert) setzen, schließt dieses Programm gezielt die Lücke zwischen beiden Welten und verbindet sie mit dem technologischen Kontext von DevOps. Der Professional-Level im DevOps-Teil macht dieses Bündel zugänglich auch für Personen, die keine Spezialisierung auf der Master-Ebene anstreben, aber dennoch belastbare Kenntnisse über moderne Softwarelieferketten erwerben wollen — und im Team mit IT-Fachleuten auf Augenhöhe kommunizieren können. Der praktische Mehrwert liegt in der unmittelbaren Anschlussfähigkeit: Wer nach diesem Programm eine Stelle antritt, kann sowohl in einem Scrum-Team mitarbeiten, als auch an PRINCE2-gesteuerten Projekten teilnehmen und die DevOps-Diskussion im Betrieb inhaltlich mitgestalten. Diese Kombination ist im Stellenmarkt deutlich seltener als Einzelzertifikate und daher ein klarer Differenzierungsfaktor. Die PRINCE2 Practitioner-Zertifizierung ist im europäischen Raum eine anerkannte Grundqualifikation für Projektleitungsrollen. Zusammen mit Scrum- und DevOps-Professional-Kenntnissen entsteht ein Profil, das in digitalen Transformationsprojekten, in agil-klassischen Hybridumgebungen und in IT-nahen Fachbereichen gleichermaßen eingesetzt werden kann — ein Fundament für eine flexible und langfristig relevante Projektkarriere.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet DevOps Professional von DevOps Master?
DevOps Professional vermittelt solide, anwendungsbereite Kompetenz über die gesamte DevOps-Praxis: von Kulturprinzipien über CI/CD bis zu Monitoring. DevOps Master konzentriert sich stärker auf strategische Transformation, Reifegradmodelle und Organisationsanalyse. Professional eignet sich besonders für Personen, die praktisch handlungsfähig werden wollen, ohne sich auf strategische Spezialisierung zu fokussieren.
Welche PRINCE2-Prüfungen sind in diesem Kurs enthalten?
Das Programm bereitet auf PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner vor. Die Prüfungen selbst sind externe Zertifizierungen von Axelos und werden über akkreditierte Testanbieter abgelegt. Ob die Prüfungsgebühren im Kurspreis enthalten sind, sollte bei der Anmeldung beim jeweiligen Anbieter geklärt werden.
Ist das Programm auch ohne IT-Hintergrund zugänglich?
Ja. Auch ohne Programmierkenntnisse ist das Programm zugänglich. Für den DevOps-Professional-Teil ist ein grundlegendes Verständnis davon hilfreich, wie Software entwickelt und betrieben wird. Tiefes technisches Wissen ist nicht erforderlich — der Fokus liegt auf Methodenverständnis und Prozesskenntnis.
Wie verhält sich Scrum zu PRINCE2 in der Praxis?
Scrum und PRINCE2 schließen sich nicht aus. In der Praxis werden Scrum-Sprints häufig als Liefermechanismus innerhalb eines PRINCE2-Projektrahmens eingesetzt. PRINCE2 liefert die Governance-Struktur (Phasen, Eskalationswege, Beauftragungen), während Scrum die operative Arbeitsweise des Entwicklungsteams organisiert. Dieses Programm trainiert genau diese Integration.
Wie lange ist der PRINCE2 Practitioner gültig?
Der PRINCE2 Practitioner ist drei Jahre gültig und erfordert danach eine Rezertifizierung. Die Foundation-Zertifizierung bleibt unbegrenzt gültig. Die Rezertifizierung des Practitioners kann durch Weiterbildung oder erneute Prüfung erfolgen.
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